Zementestrich auf Holzbalkendecke

28.05.2007



Ich bin gerade dabei eine alte Eichenholzdecke mit einem Fehlboden aus Lehmwickeln durch eine neue Holzbalkendecke zu ersetzen. Das Entfernen der alten Balken nebst Lemwickeln ist notwendig, da durch Holzwurmbefall sowohl die Auflagen der Balken wie auch die Latten der Lehmwickel total zerfressen sind.


Der Aufbau soll folgendermassen aussehen:

Deckenbalken aus Brettschichtholz mit seitlicher Lattung zur Aufnahme des Fehlbodens.

Auf den Fehlboden eine Lage Kraftpapier. Einbringen von QuarzSand (Als Luftschalldämmung) bis Oberkante Dekenbalken. Ein Statiker hat mir die Dimensionen der Balken schon berechnet.


Auf diese Deckenkonstruktion soll nun ein Fussbodenaufbau der eine größtmögliche Luft wie auch Trittschalldämmung hat. Ich habe an einen Zementestrich gedacht.

Für den Einbau eines Estrichs habe ich nun folgende Fragen:


1. Muss auf die Oberseite der Balken eine Tragschicht aus Dielen oder einer anderen druckverteilenden Schicht.


2. Welches Material in welcher Stärke ist am besten unter den Estrich einzubringen um den Trittschall zu eliminieren (Polystyrol oder Mineralfaser) Ich bin ein totaler Gegner von Mineralfasern, gibt es evtl. ein Produkt auf Flachsbasis


3. Ist ein Zementestrich gesundheitlich unbedenklich, da z.B. Zement einen Anteil an Chromat hat.


4. Gibt es Alternativen zum Quarzsand, ich habe hier im Forum Glühsand gefunden, wobei das Material hier in unserer Gegend niemand kennt.



Im Detlail hier nochmal der Aufbau: Holzbalkendecke mit 300Kp/qm Eigengewicht und einer Verkehrslast von 350Kp/qm
Deckenbalken 10/16 BSH, 10 cm Quarzsand zwischen die Balken, evtl. druckverteilende Schicht (Dielen), Isolierung, Estrich, Parkett. Insgesamt habe ich eine Aufbauhöhe von 24 cm von Unterkante Deckenbalken bis Oberkante Parkett.
Ich kann bei der Dimenson der Deckenbalken bis zu einer Dimension von 8/12 runtergehen.



Mächtiges Gewicht



das Sie da aufbringen, aber ziemlich unnötig. Viel hilft viel ist beim Schall richtig (Bergersches Massegesetz), aber angenommen mal, sie wollen nun doch keine Schulklasse überm Schlafzimmer einrichten, geht es auch in ingenieurmäßiger Dimensionierung und angepaßt an die Nutzung materialsparender.

1. Glühsand = geglühter Quarzsand
er muß behandelt sein, damit kein Wald daraus erwächst.

2. Fehlboden mit Sand aufzufüllen ist mir zu materialintensv;
besser sind 5 cm Sand und der Rest bis oben eine leichte Schüttung oder Leichtbeton (Thermozell 250), was nebenbei die Steifigkeit der Decke verbessert und damit auch den Trittschallschutz - kaum rechenbar - aber ganz praktisch.

3. Ein Zementestrich läßt sich auf Holzbalkendecke rißfrei nur als bewehrter Estrich mit mindestens 60 mm aufbringen.
Austrocknungszeiten sind lang, handling problematisch. Der Ausweg, einen Gußasphaltestrich zu nehmen, stinkt mir persönlich zu viel.
Ausweg: Zementgebundene Platten, z.B. Aquapanel Floor, Gewicht 34 kg/m2, miteinnder verschraubt und verklebt. Ein bisschen muß man beim Schrauben üben, am Anfang gibt es Bruch, deshalb lieber ein paar Platten mehr bestellen.

4. Bleibt die Feder der Trittschalldämmung, nachdem wir über die beiden Massen gesprochen haben: MF mögen Sie nicht, ich auch nicht. Gut dazwischen eingebaut stört sie aber niemenden mehr: nicht unter 25 mm und ausdrücklich für Trockenestrichsysteme mit einem denkbar niedrigen dyn s oder s´ . Alternativen gibt es in Holzweichfaser oder in pflanzlich, hat aber alles seinen Preis.

Eine Tragschicht auf dem Fehlboden brauchen Sie, ja. Empfehlung: Rauhspund oder 25er OSB-Platte. Zement ist heutzutage chromatarm (steht jedenfalls auf dem Sack).

Grüße vom Niederrhein
Dietmar Beckmann


Und bei alledem ist natürlcih vorausgesetzt, daß man die Tritte oben nicht schon von unten sieht, wenn der Balken sich biegt wie eine Seillinie.



Zementestrich auf Holzbalkendecke



Danke für die schnelle Anwort

Zum Durchbiegen wie ein Seil ist folgendes zu sagen. Die Balken haben eine Spannweite von 4,80 Metern, wobei im Abstand von 1,80 Metern je zwei Doppel T Träger liegen, sodass ein Durchbiegen der Balken ausgeschlossen werden kann s. Bild.


Was den Schall betrifft, so ist das mit der Vergleich mit der Schulklasse nicht ganz schlecht. Es handelt sich um eine Etage über einer Zahnarztpraxis. Schreiende und stöhnende Menschen sowie Bohrer sind nicht das was ich in meiner Wohnung hören möchte. Eine Maximierung des Luft und Trittschlldämmung sollte sein. Daher auch die Idee mit dem Zementestrich.


Ist unter den Voraussetzungen, dass einige Doppel T Träger die Decke Aussteifen auch ein Estrich in dünnerer Ausführung denkbar



Zementestrich auf Holzbalkendecke



Wenn Sie schon einen Zementestrich wollen und bereits Stahlträger vorhanden sind, ist m.E. nach der Einbau einer Massivdecke der bessere Weg, die Schallschutzproblematik anzugehen und den Nachteilen aus der Kombination Holz/ Zementestrich auszuweichen.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Gewerbliche Nutzung



also in NRW wäre das wohl ein Sonderbau. Konsequenzen: Statik, sachverständig geprüft und Brandschutzgutachten. Dann kann man auch gleich den Schall rechnen lassen und hätte keine Probleme mehr. Das sollte bei den üblichen Zahnarzthonoraren noch möglich sein.

Grüße vom Niederrhein