Erfahrungen Elektro Heizung

26.09.2017 Dirk



Hallo,
wir haben eine Fachwerkhaus mit 285qm Wohnfläche gekauft und wir möchten die bestehenden Nachtspeicheröfen raus schmeißen.
Eine Gasheizung kommt aus Kostengründen bzgl. Installation der Wasserkreisläufe leider nicht in Frage.
Hat jemand Erfahrungen mit guten Elektro Heizungen? Ich hatte die Firma Fischer bei mir und sie haben einen guten Eindruck hinterlassen.
Ich hoffe ihr habt mir ein paar Tipps / Erfahrungen
Grüsse
Dirk



Elektroheizung



In einem un- bzw. schlecht gedämmten Haus ist eine Elektroheizung fraglich.
Die erforderliche Überarbeitung der Elektroinstallation ist auch nicht gerade billig.
Die Frage welches Heizsystem Sie einbauen sollte im ganzheitlichen Rahmen mit den anderen erforderlichen Baumaßnahmen geklärt werden.
Ob da eine Fa. Fischer hilfreich ist kann ich nicht beurteilen.



eine elektrische heizung,



oder elektrische heiz-unterstützung kann unter umständen gut laufen, zb wenn man diese mit solar-enrgie bis weit in die übergangszeit nutzen kann also nur Strom aus dem netz nimmt, sobald die solarenergie nichtmehr ausreicht.
da muss dann aber das haus bzw dessen dämmung/anlagensteuerung, usw auch dazu passen.

was auch eine überlegung wert ist: lüftungsanlage im ganzen haus und darüber mit luft-wasser- oder sole wasser- Wärmepumpe heizen. das kann auch Warmwasser gleich mit machen. das ganze noch solar-unterstützt....



Elektroheizung



Allenfalls sinnvoll in Gebäuden die Niedrig- oder Passivhausstandard erfüllen oder in einzelnen Räumen, die nur kurzzeitig erwärmt werden sollen, wie zB Bäder.

Der einzige Vorteil sind die geringeren Installationskosten wenn die E-Installation verwendet werden kann und keine Wärmeverluste bei schlecht gedämmten Rohrleitungen, Heizkessel etc.

Ansonsten erzeugen E-Heizungen aus einer KWh auch nur max 1 KWh Wärmeleistung.
Der gute Eindruck eines Betriebes ändert leider auch nicht die Physik.

Es gibt sehr viele negative Erfahrungsberichte über hohe Stromverbräuche bei Elektroheizungen- besonders in Altbauten.

Wenn es eine Wärmebedarfsrechnung gibt lassen sich die Kosten vergleichen.
Wie hoch waren die bisherigen Heizkosten/Stromverbrauch?

Welche Maßnahmen jeweils sinnvoll sind hängt von vielen Faktoren ab,
baulicher Zustand, Dämmstandard, funktionsfähige Schornsteine vorhanden, Lebensgewohnheiten etc.

Welche Installations- und Heizkosten hat die Firma genannt und wurden bauliche Maßnahmen empfohlen?

Andreas Teich



Am Ende



Wünscht ihr euch vermutlich die "günstigen" Nachtspeicher zurück, die wenigstens richtig warm gemacht haben.
Dieses Experiment wäre mir zu teuer.



ja so ist es, im altbau nicht anwendbar,



oder wenn der dämmstandart nicht hoch ist.
hatte, mit u-wert.net erste grobe vorkalkulierungen mit meinem projekt, einem haus von 1908 o.ä. gemacht.
dabei kam dann raus das man mit Dämmung ca.kw45 standart, noch 3-5kw heizleistung bräuchte, bei Belüftung mit WRG.
war interessant da mal einiges durchzuspielen. das gibt einem ein wenig einblick in maßnamen und deren ungefährer wirkung.

bei e-heizung im bad bietet sich auch gut an Infrarotheizung zu nutzen, denn wenn man zb badet oder duscht hat man dann eine sehr direkte heizung.
das lässt sich auch (einen testheizkörper im bad provisorisch montieren) recht einfach in der praxis testen, obs ausreicht oder man angenehm findet.

als allein-vollheizung ist sowas nur sehr sehr gut und vom fachmann durchgerechnet machbar, wenn überhaupt. wir haben des öfteren nachtspeicher oder auch fussbodenheizungen in elektrisch verlegt. gerade über nachtspeicher hörte man des öfteren das sie gerne nicht gut funktionieren, weil recht schnell defekt oder falsch berechnet usw.

'elektrisch' heizen, dann aber über wärmepumpe, halte ich aber für recht gut machbar, zur not mit einer kleinen gasheizung als fallback-system. ist natürlich eine sache von auslegung bauwerk, platz usw. viele haben auch nicht gerne mehrere systeme parallel die nicht alle immer laufen und finden 'dann gleich eine reine gasheizung' besser und verzichten auf anderes was dann ehr nur der autarkie-unterstützung dient und eigentlich 'nur' die jahreskosten durch viel aufwand senkt....





Meine Erfahrung mit einem ungedämmten FW Haus und 5 Jahren Infrarotheizung kurz zusammengefasst.

Die ganze "Heizungsanlage" (Redwell Platten, Elektrik, Kachelherd im EG und kleiner Holzofen im OG und 15kwP PV Anlage) war ca 10K€ teurer als eine Heizung komplett neu zu installieren, da weder Heizkörper noch Leitungen noch Kessel noch Schornstein etc. im Haus vorhanden waren.

Wenn ich die Zeit für das Holzmachen im Wald nicht rechne ist es FÜR MICH MIT DIESER KONSTELATION eine günstige Art zu heizen, da die PV Anlage viel Strom produziert und ich daher ähnlich viel Geld vom Stromversorgen bekomme wie er von mir wieder zurück will. Ohne PV sähe die Bilanz nach 5 Jahre nicht so positiv aus. Zumal es keine günstigen Heizstromtarife für diese Heizungen gibt.

Der versprochene relativ geringe Stromverbrauch wegen der Strahlungswärme im Gegensatz zur Konvektionsheizung ist nicht eingetreten. Unterm Strich geht die Rechnung bei uns trotzdem auf. Das kann aber auch schlechter aussehen wenn man z.B. kein Solar hat, oder weniger Ertrag oder weniger Vergütung, ...

Die Wärme und das Gefühl im Haus ist aber echt sehr angenehm. Das möchte ich nicht missen!





Hallo,
ich möchte mich nun mal bei allen für die Antworten bedanken. Wir beliben bis auf 2 Zimmer bei den alten Heizungen und sobald wir wieder bisschen Cash haben werden wir eine Heizung nachinstalieren.
Grüsse
Dirk