einsturzgefährdeter Gewölbekeller - was tun

03.03.2022 Melanie


Guten Abend zusammen, ich bewohne ein kleines Häuschen, was früher einmal zu einem Hof gehörte unmittelbar vor dem Haus ist ein Gewölbekeller (den ich jedoch noch nie gesehen habe, da der Keller nur mit einem Schachtdeckel und steiler schmaler Leiter begehbar ist). Nun würde ich gerne den Platz vor dem Haus als Parkplatz nutzen, was aber meine Vermieter "verbieten", da der Gewölbekeller einsturzgefährdet wäre (es würde von der Decke rieseln). Zuschütten kann man den Keller wohl nicht, weil die Versorgungs- und sonstige Leitungen durchführen. Meine Frage nun, was man tun kann, um den Keller zu stabilisieren, wer so etwas machen könnte und was an finanziellem Aufwand nötig wäre.
Vielen Dank und viele Grüße
Melanie



Mauerwerk ausfugen



Moin, ein Maurer könnte das Mauerwerk neu ausfugen, je nach Größe würde das sicher 3000 EUR kosten. Klingt aber so, als hätte der Vermieter da kein Interesse dran. Witzigerweise kommt mir der Fall bekannt vor. Ist das im Sauerland?



Gewölbekeller selbsttragend



Normalerweise ist ein Gewölbekeller nur einsturzgefährdet, wenn die seitlichen Widerlager fehlen, z.B. wegen einer Abgrabung. Ansonsten ist es so, dass das Gewölbe selbsttragend ist. Was dann an Last oben drauf kann, müsste ein Experte vor Ort einschätzen. Das vorgeschlagene Ausfugen des Mauerwerks dürfte die Belastbarkeit aber nur begrenzt erhöhen.



Vielen Dank



Vielen Dank für Eure Antworten.
Zunächst: ich wohne im Rheinland (Nähe Köln)... das Problem scheint es somit scheinbar öfter zu geben :-)

Wer könnte denn beurteilen, ob der Keller einsturzgefährdet ist oder nicht?
Ein Maurer?

Mein Nachbar (Vermieter) ist in den Keller gestiegen und meinte es wäre schon etliches "runtergerieselt", was durch das Befahren der Kellerdecke verursacht würde... und er möchte nicht, dass ich mit dem Auto darauf fahre, weil sonst der Keller einstürzt. Da ich noch nicht selber im Gewölbekeller gewesen bin und mir auch jegliche Expertise fehlt, muss ich mich ja (zunächst) auf seine Aussage verlassen.

Interessant war übrigens auch, dass ein großer Container (für Bauschutt) für mehrere Monate auf dem Keller stand und dies (scheinbar) nichts ausgemacht hat, gut der bewegt sich auch nicht, wie ein Auto...

Was kann ich denn nun tun?

Vielen Dank und viele Grüße
Melanie



Vermieterwunsch respektieren?



Dass der Vermieter etwas Angst hat, wenn er die Nutzung der Gewölbedecke erlaubt, ist unmittelbar nachvollziehbar. Wenn es ein alter Keller ist, dann hält der zwar Einiges aus, aber die statischen Berechnungsmethoden scheinen nicht ausreichend zu sein, das zu berechnen. Ich habe dass bei einer alten Brücke erlebt, die lt Statiker schon längst hätte eingestürzt sein sollen (weil sich Mauersteine aus dem Verband gelöst hatten), die aber immer noch von Lkw befahren wurde. Er sagte, es gäbe halt keine ausreichend sicheren Rechenmethoden.

Und wenn ich Köln höre, fällt mir die Geschichte aus Koblenz ein, wo ein Bauherr ein altes Haus abbrach und als der Bagger den Keller beseitigen wollte, sich etwas zur Seite neigte. Darunter war noch ein Keller (allen völlig unbekannt, später als römisch angesprochen).

Ich vermute, es ist für Dich preiswerter, den Vermieterwunsch zu respektieren und Dir eine Garage in der Nähe zu kaufen. Mir fällt jedenfalls kein Fachmann ein, der die Verantwortung gegenüber dem Vermieter übernehmen würde, und dies nicht nur für jetzt, sondern auch für die nächsten Jahrzehnte, wenn der Mieter längst wieder ausgezogen und nicht mehr greifbar ist.

Gruß Karsten



Vielen Dank



für die Antwort.

Schade, ich hätte gedacht, dass man den Keller irgendwie stabilisieren könnte.
Zuschütten scheint aufgrund der Leitungen scheinbar auch keine Lösung.
Echt doof, insbesondere, da die Parksituation unbefriedigend und eine Garage in der Nähe mieten/kaufen leider nicht möglich ist (ich wohne in einem Einfamilienhaus-Wohngebiet, wo der Trend zum 3. 4. und 5. Auto geht und jeder seine eigene Garage hat.

VG
Melanie



Klar...



...kannst Du den Keller, wenn der Vermieter mitspielt, mit einer selbstragenden Konstruktion überbauen. Nur, die kostet vielleicht mehr als Dein Auto :-)



Ich habe



einen Dienstwagen :-)

Spaß beiseite… echt schade, dass es für meine Situation scheinbar keine „einfache“ und finanzierbare Lösung gibt.



die Idee



der selbsttragenden Konstruktion würde ich nicht sofort ausschließen. Natürlich lohnt es sich nicht, wenn Du in zwei Jahren heiratest (z.B.) und umziehst. Zwar könntest Du das Zeug theoretisch mitnehmen, aber vermutlich brauchst Du es im Leben nicht mehr.
Wie breit ist denn der Gewöbekeller? Wenn der nur 3 m breit sein sollte, kann mal links und rechts je einen Balken legen und darüber Stahlplatten, wie sie bei Straßenbaustellen verwendet werden (Fahrplatte gebraucht zwischen 200 und 400 € das Stück). Teuerer ist vermutlich der Bagger, der die Dinger legen muss und die Konstruktion, den Höhenunterschied zur Fahrbahn auszugeleichen. Aber vielleicht lohnt es sich, mit dem Vermieter mal darüber zu sprechen und dann fragst Du eine Tiefbaufirma. Im Gegensatz zum Hochbau haben die manchmal noch Kapazitäten frei und können auch so kleine Aufträge ausführen.