Erfahrungen mit Pelletofen?

13.04.2018 Judith



Hallo ich bin neu hier. Habe schon in den letzten Monaten viel gelesen und Informationen recherchiert. (leider funktioniert - zumindest bei mir- derzeit die Suchfunktion nicht)
Wir sanieren ein altes denkmalgeschütztes Bergarbeiterhaus (Baujahr erste Hälfte 19. Jahrhundert) im Oberharz. Im Wohnzimmer wollten wir einen Kaminofen einbauen. Leider sagt der Schornsteinfeger, dass der Durchmesser des Schornsteins dazu nicht ausreicht (er ist 12 cm, 13 wären gefordert...) Der Schornsteinfeger schlägt als Alternative einen Pelletofen vor, der hat wohl dann ein Abgasrohr von 8 oder 9 cm.
Hat jemand Erfahrungen Pelletöfen? Mit Sichtscheibe, Bedienbarkeit, Verbrauch von Pellets, Gebläselautstärke... Worauf sollte man bei der Auswahl achten?
Der Raum ist auch an die Zentralheizung angeschlossen und ca. 6 mal 4 m groß, Deckenhöhe 2,80m, Dielenboden ohne Dämmung, aber mit vom Vorbesitzer draufgelegten Trockenestrichelementen, Haus ist Fachwerk mit Harzer Bretterbeschlag, ungedämmt. Der Ofen wäre nur zusätzlich, für die Übergangszeit und zwecks angenehmer Strahlungswärme und Gemütlichkeit.

Ich bedanke mich für Erfahrungsberichte oder Hinweise.

Judith



Das lohnt...



...sich doch gar nicht. Für einen kleinen Holzofen kann ich das ja verstehen. Aber ein Pelletofen? Kleine hellbraune Würste zu verfeuern ist nicht sehr romantisch :-)

Grüße vom Holzfreund



Anschlussmöglichkeiten prüfen



So ein Pelletofen hat nich unerhebliche Betriebsgeräusche (Gebläse und Förderschnecke).

Je nach Qualität und Aufstellsituation, kann das störend sein.

Auch der preisliche Anspruch ist nicht ohne.

Ich habe für 80 Quadratmeter Altbauwohnung ohne großen Wärmeschutz einen "Xeoos 5 kW" seit 2007 im Einsatz. Auch kein billiges Modell, aber bis heute ohne Probleme und mehr als 100 Tage im Jahr in Betrieb.

Nur die Bodenplatte aus Schamotte musste bisher erneuert werden.

Der Wirkungsgrad ist auch sehr hoch.

Ich betreibe denn Ofen vorwiegend mit "Leseholz" aus dem nahegelegenen Waldgrundstück. Trotz der kleinteiligen Holzauflage brennt der Ofen mit recht konstanter Leistung. Die kleine Brennkammer ermöglicht es durch Menge und Intervalle der Brennstoffauflage die Leistung auch im Teillastbetrieb gut zu steuern.

Wegen der Anschlussmöglichkeiten am Schornstein würde ich mich nochmals beraten lassen. Bei einem gemauerten Zug spricht man doch von lichter Weite.



Wärmebedarf berechnen



ist der erste Schritt.
Nach der Größe des Raumes sind so umgenau 4kW die richtige Größe, aber die Fachleute können vor Ort genauer rechnen.
Ich würde mir einen Kaminofen in der richtigen Größe und dem richtigen Aussehen aussuchen.
Mit dem Datenblatt, denk daran der Ofen muss erlaubt nach BimSchV 2 sein, und dem Grundriss des Raumes vom Schorni eine Genehmigung, die ggF auch eine Ablehnung sein kann, anfordern.
Damit kannst du dann die weitern Schritte planen, z.B. dieses Gutachten von der Innung der Schorni prüfen lassen.
Einen Pelletofen als Einzelofen in einem Zimmer? Nicht die beste Wahl, nach meiner Meinung, unabhängig nach der Ökobilanz der Würstchen.

Klaus



Danke für die Antworten



Ich denke, wir sprechen noch mal mit dem Schornsteinfeger und gucken uns mal einen hochwertigen Pelletofen im Betrieb an. v.a. wegen der Betriebsgeräusche und Flammenbild...
Kann man tatsächlich auch kleine Holzstückchen als Brennstoff nutzen? Wie muss ich mir das vorstellen? Kleine trockene Äste? Und das läuft auch über die Förderschnecke?

Alternative ist, den vorhandenen Schornstein umzubauen. Der ist wohl von 1928 mit Ziegeln gemauert und später mit einem Schamottrohr (lichte Weite 12 cm) versehen worden. Daran hängt auf der Rückseite des Wohnzimmers (im Flur) eine Junkers Gastherme. Diese soll weg, da sie sehr alt ist und nur noch Gnadenfrist bis Ende des Jahres vom Schornsteinfeger bekommen hat. Funktioniert aber tadellos. Die neu zu installierende Therme soll an eine andere Stelle im Haus verlegt werden, da die alte mitten im Gebäude ist. Die Ertüchtigung des vorhandenen Schornsteins ist sehr aufwändig und ich vermute mal teuer. Es gibt schon einen Kaminofen in der Küche des Hauses, der hängt an einem anderen Schornstein.
Viele Grüße
Judith



Selbstredend:



"Kleine trockene Äste? Und das läuft auch über die Förderschnecke?"

Natürlich nicht.



Lagerplatz für Brennstoff



ist auch noch ein Thema. Wo willst bzw kannst die Pellets lagern?
Dir ist klar, dass auch die Beutel Platz brauchen und es immer staubt, wenn man nachfüllt im Zimmer.
Wenn du selbst Holz hast gibt es doch keinen vernünftigen Grund keinen Kachel- bzw Kaminofen zu installieren.
So ein Kamin umbauen kostet so ca 2 000€. Kosten, Anschaffung Pelletofen und Zubehör kostet xxx€ und Pellets kosten auch und nicht zu knapp ausserdem brauchst du immer auch noch Strom.
Kaminofen bzw Kachelofen kostet so bis 2000€, läuft ohne Strom und macht warm.
Aber ihr dürft mit dem Ofen leben und ich wünsche euch, dass ihr glücklich werdet.

Klaus





Ich habe mich ich etwas missdeutbar ausgedrückt. Ich habe gar keinen "Pelletofen" sondern einen normalen Kamininoffen, der als "Holzvergaser" auch sehr sparsam und sauber arbeitet. Jedenfalls habe ich den an einem gemauerten Schornstein angeschlossen.

Da ich hier das Holz "umsonst" bekommen kann, wäre auch ein Pelletofen nicht in Frage gekommen. Ich habe aber solche Modelle im Betrieb gesehen und die haben auffallende Betriebsgeräusche. Im Feuerraum hast du das so einen "Brennertopf" in den von unten Luft eingeblasen wird und oben kontinuierlich die Pellets reinfallen. Auch die elektronische Steuerung "piepst" gerne rum.

Das ist was für Leute die so eine "Instandlösung" suchen, ähnlich einem Kaffeeautomaten.

Mit der Heizleistung wirst du mit den kleinsten Modellen auskommen. Was auch eine schöne Lösung ist sind solche "Kleinspeicheröfen". Da steckst du 4 kg Holz rein und hast 8 bis 10 Stunden um die 2 kW Heizleistung, die vorwiegend als Strahlung abgegeben wird. Da überheizt du den Raum nicht.

Ich hatte mit da mal in Regensburg das angesehen. Sehr schön, wenn auch nicht billig. Die kleinen Öfen hatten alle ein sehr schlanke Rauchrohranschluss. Wenn ich da mal noch einen "Zweitofen" benötige überlege ich mir das nochmal.

http://www.rondolino.de/



"Kleinspeicherofen"...



ist ein guter Tipp.