Einblasdämmung für Zwischendecke mit "besserem" Schallschutz

05.09.2017 Trala-la



Hallo Zusammen,
ich saniere ein Siedlungshaus aus den 40er und mache mich jetzt Gedanken um die Dämmung der Zwischendecke EG/OG (Holzbalkenlage). Die Decke in EG hat eine enge Lattung (Spalt ca 1cm zw. Latten) mit Strohputz und ist in gutem Zustand. Ca.30% der Decke musste wegen Versetzung von Wände teilweise abgerissen werden, sodass die Holzbalken von unten in diesem Bereich sichtbar sind. In OG sind Dielen vorhanden, die nicht abgerissen werden. In Drempelbereich ist jedoch Zugang zum Hohlraum.

Da in OG die Kinderzimmer sind, möchte ich den Hohlraum irgendwie dämmen, um etwas Schallschutz zu bekommen. Da die alten Dielen nicht raus können, bleibt nur Einblassdämmung möglich. Ein Fachbetrieb für Zellulose riet mich davon ab, da Zellulose keine Gute Schallschutzeigenschaften hat. Sie empfahlen Steinwolle einzulassen, da diese mehr Masse bringt.

Jetzt die Frage....
Gibt es Alternativen zur Einblas-Steinwolle?
Welche Einblasdämmung bietet "etwas bessere" Schallschutz?
Bitumen Perlite (Bituperl) soll -31dB bringen. Könnte Perlite oder Bitumenperlite eine gute Alternative sein?

Danke Schön!

Tralalala



Alte Dielen haben Fugen...



... und durch die könnten Fasern rauskommen.

In anderen Worten, eingeblasene Steinwolle oder Zellulose wäre für mich ein no-go.

Steinwolle hilft zwar vielleicht etwas gegen Luftschall, hat aber auch nicht genug Masse um Schwingungen der Decke zu dämpfen.



Decken-Schalldämmung



Mineralwolle hat gegenüber Zellulose keine Vorteile in Hinblick auf Schalldämmung, da diese eher weniger Masse hat.
Möglich wäre Jasmin-Einblasdämmung (Lehm-Holzspänegemisch) mit fast doppelter Masse gegenüber Zellulosedämmung bzw fast dreifach mehr gegenüber Suprafil-Mineralwoll-Einblasdämmung.

Wenn es niemand für Jasmin-Dämung bei euch gibt würde ich Zellulose verwenden, da die bei komplettem Ausfüllen des Hohlraumes zumindest den Trommeleffekt (Resonanzboden) reduziert, dabei auf Höhe Verdichtung achten, (60 kg oder mehr je m3).

Gegen lose Fasern kann die Zellulose durch die Fugen nach dem Einblasen leicht mit Wasser besprüht werden-
Faserbindung wie bei Pappmachee.
Die wesentlichste Verbesserung ist bei unterseitiger Deckenverkleidung möglich

Andreas Teich



Ritze



Hallo Zusammen,

danke für die Antworte!
Die Dielen im OG werden behalten, wir Verlegen jedoch neue Dielen drauf, da Die recht große Lücken zwischen den Brettern haben. Das Abziehen der alten Dielen und verlegung von Trockenestrich und drauf die neuen Dielen kommt leider nicht in Frage. So ist das Problem mit dem rausguckenden Fasern nicht relevant.

Mir ist bekannt, dass gute Schallschutz nur durch Masse zu realisieren ist. Ich kann aber nicht viel Masse einbringen, ohne einen Fehlboden zu bauen und die Statik neu zu berechnen. Ich kann mir das leider nicht leisten. Zellulose und Mineralwolle scheinen mir generell etwas zu wenig Dichte zu haben. Deswegen die Fragen....

Dichte:
Zellulose 25-60kg/m3
Perlite 90kg/m3

Ist Perlite überhaupt für die Anwendung geeignet?
Kann man duch das einblasen von Perlite besserer Schallschutz erreichen?
Könnte (allgemein gesagt) eine Strohputzdecke das Gewicht von Perlite tragen oder müsste man hier zwangsläufig einen Statiker holen?

VG
Tralala



neue Dielen auf alte...



... wie soll das gehen, ohne gewaltig zu knarzen ? Wenn die Dielen nicht mehr gut sind, dann würde ich sie durch neue ersetzen, und bei dieser Gelegenheit einen Fehlboden einbauen. Build nice or build twice.

Schüttung mit Blähton ist je nach Sorte zwischen 300 und 600 kg pro m3. Aber trockener Sand oder Splitt sollte es auch tun.



Blähton



Moin,

Auf die alten Dielen waren Spanplatten verlegt. Drauf kommt Trittschaldämmung und erst drauf die neuen Dielen. Die alten Dielen knarschen kaum. Und wir können damit leben. Altbau eben :)

Perlite oder Blähton würde mehr Masse in die Decke bringen, was gut ist. Die Frage ist ob die vorhandene Trohputzdecke das Gewicht der Dämmung tragen kann. Am Rande... Ein Teil der Decke wurde abgerissen. Das Abreisen der Deckenlattung musste mit Kuhfuss erfolgen, da die einzelnen Lattungen SEHR fest genagelt waren.

1.- Ist Bläton so viel besser als Perlite und beide so viel besser als Mineralwolle?

2.- Wie sieht es mit der Traglast von einer Strohputzdecke mit enger Lattung aus?

3.- Würde eine solche Decke das zusätzliche Gewicht von Perlite oder Bläton tragen? Ist es grenzwertig oder geht gar nicht? Ich habe leider kein Gefühl für die Tragfähigkeit einer solchen Konstruktion...

Angehängt sind Bilder der Lattung und des Holzraums.


Vielen Dank,

Tralala



Schalldämmung der Zwischendecke



Am einfachsten und effektivsten wäre es, zB "Phonestar"-Platten auf die vorhandene Decke zu legen und darauf Fertigparkett.

Dann beurteilen ob die Schalldämmung genügt.

Zur weiteren Besserung ggf noch den Deckenhohlraum mit Zellulose gut verdichtet ausblasen,
vorher zwischen oder unter die Balken Gipsfaserplatten befestigen.

Wenn noch höhere Anforderungen bestehen:
die Unterkonstruktion an Federabhängern montieren.

Andreas Teich



Auf die Sparschalung...



...eine Heraklithplatte 15 mm aufbringen und dann mit Holzfasern ausblasen, statt der Steinwolle.
Sicherlich ist ein Masseeinbau (Lehm wäre gut!) und einen zusätzlichen Dämmstoff dazu ideal, aber wenn die Dielen verbleiben sollen, ist die Einblasvariante eine gute Alternative.
Also Holzfasern sind etwas schwerer gegenüber Zellulose.