Eine Frage zur Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten

23.10.2015 Wildlife



Hallo, bei der nun anstehenden Sanierung eines Zimmers im Haus habe ich eine Frage zur Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten. Da die Wand die ich jetzt etwas dämmen möchte, mir Schoneinmal Probleme bereitet hat, beschreibe ich kurz den Aufbau und das Problem.

Es handelt sich hierbei um eine recht dünne Außenwand an die gleich das Nachbargebäude angrenzt, zwischen den Häusern ist nur ca. 10cm Luft, die Dächer sind oben verbunden, es kommt also kein Wasser an die unverputzte Fassade. Eine Außendämmung ist hier also keinesfalls möglich. Der Wandaufbau selbst besteht aus einem mit Ziegelsteinen und Lehm ausgemauerten Fachwerk. Bei den Steinen handelt es sich Vollziegel 11,5x 25. Innen ist die Wand mit ca 15-20 mm Lehmputz verputzt darüber nochmal ca. 5 mm Kalkputz auf dem sich bis vor kurzem noch die gute alte Raufaser befand.

Vor ca 5 Jahren entstand an dieser Wand im Winter hinter einem Schrank ein Massiver Schimmel befall, durch sich dort absetzendes Tauwasser, die Wand konnte wahrscheinlich nicht abtrocknen da der Schrank eine ausreichende Belüftung verhinderte. Ich habe noch an dem Tag des entdeckten Schimmels den Schrank, Raufaser und auch den Kalkputz auf der betroffenen Stelle entfernt. (ca 1,5m²) der Schimmel war zum Glück nur auf der Raufaser. Allerdings war die Wand stark durchfeuchtet die freigelegten Balken waren triefnass aber noch nicht angegammelt. Ich habe alles Abtrocknen lassen. Dann habe ich die Wand aber aus Unwissenheit mit Gipshaftputz wieder verschlossen. Nach allem was ich bisher hier gelesen habe war Gipsputz wohl nicht die richtige Wahl. Dennoch ist die Wand bis heute Trocken und frei von Schimmel gewesen. Eine kürzlich von mir wieder geöffnete Stelle zeigte die Balken trocken und in gutem Zustand sind.

Jetzt steht die komplette Renovierung des Zimmers an, und dazu habe ich ein paar fragen und hoffe ihr könnt mir weiter helfen, bzw. mich davor bewahren wieder größere Fehler zu machen. Die Erhaltung der Bausubstanz steht für mich im Vordergrund dennoch würde ich das Zimmer gerne etwas wärmer bekommen da es sich um das kälteste Zimmer im ganzen Haus handelt.

Mein Vorhaben sind 40 mm Holzfaserdämmplatten ( Homatherm ID-Q11 Standart )auf die wand zu bringen. Diese mit ca 15mm Lehmputz und Gewebe zu Verputzen und darüber nochmal einen Kalkfeinputz und mit Kalkfarbe zu streichen(Endoberfläche).

Meine Fragen hierzu sind: - reicht es die Holzfaserplatten auf die Wand zu dübeln, oder müssen sie zusätzlich verklebt werden wenn ja, womit?

- kann der alte Kalkputz, der sich bis auf die ausgebesserte Stelle in einem sehr gutem zustand darunter bleiben.

- sollte ich die ausgebesserte Stelle mit Gipshaftputz durch Kalkputz ersetzen, oder ist dies unbedenklich?

Anbei sei noch gesagt ich möchte aus dem alten Fachwerkhaus kein Energiesparhaus machen, nur ein bisschen wärmer sollte das Zimmer schon werden, da es sich um ein recht kleines Zimmer handelt, 2,7m x 4,8m sollte der Wandaufbau so dünn wie möglich sein.

Ich hoffe ihr könnt mir mit Euren Erfahrungen weiter helfen, bin auch für komplett andere Vorschläge offen.

Viele Grüße aus Thüringen Ronny D.



hohlraumfrei



Die Verbindung zwischen bestehender Wand und Dämmplatten muss hohlraumfrei sein. Entweder die Dämmplatten mit geeignetem Lehm ankleben und dübeln, oder spezielle Dämmplatten (Udi In Reco) verwenden (Sandwich aus Holzflex und steifer Holzweichfaser, wird mit speziellen Dübeln angebracht).

Warum die Kombination von Lehmputz und dann Kalkfeinputz ?





Hallo vielen Dank für die Antwort.
Da die innenliegende Wände schon einen Kalkputz hatten den ich nochmals mit einen Kalkfeinputz begradigt habe,war das für mich am Naheliegendensten. Wenn ich sie richtig verstanden habe, kann ich die Holzfaserplatten mit Lehmkleber diereckt auf den alten Kalkputz Kleben und zusätzlich dübeln? Was mir noch nicht klar ist, ist kann ich die ausgebessert Stelle mit Gipshaftputz so belassen, oder sollte ich sie wieder raus hacken und durch einen Kalkputz oder Lehmputz ersetzen.

Ach ja da brennt mir gerade noch eine Frage, soetwas wie Lehmkleber kennt mein Baustoffhändler nicht,ist es möglich die Platten mit Lehmmörtel oder Lehmputz zu verkleben,oder wird das Pfusch ? Der Halt kommt doch größtenteils von den Dübeln? Es geht doch nur darum eine hohlraumfreie Verbindung zwischen Platte und Wand zu schaffen.

Freue mich über jede Antwort

MFG Ronny.D



Trockenheit der Wand kontrolliert?



Hallo Ronny ist die Trockenheit der Wand überprüft worden bzw garantiert? Wir haben diesen System vor 21/2 Jahren an eine vermeintlich trockene Wand angebracht und haben uns den echten Hausschwamm vom Feinsten bevorzugt hinter den Küchenschränken gezüchtet. Innerhalb von 2 Jahren hat er Eichenbalken zu Staub zerlegt. Der Lehm hat das Wasser aufgesaugt wie ein Schwamm und die Holzweichfaserplatten hat die Feuchtigkeit nicht transportieren können, sondern abgesperrt. Das System kann funktionieren, aber wirklich nur an trockenen Wänden. Liebe Grüße Steffi





Ja die letzten Jahre war auch im Winter alles trocken, habe eine kleine Stelle in der mit Gipshaftputz ausgebessert Stelle geöffnet, nur um wirklich sicher zu gehen. Ist aber alles trocken und auch das Fachwerk hat alles gut überstanden. Sehen aus, als wäre nie was gewesen. Habe es damals wohl noch rechtzeitig mit bekommen. Da mir scheinbar Niemand sagen kann ob der Gipshaftputz das Fachwerk angreifen kann, werde ich ihn wohl doch komplett entfernen und durch Lehmputz ersetzen. Das lässt mich sonst doch nicht ruhig schlafen.

Viele Grüße Ronny



Wenn



schon mal Schimmel da war würde ich Dämmplatten in Kalkmörtel kleben und dübeln!
Grüße





Danke für den Tipp, dann habe ich wohl alles richtig gemacht, denn genau so habe ich es mittlerweile getan. Nachdem hier keine Antwort mehr kam, habe ich mich weiter im Internet belesen, der Kostenvoranschlag für Lehm vom Baustoffhändler meines Vertrauens hatte mich auch etwas geschockt. Das kostet reiner Kalkputz nur ein Bruchteil von. Habe ihn etwas dünner angerührt und auf Wand und Holzfaserplatte mit der Zahntraufel aufgetragen, angeklebt und nachträglich gedübelt. Auf die Platten habe ich dann nochmal Kalkputz mit Amierungsgewebe aufgezogen. Ist alles schön gerade und glatt geworden, sieht richtig gut aus. Ach ja, da mir Niemand sagen konnte ob ich die ausgebesserte Stelle mit Gipsputz drunter lassen kann und ich mir unsicher war, habe ich sie letztendlich auch durch Kalkputz ersetzt.

Hoffe das alles so richtig war ?

Viele Grüße Ronny



Schaden



kann es auf keinen Fall, dass du den Gipsputz entfernt hast. Ob es was gebracht hat steht auf einem anderen Blatt, aber ist ja erledigt.