Erfahrungen mit Kalk Hanf Gemisch?

04.06.2014 Chaux Chanvre



Hallo,
kennt jemand irgendwen, der in Deutschland mit dem Hanf-Kalk Gemisch Häuser baut, so wie es beispielsweise in Frankreich der Fall ist?
Dort werden z.B. verschalte Gefache mit einer Spritzputzmaschine gefüllt und anschließend geglättet. Schalung entfernen trocknen lassen. Fertig. Natürlich noch der Oberflächenabschluß. Aber die Mauern stehen. Innerhalb kürzester Zeit.
Ich verstehe nicht, wieso ich das nicht in Deutschland finde. Dabei bin ich gar nicht so schlecht in recherchieren, mochte ich meinen.

Kann mir bitte einer sagen, daß ich mich irre und mir irgendjemanden in Deutschland zeigen, der damit arbeitet?

Vielen Dank für Euer offenes Ohr...



Bauweise



Was meinen Sie mit Kalk?
Das würde mich interessieren was da genau in die Schalung gespritzt wird.

Unabhängig davon: Wenn die Bauweise und/oder das Material hier in Deutschland eine Zulassung hat dürften Sie auch jemand finden der das baut.





Kalk ist ja so ein spezielles Thema, wie mir scheint. Auch hier im Forum. Es ist an der einen oder anderen Stelle bereits erklärt worden. Doch muß ich sagen, daß ich durch diese Materie sicher noch nicht durchgestiegen bin. Ich versuche es trotzdem mal.

Laut meinen Informationen und Erfahrungen funktioniert das Hanf Kalk Gemisch, von den Franzosen Chaux Chanvre genannt mit natürlich Hydraulischem Kalk. Mein erstes Experiment, daß nun ca 6 Wochen Abbindezeit hatte, gefällt mir bereits sehr sehr gut und überzeugt mich. Sowohl in der Druckbelastbarkeit, als auch im Bruchtestbereich als auch im Gewicht.

Dafür habe ich NHL 2 verwendet in einem Verhältnis von
1 Teil Kalk,
1,5 Teile Wasser und
2,5-3 Teile Hanfschäben. Gut durchgemischt ergibt das eine schöne Kellenfeste Masse, mit der es sich wunderbar mauern lassen würde.
Ich habe mich für einen ersten Stopf-Test entschieden, wie es in den ersten Videos gezeigt wird, welche ich gesehen habe. Einschalen, stopfen, abschalen. Die Spritzvariante aus Frankreich ist erst kürzlich dazu gekommen und ich könnte hier gerne ein Video einbinden, welches die Arbeitsweise exzelent darstellt, weiß aber nicht, ob die Forumsregeln das zuließen. Bin neu hier im Forum und noch nicht auf dem Laufenden. Auf youtube recht einfach unter : chaux chanvre zu finden.

Mit Zulassungsrecherche hab ich mich bisher etwas schwer getan. Die Bürokratie macht es einem auch nicht wirklich einfach dabei. Bin jedenfalls nicht fündig geworden. Das einzige was ich fand ist die Leichschüttung von Hanfschäben als Isolationsschicht.

Doch dieser Hanfmörtel ist anders. Er härtet wirklich gut aus. Kann auch mal ein paar Fotos schicken, demnächst.



Hanf-kalk-Mörtel



Vor paar Jahren hat das mal jemand in Malsch, Nähe Karlsruhe, probiert, ich glaub bei der 1. Badischen Faserverarbeitung GmbH, ich weiß aber nicht obs die noch gibt.

Viel Glück
Pope





http://www.dailymotion.com/video/x19cgh0_darribere-fils-technique-d-isolation-projetee-chaux-et-chanvre_tech

http://www.dailymotion.com/video/x10gf5i_habitation-ecologique-mono-mur-en-beton-chaux-chanvre-projete-mecaniquement_news

http://www.dailymotion.com/video/xldrsy_projection-melange-chaux-chanvre-terrachanvre_tech?from_related=related.page.int.meta2-only.5eb1169257894ddcf81f8bed5ef14ab1140191271



@Pope



hey, danke für den Tip. Das ist die erste Firma, von der ich das lese, in Deutschland.
Werde die gleich mal via email kontaktieren.
Danke nochmal.

und ja, scheinbar gibt es sie noch... :-)



Mit dem



Scheff der Firma BAFA in Malsch bei Rastatt saß ich letztes Jahr in seinem Garten beim Kaffee. Er erklärte mir dieses Hanf-Kalk-Spritzverfahren. Ich fand es überzeugend. Er hat auf seinem Grundstück ein Fachwerkhaus stehen, das als Anschauungsbude dient
Die Konnekschn haste ja aber schon vom Pope.
Viel Erfolg
Ralph Schneidewind



Innendämmung



Das ist also ein Spritzverfahren für Innendämmung. Von Vorteil ist sicherlich die fugenlose, vollflächige Aufbringung auf die Innenwandflächen.
Das wird sicher funktionieren.
Nachteile hat es aber auch:
Erst einmal die Riesensauerei beim Spritzen; das ist nur in der Rohbauphase, also im völlig entkernten Altbau einsetzbar. Bei partiellen Sanierungen würde ich die Finger davon lassen.
Dann sehe ich noch ein Problem in der langen Austrocknungs- bzw. Abbindephase. 10 cm Dämmung könnten Wochen wenn nicht Monate bis zur vollständigen Durchtrocknung brauchen. Aber da kann man mit silikatischer Erhärtung und einem optimalen Wasser-Zementwert etwas nachhelfen. Das Wort Kalk ist dann mehr ein Marketingargument.
Was die Dämmwirkung angeht wäre der Wärmeleitwert interessant und dann natürlich der Preis pro m² bei sagen wir 60 mm Dicke.



Wenn...



die eigene Baustelle nicht zur Experimentalbühne werden soll, als Alternative für eine Innendämmung dieses bewährte Produkt:

http://www.haacke-cellco.info/daemmstoffe/waermedaemmlehm.html

Grüße

Thomas



Vielen Dank für eure Anregungen, aber



mir geht es hier nicht um eine zusätzliche Innendämmung, ( obgleich dieses auch ohne Spritzputzmaschine, mit viel weniger Sauerei sicherlich auch durchführbar ist, z.b. durch arbeiten mit Schalungen und stopfen, oder von Hand Auftragung und glättung )
Mir geht es um den revolutionären Neubau von Häusern.
Ich selbst wurde mir erst der Tragweite bewußt, als ich geschnallt habe, daß man mit einer Fläche unter 1 Hektar Land, mit Nutzhanf bewirtschaftet ( Etrag 1 ha = 9 Tonnen Hanfmaterial = Fasern + Schäben. 9 TONNEN ) ein komplettes Haus ( neben dem Grundkonstrukt aus Holz ) bauen kann.
Den kompletten Rohbau(Aussenwände, Innenwände, Estrich(bedingt), Dachdämmung, bei einem Reeddach bestimmt sogar ebenfalls dafür verwendbar( schonmal jemand davon gehört, das Reeddächer mit Hanf gemacht werden, anstatt mit Schilf? ). Mit einer Wachstumszeit von 2-3 Monaten.
Das ist ein unübertrefflicher CO2 Wert.

Preise aus Frankreich gibts Hier:

http://www.terrachanvre.com/tarifs-au-1er-septembre-2010-isolation-chanvre-prix-do8.html

Ein Preis aus Deutschland

http://www.louven-shop.de/product_info.php?info=2074&refID=google_base&gclid=CNS6p5-s-b0CFZShtAodjVEApg

Die Preise für Kalk scheinen sehr zu differenzieren. Für mich kommt zur Zeit nur natürlich hydraulischer Kalk in Frage, aufgrund der Diffusionsoffenheit. Ich lasse mich da gerne auch von Experten eines besseren belehren. Aber beim thema Kalk scheiden sich, nach meinen Recherchen leider die Geister.

Zur Trocknungsphase kann ich nur sagen, daß es natürlich einig Wochen trockenphase benötigt.
Gerade in unseren relativ feuchten Gebieten in Deutschland.
Dies würde die Bauphase in die Sommermonat, bzw. Frühling zwängen. Keine Frage.
Dennoch.
Faßt man die Arbeitszeiten zusammen,
Aufstellen des Holzskelletes ( Wie lange braucht man überhaupt ungefähr für ein Skellet von ca 150 qm Wohnfläche? schätze nicht länger als 2 Wochen, oder?)
, Einschalung, Ausspritzung, könnte das Haus innhalb von 1-2 Monaten stehen.
In meinen Ohren klingt das gut.

So muß jetzt aber mal zum Termin.
Bin später wieder online....
Grüße



Ich könnte mir vorstellen,



dass diese Wandart sehr gut mit Ständerbau harmoniert. Wohlgemerkt: NICHT Holzrahmenbau, NICHT Fachwerk. Obwohl ich sehr gerne Fachwerkhäuser baue: Es ist nicht jedermanns Sache. Ständerbau ist eine handwerklich solide, moderne Holzbaumethode. Meinem empfinden nach wird das viel zu wenig gemacht. Holzrahmenbau halte ich für etwas zu klapprig.
Ich finde Ihre Idee sehr gut! Das könnte was werden.
Zu dem Kontakt mit dem Hanffredi in Malsch möchte ich nochmal raten.
Ralph Schneidewind





Kontakt zu Mr. X aus Malsch hergestellt. Netter Kerl.
Demnächst starten bei ihm scheinbar 2 Projekte. Und er wartet gerade noch auf die Zulassung ( CE )
Wir werden sehen.
Ich bleibe dran.