Dachentwässerung und Dach an Gründerzeit Villa erneuern




Guten Tag liebe Community,

ich muss die Dachentwässerung meiner denkmalgeschützten Gründerzeit Mehrfamlienhausvilla ersetzen. Könnt Ihr mir sagen wie der Fachbegriff für die Ablaufkästen im Bereich der Dachrinne heissen und ob die stiltypisch sind oder dazu gebastelt. Offenbar verläuft die Dachentwässerung, oder besser verlief das Fallrohr wohl in der Wand oder im Gebäude. wer weiss Rat.

Das Pappdach ist mit Sicherheit auch nicht Original, ,meint Ihr da gehören Ziegel drauf?





Hallo Christian,

was sagt das Denkmalamt dazu? ... Im Normalfall geben die die Spielrgeln vor! Es sei denn, du lieferst hieb & stichfeste Beweise um sie vom Gegenteil zu überzeugen.

OK, Detailfragen wie Ablaufkasten ( oder Rinnenkasten, Einlaufkasten, Wasserfangkasten? ... das meintest Du doch oder? ) sind da oft nicht klar spezifiziert. Wenn Du möglichst nah am Original bleiben willst, versuch mal über das Bauaktenarchiv oder das Heimatmuseum an Unterlagen über das Haus zu kommen. Ältere Leute in der Nachbarschaft haben oft auch noch ein paar Fotos von damals. Ansonsten würde ich mich an den Ausführungen der umliegenden Gebäude orientieren.

Gruß aus Berlin,



Vielen Dank



Stephan,

ich bin Anfänger in diesem Bereich.

Ich lasse das Haus in der kommenden Woche von Architekten und Statiker genauer anschauen und habe eine Kaufoption. Dann weiss ich mehr, ich war nur stutzig das das Dach mit Dachpappe gedeckt ist. Das ist mit Sicherheit jünger als 100 Jahre und wurde sicher in der Nachkriegszeit als wenig Geld da war, so gemacht. Ich will das alles runterreissen, den Dachstuhl abbrechen und neu bauen, wenn dieser nicht mehr zu retten sein sollte, da sich an den Fusspfetten des Dachstuhls und im Bereich des Traufbretts verdaechtige Verrotungserscheinungen zeigen (siehe Pfeile in Bild).

Auch sind Setzungen im Haus aufgetreten die mit Gipsmarken versehen sind. Mal sehen was Statiker und Architekt mir sagen. Bitte Daumen drücken.

Ich hoffe das 300.000 Euro reichen, ich will nix selber machen, weil ich das nicht kann.

Ich habe recht viel Budget für die Sanierung des Hauses (rd. 300.000 Euro) eingepalt. Es sind insgesamt 410 qm Wohnfläche. Gewundert hat mich das bereits Kunststofffenster drind sind, dachte das sei mit denkmlaschutz nicht vereinbar. Werde mal versuchen Originalbilder zu bekommen wie es früher aussah. Die jetzige Dachentwässerung ist verbastelt. regenfallrohr verläuft aussen künstelrinsch an der Wand, die alte entwässerung lief wohl im Gebäude....

Der Keller ist ein Kappengewölbe. Beim Denkmalschutzamt war ich noch nicht. Können die sich gegen Veränderungen des Grundriss innen, wegen Baeder Einbau sperren.



...



Hallo Christian,

"ich bin Anfänger in diesem Bereich"
... wir haben alle mal irgendwann, irgendwo mit irgendwas angefangen. ... Sogesehen kein Grund zur Entschuldigung! ... ;)

Was das Pappschindeldach angeht kann das eine Notlösung gewesen sein, muß aber nicht. Nach dem was Du schreibst wurden hier wohl mal irgendwann irgendwelche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Die Schäden an der Traufe könnten dann natürlich auch älteren Ursprungs sein. ... Einfach mal den Verkäufer daraufhin ausfragen.

Falls es Denkmalauflagen gibt, macht es auf jeden Fall Sinn sich vor einem Kauf mit der zuständigen unteren Denkmalbehörde in Verbindung zu setzen. Hierbei läßt sich dann genau der Denkmalstatus und die daraus resultierenden Auflagen klären (unbedingt Protokoll führen!!! weil spart unnützen Ärger hinterher). Dabei auch nicht immer alles gleich als Gesetzt hinnehmen was vom Amt kommt, sondern sich erstmal informieren (Denkmalgesetzgebung, historische Unterlagen, andere gesetzliche Auflagen) und dann nach Kompromissen suchen. ...

Was das Dach angeht übrigens noch ein Tipp. Ein möglichst originalgetreuer Wiederaufbau ist zwar ein löbliches Ziel, kann aber auch schnell in's Geld gehen. Auf Hilfe vom Amt würde ich dabei nicht wirklich zählen. Allemal steuerliche Abschreibungen sind garantiert, wenn alles mit OK vom Amt gemacht wird. ... Trotzdem! Denkmalschutz und Denkmalpflege heißt Erhaltung der vorhandenen Originalsubstanz. Rekonstruktionen können vom Amt nicht zwingend verlangt werden (Stichwort - Charta von Venedig) und sind daher eher als guter Wille des Denkmaleigentümers zu verstehen.

Sogesehen erstmal Istsituation abklären,
dann fertig planen, dann loslegen!

Gruß aus Berlin,