Ertüchtigung Holzbalken mit U-Profil

04.01.2019 latnivalok



Hallo Zusammen, ich suche nach Rat bezüglich unseres geerbten Hauses. Mein Schwiegervater hat vor ca. 10 Jahren die ehemalige Scheune zu Wohnraum für meine jetzige Frau in Eigenregie umgebaut. Ihr ehemaliges Wohnzimmer befindet sich über der Werkstatt. Darüber wurde eine weitere Geschossebene eingezogen. Dieser Fußboden des Obergeschosses bereitet mir nun etwas Kopfzerbrechen, da er schwingt. Den Aufbau kenne ich nur aus Erzählungen und ein paar Bildern.

Die Frage ist, ob man die Decke die schwingt mit U-Profilen ertüchtigen kann!?

Die Decke bestehend aus Holzbalken der Dimension 18x10cm überspannt 4,61m lichte Weite und liegt auf einer Seite auf einer KS-Wand auf. Auf der anderen Seite liegen die Balken (9 Stück, Abstand ca. 60cm) auf einem querverlaufenden Balken auf, der wiederum auf Stützen zur darunter liegenden Geschossebene abgestützt wird. Die stützen liegen auf der Decke auf in einem Bereich wo darunter das Auflager der Deckenbalken sich befindet.

Ich hänge hier noch ein paar Skizzen und Bilder an, um es verständlicher zu machen.

Ich persönliche finde die Konstruktion sehr wild gebaut. Sie funktioniert zwar aber die Schwingung der oberen Decke stört mich gewaltig.

Viele werden hier sicher die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Mit geht es darum jetzt das beste aus der Situation zu machen ohne das ganze Haus abreißen zu müssen.

Ich bin über jeden gut gemeinten Rat dankbar!



Oberste Decke, Aufbau



...



Auflager mit Stützen



Rechts im Bild die Stützen die den quer verlaufenden Balken tragen, auf den die Decke aufliegt...



Skizze



Schematischer Aufbau von der Seite aus gesehen....



Skizze



Schematische Skizze aus 45deg Perspektive...



Verständnisfrage



was genau schwingt denn? Den Bildern nach ist ja derzeit kein Boden auf den Balken. Ist da ein Belag entfernt worden? Hat der geschwungen? Wenn ja, wie war der denn befestigt? Oder schwingt der einzelne Balken wenn man drüber balanciert? Soll der Spitzboden denn als Wohnraum dienen und voll begehnbar sein? Aus den Bildern erschließt sich nämlich nicht, wire man dort ohne Klettern hinkommen kann.



Ergänzung zur aktuellen Situation



Habe vergessen zu erwähnen, dass mittlerweile der gesamte Bau abgeschlossen ist. Die Bilder sind von der Bauphase vor 10 Jahren. Die Decke ist jetzt nur noch von unten zugänglich, wenn die daran befestigte Paneele entfernt wird. Auf der Decke des oberen Geschosses ist Dielung (20mm) verschraubt, darauf Teppich. Siehe auch weiteres Bild vom obersten Geschoss...

In den Raum über der Decke befindet sich aktuell das Kinderzimmer.



Weiters Bild obergeschoss



...



Verschraubung des Dielenbelags



man sieht keine Schrauben in den Dielen. Überall dort, wo eine Diele auf einem Deckenbalken aufliegt, mit zwei Vollgewindeschrauben fest verschrauben. Dimension der Schrauben ca. 6x70 oder Ähnliches. Wirklich jede Diele an jeder Auflagestelle mit jedem Balken verschrauben, immer doppelt. Man glaubt kaum, welche Stabilisierung das auch in Bezug auf das Schwingungsverhalten gibt. Ideal sind Vollgewindeschrauben, bei denen sich die Gewindesteigung kurz vor dem Kopf vergrößert. Die ziehen auf dem letzten Zentimeter die Diele nochmal richtig ran. Wenn sowieso Teppich drauf liegt, dürften die Schraubenköpfe ja nicht weiter stören.



Bilder



sind das letzte und das vorletzte Bild von der gleichen Stelle aus aufgenommen, also ist der Durchbruch, wo die 2 Leitern rausschauen auch das Treppenauge vom letzten Bild?



Bilder



Ja, das ist ein und die selbe Stelle. Diese Windstütze (oder wie ist der Fachbegriff) konnte nach Rücksprache mit einem Bauingenieur entfernt werden, da oben zusätzliche Kehlbalken und unten die KS Wand eingezogen wurde.



das ist ein liegender Dachstuhl



und ich würde da nichts rausschneiden, der Spannriegel wird nicht nur auf Druck (Winddruck), sondern auch auf Zug belastet. Aber das ist hier jetzt unerheblich. Grundsätzlich wird das Schwingen einer Decke gemindert, wenn als Füllung eine Last eingetragen wird. Ich sehe als Zwischenfüllung MIwO, die ist ziemlich leicht. Das Schwingproblem könnte auch dadurch begünstigt werden, das die Deckenbalken auf der einen Seite ( Wand) eingespannt sind, auf der anderen Seite ( Längsbalken) nur aufgelegt. Da entsteht ein Wippeneffekt. Zu beachten ist zudem, das Holzbalkendecken immer etwas schwingen, ich habe zumindest noch keine steife erlebt. Durch die Lastabtragung auf der Seite mit dem Ständerwerk wird dieser Effekt noch verstärkt. Ich würde in Deiner Situation einen Statiker heranziehen, der mit die Konstruktion mal rechnet, wieviel Belastung/qm die Decke jetzt aufnehmen kann. Da es sich scheinbar um 2 beheizte Räume handelt, ist eine Wärmedämmung zwischen beiden verzichtbar, stattdessen sollte über einen Masseeintrag ( schwere Schüttung, Gehwegplatten) auch eine Schalldämmung verbessert und das Schwingverhalten minimiert werden. Wieviel da in den Zwischenraum rein kann, das soll eben der Statiker herausfinden. Zusammen mit der von Caspar vorgeschlagenen Dielenverschraubung sollte sich in der Dielenebene eine Scheibe bilden, die in sich mehr Stabilität bietet.
Der Einbau von Profilen brächte einen erwünschten Massezuwachs. Das er schwingungsdämpfend wirkt, kann ich mir nur vorstellen, wenn das Profil sowohl mauerseits als auch längsbalkenseite fest eingespannt wird. Nicht zuletzt könnte auch überlegt werden, ob man mit der Schwingung nicht auch leben könnte, wie soll das Zimmer wann genutzt werden? Zudem ist auch der Grad der Schwingung vom Betrachter abhängig, was von Dir als eine starke Schwingung empfunden wird, könnte für mich noch ganz normal sein.