BRUCHSTEINWÄNDE - DÄMMEN/ISOLIEREN - es muss doch gehen.

02.02.2009



Hallo ich durchforste hier und natürlich auch das Internet schon seit längerer Zeit nach einer Möglichkeit ein im Erdgeschoss aus Bruchsteinen (ca.60cm) und weiter im 1.Stock mit Betonholblocksteinen (32cm) gemauertes Haus Energietechnisch energisch uns sinnvoll zu sanieren. Es muss doch einen Weg geben? Es kann doch nicht sein das ich hier mit den hohen Heizkosten und den kalten unangenehmen innenseiten der Außenwände leben muss. Bitte hier um Rat und Hilfe.

Ein paar Hausdaten: Erdgeschoss Bruchstein ca. 60cm dick, Haus ist nicht unterkellert, 1. Stock Betonholblocksteine 32cm dick, das Haus ist komplett verputzt - also die Bruchsteinwand ist weder innen noch außen sichtbar.

1. Problem: Heizkosten
Geheizt wird mit einen Holzofen und einer Natursteinheizung/Strahlungsheizung mit Strom
Hier bitte nicht Vorträge über Elektroheizungen halten, ich kenne diverse Meinungen. Die Heizung ist nun mal da und erst zwei Jahre alt (wurde noch von meinen Eltern installiert) Ich habe hierzu Niedrigenergiehäuser gesehen die sehr günstig mit dieser Heizung fahren und dann wiederum andere. Jedenfalls sind Investitionen in Wandheizungen und andere Heizungen nicht angedacht, dafür ist die jetzige Heizung viel zu neu. Meine Laien Meinung ist das die sehr KALTEN INNENSEITEN DER AUSSENWÄNDE, egal ob Bruchstein oder Betonholblockstein, DIE HOHEN HEIZKOSTEN VERURSACHEN.
Aber was tun??? Ich lese immer nur dass das nicht einfach ist! Auch die so genannten auf Schnellkursus "ausgebildeten" Energieberater helfen hier nicht unbedingt weiter. Bitte hier noch mal um konkreten Rat - was / wie dämmen oder isolieren?

2. Problem: Luftfeuchtigkeit (nur im Sommer)
Habe mal gelesen ab >65% relativer Luftfeuchtigkeit herrscht Schimmelgefahr. Ich habe ab Frühjahr und dann den ganzen Sommer eine rev.Feucht. von >60 - 80%! Bis jetzt hatte ich noch keinen Schimmel - Gott sei dank. Lüften funktioniert im Sommer auch nicht wirklich. Habe mir einen elektronisch betriebenen Luftentfeuchter gekauft, der dann in besagter Jahreszeit innerhalb 24 Stunden 2-3 Liter Wasser saugt. Nur kann dies ja KEINE DAUERLÖSUNG sein. Kann mir jemand sagen wo das herkommt? Nur im Sommer, warum nicht im Winter? Feuchte flecken habe ich nirgends entdeckt, sprich also an der Fassade. Ein Energieberater erklärte mir, dass dies Kondenswasser wäre! Im Winter hat die Bruchsteinaußenwand von innen nach außen eine solch niedrige Temperatur im Mauerinneren das dort Wasser sich ansammelt und im Sommer wieder verdampft - hört sich für mich ganz okay an?!? Aber was dagegen tun?

Auf Antworten für meine zwei Probleme wäre ich sehr sehr dankbar. Als Baulaie und junger neuer Altbau Besitzer ist man langsam am verzweifeln. Vielen Dank für die Zeit und die Mühen.



Ratgeber



Hallo,
ohne ins Detail gehen zu wollen (bin selbst Laie), hier mal ein paar Links zu Dämmratgebern als grobe Vorinformation:

http://www.energieverbraucher.de/files.php?dl_mg_id=89&file=dl_mg_1057155029.pdf

http://www.umweltmarkt.org/07-veroeffentlichungen/04-uci/download/14Nachdaemm.pdf

http://www.ils-shop.nrw.de/down/rg-modernisieren.pdf

Ich hoffe, diese Links helfen erst einmal etwas.
Ansonsten kann man natürlich grob sagen, wenn möglich immer aussen dämmen und diffusionsoffene Dämmstoffe wählen.
Aber dazu sagen bestimmt die Experten noch etwas.
Auf jeden Fall würde ich persönlich zu allererst das Dach oder die oberste Geschossdecke dämmen. Da ist die Kosten-Nutzen-Rechnung meist am Besten.

Zu Ihrer 2. Frage kann man sagen, dass eine hohe relative Luftfeuchte eher im Winter ein Problem darstellt, da diese an den kalten Aussenmauern kondensiert (Taupunkt) und die Wandoberfläche feucht wird. Im Sommer hilft lüften nur bedingt etwas, weil die Luftfeuchtigkeit von der Aussenluft abhängt. Ein Betreiben eines Luftentfeuchters im Sommer halte ich deshalb für nicht notwendig.

Gruß, Kalle.





Nicht gerade sehr freundlich ,dass sie den Leuten, welche sie um Rat fragen, präventiv das Halten von „Vorträgen“ unterstellen. Zeugt von großer Wertschätzung oder besonders guten Nerven :-D

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es Mauerfeuchte (führt zu nochmal deutlich schlechteren Dämmeigenschaften) gibt, die andere Ursachen hat. Vielleicht vom Grund? Falsch verputze Wetterseite? Vielleicht unmerkliche Schäden die Niederschlag ins Mauerwerk bringen? Aber woher soll man das wissen? Ihre Beschreibung gibt dazu nichts her. Vielleicht können sie ja noch über die Lage und den Standort oder überhaupt auch sonstige Besonderheiten ihres Gebäudes ein paar Worte verlieren ?

Wandflächenheizung ist nicht angedacht, aber elektrisch betriebene Strahlungsheizung haben Sie. Und was genau soll das sein? Beschreiben sie das doch mal ausführlicher. Wie ist das Verhältnis der eingebrachten Energie von Holzofen und der Natursteinheizung / Strahlungsheizung? Was ist das für ein Holzofen? Wieiviel kw, auch geschätzt, welches Prinzip?

Wie groß ist das Gebäude? Am besten Volumenangabe, oder Wohnfläche und Zimmerhöhen Wie hoch ist der Energieverbrauch ? (auch geschätzt, wenn sie es nicht genau wissen, ggf. auch die Kosten ^^). Was haben sie für Fenster, was für eine Dachform? Sie müssen hier schon ein bißchen mehr Input bringen, wenn sie zielgerichtete Antworten erwarten, anstatt ihre Schreibkunst in der Abwehr möglicher „Vorträge“ zu verschwenden (haha, sry dass ich so drauf rumhacke, aber ich fand's sehr lustig)

Generell ist ja die Vor-Ort Besichtigung mit einem Profi zu empfehlen. Vielleicht hatten sie ja den falschen, und finden hier jemanden, der sich der Sache dezidierter annimmt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nicht in den Griff zu bekommen ist. Gruß



BRUCHSTEINWÄNDE - DÄMMEN/ISOLIEREN - es muss doch gehen.



Hallo,

Da Warm immer nach Kalt drückt, sollten Sie Ihre Wände aussen Dämmen, vernüftige Aufbauten gibt es genug (z.B Thermowandsystem von europerl.com
Einfach mal informieren. Aussendienst Her Wojdko +49 (160) 55 26 601

Grüsse Thomas



Habe dass hinter mir



Hallo ich habe so etwas gemacht - nämlich ein bruchsteinhaus (untere Etage) zuerst einmal abgegraben und die fundamente vertikal gesperrt und gedämmt- ist ganz simpel. Dann habe ich die Innenwände mit Holzfaserdämmstoffplatten gedämmt ca. 8 cm stark und diese dann mit Lehm geputzt. Ist Bauphysiologisch von vielen Fachleuten nicht gemocht diese Innenwanddämmung aber es funktioniert - man erhält die Optik der Natursteinwände von außen und hat innen immer eine warme wand. Wenn man von außen Dämmen kann (vielleicht im Obergeschoß) langen auch 6cm Mineralwolleplatten die beputzbar sind. Bei Fragen 0172-3533671 alles nicht so schwer...



Bruchsteinwände



Hallo Herr Baierl,

zunächst mal zu dem Phänomen großer Feuchte im Sommer: Der Wasserdampfteildruck der Luft ist bei 30 Grad wesentlich höher als bei 0 Grad. Der Sättigungsdampfdruck beträgt bei 30 Grad etwa 42,4 mb und bei Null Grad nur 6,1 mb . Entsprechend viel oder wenig Wasser ist absolut in der Luft.

Da eine 60 cm dicke Wand aber im Tagesverlauf eine Temperaturkurve macht, die einer zeitverschobenen Welle ähnelt, kann es sein, daß die Hitzewelle an der Südwand erst um Mitternacht ankommt. (12 Stunden Temperaturamplitudenverschiebung). Irgendwann sind dann auf einer kalten Wand auch schon einmal Unterschreitungen des Taupunktes möglich und die Wand ist kälteste Fläche, mit der Folge daß Wasser daran herunterläuft. Die Wand verhält sich also in thermischer Hinsicht sehr dynamisch.
So harmlos ist Feuchtigkeit im Sommer also nicht. Ursächlich ist die gewaltige Wärmespeicherfähigkeit.

Jetzt zu den Mitteln: Gegen Kondensat innen hilft ein guter dicker Innenputz, der die Feuchtigkeit speichert und bei nächster Gelegenheit wieder abgibt.

Gegen zu kalte Wandoberflächen hilft nur heizen und dämmen.
Im Obergeschoß besteht kein Zweifel, daß eine Außendämmung am sinnvollsten ist. Im Erdgeschoß würde eine Außendämmung sehr lange Aufheizzeiten der Wand erfordern, weil Sie erst einmal ca. 1,5 t Steine pro Quadratmeter Wand erwärmen müssen, bevor die Wärme sich in der Rraumluft bemerkbar macht. Dafür würde der Bau ebenso langsam wieder auskühlen, wenn die Heizung abgestellt wäre. Das ist also ein extrem träges System. Aber man kann damit gut leben.
Alternative wäre eine Innendämmung der Außenwände.

Zum Material: Der größte Markt der Möglichkeiten besteht bei Außenwänden. Wenn Putzoptik angestrebt ist, würde ich auch wieder Putzoptik nehmen. Das System von Europerl würde Ihrem Haus wahrscheinlich gerecht, ist aber nichts für Selbermacher. Lassen Sie es sich ruhig mal zeigen. Meiner Meinung nach eine echte Alternative zu den Wärmedämmverbundsystemen.
Bei Innendämmungen tendiere ich meistens zur Holzweichfaser: Aufgrund des Preises und der leichten Verarbeitbarkeit.

Man kann auch auf beiden Seiten etwas machen, aber da zwei Schichten angefaßt werden, geht das i.d.R. zu sehr ins Geld.

Grüße vom Niederrhein



Ich wäre für Außendämmung.



Wenn oben sowieso eine Außendämmung gemacht wird kann man doch gleich unten mit machen. Das Gerüst steht doch schon da.

Der Effekt mit der langen Aufheizzeit der dicken Wand wird m.E. in der Praxis kaum eine Rolle spielen. Im Sommer ist sie sowieso warm und im Winter wird geheizt. Die Wand kann nur auskühlen wenn im Winter nicht geheizt wird. Allerdings kann man bei so einem Aufbau eine Nachtabsenkung voll vergessen.

Vorsichtig wäre ich bei starken Innendämmungen. Der Bereich der Balkenauflagen in der Außenwand kann zu stark abkühlen. Damit könnte es in diesem Bereich zu Problemen mit Feuchtigkeit kommen. Dies könnte in einigen Jahren zu bösen Überraschungen führen.

Gruß Marko



Fassade dämmen



Mein häuschen aus Mischmauerwerk,von 1903 war immer kühl und im Winter ein Eiskeller mit schwarzem Schimmel an den Aussenwänden,schwarzen Fliesenfugen anstatt weissen Fugen und Reif in den unbeheizten Stuben ..Vor 22 Jahren hat die Baufirma 6cm weisse und grüne Stüroborplatten mit Verputz draufgeklebt und es ist seither wohlig warm,kein Schimmel und kein Eis mehr.Die Wände sind trocken und warm obwohl ich nur mit holöfen heize.



Auch wenn Sie es...



...nicht hören werden wollen: Ihre "Natursteinheizung/Strahlungsheizung" war schon zum Einbauzeitpunkt veraltet. Da ist nicht so wichtig, daß sie erst 2 Jahre alt ist. Sie frisst nicht nur in Größenordnungen Strom, sondern kann auch die Räume nicht gleichmäßig erwärmen (Kalte Ecken). Der Anteil der Strahlungswärme ist zudem gering, ganz überwiegend produzieren die Teile zumeist warme Luft.

Wenn nun aus irgendwelchen Gründen nur eine Innendämmung in Betracht kommt, z.B. mit Holzweichfaserplatten und Lehmputz, wären die eher geringen Mehrkosten für Heizrohre auf den Holzweichfaserplatten und den etwas stärkeren Putz mit Sicherheit verkraftbar. Freilich käme noch die Therme dazu, sie sollte sich aber schon bald amortisiert haben.

Grüße

Thomas



Vielen Dank...



Hallo und vielen Dank für die vielen wertvollen Tipps und Ratschläge. Mit der Hilfe des Forums, einer guten Sanierungsfirma für Altbauten und den Mitarbeitern von Klimasan scheint die Lösung nahe :-)

Da sowieso der Außenputz nicht mehr der Beste ist habe ich mich für die Außenisolierung entschieden mit teilweiser zusätzlicher Innenisolierung der Außenwände. Im Erdgeschoss auf den Bruchstein kommt 6cm Klimasan Putz außen und innen, ab dem 1. Stock (Betonholblock) kommen außen 12cm Mineralwollplatten von Hassit.

Fenster wurden von ein paar Jahren erst erneuert und sind in einen sehr guten Zustand. Das Dachgeschoss, was vor 2 Jahren erst ausgebaut wurde, ist nach EnEv2008 gedämmt.

Ich denke das somit die Energiekosten deutlich gesenkt werden und da der Außenputz eh fällig gewesen wäre, sich auch die Kosten, bei tatkräftiger Eigenleistung, im Rahmen befinden.

Sollte noch jemand Anregungen haben, dann gerne drauf los schreiben.

Vielen Dank nochmal - Gruß



Dämmung mit Mineralfaser



Ich würde mir die Dämmung berechnen lassen und nicht einfach wie früher drauflosdämmen . Ebenso wwürde ich die Alternativen der Dämmstoffe prüfen und abwägen ob nicht Stürobor Wlg 032 sinnvoll wäre !



Stürobor...



...also wohl eher Styropor, warum sollte es sinnvoll sein, nach welchen Kriterien?

Von einer dampfdichten Außenwanddämmung verspreche ich mir gar nichts, besonders dann nicht, wenn es keine oder keine funktionstüchtige Horizontalsperre gibt. Das Rechnen mit Dämmwerten alleine bringt noch keine trockenen Wände.

Sie sollten nicht einzelne Firmen fragen, die immer auf Ihre Systeme schwören, sondern einen sanierungserfahrenen Planer suchen, der vergleichbare Referenzobjekte zu bieten hat. Das Geld, das er kostet, spielt er schon unmittelbar über Qualitäts- und Preiskontrolle wieder ein, und Sie haben denn auch wesentlich mehr Sicherheit, daß der Aufbau über die Gewährleistungszeit hinaus funktioniert.

Grüße

Thomas