Energetische Sanierung, Denkmalschutz

21.10.2019



Hallo zusammen,

Im Zuge der Sanierung unseres Hauses steht jetzt die Außenfassade und Fenster an.
Haus ist BJ 1719 steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz. Das Haus steht bei Heilbronn.
Das Haus besteht aus einem EG aus Sandstein (verputzt mit Zement deshalb klatschnass)
In Hanglage 1/3 des EG ist bis zu 1,5 m im Hang.
1. OG aus Fachwerk
2. OG und DG 3 Seiten Fachwerk eine Seite Backstein
Jetzt sind im 1. und 2. OG mehrere Fenster (BJ 1983) undicht und verfault
Das EG aus Sandstein ist wie geschrieben sehr nass da sollte der Putz runter. Lässt sich auch nachvollziehen. Da wo der Putz unten ist lässt sich keine erhöhte Feuchtigkeit mehr messen. An Fehlstellen auf der Rückseite dagegen sagt unser Messgerät Error weil die Feuchtigkeit zu hoch ist.
Im 1. OG haben wir Schimmel weil defekte in der Fassade Feuchtigkeit reinlassen aber diese durch den Zementputz nicht mehr raus kann.
Es ist sehr bindiger Boden und teilweise bis ans Haus geteert.
Jetzt zu unserer Planung:

- entfernen alter Putz im EG
- ausschachten im Hangbereich bis zur Sockelunterkante
(- Mauerwerk trocknen lassen)
- Einbringung von Vertikalabdichtung
- Dämmung ab 1. OG von außen mit WDVS
- Dämmung oberste Geschossdecke / Bühne
- Austausch der Fenster

Alles natürlich nach Rücksprache mit einem spezialisierten Energieberater für Baudenkmale.

Jetzt zu meinen Fragen.
Ist eine Abdichtung im Bereich des Sockels mit Dernoton sinnvoll da hier auf Feuchte Wände und auf unregelmäßige Wände direkt gedämmt werden kann?
Ist eine Wärmedämmung im Sockelbereich bei 60 cm Sandstein und Innendämmung mit Styropor (vor 10 Jahren wussten wir es nicht besser) sinnvoll?
Hat jemand Erfahrung mit Gealan Stilfenster? Besonders bzgl. Preis und Haltbarkeit? Das sie ähnlich teuer sind wie Holzfenster davon gehe ich aus aber wie liegen diese preislich. Hier geht es eher um den geringeren Unterhalt?
Welche Materialien sind als Dämmung sinnvoll?
Über die Sinnhaftigkeit der Dämmung mache ich mir weniger Gedanken.

Bin für Tipps oder Kontakte zu spezialisierten Firmen sehr dankbar.
Leider finde ich die Firmensuche hier nicht mehr. Diese war vermutlich im Marktplatz angesiedelt.

Viele Grüße



Hallo



Sie schreiben da ja einiges … 

- entfernen alter Putz im EG
Würde ich wahrscheinlich auch machen

- ausschachten im Hangbereich bis zur Sockelunterkante
das ebenso
(- Mauerwerk trocknen lassen)
genau … auch über den Winter möglich und sinnvoll

- Einbringung von Vertikalabdichtung
Würde ich auf KEINEN Fall machen – auch nicht mit Dernoton … 

- Dämmung ab 1. OG von außen mit WDVS
… noch weniger machen würde ich das

- Dämmung oberste Geschossdecke / Bühne
… sehr bedingt … 

- Austausch der Fenster
Wenn's wirklich nicht anders geht … 

Lassen Sie sich lieber mal ein schlüssiges GESAMTKONZEPT erstellen … und vergessen Sie das vermeintliche "Optimieren" von Einzelteilen … denn das System ist im Gesamten nur so gut, wie das schwächste Glied … 

Es sind ja schon einige gute Gedanken dabei … aber wie gesagt … GESAMTKONZEPT!

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Warum?



Hallo Herr Kurz,

Danke für die Hinweise.
Wobei das warum sie diese Schritte nicht für sinnvoll halten noch nicht abschließend für mich nachvollziehbar sind.
Natürlich erstellt der Energieberater ein energetisches Gesamtkonzept.
Eine Dämmung der Außenwände wird aufgrund der Tatsache durchgeführt, dass ein reiner Fenstertausch und oberste Geschossdecke dämmen den Taupunkt ja an die Wände verlagern würde.
Da von außen defekter Zementputz auf dem Fachwerk ist kann diese Feuchtigkeit auch nicht mehr nach Außen diffundieren ebenso aufgrund von Rissen in diesem Putz eindringende Feuchtigkeit nicht mehr entweichen.
So sehen wir eine Dämmung der Wände und damit die Verlagerung des Taupunkts zurück an die Fenster eigentlich als logischen Zusammenhang.
Die fehlende Vertikalabdichtung ist nur eine Option warum wir gerade dort ein Feuchteproblem haben