Dämmen per Gesetz, Abdichten mit Zwang...

21.11.2005



Kleiner offener Beitrag zum Thema: dämmen für das Klima und für die Industrie, koste es was es wolle?
Nachdem eine Nachbarin unsere neuen Kastenfenster (Holzsprossenfenster, Einfachverglasung aber eben doppelte Fenster) bewunderte und, da unsere Fenster sehr preiswert sind, ggf. eine Bestellung anhängen wollte, berichtete die Frau uns, dass man sie seitens der Behörden zu Dämmmaßnahmen ihres Mietshauses zwingen wolle und mit saftigen Busgeldern droht. Noch am gleichen Tag sehe ich abends WiSO im ZDF und darf erleben, wie unwidersprochen die kondomartige Einhüllung eines Hauses zu Dämmzwecken als modernes Heizkostensparen verkauft wird. Kein Ton zu Problemen der Feuchtuigkeit, Schimmel usw. Natürlich kenne ich die Diskussion um k-Werte und um Konrad Fischer und natürlich will ich keine Energie verschwenden und zahle auch nicht gerne mehr für Energie als wirklich nötig (Habe Sockelleistenzentalheizung und Kachelofen).
Kommt jetzt irgendwann die Energiepolizei mit Infrarotkameras und teilt Strafzettel aus?
Wie ist die Meinung der Mitglieder, wo führt das hin? Was ist sinnvoll, was nicht?
Ooh ooh, ich glaube hier wird wieder einmal mit heißer Nadel gestrickt.



...und



ich lese (und lache), Sie haben sich mit dem Thema wirklich ausführlich und umfassend beschäftigt...



(K)ein Aufruf zum Ungehorsam ...



… aber wenn:
man sie seitens der Behörden zu Dämmmaßnahmen ihres Mietshauses zwingen wolle
dann schreiben sie die ganzen Ratschläge und Maßnahmen auf und lassen Sie es sich von den Behörden schriftlich bestätigen - bei Behörden gelten Gesetze und nicht die VOB und lassen Sie sich das haftrechtlich absichern ...

oder einfach die Berechnungen differenziert berechnen lassen von "guten" Energieberatern ... oder mailen Sie doch dem Konrad ...

Wer soll denn sonst aufstehen und sich dagegen wehren, asl die Bauherren - deren Häuser gehen doch kaputt ...

mfG

FK



auch kein Aufruf zum Ungehorsam,...



aber ein paar Anmerkungen:
- in vielen Fernsehbeiträge (auch bei vergleichsweise guten Sendungen wie WISO) wird sehr viel reduziert und vereinfacht dargestellt und häufig Einzelfälle als generelle Verfahrensabläufe ausgegeben.
- Dämmung kann gut und schön sein, muß aber nicht jederzeit und allerorten die wahre Lösung darstellen. Energiesparmaßnahmen, wie auch immer geartet, sind auf das Einzelobjekt abzustimmen. Dazu wurde die viel gescholtene, und sicherlich auch kritikwürdige, EnEv ins Leben gerufen. Mit ihr kann man fehlende Dämmung, z. B. durch ein höherwertiges Heizungssystem ausgleichen.
- Eine Behörde kann allenfalls die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben (wie z. B. die EnEV) einfordern und ggfs. auch die Nichteinhaltung bestrafen. Ihr unterliegt es nicht fehlende Dämmmaßnahmen zu bestrafen, wenn...
- ein gut geplantes und gesamtheitliches Konzept mit den dazugehörigen Rechennachweisen vorliegt.
- es gibt Ausnahmeregelungen.
Fazit: Egal wie man zu Dämm- und Energiesparmaßnahmen, bezogen auf das einzelne und spezielle Gebäude auch steht, mit einer ganheitlichen Planung und nachgewiesenen Berechnungen, bzw. begründeten Ausnahmegenehmigung kann man jede wildgewordene Behörde ruhig stellen und auf den Boden der Tatsachen bekommen. Es geht den meisten Behörden doch gar nicht darum jede Hundehütte mit WDVS vollzuverkleiden, eher ist doch entscheidend den Schreibtisch des Sachbearbeiters mit ausreichend Papier zu dämmen...;-)
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



bin auch dagegen,



dass die Styroporisierung, nachdem man den Leuten mit der EnEV ordentlich Angst macht, als Allheilmittel gepriesen wird. Dabei beträgt der Energiefluss über die Außenwände genaugenommen nur ca. 11 bis 20 %. Blos sagt das keiner....
Viele Grüße von der Küste

Cornelia Stoll



"Anpreisen"



tut nur der Markt.
In der EnEV sind nur einzuhaltenden Höchstwerte angegeben und für Bestandsbauten besteht eben die Pflicht der Nachrüstung von extrem alten Heizungsanlagen bzw. der Ertüchtigung der obersten Geschossdecke. Von Wänden lese ich hier erst einmmal nichts.



Die EnEV...



...ist erstmal Pflicht (auch wenn sie kritikwürdig ist!) und gibt die geforderten U-Werte für Fenster, Wände, Vorhangfassaden, etc. und die Ausnahmen ("20%-Klausel", Unwirtschaftlichkeit...)sowie Eckpunkte für Heizungsanlagen vor. Wer mit dem "roten Punkt" vom Bauamt umbaut (bzw. umbauen muss), ist auf den Nachweis nach EnEV angewiesen - sonst gibt es eben keine Genehmigung. In § 18 EnEV sind die Ordnungswidrigkeiten aufgeführt, die sich ausschließlich den Heizungsanlagen widmen...
Dämmung an sich ist ja auch nicht pauschal zu verteufeln, es liegt am Einzelobjekt und der Wahl der Baustoffe, welche immer noch dem jew. Bauherrn oder der Bauherrin obliegt. Informationen zu "natürlichen" Materialien kann sich heutzutage wirklich jeder ohne Probleme holen, man muss eben nur wollen. Das ist wie bei der "gesunden Ernährung"... Hier ist jeder gefordert aufzukären, anzuregen, den Medien - Kollegen - Handwerkern - widersprechen, nachhaken, sachlich-fachlich ergänzen.
Habt Mitleid mit den Styroporhüttenbesitzern, denn sie wissen (noch) nicht, was sie getan haben. Aber: ich war auch mal unwissend...



Hierzu gäbe es gar viel zu sagen



Ein paar Schlagworte:
- Gesetze, Verordnungen und Normen schaffen uns einen Rahmen, innerhalb dessen wir Planen und Berechnen können, was hinterher unseren Kunden, den Bauleuten, eine einigermaßen klassifizierbare Ware (Haus) sicherstellen könnte.
- Die Abschaffung der Baugenehmigung und der entsprechenden Kontrolle für bestimmte Baubereiche in NRW hat gezeigt, dass ohne eine Überwachung die Regeln zum Nachteil der Bauleute und deren Nachbarn, in vielen Fällen bewusst nicht beachtet werden. (Mängel in allen wichtigen Gebäudebestandteilen von der Wärmedämmung über die mangelhafte Luftdichtigkeiten bis zur fehlenden Statik und nicht gesetzeskonforme Grenzsituationen habe ich alles schon gesehen)
- Speziell die EnEV läßt mir in vielen Fällen verschiedene Möglichkeiten die geforderten Werte zu erreichen. Unter Umständen kann ich die nach der Wärmeschutzverordnung von 1995 geforderten Dämmwerte sogar unterschreiten, wenn ich das denn will und wenn das Sinn macht.
- Die für Altbauten geforderten Nachbesserungen der Dämmung gelten für Mehrfamilienhäuser und sind somit als Schutz der Mieter vor zu hohen Heizkosten zu sehen und dies betrifft ausschließlich die Decke zum Dachboden (und das auch nur in seltenen Fällen) und die Kellerdecke.
- Heute gibt es auf dem Markt eine große Auswahl von Baustoffen, mit denen ich die Forderungen der EnEV und gleichzeitig die Anforderungen an gesundes Wohnen ohne die Bausubstanz zu gefährden erfüllen kann. Wichtig ist eine umfassende Planung!

Wo führt das hin?
Ich denke, wenn die Bauleute die richtigen Planer und Handwerker beauftragen und bereit sind hierfür das entsprechende Entgeld zu zahlen führt dies zu qualitativ hochwertigem Wohnraum mit geringen Heizkosten und geringen Umweltbelastungen.



Über den Sinn aber auch Unsinn von Wärmedämmmaßnahmen



Damit kein Zweifel aufkommt, ich bin Energiesparer und kein Gegner, aber es sollte doch ein positiver Effekt erziehlt werden.
Der Vorsatz Heizkosten zu sparen, ist ebenso verständlich wie lobenswert. Um die eigene Geldbörse und unser aller Natur zu schonen bedarf es allerdings mehr als nur eines mehr oder minder voluminösen Dämmstoffs. Vielmehr sollte zunächst eine exakte Analyse erfolgen, die u.a. zeigt, ob im jeweiligen Fall eine solche Maßnahme überhaupt zu einer Reduzierung der Kosten beitragen würde.
Der vermeintliche Erfolg von Wärmedämmungen an alten Gebäuden beruht in den meisten Fällen auf einer Fehleinschätzung oder halb- bzw. unwahren Verkaufsargumenten zweifelhafter Vertreter.
Erwartet bzw. versprochen wird eine deutliche Verbesserung der Wärmedämmung (sowie erheblichen Energie- und damit Kosteneinsparungen) mit Hilfe von Wärmeschutzverkleidung (meist mit expandierten Hartschaumplatten) - auch WDVS genannt.

Früher wurden alte Gebäude mit Vollsteinen, Ziegel- oder Natursteinmauerwerk errichtet. Die Wärmedämmung solcher Wände ist eher dürftig, insbesondere dann, wenn diese Baustoffe feucht werden, weil beispielsweise der Außenputz und der Anstrich durch Fehler ( und/oder Verlust der wasserabweisenden Wirkung durch Verwitterung) eine relativ hohe Wasseraufnahme aufweist.
In der Regel wird die Wärmeleitfähigkeit an alten bestehenden Fassaden, meistens aus Vollziegel, im feuchten Zustand ermittelt und anschließend fälschlicherweise mit der eines - mit einer Wärmedämmung - versehenen Mauerwerks verglichen. Daraus ergibt sich dann ein sehr „schlechter“ Wert.

Wie aus der Tabelle ersichtlich, nimmt die Wärmedämmung mit zunehmender Feuchte sehr schnell ab. Bei einer Feuchtezunahme von nur 3% ist die Dämmung schon um 50% vermindert! Dabei ist einerlei, ob die Wand durch Tauwasserausfall oder wegen einer fehlerhaften Stelle in der Fassadenfläche feucht wird.
Tabelle: Veränderung der Wärmeleitfähigkeit von Ziegelmauerwerk in Abhängigkeit vom Feuchtegehalt
Ist auf meiner Homepage www.denkmal-pflege.de unter Schriften


Natürlich ergeben sich Probleme, wenn Wandflächen im feuchten Zustand gemessen werden und man diese Ergebnisse mit denen vergleicht, nachdem eine Wärmedämmung aufgebracht ist. Es ergeben sich logischerweise wesentliche Unterschiede zur ehemals feuchten Wand. Meist werden jedoch solche Werte als “Beweis“ für die Verbesserung durch die Wärmedämmung herangezogen, was absolut falsch ist.
Wäre eine wasserabweisende Imprägnierung oder ein ebensolcher Anstrich aufgebracht worden und hätte das Mauerwerk durch diesen Umstand austrocknen können, so wären annähernd ähnliche Werte erzielt worden. Da diese Vergleichswerte eines neuen wasserabweisenden Anstrichsystems und der alten Wand (mit Feuchtaufnahme) den meisten nicht bekannt sind, werden die einseitig ermittelten Werte von der Industrie und „geschäftstüchtigen“ Vertretern fälschlicherweise als Belege für die Wirksamkeit der teuren Wärmedämmung benutzt.
Wenn die Feuchtigkeit nach einer Wasseraufnahme der Wand anschließend nach und nach wieder verdunstet, entsteht bekannterweise Verdunstungskälte. Dies wird mit verstärktem Heizen und somit erhöhten Heizkosten wieder ausgeglichen. Vergessen wird oft, dass ein Mauerwerk mit Ziegeln von mehr als 50 cm Stärke nicht mehr oder nur unwesentlich in seinem Dämmwert verändert werden kann.

Laborbedingungen können verfälschen!
Besonders problematisch ist es auch, wenn die gegebenen Werte von ungedämmten feuchten Altbauten nur mit aus unter Laborbedingungen gewonnenen Werten verglichen werden. Diese Werte werden bei plus 20°C Raum- und minus 15°C Außentemperatur und einer Luftfeuchtigkeit von 80 % ermittelt.
Logischerweise wird hierbei an der Rauminnenseite der Taupunkt nicht erreicht, somit fällt kein Tauwasser an und die Wände bleiben „trocken“.
In der Praxis schaut dies jedoch ganz anders aus.
1. Hier muss mit beträchtlichen Veränderungen im Bezug auf die relative Luftfeuchtigkeit gerechnet werden!
2. Es kommt durch die Nutzung im Wohnbereich zu erheblichen Schwankungen des Feuchtegehaltes (Duschen, Kochen, Lüften etc.).
3. Zu nah an den Wänden stehende Möbel verhindern, dass die Raumwärme auf die Außenwände einwirken kann. Hierbei entsteht, dann oft Tauwasser und durchfeuchtet die Wände zusätzlich. Dies insbesondere hinter Schlafzimmerschränken oder unter Betten mit geschlossenem Bettkasten, ebenso bei Einbaumöbeln im Küchenbereich.
Ob hier nur Laborwerte helfen ist fraglich. Es muss mehr auf das Bauwerk (Objektspezifisch) eingegangen werden.

Tauwasserausfall begünstigt Schimmelpilzbefall
Wenn Sporen, Pollen oder sonstiges organisches Material(Hausstaub) lange genug feucht bleiben, etwa über 80% und ein guter Nährboden (Tapeten und Kleister) vorhanden ist, entsteht sehr schnell Schimmel. Schimmelpilzbildung und die daraus resultierenden toxischen Stoffe in der Raumluft machen sich durch modrigen Geruch bemerkbar und führen zu verstärkten Lüften. Leider
werden sehr oft zum falschen Zeitpunkt die Fenster geöffnet, insbesondere dann, wenn auch außen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit gegeben ist. Auf diese Weise wird mit der „frischen Luft“ leider auch die Schimmelpilzbegünstigende Feuchtigkeit mit ins Haus geweht...
Oft wird eine Wärmedämmung auch deswegen aufgebracht, weil ein Teil der Fassadenflächen ohnehin reparaturbedürftig ist, weil Anstrichsysteme wie Dispersionsfarben auf Kalk zu Abblätterungen oder zu Rissen geführt haben und es durch die Feuchtaufnahme zu weiteren Schädigungen mitunter auch des Verputzes kam. Statt nun diese relativ leichten Schäden zu beheben – dies wäre möglich durch Putzausbesserungen und das Auftragen eines wasserabweisenden Anstrichs - wird gleich alles kostspielig erneuert und aufgedoppelt. Die Ausführung der eigentlich notwenigen Reparatur hingegen würde nur einen Bruchteil der Kosten verursachen.

Jeder „beheizte“ Raum verliert Wärme!
Der wohl größte Irrtum liegt in dem Wort Wärme“dämmung“, denn es suggeriert, dass die Wärme nicht verloren geht. Wie viel, das bestimmt die „Wärmeleitzahl“ der Hüllflächen. Auch jeder „unbeheizte“ Baustoff nimmt die Temperatur seiner Umgebung an, wie schnell, das bestimmt seine „Temperaturleitzahl“.
Wenn z.b. in einem Keller die Räume nicht beheizt werden, d.h. keine Heizung gebraucht wird, untergeordnet und somit kalt bleiben sollen, braucht es auch eine Dämmung. Ob deswegen gleich die gesamte Außenfläche gedämmt werden muss ist fraglich. Meist reicht es aus, wenn die Dämmung an der Kellerdecke angebracht wird.
Durch Wärmedämmplatten kommt es nur zu einer Verzögerung der Temperaturdurchgänge. Wenn z.b. im Erdreich eine noch so dicke Wärmedämmung aufgebracht wird, dann wird diese genauso kalt wie ansonsten der ungeschützte Baustoff oder das umgebende Erdreich.

Man sollte genau rechnen, wann und wo eine Dämmung sich lohnt!
Bei Umbauten und Instandsetzungen ist ferner zu berücksichtigen, dass noch erhebliche Nebenkosten entstehen können. Durch das Auftragen einer Wärmedämmung muss zumeist auch noch das Dach bzw. Dachüberstand verlängert werden. Auskragende Betonplatten, z.b. Balkone, Vordächer, müssen konsequenterweise rundum ebenfalls gedämmt werden. Das heißt: Fliesenbelag mit Estrich abstemmen und gedämmt neu aufbauen. Wird dies unterlassen, so wirken diese Betonplatten wie Kühlkörper. Außerdem ist eine weitere Kostensteigerung zu erwarten, weil die Rollläden, die Fensterbänke, die Laibungen, die Hauseingänge etc. verändert werden müssen. All dies führt zu weiteren Kosten.

Auch die Optik will berücksichtigt sein.
Schauen nicht die mit Dämmung versehenen Fassaden alle gleich aus? Es sind doch die Unebenheiten einer verputzen Fassade, der individuelle Charakter jedes Hauses, das unterschiedliche Handwerk oft viel attraktiver – und kostengünstiger - und umweltfreundlicher?!
Geradezu scheußlich schaut es aus, wenn sich bei verschiedenen Wärmedämmsystemen die Dübel ebenso wie die Plattenstöße abzeichnen.

Wie gut dämmt eine feuchte Dämmung?
Wenn sich Plattenstöße abzeichnen oder starkes Algenwachstum sichtbar wird, ist fast immer davon auszugehen, dass Tauwasser hinter der Oberfläche anfällt. Somit ist auch der Hinweis gegeben, dass große Teile der Dämmung und der Fassade feucht sind. Außerdem werden zwischenzeitlich sehr viele Flächen von Spechten gelöchert und in diese dringt Wasser ein.
Es steht fest, dass auch nur durch eine geringe Feuchtaufnahme eine erhebliche Reduzierung der Wärmedämmwirkung gegeben ist.
5% Feuchte in der Dämmung reduzieren den Dämmwert schon um die Hälfte!
Sehr viele Objekte sind, wenn die Dämmung erst geschädigt ist und Wasser aufgenommen wird, eher wie ein Kühlschrank zu bewerten. Jeder Liter Wasser, der durch undichte Stellen hinter das Dämmsystem eindringt, verschlechtert das Wohnklima und verändert die Dämmwirkung dramatisch.
Es gibt leider schon zu viele, dieser geschädigten Häuser und dies in einer doch relativ kurzen Zeit.
Beispielhaft: Messe München: Fünf Jahre nach der Eröffnung ist die Westfassade komplett erneuert.
Um jedoch die in der EnEV gesteckten Ziele erreichen zu können, müssen wir noch sehr viel mehr auch auf fehlerfreie Verarbeitung achten.

Umweltschutz?
Vielen Handwerkern und Planern sind - wie natürlich auch anderen aus allen Berufszweigen - höhere Umsatzzahlen und eigener Profit wichtiger als der Schutz der Umwelt. Eine Reparatur an einer schadhaften Fassade setzt voraus, dass man mit Sach- und Fachkenntnis sowie handwerklichem Geschick Beschädigungen beseitigt, die Putzflächen wieder angleicht oder auch bei einigen Bereichen den Anstrich ausbessert. Während hierbei also Fachwissen, Sauberkeit und handwerkliches Können erforderlich sind, reichen bei dem Anbringen von Wärmedämmassnahmen nicht selten einfachste Handgriffe aus.
Derlei Arbeiten werden häufig von sogenannten „fliegenden Kolonnen“ (Subunternehmerleistung) angeboten, und es ist kaum zu erwarten, dass hier Qualitätsarbeit durchgeführt wird.
Eine fachgerechte Verarbeitung eines Dämmsystems beschränkt sich nicht darauf, nur ein paar Platten an die Wand zu kleben und mit Strukturputz alle Schlampereien abzudecken – eine fachgerechte Abdeckung des WDVS erfordert sorgfältigste Detailarbeit an allen An- und Abschlüssen, um ein Eindringen von Niederschlagswasser zu verhindern. Wird bei diesen Details, die man der fertiggestellten Fassade zudem kaum ansieht, geschlampt, kann dies schnell zum Totalschaden führen – ein Nicht-Fehlertolerantes System wie ein WDVS verzeiht keine Schlampereien.

Leider bleibt in der Diskussion beim „für oder wider“ der Wärmedämmung vieles unerwähnt.
Die kostenfreien Energiegewinne durch Sonne und die relativ hohen Tagestemperatur könnten z.b. durch die Farb, -und Oberflächengestaltung noch erheblichen Einfluss bekommen.
Ebenso kann durch Änderung der Fassadengestaltung oder auch durch Hinterlüftung noch ein bedeutender Beitrag zur Energieeinsparung beitragen. Hier sollte weiter geforscht werden.

Welcher Vertreter bewertet den solaren Energiegewinn?
Außerdem muss bei der Berechnung, ob sich ein Dämmsystem rentiert, auch noch der Abbruch bzw. die Entsorgung mitberücksichtigt werden. Irgendwann muss ja dieser ganze Müll abgebaut, getrennt und entsorgt werden. Auch diese Werte fließen bei den Beurteilungen der meisten Vertreter von Dämmsystemen nicht mit ein. Ich habe jedenfalls von solchen Überlegungen noch nichts vernommen.
Die staatliche Förderung trägt leider ebenfalls (manchmal) viel zur Verbreitung der unsinnigen Maßnahmen bei.
Förderungen
Man kann sich nur wundern, wenn die Förderprogramme bei den Dämmungen erst dann greifen, wenn dies unsinnige Dämmstoffdicken (manchmal > 8cm z.t. schon bis 20cm) erforderlich macht. Dies sind leider keine Einzelfälle, sondern traurige Wahrheit. Die Kriterien, ab wann es welchen Zuschuss gibt, sollten zu unser aller Wohl noch einmal gründlichst und unter Konsultierung erfahrener Spezialisten neu durchdacht werden.
Und sprechen Sie mal mit dem ausführenden Betrieb, ob er Ihnen eine Bankbürgschaft ausstellt, wenn sich die Maßnahmen nicht in 15 bis 20 Jahren amortisieren.



vielen Dank für die Nachrichten denn...



man lernt eine Menge zum Thema. Taupunkt und k-Werte sind hochinteressante physikalische Parameter, die Interpretationen und insbesondere die isolierte Betrachtung einzelner Werte scheint, wie der letzte Beitrag auch gezeigt hat, wie wenig eine einheitliche Meinung zum Thema in Sicht ist. Wenn hier gelegentlich davon gesprochen wird, dass man sich beim "geiz ist geil" Verhalten der Bürger beim Essen und beim Bauen nicht wundern muss, minderwertige Ware und Arbeit zu bekommen, so kann ich dem nur zustimmen, denn wenn jemand es Klasse findet, selber 50 Euro/h zu verdienen aber gleichzeitig T-shirts für über 5 Euro für Wucher zu halten, scheint mir jede Diskussion über Preise überflüssig. Andererseits ist es auch nicht nachvollziehbar und hinehmbar wenn einfache Hilfsbauarbeiten /h das Doppelte-Dreifache kosten, wie mein eigener Verdienst (ich weiß..die Nebenkosten, dennoch bleibe ich dabei). Das Hauptproblem ist jedoch meiner Überzeugung nach, dass schlechte handwerkliche Qualität längst keinen Ausnahmezustand sondern mehr und mehr die Regel darstellt. Für einen Laien ist es schlicht unmöglich festzustellen, welcher Handwerker sein Geld wert ist und welcher nicht. Das merkt man erst, wenn sie Hand angelegt haben. Um nicht falsch verstanden zu werten: auch für mich gilt: Schuster bleib bei deinen Leisten. Nur wenn von jedem 3. Handwerker als 2. Satz kommt: ooh oh wer hat das denn gemacht, das wird teuer..., da bekomme ich mittlerweile einen richtigen Hals...(oder andere Erfahrung: Man hat nur eine Kleinigkeit, die nur der Fachmann kann, aber keinen Riesengewinn abwirft. Antwort der HW: ooh das sieht zur Zeit aber schlecht aus...)
Ich kann zum Thema nur sagen, dass die Erfahrung, in einem massiv gebauten Haus aus Ziegeln im Sommer nicht zu schwitzen und im Winter nicht zu frieren, alle Theorien über xyz-Werte schlägt und dass ein gut geplanter Kachelgrundofen mit 3 Scheit Holz, der den ganzen Tag die untere Etage erwärmt, ein praktisches Argument sein kann. Umweltbilanzen sind eben doch komplizierter als man denkt.