Welches Dach auf Erker?

03.01.2007



Hallo Forum,
der Erker und das danebenliegende, kleine Flachdach muss saniert werden, inkl. Dachrinnen. Meiner ersten Vorstellung nach gibt es zwei (oder mehr) Möglichkeiten.
1. Zinkblech mit Falzen, wie man das so kennt. Wie aufwändig werden die Rundungen der Dachfläche mit diesem Verfahren? Geht das überhaupt?
1.1 Das Zinkblech ist auf dem danebenliegenden Flachdach sicher die beste Lösung, oder?

2. Biberschwänze oder formal ähnliches, wie auch auf dem Türmchen ist (siehe Bilder dazu) Auch da ist mir der Umgang mit den Radien und Bögen nicht ganz klar.

Ich möchte das eigentlich auch nicht selbst machen und suche auf diesem Wege in diesem tollen Forum
a) Tipps, Ideen, Adressen und Hinweise auf die beste und architektonisch attraktivste Lösung
b) jemanden, der sich der Sache annehmen möchte...

Vielen Dank für Beiträge!
Lars aus Hannover





Hallo

Mit was ist den der Erker und das Flachdach momentan gedeckt (vermute mal Blech ?)
Da du sowieso einen Betrieb suchts der dir das Dach deckt musst du dir keine Sorgen um die Bögen und Radien machen . Für einen Fachbetrieb dürfte das kein Problem sein. Welches Material du willst musst du schon selbst entscheiden. Ziegel würde ich persönlich nicht nehmen. Ich find das passt nicht zu deinem Haustyp. Evt. wäre Schiefer eine Alternative zum Blech. Mir gefällt die etwas kühle Farbigkeit die es jetzt hat, das würde Schiefer eher aufnehmen als Ziegel.
Vorteil vom Blech ist das eine sehr dünne Konstruktion zustande kommt so das der Dachaufbau nicht so wuchtig wirkt, was bei der feinen Lineatur deines Hauses unbedingt berücksichtigt werden sollte.
Das einzige was mich stört ist der Verlauf der Fallrohre da müsste sich doch eine optisch ansprechendere Lösung finden lassen
Ich würde jedenfalls versuchen die Gradlinige Gestaltung des Hauses wieder aufzunehmen und möglichst wenig "Bewegung" (in form von welligen Dachziegeln) einbringen. Aber das ist nur meine Sicht der Dinge.
Viel Spass beim überlegen
Gruß
Dorothée





Hallo! Ich teile Deine Ansicht, Dorothée.
Wenn das Türmchen nicht mit rotgebrannten, alten Biberschwänzen belegt wäre, würde ich sicher nicht auf den Gedanken kommen, eher "unruhige" Pfannen für den Erker zu wählen.
Bisher ist billige, undichte Dachpappe drauf. An Schiefer oder der Optik entsprechendes hatte ich neben der Blechlösung auch schon gedacht...

Hader, hader,...
Gruß Lars



Unruhig?



Ihr Türmchen ist gelungen. Dabei würde ich auch bleiben.
Für meinen Geschmack wirkt das harmonisch und nicht unruhig.
Meinen Sie wirklich Dachpappe ?
Na egal, eine Ziegelabdeckung ist auf jedenfall teurer aber auch langlebiger, da z.B atmungsaktiver.
Das Flachdach würde ich auch in ein leicht abfälliges Ziegeldach ändern, falls es die Fenster zulassen. Dadurch auch wartungsärmer und schöner.
Danach wäre das typisch italienisch ;)





Hallo

habe mir erst jetzt die übrigen Fotos angeschaut. Ist mir jetzt auch klarer was es mit dem Türmchen auf sich hat. Ich weiß nicht ob das ein Grund für mich wäre den Erker mit ziegeln zu decken, evt. könnte ich mir ganz kleinformatige Ziegel dafür vorstellen. Dächer brauchen eine Neigung von min. 15% je nach fabrikat um mit Ziegel (+ Unterdach)gedeckt zu werden. ein Leichtes Gefälle wäre für die Entwässerung sicher gut, ist aber auch mit herkömmlichen Mitteln herzustellen (Blech,Kunstoff oder Bitumenbahnen) und Bleibt von unten unsichtbar. Aber da teilen sich die Geschmäcker eben. Ich würde jedenfalls nicht aus einem Jahrhundertwendebad eine Toskanavilla zaubern, aber es ist ja auch gut das es unterschiedliche Meinungen gibt dann ist für jeden was dabei.
Gruß
Dorothée



Fachwerk?



Ich dachte wir sind hier in einem Fachwerk-Forum.
Viele Grüße Johann Müller



Hallo Johann Müller!



Sie haben richtig gedacht!
Dies ist das Fachwerk-Forum. Und wenn Sie ein bisschen rumkramen, werden Sie tagelang Sachen über Fachwerkhäuser finden, lesen und lernen können.
Kein Grund, in diesem Beitrag hier die Dorothee zu verschrecken.

Alles Gute

and Who The F... Is XYZ ?





Hallo Jan

Vielen Dank, aber ich habe mich gar nicht angesprochen gefühlt, schließlich habe ich die Frage nicht gestellt sondern nur versucht daran konstruktiv mitzuarbeiten.
Das Forum hier hat schon mehr als diese Frage gelöst, die nichts mit Fachwerk wohl aber mit historischen Häusern zu tun hatten. Wer sich daran stört, ist selber schuld.
Nichts für ungut. Macht weiter so.
Gruß
Dorothée





Hallo zusammen, ist ja interessant, was so ausgetauscht wird, wenn man mal zwei Tage nicht da ist.

1. Zum F A C H W E R K (spez. @Johann Müller):
Ich lese hier schon ein paar Jahre mit und habe den Eindruck, dass es hier nicht mehr primär um Fachwerkhäuser geht, sondern um historische Bauwerke. Und das ist unser Haus, siehe unser kurzer Text im Profil.
Falls mir jemand ein Forum nennt, wo es mehr als hier um allgemein historische Bauwerke und entsprechend behutsame Sanierungen geht, so bitte ich um die Angabe des Links. Ich bin da sehr flexibel, das Internet ist ja groß genug für alle...

Haben Sie eine Empfehlung, Herr Müller? Danke im Voraus!

2. Der Turm ist wie im Bild in historischem Urzustand, deshalb die Idee der Ziegel auch auf dem Erker. Klar muss ich wissen, was ich will, aber da ich noch nicht sicher bin, frage ich hier die, die sich auch schon mit solchen Fragen beschäftigt haben oder unterstützende Quellen wissen. Ein typischer Fall für ein Forum, nicht?

3. Auf den original Entwurfszeichnungen von 1907 sind auf dem Erker in gleicher Art Dachziegel skizziert, wie auf dem Turm. Nur eine schnelle Skizze, oder war es mal wirklich so?
Was ist architektonisch "ok" für die Zeit und Region?

Danke für die bisherigen Antworten, wem noch was einfällt: Danke sehr und: weiter so!
Grüße,
Lars



@Lars



Hiergeblieben ! Nach 3 Jahren Community-Mitgliedschaft wirst du dich doch nicht wegen einer einzelnen Stimme vergraulen lassen !
Herzlichen Gruß-
Thomas





Hallo Lars

Mir ist auch klar das du nur nach verschiedenen Alternativen suchst . Ich habe bloß gemeint das du dir keine Gedanken machen musst WIE mit einem bestimmten Material die Rundung deines Daches eingedeckt wird, weil das die Fachfirma wissen sollte.

Von so einem öffentlichen Bau gibt es vielleicht noch alte Fotos. Frag doch mal beim Stadtarchiv in Hannover(?), da weiß man ungefähr was an Beständen an Fotos oder Dokumentationen da ist. Wen du Glück hast findet sich vielleicht der ein oder andere Zeitungsbericht/Handwerkerrechnung/Plan etc.
Wenn du schreibst das auf dem Dach Ziegel eingezeichnet waren, werden wohl auch welche draufgewesen sein.
(Vielleicht kannst du die Skizze mal einscannen? Bin halt schon arg neugierig !)

Mal sehen was die nächste spannende Runde zum Thema Dach bringen wird.

Gruß
Dorothée





Hallo Herr Schubert,
sie können ruhig fuck ausschreiben, aber wen interessiert es wer Sie oder ich sind ?

Zum Baustil: Klasizierender Jugendstil. Man kam ab von übermäßigem Geschnörkel, aber liebte noch Eckchen und Erkerchen. Das Hauptdach ist aber etwas zu schlicht. Ist es mal abgebrannt ? Vielleicht sind die Bild auch nicht aussagekräftig genug und Hannover ist auch nicht meine Gegend.



?



Klassizierender Jugendstil? Warum nicht einfach Historismus?



??



Historismus ?
Welchen sehen Sie hier ?



Baustil



Unbekannt ist mir der von Ihnen erwähnte Ausdruck "Klassizierender Jugendstil", deswegen kam mir der Gedanke an den Historismus. Dem Baujahr nach käme es ja auch hin,sozusagen als Schnitt zwischen dem Klassizismus und Jugendstil oder? Oder könnte man Stil des Hauses nicht auch "Biedermeier" nennen?





Hallo Herr Lingl,
jetzt bringen Sie mich doch nicht ganz durcheinander.
Klassiszismus war doch hauptsächlich vor Jugendstil.
Sagen wir einfach später Jugendstil. Einverstanden ? ;)



Historuismus



Lieber XYZ,
Die Erkenntnisse, welche ich während meines Denkmalpflegestudiums vermittelt bekam waren folgende
Ich beschränke mich dier auf die Neuzeit:
Nach der Renaisance und dem Barock kam Rokoko, danach der Klassizismus, danach gab es die Phase des Historismus mit den verschiedensten Varianten und danach gab es dann den Jugenstil, der später vom sog. Heimatschutzstil abgelöst wurde. Auf weitere Formen des 20. Jh. möchte ich nicht mehr eingehen.
Eine Bezeichnung wie klassizierender Jugenstil ist nicht einzuordnen, den es wäre dann Historismus.
Ich hoffe ich konnte zur Einordnung beitragen.
Soweit meine Erkenntnisse.
Viele Grüsse
Johann Müller