Dämmung Dachboden im Nebengebäude

30.11.2012



Hallo Zusammen,

wie immer wenns um Dämmung geht und man mehr als einen "Fachmann" fragt hat man mehr als eine Meinung. :-)

Ich habe einen kleinen beheizten Schuppen, der an beheizten Wohnraum von außen angebaut ist. Um ihn im Winter nutzbar zu machen möchte ich die Decke dämmen. Die Balken wurden irgendwann mal ausgetauscht und darauf eine Lage OSB verlegt, damit er begehbar ist, siehe Bild. Auf die OSB-Platten würde ich gerne einfach 100er Polyurethan-Platten (Stufenfalz) Verlegen und ringsrum die Fuge zum Mauerwerk mit Bauschaum gründlich verschließen.

Darüber befinden sich NUR noch Dachziegel. Diese sind dicht, jedoch kann Wind immer mal ein paar Tropfen durchdrücken.
Sollte ich wegen der Feuchtigkeit von oben alukaschierte PUR nehmen, oder eher vlieskaschiert?

Dem u-wert Rechner ist es scheinbar egal: http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/?cid=qaDzD/rn&d0=6&mid0=19&d2=24&mid2=50&bt=0&T_i=20&RH_i=50&T_e=-10&RH_e=80&outside=0
Mit alukaschiert würde ich sogar EnEv schaffen. :-)

Freue mich auf 1-2 Antwort.

Viele Grüße!



U-Wert und ENEV und alukaschiert ....



U-Wert und ENEV sind nicht immer alles für eine gereifte Entscheidung am Bau. Die Alukaschierung als Schutz wegen "Feuchtigkeit von oben" würde ja bedeuten, dass Du diese nach oben legen wolltest. Das wäre genau verkehrt.

Der Bauschaum ist mit Sicherheit nicht die sinnvolle Lösung für eine Fugenfüllung. So frage dich noch einmal, wo der Taupunkt bei der Konstruktion liegen wird. Und dann erkundige dich auch noch nach einem Material, dass diese Feuchtigkeit gut weiterleiten kann.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Nicht einfach oben drauf



Neben Dämmwert sind auch Luft- und Winddichtigkeit gefragt. (das Material finde ich nicht sonderlich gut weder mit noch ohne Alukaschierung)





Hallo Frank,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe mich nochmals gefragt wo der Taupunkt liegen wird. Da ich jedoch nicht den richtigen Beruf gewählt habe, muss ich erneut auf den uwert Rechner zurückgreifen, der mir das gleiche Ergebnis anzeigt wie bereits verlinkt... :-(
Thema alukaschiert hat mir der Fachberater im Dachdeckergeschäft empfohlen, da nur so eine gute WRG zu erreichen ist. Übrigens beidseitig?!
Das mit der EnEV war eher ein Scherz von mir. :-)

Auch Dir Fred vielen Dank für Deine Antwort. Zur Vorderseite habe ich falsch gezeichnet. Um die Balken bis hoch an die OSB ist gemauert. Das sollte dicht sein. Was empfiehlst Du mir? OSB abkleben oder Dampfbremse? Und welches Material soll ich statt PUR nehmen? Und wie um Gottes willen soll ich die Fuge zur rohen Wand ohne Schaum abdichten?

Nach den Gesprächen mit den Handwerkern und Verkäufern waren weniger Fragen offen als jetzt! :-(

Viele Grüße
Chris



Dann wird



die Dampfbremse bis an die Fußpfette durchgezogen und angeklebt. Dampfbremse oder "nur" OSB hängt vom weiteren Aufbau ab. Als andere Dämmmaterialien kommen Holzfaser, Hanf, Flachs und Zellulose in Frage.
Durchdringungen mit Holzbalken sind immer schwierig und eine befriedigende Lösung kann ich nicht anbieten. Vielleicht in diesem Falle: sauber anputzen, Kellenschnitt und mit Acryl Abdichten (Wartungsfuge). Es bleibt dann aber immer noch der Bereich zwischen OSB-Platte und Balkenlage, der nicht abzudichten ist, oder aber die OSB-Platte soweit kürzen, dass die Dampfbremse an die Wand angeschlossen werden kann.
Vielleicht hat Gerd Meurer dafür eine Lösung in Lehm anzubieten. Frag doch mal bei ihm nach.



Anfängerfehler



Ah! Mein Fehler.
In einem Fachwerk-Forum bekommt man natürlich Ratschläge für ökologisch nachhaltige Lösungen.
Mein 9qm Raum ist jedoch nicht als Wohnraum geplant. Sondern lediglich als Schuppen für die Waschmaschine, die im Winter nicht einfrieren soll.
Außerdem habe ich einen Fehler in der Zeichnung gemacht. Die Mauer geht innen bis hoch an die OSB-Platten. Korrekturt anbei.
Und der Link zum uwert-Rechner ist auch noch falsch. Hatte ihn aus der URL statt aus dem Permalink-Feld gezogen. Puh bin ich ein Anfänger.
http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/index.php?&d0=1.9&mid0=71&d1=10&mid1=3287&bt=0&T_i=20&RH_i=50&T_e=-10&RH_e=80&outside=0

Also Zellulose und ähnlich kommt nicht in Frage, viel zu umständlich und aufwendig für den kleinen Raum. Werde Vlieskaschierte PUR-Platten nehmen und am angrenzenden Mauerwerk mit Schaum ausspritzen. Im Innenraum ist bereits alles bis an die Decke verputzt.



Mauerwerk mit Bauschaum gründlich verschließen



Hallo Acolypse,

es wird Dir nicht gelingen. Bauschaum kann nicht "gründlich" verschließen. Der Schaum härtet aus und es kommt zu feinen Abrissen - also zu weiteren Fugen.

Wenn Du schon nur 9m² zu dämmen hast, dann mach es doch mit Materialien die für Dich arbeiten können, wenn Feuchte entsteht. Auf den OSB-Platten würden gut auch Holzdämmplatten gehen. Mögliche Fugen am Rand kannst Du mit Flachs oder Hanf ausstopfen.

Ökologische nachhaltige Lösungen müssen nicht wesentlich mehr kosten und Du produzierst keinen Sondermüll. In Deinem Fall geht es nicht nur um Öko, sondern auch darum, dass das eingebrachte Material mit evtl. Feuchte umgehen kann. Styro kann das nicht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



In die von



Frank angesprochenen feinen Abrisse dringt dann Feuchtigkeit, die nicht mehr schnell genug abtrocknen kann und dann das Holz in Mitleidenschaft zieht. Konnte ich schon in mehreren Fällen im an den Ständern und Riegeln von mit Bauschaum eingesetzten Fenstern feststellen. Dann kann man besser die Fuge bis ans Holz vermörteln (Kalkmörtel).
Naturbaustoffe haben in aller Regel nicht nur den Vorteil, dass sie ohne oder mit geringen Balastungen für die Umwelt hergestellt und verarbeitet werden können, sondern in vielen Fällen, wenn sie richtig verbaut werden auch die besseren bauphysikalischen Eigenschaften aufweisen.
Außerdem ist es für die Umwelt egal, ob ich Bauschaum und Aluminium für ein Nebengebäude oder für ein Wohnhaus produzieren lasse. das muss dann jeder mit sich selber abmachen.