Einblasdämmung innen und Außen ?

24.03.2015 Arnold



Guten Tag,wir werden uns ein Fachwerkhaus Kaufen und ich bin am überlegen ob ich das Haus von außen verschale und dann ein fachwerkblender zu installieren damit es wieder so aussiht wie jetzt und eine Zellulosedämmung einbringen zu lassen? oder lieber Fachwerk aufdoppel und mit Lehmsteinen ausmauern? oder genz lassen und Innendämmung mit Zellulose?oder lehmsteine innen hochmauern! viel oders ich weiß!
bitte sachliche Kommentare oder Hinweise und vielen Dank im voraus für euren Rat
gruß Arnold



Bretterfachwerk



hat die gleichen Probleme wie Fachwerk. Da geht ebenso Wasser rein und die Konstruktion ist gefährdet. Dann doch lieber eine echte Wand davor setzen als so ein Imitat. Irgendwie bin ich da altmodisch. Die Imitate kann man meistens auf 1 km Abstand an den glatten und nach wenigen Jahren an den verzogenen Brettern erkennen. Ob das den Aufwand lohnt?

Wem's gefällt.

Herbert





das Imitat wird mit Fachwerk gemacht! mit brettern sieht das nix aus!
im Prinziep Fachwerk vors Fachwerk!



Fachwerkimitat



Imitate würde ich nur machen wenns praktisch keine andere Möglichkeit gibt- zudem ists- wenns halbwegs echt aussehen soll- ein enormer Aufwand bei dennoch fragwürdigem Ergebnis.

Es sind immer noch jede Menge Anschlüsse, Fugen, der Sockel etc auszubilden.

Dann doch lieber eine Innendämmung u ggf mit einer Wandheizung kombinieren.

Oder wenns total verrottet sein sollte oder die Dämmung sehr gut werden soll eine ganz normale Außendämmung mit Holzträgern oder TJi/FJI, zB. mit Zellulose oder Hanf oder Holzfaserplatten dämmen und dann mit Holz oder Putz oder einer aus beidem kombinierten Fassade herstellen.

Dann ists wenigstens bautechnisch und dämmtechnisch optimal

Andreas Teich





wenn's mehr als Bretter Fachwerk werden soll, also eine vorgesetzte FW Wand mit Ausfachungen aus Lehmsteinen hat das Konsequenzen:

erstens braucht man ein Fundament, zweitens muss man die EnEv einhalten, drittens braucht man möglicherweise eine baurechtliche Genehmigung, dann braucht man mehr Dachüberstand, man muss möglicherweise die Fenster und Türen versetzen und schließlich hat man zwei Fachwerkwände mit Hohlraum, das kann problematisch sein (Kondensat).

HJ Burhorst hat so etwas mit Erfolg realisiert (http://www.bussjans-hof.de/), das sind aber Neubauten.

Eine vorgemauerte Lehm Innenwand muss auch auf irgendetwas stehen, die kann ja nicht frei schwebend angebracht werden und produziert auch möglicherweise eine Hohlraum.

Für eine Innendämmung gibt's bewährte Lösungen, die hängen aber von der Zielsetzung und den Gegebennheiten ab.

eine konkrete Empfehlung wird auch hier niemand geben können, solange gar nicht klar ist, welcher Zweck erreicht werden soll (Wetterschutz, Dämmung...).

Im Übrigen ist es keine Schande, wenn ein FW Haus eine passende Vorhangfassade bekommt- eine bewährte Vorgehensweise seit Jahrhunderten!
Es müssen ja nicht unbedingt Plastik Schindeln oder gar Eternit sein.





Dach wird neu gemacht mit Fundament das ist mir klar und nicht das Problem! Und ich muß das eh mit Stad abklären wegen Denkmalschutz! mir geht es um dämmen und die Optik zu erhalten! vielleicht hat ja schonmal jemand das so gemacht!





Eine kapillaraktive Innendämmung wäre denkbar. Eine Innendämmung, z.B. aus Wärmedämmlehm, hat natürlich zur Folge, dass es Wärmebrücken im Deckenbereich gibt. Außerdem verkleinern sich die Innenräume. Steht die Fassade unter Denkmalschutz hat man sicher auch keine andere Möglichkeit, als eine Innendämmung vorzunehmen.

Eine Fachwerkimitation, ganz gleich wie gut sie ausgeführt wurde, ist absolut nicht im Interesse des Denkmalschutzes. Ich kann mir allerdings sehr gut vorstellen, dass eine Außendämmung mit Cellulose angebracht wird und die Fassade mit Brettern verschalt wird. Das Fachwerk ist außen nicht mehr sichtbar, aber das ist nur ehrlich und konsequent. Wie wäre es, das historische Fachwerk dann innen freizulegen?

Greetz

Lina Fuchs



Weil mein Name hier gefallen ist



muss ich etwas klarstellen.

Ich sehe meine Fachwerkhäuser als richtige Fachwerkhäuser an (wurde hier im Forum angezweifelt).

Hier im Norden wird immer zweischalig gebaut.

Das Fachwerk ist der Wetterschutz. Es folgt die Luftschicht von 4cm. Dann kommt die Dämmung und anschließend die Innenschale.

Bei den meisten meiner Häusern trägt das Fachwerk die gesamte Konstruktion.

Vielleicht ein Schwachpunkt ist, dass die Deckbalken die Dämmung durchdringen. Feuchtigkeit hat es hier in 15 Jahren nie gegeben. Einzig die Fugen müssen mal nachgearbeitet werden, weil das Holz nach der Bauphase noch etwas zusammengetrocknet ist.

Diese Form der Bauweise wird hier von vielen Firmen in ähnlicher Form praktiziert.

Es gibt natürlich auch Firmen, die die Holzdecke auf der Innenschale auflegen. Vorteil: Die Dämmebene wird nicht durchbrochen.

Ich behaupte, dass 99% der Betrachter nicht sehen, wo die Decke festgemacht ist.

Ich habe mehr als 20 Fachwerkgebäude errichtet, und die gleiche Anzahl wurde noch von Firmen hier im Umkreis von 300m gebaut. Da würde ich von einer bewährten Bauweise sprechen. Auch wenn in diesem Forum einige meinen, dass es kein richtiges Fachwerk ist.

Auf dem Foto mein Elternhaus. Ein Niederdeutsches Zweiständerhallenhaus. Das Dach liegt auf den Deckenbalken, die wiederum auf den zwei Ständerreihen ruhen. Die Seitenwände sind nur abgeschleppt und tragen nur die kurzen dünnen Sparren. Trotzdem ist es ein Fachwerkhaus.

Nachtrag: Das Foto täuscht, das Fachwerk mit Schwelle steht im Trockenen.

Gruss
Heinz-Josef





@ HJB
ich hatte ja geschrieben "mit Erfolg", es ist aber es ist eine moderne Lösung.
Man baut ja heute auch keine Autos wie 1920 oder kleidet sich wie die Germanen.

für ein denkmalgeschütztes Objekt gilt ja die Erhaltung der historischen Eigenheiten als oberstes Gebot, soweit die Nutzbarkeit nach heutigen Anforderungen gewährleistet ist.

Da ist sicher eine Innendämmung zielführender und auch eher genehmigungsfähig, als ein möglicherweise schadensträchtiger und entstellender Umbau.

Vom Prizip her ist die Originalfrage hier im Forum auch falsch, die muss man zu aller erst beim Denkmalamt stellen.
Schon bei der Verlängerung des Dachüberstandes und dem Verändern der Fensterlaibungen könnte der DS sein veto einlegen.

der Fragesteller sollte vor dem Kauf vom Verkäufer und auch vom Denkmalamt sich alle Auflagen, die das Haus betreffen, zeigen lassen und klären welche Vorgaben der DS zur Dämmung macht.

GE



Hallo Herr GEhlerding



ich bin voll und ganz ihrer Meinung. Beim Denkmal sollte man soviel wie möglich erhalten, und deshalb wird oft nur eine Innendämmung möglich sein.

Was ich erstellt habe, sind Fachwerkhäuser die sich an vorhanden, alten Gebäuden orientieren.

Beim Umbau und auch Neubau habe ich aber immer höchsten Wert auf Dämmung gelegt. Der Erfolg ist da, im letzten Jahr betrug der Verbrauch 50kw je m² Wohnfläche incl. der Warmwasserbereitung. Ein Hackschnitzelheizwerk mit 150kw versorgt 25WE

Lieben Gruss
Heinz-Josef





die Frontseite muß von Optik so bleiben rest keine Auflagen!