Eichenfussboden

18.02.2021 1965 Ingrida


Liebe Community,
ich habe ein eher ungewöhnliches Vorhaben im Auge.
Ich möchte Eichenbalken quer in 2 cm Stärke zusagen lassen, um siein als Boden zu verwenden ähnlich vom Aussehen wie Stäbchenparkett ca. 15 cm x 15 cm groß.
Der Untergrund ist eine alte Fichtendiele auf der ehemals Linoleum verklebt war (astebdthaltig).
Beides Linoleum und Kleber wurde entfernt. Der Raum ist die Küche.
Nun meine Frage: Ich möchte aus gesundheitlichen Gründen keinen Parkettkleber verwenden, sondern die einzelnen Stücke vernagelt oder verkleben.
Ist meine Idee überhaupt umsetzbar?



Warum ungewöhnlich?



Das nennt man auch Holzpflaster oder Kopfholzboden.



2 cm?



Ich glaube 2 cm sind bei der Fläche von 15x15 nicht dick genug. Es ist sehr gut möglich, dass sich das Holz spaltet (wenn ich richtig verstanden habe, soll die Holz-Faserlänge dann nur 2 cm haben).
Meine auch gesehen zu haben, dass dieses Holzpflaster etwas kleiner (ca.7x7cm) und etwas dicker ist (ca. 4 cm).
Eventuell lohnt es sich, das mal auszuprobieren mit 10 oder 20 solcher Plättchen.
Befestigen und drauf herumlaufen.



Es soll also Hirnholzparkett 15 x 15cm werden?



Genagelt? Vergiss es.
Verklebt auf asbesthaltigen Belag? Ebenso unsinnig.

Um's deutlich zu sagen, das additive Bauprinzip (immer noch eine Lage drauf) ist ein Riesenpfusch.

Mein Rat: Baue alles aus (incl. Nadelholzdielung, falls diese nicht aufarbeitbar ist). Schaue Dir den Unterbau, speziell die Balkenköpfe an. Oder ist das gar Erdgeschoss über unbeheiztem Keller oder Erdboden? Dann must Du auch absperren und dämmen.

Ein Fußboden gehört zu den Basics, und sollte dauerhaft ausgeführt werden. Spielen kann man besser bei der Einrichtung.

Grüße

Thomas



Parkett



Man könnte den Boden schon wie ein klassisches Intarsienparkett aufbauen - aber das ist eine irrsinnige Arbeit und der Boden sollte absolut Plan und gut vorbereitet und stabil sein. Und ums flächige verkleben kommt man nicht drumrum. Sonst schüsselt es wie verrückt. Man kann natürlich auch mit traditionellen Leimen arbeiten. Kaseinleim, Warmleim auf Haut-Knochen Basis oder wenns sehr sehr sehr gut halten soll: Fischleim kalt.



Bei Hirnholz...



...und in der Küche? Das Holz arbeitet über Hirn beträchtlich. Nimmt Wasser wie ein Schwamm auf, wenn man's nicht lackiert. Das wird eh schon nichts, aber mit den klassischen Leimen erst recht nicht. Die durch ihren Wasseranteil noch 'mal zusätzlich Bewegung erzeugen. Da sehe ich schwarz.

Und das im beginnenden Frühling :-)

Grüße

Thomas



Ist natürlich Spielerei



und nicht bombenfest. Alte Eichenbalken arbeiten aber nicht mehr so heftig, wie frischeres Holz. Ich würde vielleicht eher 3 cm Stücke schneiden. Gut geölt könnte das funktionieren. Nicht fugenfrei, klar. Durch die Dielen wird ja auch Bewegung reinkommen.

Und Fischleim kalt ist fast unlösbar. Der würde mir da keine Sorgen machen. Mir ist mal eine Trennfolie beim Verleimen damit verrutscht und ich musste das Werkstück von der Hobelbank mit dem Stecheisen mühsam runterstemmen.



Eichenfussboden sagt danke



Ja ich möchte mich über die anregenden und kundigen Gedanken herzlich bedanken.
Ja Thomas Sie liegen genau richtig, es ist Erdgeschoss und unter den FichtendieleNagel liegen die Balken auf denen sie vernagelt sind.
Daher auch Nein Bemühen um einen diffusionsoffenen Boden. In der Sache haben Sie sicherlich recht (Alles raus incl vor sich hinrottender Teerpappe) und neu aufbauen. Sehr wahrscheinlich werde ich heute das nicht machen, weil
A) das Haus die letzten 50 Jahre auch nicht verkommen ist bei drei Luftdichten Böden über eben dieser Fichtendiele.
und entferntem Teilstück der tragenden Unterkonstruktuon. Ja der war verrottet.
B) saniere ich schon fast 7 Jahre und möchte einfach mal weiter kommen. Ein perfektionistischer Anspruch raubt mir eher Geld, Zeit und Lebensfreude.
Habe da schon unglaublich viel gearbeitet und muss zudem 90 Minuten fahren.
C) ich suche daher etwas diffusionsoffenes, wertIgeS, was zu einer er im Kern 300 JAHRE alten Bude passt und meinen Geldbeutel nucht überstrapaziert. Ich habe zudem eine Schwäche Übergebliebenes zu verwerten.

So. Dann klingt es für mich schlüssig, mehr als 2 cm zu nehmen.
Fischteich? Ist der elastisch genug und reißt er nicht bei Beanspruchung?
Ich hatte zunächst an Lehmoberputz und Leinöl gedacht. Wir ja knochenhart, ist aber nicht elastisch.
Also FischLeim, Kaseinleim würde u. U. gehen, von nageln und verschrauben ratet ihr ab. Richtig?



Fischleim



der ist gut elastisch und hochfest. Aber nicht billig.
https://www.kremer-pigmente.com/elements/resources/products/files/63550.pdf



Was 50 Jahre hielt...



...kann morgen einbrechen, schlicht aus existentieller Unlust. Jede Konstruktion funktioniert bis zu dem Punkt, wo sie versagt. Insofern halte ich es für dringend erforderlich, den Zustand des Unterbaues sicher zu kennen.

Eine Verklebung von Hirnholz auf Längsholz funtioniert nicht deswegen, weil alles andere für Sie zu viel Mühe bedeuten würde. Dem Holz wie dem Leim ist das egal. Speziell von allen Glutinleimen rate ich explizit ab. Das hat sich noch nirgends bei einem Verbindungsversuch im Fußboden Hirnholz - Längsholz bewährt. Zudem ist es ja möglicherweise in Sachen Feuchte problematisch. Da züchten Sie mit einem extrem nahrhaften Glutinleim (für rund 20€ je Liter Fischleim) vielleicht ganz schnell ein Pilzbiotop. Solche verkopften Konstruktionen habe ich schon herausgeschaufelt, incl. Hausschwamm. Der Denkansatz der "Diffusionitis" führt da in's Leere.

Ohne, daß ich jetzt aus o.g. Gründen zum Verkleben über unabgesperrtem und ungedämmten Untergrund rate, mit einem Parkettkleber auf smp - Basis könnte Ihr Ausfallrisiko etwas geringer sein. Aber aus meiner Sicht zu hoch. Meine Prognose: Sie machen das mit hoher Wahrscheinlichkeit alsbald nochmal. Das nennt man dann mittlerweile "learning by doing". Für den Handwerker existenziell tödlich. Für den Heimwerker möglicherweise Teil eines mir nicht verständlichen (es gibt ja Verarbeitungsrichtlinien und den Stand der Technik) großen Planes.

Viel Erfolg

Thomas



Ganz abgesehen davon...



...im Verhältnis des Aufwandes einer im Erfolg höchst zweifelhaften Maßnahme zu einer bewährten Konstruktion erscheint mir die Neuverlegung einer (Eichen)dielung ein nicht unangemessener Aufwand.



Eichenbalken



Eichenbalken sind ja an sich begehrt und vielleicht kann man da einen Tausch/Verkauf mit jemandem machen, der solche benötigt. Im Gegenzug ist dann zu überlegen, die Fichtenbretter herauszunehmen oder aufzuarbeiten und für 15,-€ pro m^2 sich einfache neue Dielenbretter zu kaufen. Eventuell einfacher, preiswerter und schneller....



Planänderung



Ja, Sie haben mich überzeugt.
Ich werde keine weitere Diele auf die vorhandene drauf packen.
Ich werde die vorhandene aufarbeiten.
Wir gesagt ein darunter fauliger Balkenabschnittwurde entfernt und ersetzt.
Also schleifen.
Wenn man es fachmännisch machen würde, dann müsste die alte Diele raus, vermutlich befindet sich Teerpappe dort, dir ebenfalls raus müsste, die Balkenlage vermutlich auch und dann ...
Bitumen rein, neue Balkenlage, ne Schüttung und neue Dielen rein.??
Zu allen zwei Seiten der Küche befindet sich Straßenbelag.
Vllt. Können Sie mir dazu noch kurz was sagen.
Daanke



alles raus?



Na ja, Terrpappenstreifen hat man gerne auf oder unter die Balkenlage gelegt - insbesondere in der Nähe der Auflager.
Das macht man zwar heute so nicht mehr, aber das könnte, sofern keine Schäden dort sind, eigentlich drin bleiben.

Leihen Sie sich doch mal eine Dielenschleifmaschine und für die Ecken eine kleine Flex mit Schleifaufsatz und Absaugung (gibt's in der Bucht für ein paar Dollars), und fangen mal fröhlich an den Raum zu bearbeiten. Nach ein paar Stunden sehen Sie dann auch klarer, was raus muss und was weiter aufgearbeitet werden kann. Machen Sie die Nagelprobe (mit Hammer und Nagel)!
Manches Brett kann sogar bleiben, wenn ein nicht mehr aktiver Wurm dort mal genagt hat.
Mit dem Schleifmehl und Öl macht man eine Masse, die man auf die geschliffenen Dielen spachtelt und so die Fehlstellen ausgleicht.
Danach Schleifen Sie mit feinem Korn nach und Ölen zwei Mal.

Damit dürfte der Boden eigentlich nach zwei, drei Tagen wieder hübsch sein.
Sollten dann doch einzelne Balken oder Bretter erneuert werden, machen Sie das mit Augenmaß.



Na,



erst schleifen (ohne die Nägel zu versenken??? Ade teuere Schleifwalze!) und dann evtl. Bretter und Balken zu tauschen, ist einfach... im positiven Bereich der deutschen Sprache nicht kommentierbar.

Unter dem Button "Lesestoff" finden sich auch die nachgelassenen Schriften von Georg Böttcher. Da steht alles zum Thema Neuaufbau Fußböden. Wenn nicht unterkellert, würde ich zumindest mit nivelliertem Unterbeton auf Planum und Sperrschicht Schweißbahn die Basis für einen gedämmten und dauerhaften Fußbodenaufbau legen. Geht schneller als man meint. Und bringt einen erheblichen Gewinn an Wohnkomfort.

Grüße

Thomas




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