Innenisolierung ehem. Backhaus mit Erdkeller

19.05.2005



Hallo Leute,
ich habe ein altes Backhaus mit angegleidertem Erdkeller (Massivbau aus 1881). Dieses Gebäude möchte ein Gästehaus werden. Für den Ausbau fehlen mir noch die richtigen Ideen für die Innendämmung. Hierfür eine kurze Beschreibung des Gebäudes:
Die Wände sind zweischalig gemauert und außen bis zur halben Raumhöhe mit Erde angewallt. Der Wandaufbau ist also von Innen nach Außen: 1/2 Stein, ca. 20cm Luft, 1 Stein, (Erde). Das Gebäude ist ca. 15m lang und ca. 5m breit. Die Raumhöhe beträgt ungefähr 2m.
Nach Rat eines renomierten Umweltinstituts sollte ein mineralischer Dämmstoff verwendet werden, da es durch die Erdanwallung leicht zu Kondenzwasser- und Schimmelpilzbildung kommen kann. Der Taupunkt wurde von meinem Architekten diesseits der Mauer bestimmt.
Mit dem Architekten ist der Aufbau bis jetzt so geplant, dass die zweischalige alte Wand stehen bleibt. Darauf soll dann ein Lehmputz aufgebracht werden. Zwischen den Putz und das tragende Balkenständerwerk soll eine Schicht Dämmung, und dann noch eine zwischen die Balken des Ständerwerkes (welches neu eingebaut wird). Die Dämmung sollte nicht dicker als ca. 10cm sein. Darauf kommt noch ein abschließender Lehmputz, in den teilweise Wandheizungen integriert werden.
Ich hatte mir die Mineraldämmplatte von pronatura/sakret angesehen. Wie sich für mich herausgestellt hatte, besitzt der Werkstoff aber eine geschlossene Kapillarstruktur, so dass er das Wasser zwar aufnehmen aber nicht leicht wieder abgeben kann.
Alternativ wäre es theoretisch möglich die Innenschale zu entfernen und z.B. einen Porotonstein zu setzen.
Ich freue mich auf kompetente Stellungnahmen und Dämmvorschläge

Gruß
Haerc



Innenisolierung ehm. Backhaus mit Erdkeller (Mitte Niedersachsen)



Sehr geehrter Herr Haerc,

ihr Fragestellung ist sehr umfassend bedarf einer sehr zeitaufwändigen genauen Planung, die hier in dieser Form auch nicht beantwortet werden kann. Dafür haben Sie ja auch einen Architekten beauftragt.
Zwei grundsätzliche Sachen. In dieser Zeit hat sich das Kellermauerwerk ausreichend mit Feuchtigkeit gesättigt. Dazu liegt sicherlich ein großer Anteil an Mauersalze vor. Das Mauerwerk muss erst einmal nach beiden Seiten gut abtrocknen können. Hier dominiert auch weiterhin die Kondenswasserbildung, daher ist eine Temperierung der Wandoberfläche erforderlih. Zweckmäßig ist eine Silicat-Platte (2-3 cm). Ebenso könnte hier eine Randleistenheizung (Strahlungsheizung) helfen. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie unter www.ib-rauch.de/Beratung/feumauwe.html bzw. weitere Beiträge über die Startseite oder über das Suchfeld des Inhaltsverzeichnisses.
Die Innendämmung ist immer die ungünstigste Variante, wegen der Tauwasserbildung. Hier muss man mit sehr viel Vorsicht herangehen. Auch hier finden Sie verschiedene Beiträge z.B. unter www.ib-rauch.de/Beratung/indaemda.html oder www.ib-rauch.de/Beratung/dachge.html. Zusammenfassende und ausführlichere Informationen sind in den beiden E-Handbüchern Schimmelpilze und Dachgeschoss enthalten. Sie können sich aber auch durch die Homepage über die Navigation „durchhangeln“ und die Informationen, die Sie benötigen herauslesen.
Ohne das Objekt zu sehen denke ich, ist eine massive Innenschale aus hochgedämmten Steinen sicherlich eine gute Lösung, wie Sie es zum Schluß nennen.



Danke



Sehr geehrter Herr Rauch,

vielen Dank für Ihre ausführlichen Auskünfte, die mir halfen das Dämmproblem unter einem weiteren Aspekt zu betrachten. In Absprache mit dem Architekten planen wir nun eine Lehmschüttung mit Blähtonanteilen, ca. 15 cm dick, darauf einen Lehmputz mit Dekor, ca. 3 cm dick. Von der ursprünglich geplanten Mineraldämmplatte sind wir abgekommen, wegen der geschlossenen Kapillareigenschaften der Dämmplatte.
Nochmals vielen Dank für Ihre Antwort

Haerc



Innenisolierung ehm. Backhaus mit Erdkeller (Mitte Niedersachsen)



Sehr geehrter Herr Haerc,

ich denke das ist schon eine gute Lösung.
Viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen