Entfernen von Zementputz auf Ziegelwand mit Lehm-Mörtel

31.12.2016 Herr Ruedi



Hallo,

in meinem Haus hat der Vorbesitzer recht viel Zementputz auf eine alte Ziegelwand mit Lehm-Mörtel aufgebracht.

Da ich in der Zwischenzeit weiß wie einfach eine solche Wand von Hand abzubauen ist, habe ich etwas Respekt davor zu versuchen den 2-3cm Zementputz mit einem Bohrhammer abzulösen. Ich vermute, daß ich die Wand erheblich schädigen werde.

Gibt es noch andere Möglichkeiten einen solchen Putz zu entfernen?

Viele Grüße,

Rüdi



Innenputz



Wozu wollen Sie den Putz abschlagen?
Ich glaube nicht das hier Zementputz vorliegt. Das sieht nach einem Kalkzementputz aus.



Putz Entfernung



Die Wand ist durchnässt.

Nachdem ich außen den Grund für die Durchnässung entfernt habe, habe ich innen vor den entfernten Mutterboden mit Glasschotter aufzufüllen und mit einer Fußbodenheizung zu versorgen.

Die Wand soll aber jetzt nach und nach durch Bautrockner und Lüften entfeuchtet werden. Hierzu sollte der Zementputz weg.

Im oberen Teil der Wand (etwa 3/4 Meter bis zur Oberkante der Fenster) ist ein Lehm/Kalkputz, der nun schon entfernt wurde (weil er nicht mehr fest an der Wand haftete). Darunter denke ich, ist ein Zementputz. Bin kein Fachmann, daher könnte durchaus auch Kalk dabei sein.

Meinem Verständnis nach, dichtet der Zementputz die Wand ab, was sie nach und nach schädigt. Ich sollte sie aber nicht durch das Entfernen mehr schädigen. Daher die Frage.



Wand- und Bodenaufbau



Bei möglicherweise feuchten Wänden wäre Wandheizung besser geeignet als Fußbodenheizung.
Bei dickeren Ziegelwänden sollte ein Zementputz relativ einfach abzustemmen sein und sich in Platten ablösen lassen, sofern es sich tatsächlich um reinen Zementputz handelt und die Ziegel relativ weich sind

Hinterher gibt's natürlich einigen Aufwand mit dem dicken Neuverputz.
Sofern die Wände ungedämmt sind würde ich ggf eine Innendämmung anbringen.
Wenn der Aufwand des Putz Abschlagens zu groß ist kann dieser mit einer Lehm- oder Kalkputzschicht versehen werden, um die Sorptionsfähigkeit der Oberflächen zu verbessern.

In solchen Fällen Fußböden mit Glasschaumschotter dämmen zu wollen halte ich für ungünstig, falls es nicht primär um Auffüllung geht.

Kapillarbrechende Schichten sind unnötig wenn ohnehin eine Abdichtung erfolgt, der Dämmwert ist zu schlecht um als reine Dämmung effektiv wirksam zu sein und der Aufwand bei kleinen Mengen mit Handeinbringung ist zu hoch.
Bei Neubauten kann Glasschaumschotter durchaus sinnvoll sein- hier liegen aber ganz andere Bedingungen vor.

Besser Unterboden nur feststampfen/verdichten, ggf nivellieren, PE-Folie auflegen,6-8 cm Betonestrich aufbringen, darauf Feuchtigkeitssperre verlegen.
Ich würde lieber fußwarme,elastische Holzdielenböden auf guter Dämmung Verlegen statt Fußbodenheizung, die außer in der Heizperiode immer fußkalt ist.
Unter Stichwort 'erdberührte Fußböden' finden sich zahlreiche Beiträge

Andreas Teich



Innenputz, Fußboden



Ich hoffe Sie meinen mit dem Abstellen der Feuchtequelle das Anfasen des kleinen Sockelvorprungs außen und den Neuaufbau des Sockelbereiches mit einem Sockelputzsystem. Die Dachentwääserung ist wohl schon erneuert.
Die pauschalisierte Aussage das Zementputz schädlich ist nützt Ihnen nichts, was die Einschätzung der konkreten Lage betrifft. Zementputz ist nicht gleich Zementputz. Er kann, bei bestimmten Voraussetzungen, sogar bessere Trocknungsleistungen bringen als z.B. reiner Kalkputz. Das hängt hauptsächlich vom Durchmesser und der Form sowie dem Volumen des vorhandenen Porenraumes ab ob mehr oder weniger Wasser kapillar bzw. diffusiv transportiert wird. Das wiederum hängt von der Sieblinie des Zuschlages und der Applikation des Putzes ab.
Wieviel Wasser noch in der Wand steckt ist eine weitere wichtige Ausgangsgröße, die kann man nur labortechnisch messen.
Dann steht die Frage der Innendämmung an; sie ist auf der Basis dieser Voruntersuchungen abzuklären. Bestimmte kapillaraktive Innendämmungen können in Kombination mit einer Wandheizung das Austrocknen der Restfeuchte beschleunigen.
Nach dem Foto zu urteilen haben Sie die inneren Flanken der nur geschichteten Streifenfundamente freigelegt. Das kann zu Schäden am Tragwerk führen da jetzt die Mantelreibung und der passive Erddruck fehlt!
Für einen neuen, wärmegedämmten Fußbodenaufbau brauchen Sie nicht mehr wie etwa 200 mm Aufbauhöhe.