Entfernen von Mineralwolle aus zweischaligem Mauerwerk




Guten Tag,

wir haben ein Fachwerkhaus erworben, bei dem eine Hausseite mit einer vorgemauerten Klinkerwand versehen ist. Als die Klinkerwand ca. 25 Jahren erstellt wurde, wurde der Hohlraum mit Mineralwolle gefüllt.

Wir möchten die Mineralwolle beseitigen lassen. Wie kann man das am besten bewerkstelligen ohne die Klinkerwand einreißen zu müssen? Mit welchen Kosten ist dabei wahrscheinlich und ungefähr pro qm zu rechnen?

Vielen Dank für Aufklärung!



ob



absaugen geht? Einblasdämmung kann man absaugen, ob das mit mattenware auch geht?
warum soll die Dämmung denn raus, gibt es Schäden?



Dämmung ist nass



Danke für den Tipp mit der Einblasdämmtechnik. Weiß jemand, ob das möglich ist?

Die Dämmung ist bei der Dachsanierung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nass geworden, da nicht immer ordnungsgemäß abgedeckt war. Die Klinker waren praktisch nass zum Auswringen und innen sieht man an einer Stelle die Durchnässung in Form eines Wasserflecks.



Kerndämmung trocknen



Sofern die Feuchtigkeitsursache nicht bei der Klinkerwand liegt kann mattenförmige Dämmung mit Gebläsen getrocknet werden- wie es auch bei Dämmung unter Estrich möglich ist.

Je nach örtlichen Verhältnissen werden im unteren Bereich Löcher von innen oder außen gebohrt und durch diese möglichst erwärmte Luft eingeblasen.
Diese muß oben entweichen können.
(wenns von Firmen zu teuer sein sollte kann man das zur Not auch selber machen)

Zuerst Feuchtigkeit feststellen,
zB mit Meßfühler durch unten in die Fugen gebohrte Löcher, dadurch kann auch evt vorhandenes Wasser abfließen.

Feuchteverteilung vor und nach Trocknung mit Thermografie feststellen.

Andreas Teich



Mauerwerk



Ich glaube auch das die Frage besser hätte lauten sollen:

Entfernen von Feuchtigkeit aus zweischaligem Mauerwerk

Am Wandfuß unten sind Entwässerungsöffnungen (offene Stoßfugen), das Wasser sollte hier bereits herausgelaufen sein. Was bleibt ist das Haftwasser an der Dämmung, das kann man durch Zwangstrocknung entfernen. Die Rechnung sollte der Verursacher kriegen- ich hoffe Sie haben ihm eine Mängelanzeige geschickt und einen Teil der Schlußrechnungssumme einbehalten.
Den Durchfeuchtungsgrad können Sie selber feststellen:
Etwa einen halben Meter oberhalb der ersten Steinlage durch eine Fuge mit einem 10 mm- Hartmetallbohrer bohren. Mit einem dünnen Holzstab (ich nehme für so etwas chinesische Essstäbchen) können Sie feststellen ob die Dämmmatte feucht ist. In die Dämmung pieksen, die Spitze fühlen, anschauen. An meinem Stäbchen hängen ein paar Moleküle Uranin. Wenn etwas feucht ist sehe ich das sofort.



Nasse Dämmung



Recht vielen Dank für die interessanten Vorschläge und fachkundigen Antworten!

Ja, da haben wir den Fokus zu Anfang wohl nicht optimal gesetzt.

Noch eine Frage an Herrn Böttcher: Verfärbt sich das Uranin dann oder woran erkennt man die Feuchtigkeit mit dem Uranin?

Viele Grüße



Mauerwerk



Ja, es verfärbt sich (grün).
Dafür habe ich es aber nicht, sein Einsatzzweck liegt woanders (Grundstücksentwässerung). Ob ein Holzstäbchen feucht geworden ist werden Sie auch ohne Färbemittel rauskriegen.



Mauerwerk



Ja vielen Dank. Ich habe im Internet ein bisschen zu Leckagen und Uranin gelesen, war mir aber nicht ganz sicher, wie Sie das mit dem Holzstäbchen meinten. Also wir werden auch so sehen, ob das Stäbchen nass ist. Wenn man Uranin zur Hand hat, könnte man es in minimaler Menge an das Stäbchen vorher geben und die Nässe leichter erkennen. Richtig? Viele Grüße



Kerndämmung trocknen



Da Mineralwolle als Mattenware ohnehin nicht abgesaugt werden kann und innen schon Feuchtigkeitsflecken sichtbar sind
müssen doch ohnehin Löcher zum Luft Einblasen gebohrt werden.

Dabei kann man sofort Feuchtigkeit feststellen ohne viel Meßtechnik bemühen zu müssen.

Wenn außen im Sockelbereich Lüftungsschlitze sichtbar sind feststellen, ob diese im untersten Bereich angeordnet wurden-
der Zwischenraum unten wird häufig durch herabfallenden Mörtel zugesetzt.

Die Löcher für das Gebläse sollen so dicht wie möglich über dem Boden gebohrt werden.

Im oberen Wandbereich muß ein genügender Entlüftungsquerschnitt vorhanden sein.

Bei großem Strömungwiderstand- hohen Fassadenmauern oder wenn zB die Minerallwollplatten in sich zusamemngefallen sind- müssen auch in die Fassade Entlüftungslöcher gebohrt werden.

Wenn die Trocknung nicht selber durchgeführt werden sollte wissen die Betriebe ohnehin Bescheid und haften für die vollständige Trocknung.Nachweis anfordern!

Bei ungennügendem Schlagregenschutz kann es allerdings wieder zu einer Befeuchtung kommen, vor allem wenn die Mineralwolle in sich zusammengefallen ist und innen an der Klinkerwand anliegt.

Rücktrocknungsmöglichkeiten sind gegeben, wenn die Wand gut von der Sonne erwärmt wird.

Andreas Teich