Fußbodenaufbau - diffusionsoffen oder lieber nicht

12.11.2008



Ich weiß, schon wieder eine Frage zum Fußbodenaufbau, aber trotz ausführlicher Lektüre, bin ich von der Antwort weiter entfernt, denn je:
Ich möchte den Fußboden im EG neu aufbauen (Holzdielen waren vergammelt, da der Vorgänger PVC darüber gelegt hat.
Habe die Dielen, die darunterliegenden Balken und die Schüttung aus Sand entfernt. jetzt geht es an den Wiederaufbau. Mit stehen dafür 16cm zur Verfügung. Die letzten 15mm sind für das Parkett reserviert. Das ist bereits vorhanden und von der Bauherrin gewünscht.
Ich bin mir aber beim Aufbau der Unterkonstruktion unsicher.

Hier erst mal ein paar Eckdaten zum Haus:
EFH Bj. 1953, voll unterkellert, 24er Bimssteinmauerwerk, zum OG hin Holzbalkendecke
Keller unbeheizt, Temp. ~12°; Kellerdecke: ca. 12cm Stahlträger im Abstand von 50cm mit Estrich.
Die Träger sind nicht verrostet, der Sand der Schüttung staubtrocken. An den Raum grenzt ein Schornstein an einer Innenwand, der mit einem Schwedenofen betrieben werden soll.
Der Raum selbst soll als Küche ausgebaut werden.

Hier mein Diskussionsvorschlag für den Fußbodenaufbau:
Variante 1 Diffusionsoffener
Liapor zwischen Lagerhölzern
OSB3 Stärke 22mm (Probleme wegen Brandschutz wegen Schornstein???)
Trittschalldämmung Kork
Parkett

Variante 2
Bitumenrollbahn auf den Untergrund wegen Kältebrücke und ggf. Tauwasserbildung auf dem Stahlträger
fermacell gebundene Schüttung zwischen Lagerhölzern
Faserzementplatten
Trittschalldämmung in Kombi mit Dampfsperre als Folie
Parkett

Weitere Varianten sind gerne gesehen.
Was ich mir bei den jeweiligen Varianten gedacht habe:
Variante 1: soll evtl. Feuchte aus dem Keller, bzw. Tauwasser nach oben ableiten können.
Variante 2: Hier treibt mich die Angst vor Schimmel dahin, alles dicht machen zu wollen.
Danke in Vorhinein für die Antworten.





Hallo Herr Knuf,

bei der Beschreibung der Decke gehe ich mal davon aus, dass sich bei Ihnen im eine Kaiserdecke - o.a. Hersteller - handelt. Hier liegen zwischen den Stahlträgern (je nach Träger eingeschoben oder aufgelegt) Ton, Beton oder Leichtbetonelemente, die oben abschließend meist mit einem Glattstrich oder Verbundestrich versehen wurden.

In den 30er bis 50er Jahren wurde noch der von Ihnen beschriebene Aufbau verwendet - auch ohne Glattstrich/Verbundestrich- dann wären die Träger noch von oben zu sehen.

Bei Häusern dieses jungen Alters ist es durchaus denkbar einen herkömmlichen Estrich auf Zement- oder Calciumsulfatbasis einzubauen. Sie hätten den Vorteil einer ausreichenden Dämmung und einem soliden Untergrund um das Parkett zu verlegen.

Wenn ich es richtig verstehe soll Fertigparkett verlegt werden? Lackierte Fertigparkette oder Fertigparkette mit MDF-Kern sind wie Laminate als relativ Dampfdicht - also nicht diffusionsoffen - einzustufen. Da wäre ich eher mal Vorsichtig, da sich ausfallendes Tauwasser dann später an der Unterseite des Fertigparkettes wiederfinden kann.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Estrich als einzige Alternative?



Danke für die schnelle Antwort an Herrn Kornmeyer,
Das zu verlegende Parkett existiert leider bereits:
Junkers Buchenparkett, einschichtig (sind im Prinzip 180 cm lange Dielenbretter kesselgetrocknet), 14mm lakiert (auf Wasserbasis); weitere techn. Daten eruiere ich gerade.
Zement- oder CS-Estrich hatte ich bei meinen Überlegungen aus folgenden Gründen nicht einbezogen:
- Gewicht bzw. Belastung der Kellerdecke
- TRocknungsdauer bzw. Belegfähigkeit bis zu 4 Wochen
- geeigneter Untergrund für das Parkett?
Da ich Laie bin, aber aus Kostengründen selbst ran muss, bin ich von einem leichteren bzw. diffusionsfähigerem Bodenaufbau ausgegangen.
Liege ich mit meinen beiden Vorschlägen so verkehrt???

Grüße aus dem östlichen Hessen
Oliver Knuf