Holzdielenboden einfärben

17.10.2005



Liebe Community!
Ich habe mir einen 30er Jahre Altbau gekauft und möchte den Holzdielenboden (Tanne / Fichte) Abschleifen und etwas dunkler einfärben. Ich denke an einen Farbton in Richtung Eiche, der Boden soll eine etwas rustikalere Optik bekommen. Anschließend möchte ich den Boden versiegeln, da ich den Pflegeaufwand eines geölten oder gewachsten Bodens scheue.
Meine Frage: Womit kann ich den Boden einfärben (Beize, Lasur)? Verändert sich die Farbe nochmals nach dem Versiegeln?
Gruß
Andreas



Holzboden à la "Rustico"



Hallo
nach dem Schleifen kann man die Oberfläche auch ansengen mit einem Gasbrenner - ferfestigt die Holzoberfläche und mach den Boden dunkler
dann allerdings nicht mit Lack sondern mit Öl weitermachen.
evtl da auf folgendes Produkt setzen: "Le Tonkinois"
Lacke werden geren spröde, reissen und sind sehr kratzempfindlich

mfG

FK



Flammbierter Boden



Der Vorschlag mit dem angeflämmten Boden hört sich spannend an, hoffendlich gibt es keine Brandflecken. Eine Idee zum Streichen wäre mir deshalb lieber.
Auch was die Weiterbearbeitung angeht tendiere ich in Richtung lackieren. Alle von mir befragten Fachleute haben zwar zu Hartwachsöl geraten, aber alle Freunde und Bekannte mit Holzfußboden haben diesen lackiert und würden es jeder Zeit wieder so machen. Ich habe auch irgendwo gelesen, dass sich die Eigenschaften von Lack (hart, spröde) und Öl (weich, zäh) "annähern", d.h. dass der Lack zäher und das Öl härter angeboten wird. Da ich den Boden nicht ständig nachölen möchte, tendiere ich zum Siegellack.
Ich lasse mich aber gerne belehren, denn noch ist der Boden nicht behandelt! Hat jemand (positive / negative)Erfahrung mit Boden färben und versiegeln?
Gruß
Andreas



Dielen



Siegellack kann sich Elektrostatisch aufladen und wird dann so ein richtiger Staub,Haar und Flusenfänger.Da muss man halt mehr putzen und wischen.Renovierfreundlicher sind geölte Böden-bei versiegelten kann mann meist die ganze Fläche abschleifen.Geölte Dielen wirken lebendiger und wärmer-versiegeltes kommt mir immer so steril und wie totes Holz vor.Bei versiegelten Dielen reißen auch gerne die Fugen-und da nimmt das Holz dann Wasser vom Putzen auf.Nach einer gewissen Zeit ist das nicht mehr zum anschauen-und dann gehts ans schleifen.



Beizen



Hallo Andreas,
erst einmal zu Deiner Frage. Um den endgültigen Farbton der Beize zu bekommen ist das Auftragen einer Versiegelung nötig.

Ich hatte das gleiche Problem und bin jetzt in der Umsetzungsphase. Nachdem ich 120qm Holzdielen abgeschliffen habe, bin ich nun am beizen (Farbton Nussbaum) und mit Lack am versiegeln. Habe mich letztendlich nach sehr langen Überlegungen doch für einen Sieglack entschieden, obwohl die Mehrheit hier im Forum zu Ölen tendiert. Diverse Fachleuchten, wie Tischler, Parkettschleifer, etc. mit denen ich mich auch unterhalten habe, konnten mir auch so richtig helfen. Ich musste feststellen, dass beide Varianten, ölen oder lackieren, Vor- und Nachteile haben und man halt selbst entscheiden muss, worauf man mehr Wert legt. Die ersten fertig gestellten Zimmer haben mich in meiner Entscheidung bestätigt. Die Böden schimmern nun leicht seiden matt und wirken aber nicht mehr so rustikal. Die Langzeitverträglichkeit muss sich nun aber beweisen.
Ich bin wie folgt vorgegangen. Habe mir ein Farbmusterbuch mit verschiedenen Beiztönen von meinen Tischler geliehen und habe anschließend Beizmuster anfertigen lassen. Danach konnte ich in Ruhe den richtigen Farbton aussuchen. Dies ist sicherlich die teurere Variante, aber die Sicherste, wenn man keine Erfahrung mit Beizen hat. Mir war es wichtig, den richtigen Beizton zu erhalten und mich nicht später über ein eventuell schlechtes Ergebnis zu ärgeren. Den Boden guckt man sich ja jeden Tag an. Günstiger geht es, wenn du Dir selbst Wasserbeize (z. B. von Clou, in fast jeden Baumarkt erhältlich) kaufst, das ganze vorschriftsmäßige anrührst und auf einem Stück Musterholz (muss natürlich die gleiche Sorte wie Deine Dielen sein) aufträgst. Die Oberfläche des Holzes sollte sehr fein geschliffen sein, mindestens mit 200er Schleifpapier. Die Beizenpulver können auch gemischt werden, wodurch man fast jeden Farbton herstellen kann. Die Beize muss vollständig trocknen und anschließen versiegelt werden. Nun solltest Du den endgültigen Farbton sehen können. Beachte aber bitte, dass es zwischen Beizmuster und Deinen Dielen zu leichten Farbunterschieden kommen kann, da das Ergebnis nicht nur von der Holzart, sondern vom Alter, Zustand und der Oberflächenbeschaffenheit abhängig ist.



Einfärben



Es gibt von der Firma BIOFA eion sog. Coloröl. Dieses ist absolut für diesen Einsatzzweck geeignet. Bestellen bzw. kann man dies bei www.naturbaudirekt.de



Einfärben



Es gibt von der Firma BIOFA ein sog. Coloröl. Dieses ist absolut für diesen Einsatzzweck geeignet. Bestellen kann man dies bei www.naturbaudirekt.de. Farbkarten kann man dort auch anfordern.



gar nicht so viel Pflege nötig



Hallo Andreas,

wir hatten in unserem früheren Haus einen alten Dielenboden, den wir abgeschliffen haben. In den Wohnräumen haben wir geölt und gewachst, in der Küche lackiert. Ich dachte damals, dass dies die beste Lösung für die Beanspruchung in der Küche sei. Nach bereits zwei Jahren sah der Küchenboden aus "wie Sau" (sorry). Der Lack hatte Kratzer bekommen, in die sich das Fett und der Dreck reinsetzten und nur noch mit der Bürste zu schrubben waren. Leider habe ich den Boden nie mehr ganz sauber bekommen.
Ganz anders die Böden in den Wohnräumen. Obwohl wir und auch unser Besuch mit Straßenschuhen dort hinein gegangen sind, hat der Boden dies viel besser verkraftet. Dort hat es gereicht, wenn ich beim Wischen ein bischen Canauba-Wachs-Emulsion ins Wasser gegeben habe. Natürlich hat der Boden an den stark beanspruchten Stellen Patina bekommen, dort wo die Möbel standen ist er hell geblieben. Aber Holz ist nunmal ein Naturwerkstoff, der auch "mitlebt".
Wir werden nun in unserem jetzigen Haus auch wieder Dielenboden haben, den wir sicherlich wieder nur ölen und wachsen.
Viele Grüße
Kerstin Schleussner