Allg. Kosten für Rohbau bei Grundfläche v. ca. 70 m2

23.02.2012


Hallo Foristinnen u. Foristen,
ich habe mal eine generelle Frage. Wir haben ein altes Fachwerkhaus gekauft. Insgesamt sind es EG u. DG 115 m2.
EG ca. 70 m2. Ich habe das komplette Haus entkernt. Es stehen nur noch die vier Außenwände bzw. innen nur noch das intakte Fachwerk. (Lehm & Findelhölzer allerdings kompl. entsorgt) Teilweise musste auch abgestützt werden. Nach ersten Schätzungen sind unten 66% des Fachwerks zerstört.
Die Frage ist jetzt ob man nicht das ganze Haus kippen lässt u. einfach ein neues baut. Ich möchte jedoch gerne das alte behalten u. ggf. sanieren. Dazu müssen jedoch die 3 Außenwände komplett erneuert werden. Das Fundament muss ebenfalls überarbeitet werden - was ich aber selbst machen kann. Ausmauern würde ich dann mit Lehmziegeln.

Mit welchen Kosten muss ich denn rechnen?
Holz, Zimmerei usw.
Gedacht waren 15K für die 3 Wände inkl. Fundament.



wo doch nun alles sichtbar ist,



und eigentlich keine versteckten Schäden mehr auftreten sollten, was spricht dagegen, ein paar Angebote einzuholen?

Ohne Augenschein / (wenigstens ein Foto) wird doch niemand irgendetwas über die zu erwartenden Kosten sagen können.

Gruß Götz



Hallo



Ich würde mir das Objekt gern mal ansehen, Ruf mich einfach an.
MfG Ralf Pawlik
Die Lehmschwalbe aus der Uckermark.



Warum entkernt?



Hallo Chris,

leider kommt meine Frage zu spät - aber warum bitte hast Du denn das Haus komplett entkernt? Das hat man vor einigen Jahren gern gemacht, aber irgendwann hat man eingesehen, dass man besser so viel wie möglich stehen lässt...

15k Euro sind leider - unsere Erfahrung - ganz schnell weg...

Dirk



Antwort



Hallo an alle,
zunächst bedanke ich mich für die Antworten. Ja, warum habe ich entkernt? Es ist einfach nur noch ein Haufen Schrott. Das konnte man nicht mehr im Haus lassen. Nicht nur wegen der Stabilität sondern auch schon deshalb weil ich nicht jedes Jahr puzzeln möchte. Einmal und dann aber richtig.

Ein Foto habe ich leider nicht zur Hand. Mir ging es nur um eine Hausnummer mit welchen Kosten (Fachwerk) man für 3 Außenwände bei 70 m2 rechnen muss.

Ansonsten bleibt dann eben nur noch die Abrissbirne übrig.
40 J. Mangelwirtschaft haben einiges bewirkt.



Hallo Chris!



Ich finde deine Frage naiv ,ohne Bilder ,ohne Schadensnanalyse ,ohne Maße ,ohne alles möchtest du hier erfahren mit welchen Kosten du rechnen musst.

Um festzustellen das 66% der EG Aussenwände,Fachwerk zerstört sind ,muss ich doch nicht die ganze Hütte auseinander kloppen,jetzt wo du alles entkernt hast,überlegst du evtl, doch abzureissen und neubauen.
Hört sich für mich alles recht planlos an,Sorry!

Bevor die Abrissbirne kommt ,würde ich es zum Abbau anbieten,so lässt sich das Fachwerk noch weiter verwenden.

Grüße Martin



Die Mangelwirtschaft...



... im Osten hat manchem Haus zumindest insofern genutzt, als dass einfach gar nichts dran gemacht wurde, jedenfalls nicht die typischen Fehler wie im Westen der 70er- und 80er-Jahre, die nach kurzzeitiger Aufhübschung den Gebäudeverfall nur noch beschleunigten.

Warum hast Du nicht vor den bisherigen Maßnahmen mal nach einem Experten gefragt, der Dir unverbindlich mal eine Hausnummer in Richtung Sanierung hätte geben können?



Konstruktiver Vorschlag



Hallo Chris,

nun ists halt so wie es ist. Ich hatte Deine erste Frage übrigens falsch verstanden: wenn es nur darum geht marode Hölzer auszutauschen und die Gefache selbst wieder mit Lehmsteinen zuzumauern, könnte Dein Budget reichen. Bei unserem Haus habe ich mich da richtig verschätzt, selbst für mich spektakulär aussehende Sachen wie der Austausch von Schwellen waren schnell und recht günstig drin. Aber dafür gibt es andere Sachen die richtig ins Geld gehen - Dämmung, Dach, Heizung, Treppen, Fenster, ... - stehen die bei Dir nicht an?

An Deiner Stelle würde ich Ralf Pawliks Vorschlag annehmen. Es ist sicher sehr sinnvoll, dass sich jemand mit Fachwerk-Sanierungserfahrung den jetzigen Stand genau anschaut. Du könntest auch mal schauen, wo in Deiner Nähe Kontaktstellen der Interessengemeinschaft Bauernhaus sind (findest Du unter http://www.igbauernhaus.de). Die IGB kümmert sich übrigens nicht nur um "echte" Bauernhäuser, sondern allgemein um "olle Schätzchen" ;-)

Und Christian Bisping hat Recht: Häuser an denen lange nichts "verschlimmbessert" wurde, die nicht von wohlmeinenden Besitzern gedämmt wurden, sehen heute zwar auf den ersten Blick schlecht aus - dafür ist die Substanz meist viel besser in Schuss als bei anderen Häusern, wo es hinter dem Dämmmaterial gammelt...

Viele Grüße

Dirk



Hallo an alle



Ich habe mir jetzt 3 Angebote eingeholt und muss gleich zu Beginn festhalten das es sehr aufwändig ist.
Die Kosten von 20K scheinen realistisch zu sein (inkl. +2K Puffer). Damit ist aber immer noch kein Material in den Gefachen. :-/

Was mich erstaunt hat ist, dass billiges Holz heute meist eine hohe Restfeuchte hat. Das ist ein Problem und zieht Mehrkosten nach sich da Holz verwendet werden muss, dass eine relativ geringe Restfeuchtigkeit hat.

Ich ägere mich gerade Wahnsinnig, dass ich wieder auf Leute gehört habe, die alles gleich entsorgt sehen wollen.
Dabei hatte ich immer im Hinterkopf den bestehenden Lehm
- zumindest einen Teil davon - zu behalten.

Ab jetzt gibt es nur noch Fachkräfte! Gott sei Dank ist's noch nicht zu spät.

Hinzu kommt der Außenisolator. Innen soll das Fachwerk zu sehen bleiben. Welchen Isolator kann man hier Empfehlen (Wandstärke 24cm). Styropor sicher nicht...

Gibt es Alternativen zu Lehmziegeln? Ich habe mir sagen lassen, dass man die Gefache auch mit Lehm auspritzen kann. Was ist das für eine Technik.

Was ist geschichtets Holz?

Wäre schön wenn Ihr meine Fragen beantworten könnt.
Kennt jemand Fachkräfte für Lehmbauten? Konkret Maurer?

Vg,
Chris




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