Kanalisation: Gefälle?

04.04.2012



So, wenn eine Sache geklärt ist, taucht natürlich die nächste Frage auf:

Die unter dem Haus verlegten Entwässerungsleitungen für das Regenwasser sind wohl völlig marode, so dass der Boden unter dem Fundament ständig nass ist. Das ist lt. Architekt mit einiger Wahrscheinlichkeit der Grund für die minimalen Bewegungen des Hauses hangabwärts , die insgesamt zwar nicht die statische Sicherheit beeinträchtigen, aber zu Rissbildungen in den Gefachen geführt haben. Fazit: Es muß eine neue Entwässerung weg vom Haus verlegt werden.

Heute war der örtliche Bauhofleiter da und wir haben die mögliche Einleitung des anfallenden Wassers in den Bach besprochen, der am Rand unseres Grundstücks fließt, von seiner Seite wohl nicht beanstandet. Dabei hat er auch die Abwasserleitung inspiziert mit dem Ergebnis, dass am besten auch die gesamte restliche Entwässerung neu verlegt wird, wenn ich schon dabei bin. Man kann ja beides in die gleiche Grube legen, nur dass das Abwasser dann an die öffentliche Kanalisation angeschlossen wird. Die Arbeiten auf den letzten Metern muss allerdings eine Fremdfirma erledigen.

Also lautet der Beschluß, dass man selber buddeln muss! ;))

Habe also nach einem Mietbagger gesucht (kann ich bedienen) und Infos über das Verlegen der Kanalisation gesucht, ist ja wohl nicht so schwer.

Dabei ist mir jedoch aufgefallen, dass durch die Bank alle sagen, dass das Gefälle maximal 2% betragen dürfe, da es sonst leicht zu Rohrverstopfungen kommen könnte. Jetzt habe ich aber in der Auffahrt (ca. 20-25 m), wo die Leitungen laufen sollen, ein Gefälle von ca. 20%.

Wie kann ich dieses Problem lösen? Oder ist das mit den 2% doch nicht so ernst zu nehmen? Bin sehr gespannt auf die Antworten.

Gruß
András

(vielleicht dieses Motto: "Und Gott sprach, es werde Licht, doch Petrus fand den Schalter nicht")



dann



wirst Du wohl von der Auffahrt (Kanalanschluß) dich vorarbeiten und an einer passenden Stelle einen Schacht setzen müssen. 1,5 % sollte die Regel sein, gut in Sand gebettet und verdichtet. Bauregeln sollte man immer erst nehmen - oder man macht es 2x - ist aber bei jedem Handwerk so.



Da...



...kann ich zustimmen.
Hatte eine ähnliche Situation und die Rohre vor ca.10Jahren mit zuviel Gefälle verlegt.
Ergebniss: Habs letztes Jahr nochmal gemacht, jetzt mit Schacht und korrektem Gefälle, da die Leitung vorher regelmäßig verstopft war.

Gruß



Moin Andras,



da mir ähnliches bevorsteht, hier mal meinen Stand der Dinge:

-Evtl. müssen alle Hausbesitzer bis Ende 2015 eine Dichtigkeitsprüfung ihrer Abwasserleitungen nachweisen, gesetzliche Umsetzung steht noch aus, also wenn schon, denn schon.

- Zuviel Gefälle im Fäkalrohr = Wasser haut ab, Sch.... bleibt liegen = Verstopfung.

- Falsch verlegte Rohre + Verdichtung oberhalb (kann ja auch 10 Jahre später sein, wenn mans schon vergessen hat) gibt Knicke/Brüche mit allen Folgeproblemen.

- Regenwasser + Abwasser in derselben Leitung einzuleiten, ist zumindest bei uns nicht zulässig. Bei Starkregen und Rückstau kommt spätestens die Einsicht wieso...:-).

Ich rate dir also dringend mit jemand vom Fach zu planen.

Viel Erfolg, Boris



Hallo,



warum denn nicht, da es sich lediglich um Regenwasser handelt, dieses in einem offenen "Bachlauf" in den Bach leiten. Das Gefälle würde hier keine Rolle spielen.

VG Gerhard



Entwässerung



Erst mal:
Regenwasser aus der Dachentwässerung ist nach dem Gesetz ABWASSER. Seine Einleitung in eine öffentliche Vorflut bedarf einer Genehmigung durch die Gemeinde und sollte grundsätzlich erst nach einer Klärung erfolgen. Verlassen Sie sich da nicht auf die mündliche Auskunft eines örtlichen Bauhofleiters.
Zum Gefälle:
Wenn der Höhenunterschied in einer Haltung zu groß wird baut man ein Absturzbauwerk. Bei Ihnen kann das gleich in/an dem Übergabeschacht erfolgen. Der Einlauf ist dann entsprechend höher oder man verschwenkt das Zulaufrohr vor dem Schacht mit zwei 90°- Bögen auf die Höhe des Gerinnes.
Zum Hausanschlußschacht: Nur wenn ein altes Mischsystem anliegt kann man beide Wasserarten über einen gemeinsamen HA- Schacht ins Netz führen.
Wenn ein Trennsystem in der Gemeinde anliegt, kann man eben NICHT beide in eine "Grube?" legen, sondern für jede Wasserart einen getrennten Anschluß- bzw. Übergabeschacht.
Der für Abwasser sollte an der Grundstücksgrenze liegen. Ab da geht es in den öffentlichen Bereich.
Der für Regenwasser sollte entweder in den Regenwassersammler oder nach Klärung und bei vorliegender Genehmigung in die Regenwasservorflut eingeleitet werden. Das kann der Grundwasserhorizont oder ein offenes, fließendes Gewässer sein.

Viele Grüße
p.s. was ich vergessen habe: Rückstausicherung mit vorsehen!



Kaskadenkacke



Bin sehr angetan: Gestern nacht gepostet, heute mittag schon so viele Antworten. Super, da weiß ich ja schon wieder mehr, also "Absturzbauwerk" -- nun denn!! Habe dann im Zwischennetz folgendes gefunden:

http://www.schachtprofi.de/absturzbauwerke/In-Out-Drop.pdf

War das in etwa so etwa gemeint? Oder bieten sich andere, einfachere Ausführungen an?

Aber: Wenn ich etwas mehr als 4m Höhenunterschied auf etwa 20m ausgleichen muß und noch zusätzlich eine Verlegungstiefe von > 1m dazurechne, brauche ich doch mindestens 2 davon, weil ich doch keine 5m tief baggern kann... Stimmt das so?

Zweitens: Die Schachtdeckel würden in der Auffahrt liegen, die ihrerseits eine starke Steigung aufweist. Wie kann man die Neigung des Deckels variieren?

Drittens: Wie stark sollte die Sandschicht sein bei DN200? Ich habe mit einem Gesamtverbrauch von ca. 6 Kubikmetern gerechnet bei einer Aushubbreite von 60cm und einer Gesamtlänge von maximal 25m (Schichtstärke 40cm). Kommt doch hin?

Die Dachentwässerung kann dagegen doch auch mehr Neigung haben, die will ich dann in dem bereits wieder teilweise verfüllten Graben weiter oben verlegen, bis zum unterirdischen Abzweig in den "Vorfluter" vor dem ersten Schacht. Ach so -- der Bachlauf ist auf meinem Grund, was ich nicht weiß....

Ist bei diesem Aufbau eine Rückstausicherung auch noch nötig?

Aktion Wühlmaus
András



Rückstau



brauchst Du bei Dachentwässerung wohl nicht. Eher eine Einstiegsicherung gegen Ratten ...
Wir reden hier aber über etwas, was nur Du gesehen hast. Mal eine Skizze/Schnitt vom Gelände, Einbinde- (Keller?) und Abflußhöhen .....
Absturzschächte gibt es aus Beton (Kran oder Bagger mit Haken und Schachtgehänge) und aus KG-Material.
Man kann sie auch mauern = zu teuer !

Da die letzten Meter wohl zuerst verlegt werden müssen, kannst Du ja auch noch die Firma vor Ort fragen.
Sandverbrauch ist auch abhängig von der Baggerschaufelbreite, rechne mal (0,6x0,5 m)X 1,7 t = 12,75 t und danach die Größe des nächsten LKWs (16 t?) , beim Schacht geht auch noch mal was drauf. Sand braucht man immer.



Grundstücksentwässerung



Da sie so nebenbei immer mal kleckerweise mit ein paar wichtigen Informationen rüberkommen kann ich Ihnen keine genaueren Hinweise geben ohne eigene Kenntnis der Örtlichkeit und des Gesamtzusammenhangs. Holen sie sich besser einen Tiefbauer aufs Grundstück und lassen sie den das übernehmen. Vorher wäre eine Abstimmung mit dem zuständigen Abwasserbetrieb der das SW- Netz betreibt auf jeden Fall hilfreich.

Viele Grüße



Ergänzung



habe gerade erst bemerkt, daß es um einen Fahrweg geht - da bleibt nur ein Betonschacht übrig. Den würde ich aber nur 1x setzen, 4m ist keine kritische Tiefe für einen Bagger. Aber Du brauchst einen Verbau für den Kanal - daran wirst Du wohl scheitern. Georgs Ratschlag befolgen, sonst könnte Dein Hof für Wochen nicht erreichbar sein.



Tiefergelegt



@ Herrn Böttcher

Hoppla, bin mir nicht bewußt, die Infos nur tröpfchenweise abgesondert zu haben. Vielmehr bin ich erst durch den laufenden Klärungsprozess - der übrigens auch durch Ihren für mich sehr hilfreichen Post (für den ich mich auch bedanke) befödert worden ist - in der Lage, die Dinge in einen richtigeren Zusammenhang zu bringen. Wenn ich kein Laie wäre, könnte ich mir selbst antworten. Insofern bedauere ich es, sollten Sie leicht angesäuert sein. Ich war eigentlich der Ansicht, dass genau diese Hilfestellung hier beabsichtigt ist und auch klasse von Forum geleistet wird. Also nichts für ungut!

Jetzt zur Sache: Wenn Männer reden, sollen Buben schweigen! Werde also wohl ernsthaft erwägen, den besagten Fachmann zu kontaktieren. Aber auch dann ist es doch gut, wenn ich weiß, um was es geht. Es gibt soo viel Bau- und Jägerlatein!

@ Olaf

Trotzdem würde mich interessieren, warum es deiner Ansicht nach besser ist, nur einen Schacht zu bauen, dafür aber so tief in den Grund zu gehen. Zwei Meter kann ich noch absichern, dafür habe ich noch genug Altholz.

Frohe Ostern an alle! Und Danke für die Antworten!
András

PS: Eine Skizze werde ich erst nach Ostern anfertigen können.



Entwässerung



von mir nur noch eine Frage:
Warum zum Teufel wollen sie so ein tiefes Loch buddeln?



Lieber Herr Böhme,



muß ich denn nicht?

Also noch mal zusammengefasst:
- maximale Steigung des Rohres +2%, also auf 20m sind es 40cm Höhendifferenz
- Steigung der Auffahrt: ca. +20%, also auf 20 m sind es 4m Höhendifferenz
- zusätzlich zur Frostsicherheit Verlegungstiefe von min. 1m

Wenn ich dem Vorschlag von Olaf folge und nur einen Schacht baue, muß ich den Absturz > 4m in einem Meter Tiefe erstellen, ergo >5m buddeln.

Wenn ich aber die Höhendifferenz auf mindestens 2 Schächte verteile, reduziert sich die Aushubtiefe entsprechend. Daher auch mein Bild einer "Sch...Kaskade".

Es ist natürlich außer Frage, dass ich mit Tiefen von 4 - 5m nicht mehr umgehen kann, daher meine Frage nach der Anzahl der Schächte. Kostenmäßig ist das bei Selbstbau wohl nur ein geringer Unterschied, da sich die Anzahl der Schachtringe in etwa gleich bleibt (stell ich mir so vor).

Wenn ich also unten am Tor in 1m Tiefe anfange und den Graben die Einfahrt hinauf soweit aushebe, bis ich in 3m Tiefe bin, dann einen Schacht setze und in 1m Höhe weitermache, müßte ich mit 2 Schächten auskommen.

Grüße
András



Absichern



mußt Du auch den Graben !!!

Du kannst auch zwei Einzelschächte bauen = 2 Deckel = 2 Konus = 2 Einbindungen = 2 Bodenteile und Fundament.



Entwässerung



Es will mir nicht in den Kopf wieso man auf einem privaten Grundstück 4 m und tiefer einen Hausanschluß buddeln muß.
Das ist völlig gaga.
Kann das sein, das sie uns wieder wichtige Informationen vorenthalten oder falsch dargestellt haben?

Wie ist denn Ihre alte Leitung eingebunden?
Liegt die auch 4 Meter tief?
Wieso nutzen Sie denn die alte Leitung ab dem Haus nicht mehr?
In welcher Tiefe liegt der öffentliche Sammler?
Liegt die öffentliche Straße auf einem Berg und Ihr Haus steht unten einsam im Tal?

Viele Grüße



Klarheit?!



Die alte Kanalisation geht nach mündlicher Überlieferung irgendwo auf das Nachbargrunstück, läuft da angeblich in eine Grube (worüber den Nachbar sehr erstaunt war, als ich ihm das so erzählte) und verstopft öfters. Nach dem, was ich jetzt hier gelernt habe, wohl zu steil. Pläne gibt es nicht, niemand weiß wie, wo, was. Neben dem Haus ist die Sammelgrube auf etwa der gleichen Höhe wie der Hauseingang, danach führt die besagte Zufahrt mit den besagten 20% nach unten auf den öffentlichen Weg, in dem auch die öffentliche Kanalisation liegt. Dort kann ich laut Bauhofleiter überall an die Röhre, wenn es entweder die Gemeinde oder ein Fachbetrieb anschließt. Die 4m stammen nicht von mir, sondern aus dem Beitrag von Olaf, aber irgendwie muß ich doch das Gefälle überwinden, wenn nur 1,5 bis 2% für das Rohr möglich ist. Den Absturz muß ich doch in die Erde eingraben.

Zum besseren Verständnis werde ich am WE einige Fotos machen. Und noch einmal bitte milde Nachsicht mit meinen Unperfektheiten.

Frohe Ostern
András



wohl anders herum...



Kann hier sicher nichts wesentliches für den Fagesteller beitragen, aber die Vorstellung von Herrn Böttcher muß doch wohl auf den Kopf gestellt werden. Mir kommt es so vor, als stünde das Haus auf einem Hügel und die Strasse (und der Kanalanschluß)läuft 4m tiefer vorbei. Und trotzdem scheint mir die berechtigte Frage von Herrn Böttcher den Kern des Problems eindeutig zu treffen. Warum kann man das Vorhandene nicht nutzen? Wo ist das Problem?? Wo ist (plötzlich) welches Gefälle falsch? Was ist denn bisher dort passiert? Diese und einige andere Infos fehlen und niemand kann eben hellsehen.
In diesem Sinne ein schönes Osterfest an Alle!
LG laiendruide



Wenn die Gemeinden …



… warum auch immer, neue Kanäle verlegt haben, so verlangen sie üblicherweise, dass auch alle Häuser daran angeschlossen werden, egal wie gut und sicher die alten Lösungen noch funktionieren.

So war es zumindest in unserem Fall. Der TE schreibt aber im Eingangspost von Rohren, die "wohl" marode seien. Es gibt einen bestimmten Typ Fachleute, die stellen, egal, ob es sich um Dach, Heizung oder Abwasserrohre handelt, immer nur die eine Frage: "Wie alt?" und können daraufhin sofort sagen, ob marode oder nicht. Ob es hier auch der Fall war?