Einschätzung von Bauvorhaben

21.04.2018 Fächermann



Ich habe mal meinen letzten Beitrag aus dem alten Thread rausgenommen, weil er mit der ursprünglichen Frage nicht mehr viel gemein hat.

Es geht darum, dass ich mir gestern ein Haus angesehen habe, an dem ich Interesse habe. Hierzu sind mir ein paar Dinge aufgefallen, wozu ich gerne eure Meinung / Erfahrungen hören bzw. lesen würde.

- Die Außenwände sind Stampflehm, ca. 60 cm dick
- Innenwände sind Fachwerk mit Lehmziegeln

- der Mineralputz an der Fassde hat Risse. Ist das dramatisch, weil so Feuchtigkeit rein kann und den Lehm auflösen kann?

- Im Nebengelass und Keller, auch Stampflehm, hat man in DDR Zeiten allerdings innen so eine Art Gipsputz aufgetragen. Der sieht ziemlich schmierig aus. Ist das schädlich für die Substanz?

- Das Dach vom Wohnhaus ist gedämmt. Man hat die Ziegel und darunter Mineralwolle und dann irgendwelche Folien angebracht. Unterspannbahn sieht anders aus. Ist ein gedämmtes Dach für die Balken schädlich? Ich dachte, es muss immer zugig sein, damit alles gut ablüften kann. Dämmung ist da ja eher "stopfend", oder?

- Im OG ist viel Trockenbau. Dahinter konnte ich nun leider nicht gucken. Es roch jedenfalls nirgendwo schimmlig und Feuchte Stellen sah ich auch nicht. Ich würde das langfristig nach für nach abbauen. Sinnvoll oder kann man es auch lassen?

- Decken sind auch mit irgendwelchen komischen Dingen zugeklebt, die wie Laminat wirken; oder auch Styropormuster. Denke, die sollten auch rückgebaut werden, oder?

- Fußboden sind Platten verlegt. Die sind teils geschraubt. Dielung kann also ggf. noch drunter sein. Weiß ich aber nicht. Könnte man auf die Platten mit neuer Dielung drauf oder fehlt da die Unterlüftung?

Es gibt einen Anbau. Aus welchen Baumaterialen der ist, keine Ahnung. Aus DDR Zeit, vermutlich Gasbeton. Der wurde von außen gedämmt. Vermutlich mit Styropor. Hat das Einfluss auf den Lehm?



die Dosis entscheidet über das Gift



Hallo,
ich habe alles gelesen, aber so allgemeine Formulierungen sind auch nicht eindeutig zu beantworten. So ein ähnliches Haus habe ich in den letzten Jahren mit saniert. Bei den Putzrissen ist die Frage 1. wie groß und 2. um was für einen Putz handelt es sich?
Sollte es Gipsputz sein und er ist relativ trocken, ist es zwar nicht schön, aber das Haus fällt deshalb nicht gleich um.
Dachgeschoß: wenn Sie das Dach nutzen wollen, kommen sie um eine Dämmung nicht umhin. Ohne Nutzung ist ein Kaltdach schon holzkonservierend, aber auch nur unter bestimmten Voraussetzungen usw..
Zum ersten einschätzen, wären Fotos ganz nützlich. Besser wäre sich es vor Ort mal ansehen, dann sieht man es im 360° Panorama und kann es wesentlich besser beurteilen und meistens gleich Lösungsansätze besprechen.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Danke.



Vielen Dank für die erste Antwort.

An der Fassade ist kein Gipsputz, sondern, vermutlich aus DDR Zeiten, sehr, sehr grober Mineralputz - vermutlich Kalk-Zement. Die Risse sind nicht allzu groß, also Schollen sind nicht herausgefallen. Ist auch alles fest, aber hier und da halt Risse, die auch tiefergehen - also nicht nur Schwundrisse oder sowas.

Dachraum ist zu klein, um ihn zu verwenden. Erhöht sich denn das Risiko von Schäden, wenn dort überall Mineralwolle dran ist?

Fotos habe ich leider keine.

Ist Gipsputz an den Innenwänden im Keller sinnvoll? An sich zieht der doch Feuchtigkeit an, oder? Ich weiß auch gar nicht, ob es Gips ist - konnte mir niemand sagen. Es ist eine dünne weiße Oberfläche, die ziemlich "schmierig" aussieht.

Und Trockenbau im OG, so hat man mir hier gesagt, sei nur dann sinnvoll, wenn der wirklich luftundurchlässig ist. Aber das ist ja fast nicht möglich, gerade wenn sich Häuser bewegen. Oder?



gern auch genauer



Hallo,
aber wie schon geschrieben, so nicht möglich. Am Besten ansehen oder wenigstens Fotos, sonst nutzt es Ihnen nichts. Bei dem Gips war ich schon der Meinung das es innen ist, aber da gibt es auch so viele Varianten, zB. auch gips-kalkputze.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt





Die Risse können halt auch von Bodenbewegungen in Bergbaufolgelandschaften (Tagebau) kommen. Das haben wir hier im Osten öfters. Das wirst du alles nur im Zusammenhang klären können.

Im Keller wird kein Gipsputz sein möglicherweise ein Kalkschlämmanstrisch der da abpudert. Das wären ja mehr Kleinigkeiten.



Haus, die Zweite



Sollte ich mir das Haus ein zweites Mal ansehen, kann ich gerne Fotos machen. Hatte weder Kamera noch Handy dabei - ja, sowas kommt heutzutage noch vor. ;-)

Im Prinzip interessiert mich alles, was an "Verschlimmschönerungen" die Bausubstanz gefährden könnte: Dämmung, Trockenbau, Fußbodenaufbau, Fassade. In unserem aktuellen Haus war es wirklich toll, dass die Vorbesitzer nahezu nichts saniert hatten und so auch nicht viel "verschlimmschönert" wurde. Hier gibt es andere Häuser, da ist dermaßen viel zugebaut. Man kommt rein und riecht förmlich den Schimmel.