Erfahrungen mit LEADER

06.10.2018



Wer hat Erfahrungen mit einer Förderung im Rahmen des LEADER-Programms (Programm zur Förderung des ländlichen Raums) bei einer Haussanierung gemacht?

Man hört sehr viel Unterschiedliches. Einerseits gibt es teilweise extrem hohe Fördersätze (40-60%), andererseits heißt es, dass die Verantwortlichen sich dann sehr stark in das Sanierungsvorhaben einmischen - bis hin zur Detailplanung. Der Papierkram soll auch enorm zeitaufwendig sein.

Mich interessiert vor allem die Einschätzung von Menschen, die persönliche Erfahrungen mit diesem Förderprogramm gesammelt haben. War es die Sache wert? Würdet ihr es wieder machen, wenn ihr noch einmal vor der Entscheidung stündet, einen Antrag zu stellen? Gibt es bestimmte Dinge, die ihr im Nachhinein anders angehen würdet?



Gute Erfahrungen



Meine beiden Schwestern haben dieses Programm in Anspruch genommen. Eine in SH und die Andere in Niedersachsen. Genaues weiß ich nicht. Die in Niedersachsen hat ihr Reeddach decken lassen. Die in SH wohnte und jetzt in Niedersachsen wohnt, hat aber den Antrag in SH gestellt, weil sie dort noch wohnte, hat ihr Haus umgebaut und eine andere Heizungsanlage eingebaut.



Sehr gute Erfahrung



in BW damit gemacht!
Bzw. noch dabei.
Da mischt sich überhaupt niemand bei der Planung ein! Null!
Es gibt bei der jeweiligen Gemeinde jemand der dafür zuständig ist. (Im Bauamt).
Dieser Mitarbeiter hilft bei der Beantragung beim RP.

Bist du da nicht schon zu spät dran?
Abgabeschluss Oktober?

Grüße



Sind nur erste Überlegungen



Danke für die Antworten.

Bei uns ist die Sache noch nicht spruchreif, wir wollen dieses Jahr keinen Antrag mehr stellen. Mein Interesse ist eher grundsätzlich. Für die Finanzplanung macht schon einen Unterschied, ob wir mit einer Förderung rechnen dürfen oder alles selbst stemmen müssen.

Wir hatten (vor einigen Jahren) so viel Schlechtes gehört, dass wir die Idee eigentlich verworfen hatten. Einem Bekannten wurde sogar die Farbe der Fenster vorgeschrieben, weil die angeblich regionaltypisch sein soll, obwohl es in der ganzen Straße keine Fenster in diesem Farbton gibt. Daraufhin hat er auf die Förderung verzichtet, um Gestaltungsfreiheit zu haben. Das Haus stand übrigens nicht unter Denkmalschutz, die Auflagen waren völlig willkürlich.

Letzte Woche hatte ich dann mit jemand gesprochen, der von dem Förderprogramm ganz angetan war und nicht solche Probleme hatte. Deshalb meine Frage hier, um ein paar mehr und aktuelle Meinungen zu hören.



Vorschriften



ELR hat doch überhaupt nichts mit Denkmal oder Vorschriften wie die Renovierung eines Bestandes oder eine Umnutzung auszusehen hat. (Wenn dann schreibt das Bauamt oder die Denkmalbehörde dies vor).
Auf jeden Fall machen!!
Einziger Nachteil, es ist nicht sicher ob man die Zuschüsse bekommt. Da man in eine Gesamtliste priorisiert wird und die wird von oben nach unten "abgearbeitet" so lange wie der jährliche Topf reicht.
Vor Zusage darf nicht mit der Maßnahme begonnen werden!
Bei uns in BW ist es auf jedenfall genau so!

Bis Oktober Antrag gestellt und im Mai/Juni Zusage bekommen und los ging es!
Ich würde an eurer Stelle schnell noch, falls möglich, den Antrag stellen!

Hier als Beispiel eine offizielle Liste der Zusagen: https://mlr.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mlr/intern/dateien/PDFs/L%C3%A4ndlicher_Raum/2018-03-13_Projektliste_aktualisiert.pdf



Danke



Oha, das ist eine ganz schöne Liste! Vielen Dank für den interessanten Einblick.

Was den Antrag betrifft, ist es in unserem Falle wirklich noch zu früh. Uns gehört das Haus noch nicht einmal ganz offiziell und wir müssen definitiv noch sparen, bevor wir uns an größere Baumaßnahmen wagen.



Aller Wahrscheinlichkeit nach...



...solltet Ihr die grundbuchlich gesicherten Eigentümer sein.



Aller Wahrscheinlichkeit nach...



...solltet Ihr die grundbuchlich gesicherten Eigentümer sein.

Überlegt Euch ferner, ob Ihr wirklich die Fördervoraussetzungen jetzt erfüllt und künftig erfüllen werdet. Sollte es zu einem späteren Zeitpunkt zu Rückforderungen wegen Widerruf des Bescheides kommen, zahlt Ihr auch fette Zinsen ab ursprünglichem Auszahlungstermin.

Grüße

Thomas



Vorraussetzungen dauerhaft erfüllen?



Hi Thomas,
Ich glaube wir reden hier von getrennten Dingen..
Bei uns in BW gibt es das Programm "Entwicklung ländlicher Raum". Dort gibt es für den Privatmann!! zwei Arten von Zuschüsse. Einmal wenn ich z.B. eine Scheune ausbaue zu Wohnraum. Das nennt sich dann "Schaffung neuer Wohnraum" Hierfür gibt es mehr Geld. Dann gibt es noch den Zuschuss "modernisieren". Beides ist, wenn man die Zusage bekommt sehr einfach!. Man reicht die Rechnungen bei der L-Bank ein und bekommt das Geld zinsfrei und als nicht ruckzuzahlender Zuschuss!!
Auf was muss ich da bitte achten damit ich ihn nicht zurückzahlen muss?
Wenn das Vorhaben abgeschlossen ist ist alles i.O..
Da gibt es keine Rückförderung. Ich habe ja z.B. neuer Wohnraum geschaffen und gut...Ja wenn du dein Werk vielleicht gleich wieder abreisen tust, kann es zu Rückförderungen kommen? ;-)
Dann gibt es noch ELR für Firmen...



Sicherlich...



...kann das ganz einfach sein.

Einen Haken im Verborgenenen bilden eventuelle Zweckbindungsfristen. Das könnte bedeuten, daß Du nach Abschluss der Maßnahme z.B. 12 Jahre mit Hauptwohnsitz im Hause wohnen musst.

Wenn Ihr baut und dann wohnt und alles ist in Butter, sind diese uninteressant. Geht aber eine Beziehung in die Brüche oder man trennt sich aus anderen Gründen innerhalb der (eventuellen!) Zweckbindungsfristen vom Haus, wird es interessant, und ggf. kommt es zu Rückzahlungen mit saftigem Zins.

Das sollte man einfach im Hinterkopf haben. Die aktuellen Fördervorraussetzungen kenne ich nicht im Detail, vielleicht sind diese Punkte auch mittlerweile entschärft worden.

In jedem Falle ist das aber ein großer Haufen Papierkram. Und, ohne Finanzierungszusage über das Gesamtpaket (also ohne Berücksichtigung späterer Zuschüsse) wird's auch in BW nicht funktionieren.

Aus eigenem Erleben rate ich, im Budget so zu planen, als ob es die Fördermittel nicht gäbe. Wenn die Finanzierung nur mit Hängen und Würgen zustande kommt, habt Ihr schon auf halber Strecke Probleme, weil Bauen nahezu immer teuerer bis deutlich teuerer wird als geplant. Manche verlieren auch den klaren Blick, wenn's was umsonst gibt. Ich denke da an die Abwrackprämie für PKW vor ein paar Jahren.

Fördermittel bekommen (leider) ganz überwiegend diejenigen, die sie nicht wirklich nötig hätten.

Vielleicht konnte ich einen bedenkenswerten Aspekt beisteuern. Es steckt eigenes Erleben in diesem und jenem Fall dahinter. Viel Erfolg und berichtet doch hier über den Fortgang der Dinge.

Grüße

Thomas