Dämmung Zwischenwand Wohnhaus/Scheune

16.08.2009



Liebe Forumsmitglieder,

wir haben nun ein verputztes Fachwerkbauernhaus von 1877 erworben und entwickeln derzeit die Sanierungsplanung (in Zusammenarbeit mit lokalen Architekten)...
Einige Forumsbeiträge zur Dämmung habe ich schon durchgelesen, aber bisher wenig zur Dämmung einer Wand zwischen Wohnhaus/Scheune also unbewettert gefunden, daher würde uns sehr Ihr Input interessieren...

Die Situation: Die Zwischenwand zwischen Wohnhaus und Scheune/Stall ist im Erdgeschoss aus einer ca 25 cm starken Bruchsandsteinmauer gemauert (ca. 25 m2). Darauf folgt dann eine Fachwerkwand (ca. 20cm, 1.,2. OG & Giebel), wohnhausseitig vollflächig mit Kalkputz verputzt, scheunenseitig die Gefache mit Kalkputz verputzt (ca. 50m2). Die Verfachung ist mit Ziegel/Bruchsteine und/oder ein grauer Mauerstein (alter Bimsbeton?, vermutlich aber original da flächendeckend unter uralten Farb & Putzschichten vorzufinden)gemauert...
Die erste Idee diese Wand mit offenen Steinwolleplatten günstig zu dämmen wurde verworfen, da im Erdgeschoss die gedämmte Wand "benutzbar" für Befestigungen/Regal usw bleiben muss (wird Werkstatt) und offene Steinwolle wegen Mäusen wohl nicht geht.
Jetzt ist der Vorschlag eine Schalung aufzubauen und mit Zellulose auszublasen (10 cm). Im Erdgeschoss bietet sich eine Rauhspundbrettschalung an, für die gesamte Fläche wäre das aber zu teuer (die oberen Wände müssen nicht benutzbar sein nur ungeziefer abschirmend). Was wäre hierfür am geeignetsten? OSB scheint wohl zu dampfdicht, gehen Heraklit, Fermacell o. Gipskartonplatten?
Ein Bekannter von mir (Bauhistoriker) hat ausserdem grunsätzlich Bedenken gegen Einblassdämmungen wegen unkontrolierter Verteilung, Setzung usw...

Freue mich auf Ihre Anregungen,

Mit freundlichen Grüßen,

Djamila



Dämmung Giebel



Hallo Djamila,
Ich würde folgendes machen:
Im Erdgeschoß eine Wand 10 bzw. 11,5 cm dick aus Hochlochziegeln oder Gasbetonblöcken ohne Luftspalt vormauern.
Im Ober- und Dachgeschoß min. 80 mm Rockwool Klemmrock o.ä. in einer Traglattung hohlraumfrei einbauen und mit Unterspannnbahn als Winddichtung überspannen.
Fall ein paar Mäuse drin nisten wollen- soviel können die nicht kaputtmachen.
Außerdem gibt es bestimmt Katzen auf dem Hof.

Viele Grüße

p.s. Der Name erinnert mich an ein Buch von Dschingis Aitmatow



Dämmung Zwischenwand Wohnhaus/Scheune



Sehr geehrter herr Böttcher,

vielen Dank für Ihre Anregung, vormauern im Stall ist wahrscheinlich die sinnvollste & einfachste lösung.
Ist Steinwolle auf Fachwerk bei einem solch "offenen" Aufbau dann unproblematisch??

Vielen Dank,

Djamila

PS: mit Tschingis Aitmatow lieen sie richtig, ich schätze seine Bücher sehr...



Dämmung



Ja, sonst hätte ich das nicht empfohlen.

Viele Grüße



Dämmungen


Magnesithgebundene Heraklithplatten in Lehmschlag homogen einbetten

Unser Georg hat da schon so einige gute Ansätze Ihnen geliefert.
Trotzdem sollte bei Sandsteinwänden sehr gut ausgewählt werden und auch mal eine Wärmedurchgangsberechnung vorgenommen werden.
Was uns hier weiterhelfen würde, um eine gute Lösung für Sie zu finden, wären ein paar Fotos vom Ort des Geschehens.
Was die Aussage mit der Einblasdämmung betrifft, so ist diese sehr lapidar. Hier kommt es sicherlich darauf an, wer Ihnen diese Leistung erbringt.
Es sollte schon ein lizensierter Fachbetrieb sein!

Wandaufbauten mit Hheraklithplatten ab 35 mm sind sinnvoll, da sie nicht brennbar und auch noch sehr formstabil sind.
Man sollte nur darauf achten, dass es die magnesithgebundenen sind.
Homogen in Lehm gebettet und mechanisch befestigt, eine gute Lösung.
Die Wandseite ist ja im Scheunenteil überdacht vorhanden.
Sehe ich das richtig?

P.S.
Mit Aitmatow hatte ich auch schon den Gedanken. War Schulliteratur bei uns.

Handwerklicher Gruß
Udo Mühle