Kostenfrage und wenig Eigenkapital

04.05.2005



Hallo, wir haben ein altes Winzerhaus gefunden, welches lange unbewohnt stand. Der Zahn der Zeit hat daran genagt und Dach,Heizung und Sanitär müssen erneuert werden.Dämmen müsste man auch noch. Ist es realistisch 100.000 dafür einzukalkulieren? Wir haben leider noch wenig Eigenkapital ansparen können. Ist es überhaupt möglich, eine Bank davon zu überzeugen, eine"halbe Ruine" zu finanzieren ohne das notwendige Eigenkapital? Wer hat Erfahrung damit? Wie geht man strategisch geschickt dabei vor. Wir könnten natürlich noch ein paar Jährchen sparen, aber wer weiß, ob das Haus dann noch zu haben ist oder gar abgerissen wurde.Es wär wirklich schade drum..
Ich hoffe auf viele Tipps, Danke schon mal im Vorraus



Eigenkapital



Hallo Joachim,

wenn Deine jetzige Miete entsprechend hoch ist, kannst Du erst mal die Bank überzeugen, was Du monatlich leisten kannst.

Desweiteren wird oft die Eigenheimzulage als Eigenkapital angerechnet. Da kannst Du gut evt. Kinder "versilbern".

Eigenleistungen gelten auch als Eigenkapital. Allerdings wäre ich da vorsichtig. Die meißten überschätzen sich da hinsichtlich verfügbarer Zeit und Fachwissen. Also alles, was gemacht werden muss, um das Haus zu erhalten, würde ich nicht als Eigenleistung rechnen.

Ansonsten sollte man guten Banken etwas vertrauen, wenn sie skeptisch sind, damit nicht das böse Erwachen kommt.

Viele Grüße



Hallo Joachim,



Habe ein ähnliches Bauvorhaben erfolgreich abgeschlossen um Dir evtl.helfen zu können fehlen einige genauere Daten.
Wie groß ist dieses Haus?
Steht es unter Denkmalschutz?
Wie sind Wände und die Fundamente beschaffen?
vg steffen



An Steffen



Habe mir mal gerade die Bilder von deinem Haus angesehen - klasse!"Unser Haus" ist aus Schieferbruchstein und Wände und Fundament sind okay, das Dach muss aber runter. Der Dachboden ist noch nicht ausgebaut, die übrige Nutzfläche ist 200qm, Denkmalschutz besteht nicht, das Haus ist ca.von 1880, es gibt zahlreiche Nebengebäude, um die man sich so nach und nach kümmern kann.
Gruß Joachim



EIGENKAPITAL



Hallo Joachim,
nach meiner Erfahrung kommt es den Banken nicht so sehr aufs Eigenkapital an, gerade jetzt schmeißen ja viele Banken mit "günstigen" Immobilien- und Modernisierungskrediten um sich.
Den Banken kommt es darauf an, eine möglichst hohe KREDITSUMME aus dem Kunden herauszukitzeln. Wenn du zu sparsam an die Umsetzung deines Bauvorhabens herangehst - ja möglichst noch viel in Eigenleistung machen willst - kriegst du Probleme. So meine Erfahrung: Die Bank verlangt von mir nach der anfänglichen Zusage, dass ein Kredit grundsätzlich möglich sei (daraufhin habe ich ebenfalls eine "halbe Ruine" gekauft) nunmehr einen tragfähigen Nachweis (mit Kostenvoranschlägen von Fachfirmen), dass der Marktwert des Hauses mit den Mitteln entscheidend verbessert wird. Damit die Bank das Haus grundbuchmässig beleihen kann!
Mein Rat: Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau www.kfw.de) hat das zinsgünstigste Darlehensprogramm für Immobilien. Das muss auch über eine sog. Hausbank beantragt werden.Der Vorteil ist, dass eine hoch angesetzte Kreditsumme später auch reduziert werden kann, wenn man die Kosten nicht verbaut hat und eine außerplanmässige Tilgung möglich ist.
P.S. Die meisten Banken machen KfW nicht gern und versuchen dir, ihre eigenen Kreditprogramme aufzuschwatzen, musste halt einige kontaktieren (insbesondere auch die Sparkassen).