Creaton Ziegelestrich

10.03.2010 willi


Hallo und Grüß Gott,

ich möchte gerne im Keller in zwei Räumen einen neuen Fußbodenaufbau machen, - der alte musste wg. Wasser raus - der Aufbau sollte so aussehen: Bodenplatte, Sperrfolie, Ausgleichschüttung, Holzweichfaserplatten, Creaton Ziegelestrich.
Wer kennt sich aus?

Habe neulich etwas gelesen über Lithotherm Trockenestrich, könnte man auch ohne Fußbodenhezung machen? Hier gab es mal eine heiße Diskusion, war im Ende aber mehr verwirrend, hat jemand Erfahrungen mit dem System?

....übrigens, unser Haus hat die Kreisbaugesellschaft Ulm gebaut !!!!!!!!!





....übrigens, unser Haus hat die Kreisbaugesellschaft Ulm gebaut !!!!!!!!!

Ja und ?
Beissen die oder was ?





Bei uns hieß das VEB (K) Bau

Aber zur Frage, was ist mit dem Wasser gemeint?


Grüße aus Schönebeck



Fußboden



Hallo Willi,
das mit dem Wasser interessiert mich auch.
Dann ist für den Fußbodenaufbau auch die spätere Nutzung wichtig.
Kellerräume, die als Aufenthaltsräume für eine dauernde Nutzung geplant sind, brauchen einen gedämmten Fußbodenaufbau, normale Kellerräume nicht. Da genügt die Dämmung der Deckenunterseite.
Der von Ihnen vorgeschlagene Aufbau ist recht seltsam.
Holzweichfaserplatten und Ziegelestrich sind für einen Kellerfußboden die falsche Wahl.
Wie sind Sie auf diesen Aufbau gekommen?
Warum wollen Sie keinen klassischen Bodenaufbau mit Estrich als Nutzschicht und wahlweiser Dämmung aus Styrodur?

Viele Grüße





Hallo

der zuständige Bauleiter der Kreisbau Ulm hat uns betrogen (deswegen Wasserschaden)

Nun zum Aufbau des Bodens:

a) kein Nassestrich in einem bewohnten Haus, das ist Fatal,
deshalb nur Trockenestrich, vorzugsweise den Creaton weil es sich hier um Tonplatten handelt (Öko)

b) ebenso will ich kein Styropor mehr drin (Öko) deshalb Holzeichfaserdämmung, habe aber im keller ein wenig Angst, obwohl der Keller - jetzt - absolut trocken ist.

Das und eine Ausgleichschüttung von Liapor wäre jedenfalls mein Idealwunsch, ist sowas machbar?



Kellerfußboden



Hallo Willi, das der Bauleiter ein Betrüger ist mag ärgerlich sein, aber ohne Belang für den Fußbodenaufbau.
Deshalb wissen wir immer noch nicht, was mit dem Wasser war, welche Aufbauhöhen zur Verfügung stehen und was für eine Nutzung geplant ist.
Warum Zementestrich im Keller fatal sein soll, weiß ich auch nicht. Die paar Liter Anmachwasser zerstören kein Haus.
Holzweichfaser ist im Fußbodenbereich als Dämmung nicht die beste Wahl unter einem plattenförmigen Belag, da die Trittfestigkeit begrenzt ist, Feuchteeintrag kann zu Schäden führen.
Für was ist denn die Ausgleichsschüttung erforderlich?
Wenn Du solche Angst vor Polystyrol hast, dann solltest Du als Erstes Deinen Kühlschrank entsorgen. Immerhin liegen Deine Lebensmittel praktisch in einer verschlossenen Styroporhöhle.

Also, bitte Aufbauhöhen und zukünftige Nutzung nennen, dann gibt es Aufbauvarianten mit und ohne Estrich.

Viele Grüße





Hallo,

das mit dem Wasserschaden, war eine enmallige Sache, währen der Bauphase, als der Estrich aber schon drin war (6 Wochen) gab es ein Unwetter und Regenwasser drückte durch den noch nicht abgesicherten Pumpensumpf im Keller zurück,Wasser stand ca. 4cm hoch im Keller, im Treppenhaus und in einem Gästezimmer war der Esrich mit Styropor gedämmt, in den anderen Räumen liegt er auf Trennfolie auf der Bodenplatte.
Der Bauleiter Schmid wohnhaft in 89129 Öllingen versicherte mir, mit Brief und Siegel das würde alles trocknen.
Das war vor 10 Jahren.
In dieser Zeit haben wir verschiedene gesundheitliche Probleme und Alergien entwickelt. Letzes Jahr habe ich dann nach mehren Schimmeltests, die alle "Normal" ausfielen, ein Loch ind den gedämmten Teil des Estriches gehauen, es war unten noch feucht. Darauf habe ich an ein Labor eine Probe geschikt, Resultat: Bakterien und Schimmel der höchsten Stufe. Der Estrich auf Trennfolie war aber OK offensichtlich konnte hier das Wasser nach unten und oben wegdifudieren. Eine Trocknung war auf Grund der langen Schdenszeit nicht mehr ohne weiteres möglich, verbleibende Biomasse etc.
Also alles komplett raus und alles desinfizieren.
Wg. gesundheitlicher probleme konnte ich bis heute nicht weitermachen, jetzt geht es aber wieder halbwegs.

Der Fußbodenaufbau muss 11 cm betragen, damit er wieder die gleiche Höhe hat wie die angrenzenden Räume.

Mein Nachbar ist Bauingenieur und sagte mir das ein Nassestrich in einem bewohnten Haus ewig braucht um zu trocknen, dabei wächst auch die Schimmelgefahr.
Wir haben das mal gerechnet, es handelt sich hierbei nicht nur um ein paar Liter Wasser sondern es dürften ca. 500 Liter sein, man kann sich unschwer vorstellen wie lange sowas im Keller braucht um zu trocknen.
Es kommt deshalb nur ein Trockenestrich in Frage und hier auch keine Gipsfaser (schimmelt übrigens recht gerne) oder sonstiges, sondern nur die Creaton Ziegelestrich, weil eben die beste Alternative m.M. nach.
Wie gesagt Styrpor nur wenns wirklich nicht anderst geht, ansonsten sehr gerne Holzweichfaser als Dämmung, es werden da auch welche im Handel angeboten, weiß nur nicht ob für den Keller sowas empfehlenswert ist.

Auf den Rohbetonboden kommt zunächst eine Folie gegen evtl. Feuchtigkeit darauf mus die Ausgleichschüttung weil der Boden ja nicht 100%ig eben ist, darauf die Dämmplatten, darauf wiederum die Estrichziegel, diese kann man gleichzeitig auch - wenn schön vefugt - als fertigen Bodenbelag nutzen, oder nochmals drauffliesen.

Mein anderer Nachbar hat damit komplett sein neues Haus gemacht sieht prima aus, nur hat er unten drunter diese Styroporplatten, die was die wenigsten wissen - auch ich erdt seit kurzem - eben doch, zumindest einige Zeitlang, ausgasen, das Ausgangsprodiukt ist ja auch Styrol welche hoch giftig ist btw



Als Dämmung unter diesen Estrich,



können Sie auch die Perlite Thermo-Plan B1 als Ausgleichsschüttung verwenden, dan den Rest mit Thermo-Floor auffüllen und verdichten.
Beide Dämmungen sind Verrottungssicher, Diffussionsoffen und Belastbar. Thermo-Floor z.B. kann mit ca.20% Höhenzuschlag mit ca. 8000 kg/m² belastet werden.
Wenn Sie mehr Informationen benötigen, einfach melden.

Grüsse Thomas



Fußboden



Hallo Willi,
der Wassereinbruch war also ein einmaliges Ereignis und nicht konstruktions- oder standortbedingt, wie z.B. Hochwasser oder eine fehlende Abdichtung.
An dem Schaden ist also nicht der gedämmte Estrichaufbau schuld.
Da eine Wiederholung des Ereignisses sehr unwahrscheinlich ist, sehe ich keinen Grund, den Fußboden nach dem Ausbau und der Sanierung nicht wieder so einzubauen.
Bei Holzweichfaser als Dämmung hätte sich so eine Havarie viel schlimmer ausgewirkt.
Nun weiß ich immer noch nicht, wie die Räume genutzt werden sollen, ich gehe davon aus, das sie zumindest teilweise als Aufenthaltsräume dienen sollen und deshalb eine Dämmung des Fußbodens erforderlich ist.
Im Keller kommt es natürlich auf ein richtiges Heizungs- und Lüftungsverhalten in Aufenthaltsräumen an, die Gefahr von Kondensatbildung durch zu hohe Luftfeuchte und Taupunktunterschreitung ist in solchen Räumen ungleich höher als im normalen Wohnbereich.
Deshalb empfehle ich keine feuchteempfindlichen Aufbauten wie Dielung auf Holzweichfaser und gipshaltige Baustoffe.
Ich rate auch von Creaton ab, das Material ist für solch einen Einsatz nicht gedacht und preislich dafür ungünstig, auch wenn Ihr Nachbar damit angibt.
Bei 11 cm Höhe sehe ich den alten Aufbau mit Styrodur und Zementestrich oder wie von Thomas vorgeschlagen einen Trockenestrich auf Dämmschüttung als preislich und technisch günstige Alternativen.

Was den Wassereintrag betrifft:
Mag sein, das Ihr Nachbar Bauingenieur ist, rechnen kann er jedenfalls nicht.
Zementestrich wird mit einem sehr niedrigen Wasser- Zementwert im erdfeuchten Zustand eingebaut.
Ein großer Teil des Anmachwassers wird bei der Zementerhärtung chemisch in Kristalle der Zementmatrix eingebaut. Nur das überschüssige Wasser verdunstet, das sind bei Estrich nur etwa 50- 80 l/m³. Mit einem m³ Estrich kann man ca. 22 m² Fläche bauen. Um auf 500 l Wassereintrag zu kommen, müssen Sie schon über 200 m² Böden mit Estrich belegen.
Was das Ausgasen von Treibmitteln bei Styrodur betrifft:
Da verweise ich ich Sie noch mal auf Ihren Kühlschrank und auf viele Gegenstände aus EPS oder XPS, mit denen Sie sich täglich umgeben. Da haben Sie komischerweise keine Angst vor Ausgasungen, z. B. wenn Ihr Schnitzel aus der Kühltheke auf einer Schale aus Schaumpolystyrol liegt.
Beim Einbau unter einem Estrich besteht keinerlei Gefahr durch ausgasendes Styrol, wenn der Einbau korrekt nach den Regeln der Technik erfolgt.

Viele Grüße





Danke Thomas und Herr Böttcher für die gute Information, werde noch mal überlegen.

Hatte auch schon mal daruber nachgedacht bei Nassestrich eine Fußbodenheizung mit zu Installieren, da die Räume als Arbeits und Gästezimmer genutzt werden, das dürfte im Keller sowieso etwas besser sein?

Gruß





Es gibt wohl eine Alternative zu Styropor und das sollen Glasschumplatten sein, wer hat damit erfahrung?



Kellerfußboden



Das ist alles eine Frage des Preises.
Schau mal unter Foamglas.de nach.
Ich setze das Material da ein, wo es seine Vorteile ausspielen kann und damit seinen Preis rechtfertigt.
Das ist wie einen Clos de Charlemagne Grand Cru in den Coq au vin zu kippen statt sich damit die Zahnleiste zu spülen.
Den bösen Polystyrolkühlschrank schon entsorgt?

Viele Grüße





:-) meinen Kühlschrank brauche ich.
Mache mich aber gerade mit dem System das Thomas vorgaschlagen hat vertraut, die Ausgleichschüttung ist aus Blähtonschiefer, den Trockenestrich gibt es auch mit Fußbodenheizung.

btw, unser nächstes Haus Plane ich und Bauleiter wird der Mann meiner Cousine. Baugesellschaften sind die größten Verbrecher, viel Geld für lausige Leistung. Ich kann nur jedem davon abraten den "bequemen Weg zu gehen!



Nun



wie Georg schon geschrieben hat, alles eine Frage des Preises.
Des weitern bestehet die Möglichkeit den Aufbau mit Thermo-Mix zu gestalten.
Thermo-Mix Dämmörtel kann man als eine "Art" Dämmestrich für keramische Böden, wie Fliesen, Kacheln, Terrazo verwendet werden.
Weitere Einsatzgebiete sind Dachgeschoss, Gewölbe Industie- und Stallböden.
Durch Zugabe von hydraulischen Bindern(wie Zement), Mischmethode und Mischungsverhältnis, können unterschiedliche Festigkeiten erzielt werden,
die es ermöglichen, z.B direkt darauf zu fliesen.

Grüsse Thomas