Estrich auf alter Balkendecke - muss der raus?

08.11.2017 E.S.



Hallo zusammen!

Ich suche einige Erfahrungswerte zum Thema Balkendecke.

Wir sanieren ein Lothringerhaus BJ. 1750. Dachgeschoss/Kniestock soll ausgebaut werden. Auf der alten Balkenkonstruktion mit Schüttung liegt, schlecht gegossen und gebrochen, Estrich. Unser Bauunternehmer möchte Ihn rausreißen und eine neue Balkenkonstruktion mit OSB und Wärmedämmung einziehen. Soweit, so gut.

Ich frage mich nur, ob der Estrich zwingend raus muss. Denn Schallschutztechnisch leistet der gute Arbeit, im Geschoss darunter hört man Nichts.

Wenn man eine neue Unterkonstruktion mit Trittschalldämmung und Wäremeschutz auf den alten Estrich setzt, jetzt einmal abgesehen vom Aufwand, würde das schalltechnisch nicht große Vorteile gegenüber einer Balkenkonstruktion haben? Hat hier jemand Erfahrungen?

Grüße, Esther S.



Zwischen 2 beheizten Stockwerken...



... brauchen Sie keine Wärmedämmung. Wozu eine neue Balkenlage? Da will sich möglicherweise Jemand eine goldene Nase verdienen.

Ich würde auch erstmal Ihre Variante andenken. Wie ist denn der Gesamtaufbau der Decke, wie die Ebenheitstoleranzen?

Grüße

Thomas



Es handelt sich



Um eine Holzbalkendecke mit Sand/Schutt/Stroh Schüttung. Wie der Aufbau unter der Schüttung ist, kann ich momentan noch nicht sagen, dazu muss ich mal ein wenig graben.

Die Maßtoleranzen werden sich vorwiegend nach dem geplanten Trockenbau richten.

Wichtig ist, die Brand- und Schallschutzanforderungen des Wohnraums zu erfüllen. Ein zweiter Punkt ist, eine neue Schüttung bei über 150m2 einzubringen ist schon ein Unterfangen, dass ich gern vermeiden möchte.

Wie könnte ein Aufbau auf den bestehenden Estrich aussehen? Dann würde ich diese Option(en) gern als Alternative zur klassischen Holzunterkonstruktion prüfen.



Es handelt sich



Um eine Holzbalkendecke mit Sand/Schutt/Stroh Schüttung. Wie der Aufbau unter der Schüttung ist, kann ich momentan noch nicht sagen, dazu muss ich mal ein wenig graben.

Die Maßtoleranzen werden sich vorwiegend nach dem geplanten Trockenbau richten.

Wichtig ist, die Brand- und Schallschutzauflagen des Wohnraums zu erfüllen. Ein zweiter Punkt ist, eine neue Schüttung bei über 150m2 einzubringen ist schon ein Unterfangen, dass ich gern vermeiden möchte.

Wie könnte ein Aufbau auf den bestehenden Estrich aussehen? Dann würde ich diese Option(en) gern als Alternative zur klassischen Holzunterkonstruktion prüfen.



Deckenanforderungen



Wenn es um Brandschutzanforderungen geht müßte ggf ein Brandschutzgutachten erstellt werden oder
zB den momentanen Bestand und die zu erreichende Brandschutzklasse an Fermacell, Knauf etc weiterleiten, die jeweils geprüfte Konstruktionen angeben können.

Anforderungen an Ebenheit etc müßtet ihr anhand der geplanten Nutzung mitteilen.

Estrich allein sollte schon die meisten Anforderungen erfüllen.

Die Ebenheit und Brandschutzverbesserung kann mit Schüttung und Trockenestrichplatten und der Schallschutz zB mit Phonestar-Platten verbessert werden.

Die Tragfähigkeit kann am einfachsten mit einem Unterzug erhöht werden, sofern das gestalterisch und technisch möglich ist.

Andreas Teich



Da solltet...



...Ihr einen Bauantrag stellen. Umbau in Verbindung mit Nutzungsänderung ist genehmigungspflichtig. Ihr braucht dazu einen Planer, der sich die Substanz genau anschaut.

Vorab würde ich da zwar Ideen sammeln, aber nicht beginnen.

Grüße

Thomas



Ja



Das ist richtig, diese und andere geplante Umbaumaßnahmen erfordern eine Baugenehmigung und teilweise auch eine denkmalrechtliche Genehmigung. Da habe ich den Überblick. Ein Statiker, Brand-und Schallschutzexperte steht uns ebenfalls zur Seite, der zu gebener Zeit sein Gutachten erstellen wird. Es geht im Moment also, ganz richtig, ums Ideen sammeln.

Bei den meisten Umbaumaßnahmen weiß ich genau was ich ausführen möchte. Aber von dem Vorschlag des Unterauftragnehmers eine neue Balkenkonstruktion mit Wärmedämmung einzuziehen war ich weniger begeistert.

Daher die Nachfrage, in diesem tollen Forum, ob andere eventuell schon einmal eine Lösung für einen ähnlichen Bestand/Aufbau entwickelt haben.



Dann müsste...



...doch der Statiker sagen können, welche Mindestanforderungen Sie bringen müssen und einen Lösungsvorschlag bieten können? Die Decke muß ja berechnet werden um sicher zu sein, daß Sie die vorhandene Balkenlage nutzen, brand- und schallschutzmäßig aufrüsten und hinreichende Verkehrslasten erzielen können. So aus der Ferne können Sie nichts Belastbares erfahren, da sind leider die Grenzen des Forums erreicht. Sie werden dazu hier nur unverbindliche und vielleicht auch irreführende Meinungen zu hören bekommen.

Eine Meinung (vor Ort von Ihrem Statiker zu bestätigen!)habe freilich auch ich. Eine Erneuerung der Balkenlage wäre nur bei einer in Hinblick auf die zukünftigen Belastungen gegebenen Unterdimensionierung gegeben. So die Statik aber stimmt und stichpunktartig Schäden an den Balkenköpfen ausgeschlossen werden können, kann nahezu immer auf der vorhandenen Decke aufgebaut werden. Z.B. so: Mehabit-Schüttung (selbstverklebend) glattziehen und flächig verdichten. Fermacellboards lt. Brandschutzerfordernis aufbringen, schwimmend verlegte Dreischichtdiele. Damit hätten Sie die geringste Aufbauhöhe. Mit massiver Dielung geht das auch, dann aber durch Holzweichfaser/Latten Unterbau zzgl. 40mm Unterbau + 20mm Dielung.

Grüße

Thomas