Einlagiger CSII Putz ohne Vorspritz geht das?

25.07.2017 D.Selle



Hallo,

eine Putzbetrieb ist gerade dabei einen Kellerraum zu verputzen. Vereinbart wurde der ebene Verputz von ca. 65m² Wandfläche mit einem CS II Kalkzementputz .
Der Putzuntergrund besteht aus Ziegelmauerwerk , welches mit Kalkfarbe gestrichen ist. Teilweise liegt auch Dispersionsfarbe auf Kalkfarbenreste bzw. Latexfarbe vor. Die Wände sind trocken. Eine vertikale und horizontale Abdichtung ist nicht vorhanden, Wanddicke ca. 60cm.
Der Putzaufbau erfolgt wie folgt:
1. Arbeitsbeginn um 8:00 mit Streichen mit Optigrund (Caparol - Siliconmodifiziertes wässriges Acrylharz-Hydrosol, … tiefeindringendes, hydrophobierendes Spezial-Grundiermittel für außen und innen) (Trocknungszeit 12h lt. Datenblatt). Auszwicken von kleineren Fehlstellen im Mauerwerk sowie größeren Fehlstellen, (2-3 2NF Mauersteine mit Poroton)
2. Setzen von Eckschutzschienen aus verzinktem Metall mit Maschinenputzgips. Diese wurden wieder abgenommen der Putzgips großenteils entfernt und die Schienen erneut mit Zementputz angesetzt. Gipsreste sind z.t. auf dem Untergrund und an den Schienen verblieben.
3. Ab 11:30 also ca.3,5h nach der Grundierung beginnt das Aufziehen des Putzes und egalisieren. Ein Vorspritz ist nicht erfolgt. Die mittlere Putzdicke beträgt bisher ungefähr 1cm. Der Putz wird im Mischer selbst angemischt aus Weißkalkhydrat , Zement und Sand. Mischungsverhältnis soll 2:1:9 (K:Z:S) sein . Die wirkliche Mischung ist mir nicht bekannt. Aufgrund der Färbung und der leeren Säcke scheint mir der Zementanteil relativ hoch(kann mich aber auch irren).
Ich habe Sorge das aufgrund der sehr kurzen Trockenzeit, also Grundierung und Verputz nass in nass, sowie der fehlende Vorspritz die Ausführung absehbar mangelhaft wird oder kann das funktionieren?
Sollte hier der Verarbeiter Ausführungshinweise erhalten. Streiten im Nachhinein ist meist noch unangenehmer
Gruß
Detlef Selle



Innenputz



Das mit dem Gips war natürlich Sch.,so etwas muß ein Putzer wissen- das macht einen hinsichtlich der Ausbildung der Leute schon stutzig.
1 cm Schichtdicke einlagig ist bei Innenputz zulässig, allerdings bei ebenem und gleichmäßig saugendem Untergrund.
Den Untergrund mit einer Art Hydrophobierung zuzuplanschen halte ich auch für bedenklich, ein Zementvorspritz dauert genauso lange und ist bestimmt billiger. Wie die Verarbeitungsvorschriften von der Brühe sind lässt sich sicher im Internet finden, da stehen bestimmt auch die Trocknungszeiten.
Letztlich entscheidend wird doch sein ob die Jungs den Putz a) ordentlich an die Wand und b) auch mit ordentlicher Oberfläche (ohne Sackrisse) hinkriegen. Wenn er später reißt, schüsselt, hohl klingt- das wäre dann eine Mängelanzeige wert. Vorher nicht.



Sie fragen " ob das geht" natürlich das sehen Sie doch aber..



.. ob es richtig ist - da bleiben bei mir Zweifel.
Wichtiger erscheint mir die Frage, warum wird der Verputz erneuert?



Putzsand



Es gibt eine technische Regel, die EN 131139:

https://www.euroquarz.de/wissen-ueber-quarzsand-quarzkies/normen-fuer-die-aufbereitung/themen-normen-fuer-die-aufbereitung/en13139-gesteinskoernungen/

Höchstkorngrößen gibt es meines Wissens nicht; ich kenne nur eine alte Regel nach der bei Glattputz die max. Korngröße beim 0,3-0,4 fachen der Putzschichtdicke liegen sollte.