Elektroheizung als preiswerte Alternative?

16.08.2009



Hallo,
wenn ich denn mal die Feuchtigkeit in den Griff bekommen habe (neben Schimmel, etc.), dann möchte ich ein recht altes und seit Jahren unbewohntes Haus mit einer Fläche von ca 100qm zu sanieren und in Form von zwei kleinen Ladengeschäften zu vermieten.

Es ist keine Heizungsanlage mehr vorhanden und auch keine Heizkörper oder sonsite Leitungen. Die Schronsteine sind nicht mehr benutzbar ohne einen großen Sanierungsaufwand. Eine neune Gaszheizungstherme kostet ca. 5-6000€ die übrigen Installationen sicherlich nochmal das gleiche, also liegen die Gesamtkosten für eine neue Heizung bei rund 12.000€. Eine Menge Geld!

Jetzt habe ich von einem Anbieter den Tip bekommen doch eine Elektroheizung (keine Nachtspeicher) einzubauen, das würde ca. 100€ pro KW Heizuleistung kosten. Bei 100qm wären das nur 1200€ (bei 100W pro qm). Unglaublich billig!

Jetzt ist meine Frage nach den betriebskosten, wenn ich von 25ct pro KWh ausgehe und 6 Monaten Vollast kostet das Ganze ca. 12.000€ pro Jahr!!!

Bitte helft mir, da muss ein Rechenfehler vorliegen oder die Elektroheizung ist eine unvorstellbar teure Variante. Was würdet ihr machen??

Bin für jede Antwort dankbar!

Gruß aus Berlin



E-Energie



ist mithin nicht die preiswerteste Variante. Außerdem hast Du dann weniger Alternativen, wenn der Anbieter den Preis erhöht - dann ziehen auch die Mitbewerber nach. Oder glaubst Du an einen echten Preiswettbewerb auf dem Strommarkt. Wenn Du das Haus schon sanierst, dann ist der Neubau eines 1 oder 2-zügigen Schornsteins doch kein Problem. Materialpreis für 1-zügig mit 18er Keramikrohr glasiert für feste Brennstoffe: 112 € netto/m + Schornsteinkopf. Da du aber 2 Mieter (kommen die wirklich?) hast, brauchst Du eine preiswerte und zentrale Heizungsanlage. Also wäre wohl Pelette, Gas (liegt an? - oder Tank)besser. Aber bei letzteren stehst du wieder vor einem Monopol.

Alternativ wäre eine Wärmepumpe mit solarer Ergänzung denkbar (Dachausrichtung?). Der Möglichkeiten gibt es viele.

Aber 6 Monate Vollast - das wirst Du wohl nicht brauchen. Lass Dich von einem Energetiker beraten (und schriftlich vorrechnen) und schau Dir funktionierende Heizungsanlagen in deiner Nähe an. Deine Entscheoidung soll ja für Jahre sinnvoll sein.



lieber anders



Guten Tag, mit Strom würde ich nur -in bauphysikalisch schwierigen Fällen- einzelne Sockelbereiche o. ä. bei kühlen Außentemperaturen nachtemperieren. Eine vollständige Gebäudeheizung mit Strom erscheint mir weder ökologisch, noch preiswert. Mit freundlichen grüßen Ulrich Arnold



Ohne mich in die Rechenkunst mischen zu wollen -



denn der Rechenansatz erscheint mir unzutreffend, und für ein besseres/realitätsnäheres Ergebnis bräuchte ich etwas mehr Angaben, und umsonst planen und rechnen mag ich net, deswegen nur mal soviel:

Im Unterschied zu anderen Heizungsmethoden kostet die kW/h von Elektroheizungen deutlich mehr.

So weit so gut, jeder weiß das.

Aber:

- Die üblicherweise immensen Transportverluste entfallen, die bezahlte Wärme entsteht - bei korrekter Installation - punkt- und zeitgenau dort, wo sie gebraucht wird.
- Der Installationsaufwand von (den meisten) Elektroheizungen ist vergleichsweise oft beschämend gering.
- Keine Energie wird über den Hauskamin abgefackelt.
- Keine schwarzen Männer mit Abzockmonopol betreten mehr das Haus.
- Keine stinkige, bröselige, explosionsgefährdete, schmutzige, schimmelige und/oder spinnen- und holzwurmbefallene Brennstoffbevorratung ist erforderlich, Lagerflächen können sinnvoller und höherwertiger genutzt werden.
- Die Heizungsregelung ist so perfekt, perfekter geht es meist nicht.
- Die Havariegefahr und Ausfallgefahr ist denkbar gering.
- Es gibt manchmal Heiztarife der Stromversorger, die extrem günstig sind.

Unter dem Strich bieten die Elektroheizungen ungeahnte und von der Konkurrenz profimäßig verschleierte wirtschaftliche und technische Vorteile, die immer im Einzelfall sachgerecht bewertet werden sollten.

Und: Es braucht - wohl abgesehen von Fußbodenheizungssystemen - oft wesentlich weniger kW/h-Leistung, als bei konkurrierenden Systemen, was die Angelegenheit dann wirtschaftlich überlegen macht.

Heutige Heizsystem arbeiten auch wesentlich wirtschaftlicher als die bekannten Nachtspeicheröfen. Es gibt allerdings gravierende Bauartunterschiede und man muß halt - wie immer - auf Dauerstabilität setzen, wenn es lange halten soll.

Auf den Primärenergiefaktor - ein schnödeliger Popanz, den die neidische Konkurrenz aufgebaut hat - pfeift ein kluger Bauherr. Er guckt nämlich in seinen Geldbeutel und findet da drin genau seine Wahrhheit.

Mal wieder eine andere Meinung, sei's drum!

Ich grüße fröhlich in die Runde!

Konrad Fischer



Dann wollen wir doch mal rechen...



100 m2 - geschätzer Verbrauch schlanke 150 kWh / m2 / Jahr macht im Jahr bei 25 ct/kWh gar nicht schlanke 3750 Eur.

@sanierer: Sie können die Heizkosten ja vielleicht Ihren Mietern "reindrücken", aber "wirtschaftlich überlegen" finde ich das Ganze ganz und gar nicht.