Erdgeschoß Fußboden Dämmen




Moin,
eine Frage an die Fachwelt
Wir haben vor ein altes Bauernhaus Bj. ca50ziger Jahre zu Kaufen!Die Fußbodendielen in den Räumen sind Augenscheinlich noch super in Ordnung!
Ist es möglich unter den Dielen zu dämmen ohne diese aufzunehmen und ist sowas überhaupt Sinnvoll? Von außen sind Öffnungen im Mauerwerk!
Frauen haben immer kalte Füße dem muss engegengewirkt werden!!
Gruß Udo



Die Antwort...



...ist leider Nein / Nein.

Eine Dämmung bedeutet auch erhebliche Eingriffe in oder die Erneuerung des Unterbaues. Der bisher belüftete Unterbau würde ein massives Feuchtigkeitsproblem bekommen, egal mit welcher Schütt- / Einblasdämmung.

Das Aufnahmen und Wiederverwenden des alten Dielenbodens ist mit Einschränkungen möglich, jedoch -unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet - meist nicht empfehlenswert.

Grüße

Thomas



Dämmung gerade bei kalten Füßen ist sinnvoll,



aber ohne aufnehmen klappt das leider, wie schon erwähn nicht.

Grüße



Wollen auch dämmen ...



Ich möchte Udos Fragen aufgreifen und ergänzen, da wir eine ähnliche Situation haben.

Unser Haus wurde ca. 1870 gebaut und 1915 nach einem Brand 1915 neu aufgebaut. Es steht auf einem hohen Felssteinfundament. Wir haben die 30 mm-Dielen, die auf 100 x 100 mm Eichenbalken lagern, aufgenommen, da innen im Wohnbereich einige Wände verändert und entfernt werden sollen (Statiker ist eingebunden). Die Dielen sollen anschließend durchgängig neu verlegt werden. Die Eichenbalken lagern wiederum auf Ziegelsteinen mit einer Feuchtigkeitssperre (Pappe). Der Untergrund besteht aus sehr komprimierten Sand, der teileweise mit Feldsteinen durchsetzt ist. Der Untergrund und das Feldsteinfundament ist in allen Räumen/Bereichen knochentrocken. Der durchschnittliche Luftraum unter den Balken beträgt 60 mm und neben den Balken unter den Dielen 160 mm.

Wie dämmen wir bei dieser guten Ausgangslage den Dielenbodenbereich?

Unsere bisherige Planung: Losen Sand auf dem Untergrund entfernen. Aussenwandbelüftungsöffnungen von aussen und innen verschließen, ggfs. eine geeignete, flexible Sperrfolie einlegen (?), Hohlraum unter den Balken und Dielen mit geeignetem Material (kapillarbrechend und dämmend) wie z.B. Glasschaumschotter auffüllen und kompimieren und Dielen neu verlegen... Um auch für die Zukunft die Feuchtigkeitsdichte zu erhalten, werden im Aussenmauerwerk alle Fugen überarbeitet, defekte Ziegelsteine ersetzt und auch die Fugen im Feldsteinfundament (soweit sinnvoll zugänglich) überarbeitet.

Einer der vier betroffenen Räume soll zur Küche werden, in der der Boden gefliest werden soll. Wie hier ohne großen Ausriss des Bodens ein geeigneter Untergrund für Fliesen geschaffen werden kann, ist uns noch unklar.

Ich weiß, daß verschiedene Elemente wie Sauberkeitsschicht, Magerbetonschicht, Abdichtung zu den Wänden, mehr Hohlraum für stärkere Dämmschicht, etc. fehlen, da der vorhandene Hohlraum möglichst mit dämmenden Material aufgefüllt werden soll! Aber: Gibt es aus rein praktischer Sicht einen Sinn, einen seit 100 Jahren gut erhaltenen und trockenen Unterbau aufzureissen? Hinzu kommt, daß durch die Wandveränderungen Stützen im / auf dem Untergrund verankert werden müssen, wofür der jetzige Untergrund laut Statiker gute Voraussetzungen bietet ...

Wie würdet Ihr mit dieser Situation umgehen? Ich freue mich auf Tipps und Vorschläge ...

Gruß
Chris



Fußbodenaufbau



An Chris:
" Gibt es aus rein praktischer Sicht einen seit 100 Jahren gut erhaltenen und trockenen Unterbau aufzureissen"

Das wollen Sie doch machen, den verdichteten Unterbau aus Sand herausnehmen und gegen Schaumglasschotter ersetzen.
Ich sehe übrigens keinen praktischen Grund darin.
Sie haben eine Aufbauhöhe von ca. 200 mm. Die reicht für jeden gängigen Fußbodenaufbau aus, sei es nun gedämmter Massivestrich mit oder ohne Fußbodenheizung oder Dielung auf Dämmlage.
Eine richtige Entscheidung ist der Verschluß der Zuluftöffnungen. Aber: Dadurch verändert sich die Gesamtsituation hinsichtlich Lüftung. Sie sollten das bei der Gesamtplanung der Sanierung beachten.





Hallo Herr Böttcher,

danke für die Antwort.

Den verdichteten Untergrund möchte ich belassen. Herausnehmen möchte ich nur den oberen LOSEN Sand und die ebenfalls bei dem damaligen Bau hinterlassenen Materialreste. Das war damals nicht besser als heute ;-)). Das ergibt ggfs. noch ´mal 1-2 cm mehr Luft unter den Dielen. Es bleiben jedoch noch weitere Fragen:

Reichen ca 160 mm unter den Dielen für eine sinnvolle Dämmung?
Ist Glasschaumschotter das richtige Material oder gibt es bessere Alternativen wie z.b. Blähton?
Kann das Dämmmaterial auf Basis des von mir beschriebenen trockenen Zustands des Untergrunds und der Mauern direkt auf dem Untergrund aufgetragen werden?
Ergibt eine geeignete, raumsparende Folie zwischen Untergrund und Dämmmaterial einen Sinn?

Für Ihren Hinweis auf möglichweise veränderte Gesamtsituation der Lüftung durch die sinnvolle Verschließung der Lüftungslöcher danke ich.

Allerdings sehe ich die primäre Veränderung der Belüftung für den Zwischenraum unter den Dielen, da dieser Raum - abgesehen von wenigen Spalten - kaum im Zusammenhang mit der generellen Raumluft des Gebäudes steht ... oder sehe ich da etwas falsch?

Ansonsten planen wir weitere Maßnahmen wie z.B. eine geeignete Innendämmung der Aussenwände mit Lehm für ein gutes Raumklima. Siehe auch: http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/239443$.cfm#239443

Gruß
Chris



Fußbodenaufbau



Für Dielung bevorzuge ich folgenden Variante:
Trennlage auf dem Sand (Folie, Ölpapier...,soll das Einmischen von Beton verindern),
ca. 5 cm Sauberkeitsschicht aus Beton 0-8, eben und waagerecht eingebaut,
Abdichtung (Schweißbahn, Folie),
ca. 100 mm trittfeste Holzfaserdämmplatten Steicofloor, DHD Doser, Unger Diffutherm...), mehrlagig verlegt, in der obersten Lage Traglattung eingebettet,
30 mm Dielung.
Die Dielung legt vollflächig auf der Dämmung auf, die Traglattung dient nur der Fixierung.



Interessanter Vorschlag



Welche Eigenschaften muss die Folie zwischen Beton und Holzfaserdämmplatte haben?

Welche Stärke ist für die Lattung empfehlenswert?

Gruß
Chris



Abdichtung



Sie muß als Dampfsperre funktionieren. Beispiele: Katja Sprint, Uficell- PE- Folie...
Zur Lattung kann Thomas Böhme sicher mehr sagen. Ich schätze 30 mm, besser 40 mm.





Warum meherere Lagen trittfeste Holzfaserdämmplatten? Reicht nicht 1 trittfeste Lage (z.B. 120 mm) + 40 mm Latten und die 2. Lage Holzfaserdämmplatte (> ggfs. nicht trittfest, da zwischen den Latten)?

Bezüglich der möglichen Kondenswasserbildung unter den Dielen bzw. unter der Holzfaserdämmschicht brauche ich mir keine Sorgen machen, da die Holzfaserdämmplatte Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt?



Fußbodenaufbau



Schade das Sie alle meine Hinweise in Frage stellen. Vorschlag: Besorgen Sie sich 120 mm dicke trittfeste Dämmplatten aus Holzfaser und Fräsen die Nuten für die Traglattung ein. Dann versuchen Sie die so zu Verlegen das es a)möglichst wenig und b)keine durchgehenden Fugen zwischen Oben und Unten gibt.
Ob Kondensat entsteht brauchen Sie nicht raten das können Sie mit dem Glaserverfahren berechnen oder im Netz nachlesen (Uwertrechner steht im Internet).
Um weiteren Fragen vorzubeugen:
Kann die Dielung knarren? Nein, macht Sie nicht wenn ordentlich gearbeitet wurde und die Dielung dadurch AUF DER Dämmung AUFLIEGT und nicht nur auf der Lattung. Die dient nur zum fixieren, deshalb keine weichen HOLZFASERMATTEN als obere Lage.

Fazit:
Sie können gern nach Gefühl Ihren eigenen Aufbau kreieren.
Oder Sie halten sich an das was ich Ihnen geschrieben habe und unterlassen irgendwelche Änderungen.
Die Wahl liegt bei Ihnen.





Warum so grantelig, Herr Böttcher?

Ich habe lediglich nachgefragt, ob die HFD-Schicht unter den Latten aus einer 120 mm Platte bestehen kann oder sich aus mhreren Lagen zusammensetzen muss? Sicherlich ist die 120er Version stumpf; während 2 x 60 mm mit Nut und Feder ausgestattet sein können. Ob die HFD-Schicht zwischen den Latten hochfest sein muss, ist ggfs. tatsächlich eine überflüssige Frage.

Meine Frage nach Kondenzwasserbildung ist übrigens aus meiner Simulation Ihres Vorschlags auf U-wert.net entstanden: Wenn ich die Betonschicht und die PE-Folie weglasse (die HFD-Platte also direkt auf dem komprimiertem Sand liegt), wird ein wesentlich besserer Wert für Feuchteschutz / Kondensat angezeigt, als mit diesen beiden Schichten!?



Moin Chris



Dein erster Gedanke war schon ganz gut. Ich weis nicht woher du das hast aber es entpricht annähernd dem, was heute in der professionellen Baudenkmalpfege eingesetzt wird.

Organische, schimmelfähige Materiealien in erdeberührten Zonen einzubauen und seinen sie noch so tüchtig durch diverse Sperrmaterialien auf Lebzeiten von unten abgedichtet !?!? (seitleich auch ???, sicherlich bei denem Haus nicht konsequent) zeugt mehr von Profillierungszwängen als von gesundem Menschenverstand, ganz zu schweigen von Fachkompetenz.

Also möchte ich Deine ersten Gedanken aufgreifen:

Aufbau für Holzfußböden von unten nach oben:

- Tragfähiges Erdreich
- Geotextil
- Stelzlager für Balkenlagen mit H-Sperre
- Schaumglasschotter, nach Herstellerangaben aufgebaut und verdichtet
- Dielung mit entsrechender Luftschicht zu den Dielen (min 3cm)
bei Estrich etc. auf dem Schaumglasschotter sollte eine Fliesschicht dazwischen angeordnet werden. Zudem empfiehlt sich dabei min. eine Fußbodenerwärmung. Bei allen Varianten sollten Entlüftungsmöglichkeiten, sei es über die Fugen zu Wänden oder andersartigen Lüftungsöffnungen zum Wohnraum, angeordnet werden.

Die sache mit dem u-Wertrechner aus den Internet vergiss mal schnell. Das ist echt unprofessionell, eben für Baumarktplaner und -kunden ausgelegt.



Fußbodenaufbau



Warum ich grantig bin?
Es ermüdet zusehens sich ständig bei (bitte nicht falsch verstehen) Laien denen man helfen will dafür auch noch zu rechtfertigen.
Der vorgeschlagene Fußbodenaufbau entspricht einer kapillaraktiven Innendämmung. Er funktioniert wie die Wanddämmung über kapillaren Rücktransport; etwas das im Glaser- Verfahren nicht berücksichtigt wird.

Ein ungedichteter Fußbodenaufbau ohne kapillare Rückführung dafür aber mit diffusivem Nachschub von Bodenfeuchte wird eine Kompostierungsanlage für Holz.