Energiesparverordnung, Energiesparverornung, Bitumenplatten




Hallo,
wir wollen das Fachwerk bei unserem Haus wieder herstellen (im Moment mit nicht so schönen Bitumenplatten behängt).
Sind jetzt aber leider auf die tolle Energiesparverornung gestoßen, die ja vorschreibt dass bei einer Veränderung der Fassade energetisch gedämmt werden muss.
Unser Haus steht zum Glück nicht unter Denkmalschutz und ich will auch keine "schlafenden Hunde" wecken.
Habt ihr Erfahrungen/ Ideen wie man die Energiesparverordnung umgehen kann?



Denkmalschutz



wäre von Vorteil, da dann die Befreiung richtig einfach ist. Ansonsten sollte bei Sichtfachwerk ohnehin nur mäßig gedämmt werden um eine Trocknung der Konstruktion zu ermöglichen. In einigen Publikationen wird dann ein U-Wert von 0,84 genannt, der schon mit einer 4 cm Holzweichfaser Innendämmung erreicht werden kann.

Schon um Schäden zu vermeiden, ist es sinnvoll einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Gerade bei der Wetterseite ist es oft nicht sinnvoll das Fachwerk freizulegen. Manche Fachwerke sind auch nicht als Sichtfachwerk konzipiert und können bei Bewitterung leicht Schaden nehmen.

Also erst einmal abklären ob das Fachwerk geeignet ist, dann die Wetterbelastung evaluieren (lassen), dann einen Aufbau auswählen.



hinterlüftung



wir hatten wor die Wetterseite mit einer hinterlüfteten Fassaden zu versehen und als Dämmschicht 4cm Holzfaserdämmplatten zu verwenden. Undden Rest des Hauses einfach freizulegen. Aber laut Energieberater muss ca. 18cm Dämmung aufgebrachtwerden



Literatur



zum Einlesen. Ich hab da schon ziemlich viel durchgeackert bis ich bei meinen Holzfaserdämmplatten in Lehm gelandet bin. Das Denkmalamt wollte aber trotzdem die Bestätigung eines Bauphysikers für die spezielle Anwendung.

https://www.u-wert.net/innendaemmung-von-fachwerk/
http://www.fachwerkhaus.de/innendaemmung_bei_fachwerkwaende.html
http://igb-vor-ort.de/2016/11/02/sichtfachwerk-oder-nicht/
oder etwas komplizierter
https://wufi.de/literatur/Krus,%20Fitz%20-%20Sichtfachwerk%20mit%20innenliegender%20D%C3%A4mmung.pdf
https://www.ibp.fraunhofer.de/content/dam/ibp/de/documents/Publikationen/Konferenzbeitraege/Deutsch/KB_4_tcm45-30959.pdf

Ich würde aber trotzdem jemand fragen der sich damit auskennt.

Ihr Energieberater hat wohl an ein Passivhaus gedacht, aber ob das in ihrem Fall das Richtige ist, ist eine andere Frage.



ENEV Fassadendämmung



Sanktionen sind extrem selten und bei Fachwerkhäusern schon aus techn.und wirtschaftlichen Gründen abzuwenden.

Ich würde nicht wegen der EnEv dämmen, sondern aus technischen Gründen, zB zur Kondensatvermeidung oder Heizkosteneinsparung oder weil warme Oberflächen angenehmer sind.

Wenn allerdings ohnehin eine Wetterschutzverkleidung aufgebracht werden soll macht eine 4 cm Dämmung kaum Sinn, da Montage, Außenverkleidung etc von den Kosten fast gleich bleibe-
nur die Dämmung selbst ist etwas teurer.

Du könntest zB 16 oder 20 cm Stegträger an die Fassade schrauben, darauf eine Winddichtung oder Unterspannbahn, dann eine Naturschiefer- oder Holzverkleidung anbringen.

Bei Putzoberflächen Holzfaser- oder Heraklithplatten als Untergrund.

Hohlraum mit Zellulose dämmen, sodass immer eine hohlraumfreie Dämmung gewährleistet ist.

Das dürfte die günstigste und einfachste Variante sein.

Fenster können außen bündig mit den Stegträgern verschraubt und die Blendrahmen mit den Holzfaserplatten überdämmt werden.
Bei Innendämmung fragt ohnehin kaum jemand nach.

Andreas Teich



Hr. Teich



"Du könntest zB 16 oder 20 cm Stegträger an die Fassade schrauben, darauf eine Winddichtung oder Unterspannbahn, dann eine Naturschiefer- oder Holzverkleidung anbringen.

Bei Putzoberflächen Holzfaser- oder Heraklithplatten als Untergrund.

Hohlraum mit Zellulose dämmen, sodass immer eine hohlraumfreie Dämmung gewährleistet ist.

Das dürfte die günstigste und einfachste Variante sein.

Fenster können außen bündig mit den Stegträgern verschraubt und die Blendrahmen mit den Holzfaserplatten überdämmt werden."


Das macht unter dem Strich mal so eben einen Gesamtaufbau von 22 - 26 cm.

SUPER !!

Und wenn der TE schon mal dabei ist, kann Er ja auch gleich noch den Dachüberstand anpassen. ( weil alles so günstig und einfach ist.)

Kopfschüttelnde Grüße

Hanno



Außendämmung



Da auf die Stegträger auch 12 mm dicke zementgebundene Platten geschraubt werden können und es dann immer noch unter der vom Energieberater empfohlenen Dicke liegt kann diese Dämmung durchaus möglich sein, ohne sonstige Veränderungen am Haus vornehmen zu müssen.

Der Energieberater war ja offenbar vor Ort und sah offenbar keine Probleme bei seinem Vorschlag.

Da wir das Gebäude nicht kennen kann nun viel spekuliert werden was evt nicht möglich ist-
zumindest kann der Fragesteller aufgrund von Vorschlägen entscheiden was in seinem Fall umgesetzt werden kann und wieviel Dämmung aufgebracht werden kann.

Andreas Teich



Fachwerkhaus und ENEV..



..es gibt die Möglichkeit , sich von der zuständigen Baubehörde eine Bescheinigung ausstellen zu lassen , daß das Haus ein erhaltenswertes Erscheinungsbild hat .
Dies ist zB. eine Grundvoraussetzung , um bei der KfW am Denkmalprogramm teilnehmen zu können .
Mit dieser Bescheinigung gelten dann geringere Auflagen hinsichtlich zB. Dämmng der Aussenwände ggfls Fenster .
Das kfw- Prorammm "Denkmal" ist nebenbei bemerkt recht attraktiv , es braucht jedoch eine/n Wärmebedarfsrechner/in , wo in die entsprechende Liste bei der KfW eingetrgen ist.
Deren Kosten übernimmt teilweise auch die kfw..


Ps. die zuständige Behörde herauszufinden ist in manchen Gegenden schwerer als die Sanierung ..



Energieberater



ist hier zunächst ein gutes Stichwort.
Der kann dir bestimmt ein Konzept erstellen, wie du sowohl Fachwerk als auch sinnvoll Heizen aufzeigen kann.
Sich von und mit Denkmal zu beschäftigen würde ich lassen.
Die Auflagen sind höher als der Nutzen.
Bei jeder Bank bekommt man zur Zeit günstige Zinsen.
Ich habe hier mehrere Schreiben der Investitionsbank Sachsen-Anhalt liegen, wegen Denkmal.
Wenn Rechnungen von Firmen vorliegen, alles okay, aber wenn du selbst etwas machst hast du dann extrem Probleme die Kosten nachzuweisen.

Viel Erfolg

Klaus