Eigener Kalkputz sieht aus wie Sand

21.12.2020 Helmut


Hallo liebe Forengemeinde,

wie durch meine anderen Beiträge unschwer zu erkennen ist, versuche ich mich ab und an in der Sparte "Putz selbst machen".
Habe vor kurzem eine vorgemauerte Wand mit einer mageren Putz/Sandmischung verfüllt.
Davon habe ich noch NHL2 von Hessler übrig. Mit einer Mischung 1:4 aus NHL und Rheinsand 2mm legte ich Probeflächen an. Der Putz hält gut, ist optisch grau und sieht an der Wand fast aus wie Sand. Ist das normal? Da frage ich mich was die Putzhersteller alles in Ihre Werktrockenmörtel packen um "geschlossener" auszusehen.
Oder muss ich den Putz länger mischen?

Liebe Grüße
Helmut



Kein Wunder



hallo Helmut, wie immer am Probieren. Wie gehts Dir? Dein Ergebnis wundert mich nicht, ist ja schließlich auch 80 % Sand drin. Aber wenn er fest ist , ist doch alles gut. In den Werksmörteln ist oft noch Zellulose und Methylzellulose ( Tapetenkleister) drin, oft auch noch Marmormehl. Das Thema hatten wir hier gerade ein paar Beiträge vorher. Mach doch mal ein Foto von der Probefläche.



evtl noch Quarzsand zusetzen



Hallo, ich habe nach Anleitung Lothar Janssen Greef auf YT auch mehrere Zimmer mit selbstangesetztem Sumpfkalk 1:4 mit Sand verputzt. Als Zusatz wäre es evtl hilfreich noch sehr feinen QuarzSand (nur ganz wenig) zuzusetzen,- einfach damit die Sieblinie des Sandes nicht so einheitlich ist, wie bei normalem Sand). Der feine Sand gibt mit seiner geringen Korngröße zusätzliche Festigkeit.

Generell bin ich mit dem selbstgemixten Kalkputz immer sehr zufrieden. Wenn er mit genügend Druck händisch aufgetragen wird, gibt es auch keine Risse!



Bild ist leider etwas unscharf..


Bild ist leider etwas unscharf..

antworte von unterwegs. Trotzdem lade ich es schonmal hoch. Ist das Mischungsverhältnis 1:4 zu dünn?

Liebe Grüße
Helmut



Rheinsand



Dein Rheinsand hat zu weing Feinstanteile. Frag beim Baustoffhändler nach Putz- und Mauersand.



Der Gelbe



Also bei uns gibt's nur den gelben Mauersand, ist der das Richtige?

Gruß
Helmut



Ja probier den mal!



Ja, probier den mal. Bei uns in der Gegend wird der in Sankkuhlen abgebaut. Ich glaube, der wird nicht mal gesiebt o.ä. Bei dem Lothar Janssen Greef ist eine Sandkuhle direkt vor der Haustüre. Den teuren Flusssand nehmen hier nur die Estrichleger. Keine Ahnung wie das in anderen Gegenden ist.



Blüht da was aus?



Nochmal eine Frage zum gelben Sand
Ich meine irgendwann mal aufgeschnappt zu haben das man den gelben Sand nicht mehr nehmen sollte, da es da zu Ausblühungen kommen würde aufgrund der Bestandteile des Sandes. Früher hätte es nur den gegeben, desshalb nahm man den. Ist das alles Quatsch?

Und noch eine Frage zu Zuschlägen. Wo kann man Steinmehl oder ähnliches herbekommen. Hier bei uns, auch im Baustofffachhandel hat man es schwer, wenn man etwas ausserhalb der Standardware möchte.

Liebe Grüße
Helmut



Experimente



Steinmehl bekommst du eventuell dort, wo es mühsam aus der Gesteinskörnung/Sand entfernt wurde, um den für deinen Fall ungeeigneten Sand ohne Feinstanteile herzustellen. Für teuer Geld und mit viel Aufwand stellst du dann ein Produkt her, dass in der Natur reich vorkommt. Ich bin kein Mensch vieler Worte, ich hoffe, du verstehst was ich sagen will.



Moin,



das mit dem Sand ist nun wirklich keine Wissenschaft, ich habe bisher, egal wo ich war den ortsüblichen genommen und ob der Sand nun gelb, hellbeige oder sonst wie gepunktet war, hatte dies nie einen Einfluss auf das Ergebnis.



Steinmehl



gibt es auch als Dünger zur Bodenverbesserung. Frag mal in einer gut sortierten Gärtnerei nach.



Also gibt's Gelben



Danke für die Tips. Macht Spaß hier...

Noch eine Frage zum mischen
Soll man den Putz nachdem durchmischen direkt verarbeiten, oder lieber eine bestimmte Zeit warten.

Grüße Helmut



Bei NHL



lieber nicht zu lange warten und bald verarbeiten, der bindet etwas schneller ab als Kalkhydratmörtel, den man auch zugedeckt stehen lassen kann.



Verhältnis....?



nochmal kurz zum Verhältnis, NHL zu Sand.
1:3,5
passt das?

Liebe Grüße
Helmut



Verhältnis



paßt.



Wissenschaft



Moin , das mit dem Sand und der richtigen Sieblinie ist sehr wohl eine Wissenschaft wie mir scheint.
Und wissen geht verloren wenn man es nicht Pflegt...
Steinmehl ist niemals in einer Kiesgrube zu Finden sondern wird, wie der Name schon sagt aus Natursteinen Gemahlen, bzw gebrochen.
Bei uns in der Gegend gibt es solches Material beim Baustoffhandel fast immer ist es Karbonquarzit mit Maximalkorn 0,5 mm abgestuft mit Nullanteil .
Steinmehl hat den Vorteil das jedes einzelne Korn Scharfkantig ist, was sich natürlich auch in der Druckfestigkeit des Putzes Wiederspiegelt.
also wenn ich zb Rheinsand 2 mm Hätte und nicht mit der Oberfläche zufrieden bin dann füge ich im Oberputz zb Kalksteinmehl Basaltmehl oder wie oben genannt Karbonquarzit hinzu bis mir die Sieblinie für mein Vorhaben Passt.
Je mach Landstrich wo man sich befindet ist es immer ein anderes Hartgestein welches sich eignet..

Bei Zugabe von Quarzsand kann man zwar auch glatte Oberflächen erzeugen allerdings ist jedes einzelne Korn Rund wie eine Murmel und ich benötige mehr Binder um diese Murmel festzuhalten...

Ungewaschener Sand aus der Kiesgrube enthält noch alle Nullanteile und somit auch Schluff , also feine Lehmanteile und ist für eine guten Wandputz nicht zu empfehlen.
weil auch hier die gewünschte Festigkeit nicht erreicht wird.
aber auch das ist je nach Kiesgrube regional sehr unterschiedlich.

Wenn man zb Kopfsteinpflaster in Füllsand setzt und nicht wie üblich in Steinmehl dann sieht man den Qualitatsunterschied nach dem ersten schweren Fahrzeug...

gutes gelingen wünscht Flakes




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