Empfehlungen für Bodenplatte Keller LEHM ca.1800

16.06.2015 palmest



Hallo,
wir wohnen in einem alten Landgut bei Bergisch Gladbach und befassen uns aktuell mit dem Thema: Bodenplatte in Keller, ja oder nein. Hier die Fakten:

Baujahr:
Baujahr des Hauses von min. 1590 bis ca. 1800.

1800
Der Kellerteil wo die Bodenplatte rein soll (siehe Bilder) ist aus ca. 1800. Dort befinden sich wirklich sehr schöne Natursteinplatten auf dem Boden, die wenn eine Platte rein käme natürlich gerettet würden.

1590
Der andere Teil der soll mit einer Tür abgetrennt werden und behält den Lehmstampfboden. (so bisheriger Plan)

Nutzung:
Bisher gar nicht, geplant als klassischer Vorratsraum.

Warum überhaupt die Überlegung?
Auf den Bilder nicht ersichtlich, da gerade etwas länger kein Regen, steht im Keller immer Wasser in den Mulden. Der Boden ist also nicht nur feucht sondern ca. 20cm unter Boden Oberkante steht je nach Witterung das Wasser. Das Gebäude ist ganz leicht in einen Hang gebaut. Das Erdreich rund um das Haus ist überwiegend Lehmhaltig und schwer.

Meine Fragen:
Bodenplatte ja oder nein?

Wenn ja welchen Aufbau?

Wenn nein, warum? Oder Alternative?

Das Haus hat hunderte Jahre mit der Feuchte "gelebt". Würde es "sterben" wenn es durch die Bodenplatte austrocknet?

Habe schon viel Gegensätzliches in ähnlichen Themen hier gelesen. Mir fehlte aber immer die Komponente das es nicht nur feucht sondern wirklich sehr nass ist. Deswegen noch mal die explizite Anfrage.

Freue mich auf Anregungen.

Besten Gruß,
Sebastian



Textverständnis: 20 cm unter Wasser oder 20 cm unter dem Boden ist Wasser



"Der Boden ist also nicht nur feucht sondern ca. 20cm unter Boden Oberkante steht je nach Witterung das Wasser."

Muß man graben?

"immer Wasser in den Mulden" - oder sind die Mulden 20 cm tief?

Doch eine Erinnerung an den Öl-Heizungskeller(!) eines Hauses von Ende des 19ten Jahrhunderts, welches in einer sehr feuchten Lage westlich von Aachen stand und bei einem starken Regen kam das Wasser sprudelnd aus den Wänden ... Ablaufrinne an den Wänden entlang mit Abfluß, der leider später einmal verstopft war ... ;-((

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... jetzt kann ich mich doch nicht zurückhalten ...
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Minimallösung ohne Eingriff in Substanz:
Ablauf (mit Pumpe)gegen stehendes Wasser und Belüftung so regeln, daß es nicht zu Kondensation (zuviel warme Luft) oder Muff (zuviel abgestandene feuchte Luft, gerade bei stehendem Wasser) kommt. Wände kalken. Mobile Regale für regelmäßiges Weißeln. Soda-Desinfektion (alkalisch gegen Schimmel) der (Holz-)Regale (auf Steinfüßen).

Wenn kein stehendes Wasser, dann auch schnellere Trocknung.

Vielleicht(!) Lehm gegen Dernoton.de (Ton-Sand-Lehm als Abdichtung http://rheinneckaritalien.blog.de/search/dernoton/AND/ ) austauschen ... d.h. meterweise hochnehmen und neu betten ... obwohl der Hersteller so etwas nicht vorsieht ...

Dann könnte man u.U. die ideale Lagerfeuchte haben ... natürlich nicht für alle Vorräte ... aber man kann das Bierbrauen anfangen ;-))

Dies kann man für Kleingeld testen:
* Pumpe mit Wasserstandssteuerung in provisorischem Pumpensumpf
* Lüftung mit Feuchtesteuerung (Badlüfter oder 'intelligentes System' mit 2 Lüftern und Sensoren für 400,- nach Erinnerung ... war nicht http://www.ebay.de/itm/Entfeuchter-Befeuchter-Lufter-Heizung-Steuerung-Feuchtigkeit-Keller-Wande-LCD-/380890070315?pt=LH_DefaultDomain_77&hash=item58aed13d2b )
* Weißkalkhydrat (1 bis 2 Säcke für 15,- bis 20,-)
... bis auf den Kalk kann man alles auch woanders nutzen, wenn es nichts bringt ...

+++ Über bauliche Fragen sollen sich andere streiten ... +++



Unter dem Boden steht Wasser



Hallo,

danke für die Antwort. Ja, man muss graben. In einer Ecke ist ein "natürlicher" Ablauf der in das alte 3-Kammer System führt. Die Verbindung steht auch noch. Das mit der Pumpe haben wir auch im ersten Schritt vor und würden dann in das bestehende Rohr entwässern. Ob eine Zwangslüftung sinnvoll wäre ist noch offen, da es drei Fenster in dem Keller gibt die nicht geschlossen sind. Es besteht somit immer ein gewisser Luftwechsel. Die Tips sind auf jeden Fall schon mal gut und decken sich mit unserer bisher gedachten He­r­an­ge­hens­wei­se. Spannend wäre halt echt noch die grundsätzliche bauliche Aussage ob man dem Gebäude etwas gutes tut oder eher nicht...

Ein weitere positiver Nebeneffekt wäre zudem auch das wir nicht die Kellerdecke dämmen müssten (Kappendecke!), sondern dass dann direkt mit über die Bodenplatte erledigen würden.

VG,
sebastian