Einen feuchten Eckraum über Tonnengewölbe trocken bekommen?




Hallo!

Wir sanierene einen alten Gasthof. Nun ist das gesamte Gebäude ansich gut in Schuss, da es vor uns lückenlos bewirtschaftet wurde. Nur mit einem Raum haben wir "echte" Probleme und zwar mit Feuchtigkeit. Unser Haus ist Teilunterkellert und zwar mit Tonnengewölbe aus Feldsteinen. Das Gebäude selbst ist mit den Außenwänden 1879 mit Ziegelsteinen darauf errichtet. Nun haben wir aber das Problem, dass bei dem Nord-östlichsten Raum des Erdgeschosses Feuchtigkeit aufsteigt. Das das Tonnengewölbe feucht, ja sogar naß ist, ist aufgrund der Bodensituation geschuldet und für den Rest des Hauses aufgrund des Feldsteinfundamentes auch kein Problem und an allen anderen Stellen ist das Erdgeschoss auch Trocken. Nun ist der Boden dieses Raumes aber so aufgebaut, das auf Holzdielen, die scheinbar in einem Sandbett liegen (welches auf dem Tonnengewölbe sich befindet) noch Pappe und ekelhafter PVC-Boden verlegt wurde. Die Feuchtigkeit staut sich da natürlich und die Dielen die direkt an der Wand liegen zerbröseln auch sofort, wenn man die belastet. Die Wände in der Ecke sind auch etwa bis zu 1,20m Höhe feucht.

Unsere Frage ist nun: Wie sanieren wir diesen Raum soweit das die Wände und der Boden trocken sind?

-Die Dielen und der Belag müssen raus das ist klar - aber Sand rausnehmen und Gewölbe von oben freilegen? Was dann? Verschüttung und Betonboden gießen? WOrauf muss man da achten?

- Wir haben noch nicht das Geld das gesamte Gebäude im Keller trocken legen zu lassen, falls das überhaupt möglich ist, da sich hier auch eine SChichtquelle befindet - also er war schon immer feucht und naß gedacht und wir haben damit ja auch kein Problem - nur eben der eine Raum sollte wie auch das restliche EG trocken sein. Somit wollen wir gerne nur diesen einen Raum sanieren.

Wir freuen uns auf Tips und Hinweise! Gerne auch Fragen, falls ich mich unverständlich ausgedrückt habe! :)

Beste Grüße,

Alexander und Irene



Fußbodenaufbau



Da freut sich jeder "Trockenleger" wenn Sie mit so einer Anfrage kommen.
Sie werden dann mit dem geballten Arsenal konfrontiert was von solchen Firmen im Angebot ist, Erdwellenumpolgeneratoren und andere Zauberkästchen, Elektroosmose, Injektagen, Entfeuchtungsputze usw., alles hilfreich gegen die aufsteigende Feuchte.
Einfacher ist es:
a) die Quelle der Feuchte zu suchen und abzustellen und
b) einen neuen, besseren und der konkreten Situation angepassten Fußbodenaufbau zu planen.
Das kann man nur vor Ort machen.
Dafür sollten Sie jemanden holen der nicht als Vertreter oder Verkäufer für Trockenlegungsfirmen agiert sondern einen damit vertrauten Planer.
Hier finden noch ein paar Hintergrundinformationen zum Thema trockene Keller und nasse Wände:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/allgemeines.html

Hier ein paar Hintergrundinformationen zum Thema Fußböden:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/fussboeden.html



Bodenaufbau und feuchte Wand



Granit zB ist nicht kapillar und ermöglicht keine aufsteigende Feuchtigkeit- allenfalls der Mörtel dazwischen oder Putzschichten.

Dass nur eine Ecke von aufsteigender Feuchtigkeit betroffen ist wäre unwahrscheinlich.
War die Mauerecke schon immer feucht? Also mehrere Jahrzehnte?

Wie hoch steht das Grundwasser? Woraus besteht der Boden? Lehm, Schotter etc?

Wie wird der Kellerraum belüftet?
Gute Lüftung- aber so, dass kein Kondensatausfall möglich ist - trägt zur schnellen Wandtrocknung bei.
Am zuverlässigsten sind feuchtegesteuerte Lüftungsanlagen- mit oder ohne Wärmerückgewinnung.
Es gibt kleine günstige Anlagen- Infos kann ich mailen.

Für den Fußboden alles vorhandene, lose Material entfernen,
ggf mit einer dünnen Ausgleichsschicht etwas einebnen, ausspachteln,
dann Feuchtigkeitssperre verlegen, ggf auf Schutzvlies
EPDM-Folie, Erika von Börner, Bitumenbahnen o.Ä.
Die Abdichtung an den Seiten bis unter die späteren Fußleisten hochziehen.
Darauf KVH auslegen, nivellieren, Zwischenräume dämmen und Eichen- oder Lärchendielen verlegen.

Wenn die Wandfeuchtigkeit reduziert wurde ggf Wanddämmung vorsehen mit Wandheizung, die eine Austrocknung der Wände unterstützt.

Zuerst die Feuchtigkeitsursache feststellen, ggf mit örtlichem Planer.

Trockenlegungsbetriebe suchen primär Aufträge und nicht die Ursache für
Feuchtigkeit.

Andreas Teich