Eichendielen ölen- Zwischenschliff nötig?

14.11.2020 Mattzepeng


Hallo,
ich verlege derzeit Massivholzdielen aus Eiche. Die sollen anschließend mit einem Hartöl geölt werden. Ich hatte im Baumarkt um die Ecke das PNZ Holzöl als tauglich erkoren...
Ich frage mich nun, ob es nötig ist, das Holz nach dem Trocknen zu Schleifen und dann erneut zu ölen.Laut Hersteller reicht ein einmaliger Auftrag, dann 1h einziehen und mit der Maschine einmassieren. Bei unbehandeltem Holz stellen sich meiner Erfahrung nach die Fasern auf, wodurch eine sehr rauhe Oberfläche entsteht. Bei Eiche wird das sicher weniger sein, als bei Nadelhölzern... Die Dielen haben eine geschliffene glatte Oberfläche.
VG
Matthias



Nach Gefühl



Die Einscheibenmaschine wird die Fasern beim abnehmen umlegen.
Danach musst du selbst entscheiden ob ein weiterer Gang nötig ist. Fühlen.
Eine Stunde kommt mir lang vor, kenne aber das pnz nicht.
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, wässerst du nochmal und schleifst fein mit scharfem Papier nach. Danach erst ölen.
Zwei mal Ölen ist auch besser als einmal. Beim zweiten Mal eben sehr sparsam.



Muster ölen



Guten Tag.

Da sie ja den Boden gerade verlegen.
Haben sie bestimmt Abschnitte.
Dann würde ich empfehlen es mal an den Abschnitten auszuprobieren.
Verschiedene Varianten.
Ich habe türzargen aus Kiefer mit Leinöl geölt und da haben sich keine Faser hoch gestellt.
Ich halte das Wässern für unnötig bzw unnötig.
Es können sich nur Fasern hochstellen wenn Wasser im Spiel ist.
Das macht man wenn man zb wasserbeize aufträgt. Aber selbst das macht heut keiner.
Ich bin Möbeltischler und mach in meiner Firma die Oberfläche.
Ich habe letztens erst einen Waschtisch aus eiche massiv mit Öl behandelt zweimal ohne zwischenschliff.
Ergebnis top.
Kurz anziehen anziehen lassen und mit einen pad einmassiert.
Wichtig ist das der fertigschliff vor dem ölen.
Ich kann Ihnen nur raten probieren Sie es vorher aus. Verschieden Varianten.
Bevor Sie Ihren Boden ölen und mit Ihren Ergebnis nicht zufrieden sind.
Ich würde auch zweimal ölen. Gerade bei hoher beanspruchung.
Lg



Wenn man...



...beim Verlegen nicht rumsaut, ist ein Schliff vor den Ölen überflüssig, wenn die Dielung schon sauber geschliffen geliefert wurde.

Die Verarbeitungsanleitung des Öles ist etwas schwammig, ich würde auf jeden Fall mit der Einscheibenmaschine und weissem oder beigem Superpad einarbeiten. Das Ergebnis wird besser als mit dem Läppchen. Sollte noch zuviel Öl auf der Fläche sein, kann man die Maschine öfter anheben, und das sich unter dem Teller sammelnde Öl abwischen.

Ein zweiter dünner Auftrag verbessert die Haltbarkeit mit Sicherheit, aber Trockenzeiten abwarten.

Große Erfolge wünscht

Thomas



alles klar



ok dann gehe ich mal davon aus, dass ich die Fläche an einem Wochenende geölt bekomme.
Mein Plan jetzt: Mit der Maschine (schwarzes Pad) nochmal überschleifen, die rustikalen Dielen lassen doch hier und da eine kleine Unebenheit über, dann ölen und nächsten Tag die 2. Ölung, dann 10 Tage trocknen lassen
Einen Versuch mache ich gleich heue auf einem Reststück.
Danke für die Tips!
VG
Matthias



Keinesfalls!



Das schwarze Pad macht höchstens Kratzer, schön kreissegmentförmig. Ein Abtrag von Unebenheiten findet nicht statt. Diese Pads sind Reinigungsmittel, keine Schleifmittel.

Für einen Reinigungsschliff nimmt man ein 120er Schleifgitter, das man unter ein grünes oder auch weißes / beiges Pad legt.

Grüße

Thomas



Ergebnis überzeugt?


Ergebnis überzeugt?

Hi Matthias,
wie sieht der Boden aus?
Bist Du mit dem Ergebnis zufrieden und wie bist Du letztendlich vorgegangen?
Hilft sicher dem ein oder anderem.
Ein zwei Fotos wären auch schön.

Mein aktuelles Projekt sind auch Eichedielen im Bad.
Fein vorgeschliffen und gespachtelt werde ich zweimal Ölen plus finish.
Bin grad an den Mustern und tendiere zu minimal schwarz pigmentiertem Leinos 240 als Grundierung um die lebhafte Struktur zu betonen (weiß ist zu langweilig und natur passt mir hier auch nicht ins Konzept).
Zweite Lage entweder klar 240 oder doppelweiß 290, welches leicht schichtbildend ist.
Finish wird 245 Spezial oder direkt das Pflegeöl 285.
Vermutlich alles ohne Zwischenschliff um den Boden nicht zu glatt werden zu lassen.
Leinos nehme ich nicht weil es "das Beste" wäre, sondern weil ich damit am meisten Erfahrung habe.
gruß



Nach der Schichtbildung...



...kommt die Laufstraße, besonders bei pigmentierten Ölen.

Und wenn man gar 2x unterschiedlich pigmentiert, ist das Ganze nicht nur nicht, sondern gar nicht regenerierbar in der Art und Weise, daß die Laufstraßen verschwinden.

Parkettöl lässt man üblicherweise eindringen und nimmt Überstände ab. Schichten des ja recht weich bleibenden Öles können schnell zu einem gewissen Schmuddeleffekt führen.

Wer's unaufgeregt und dauerhaft ansehnlich will, verzichtet auf Pigmente.

In gewissen Rahmen kann man auch durch Laugen und Räuchern dunkler werden.Das wäre dann deutlich dauerhafter.

Grüße

Thomas



Eiche im Bad


Eiche im Bad

Ist jetzt ca 1 Jahr alt.
Ich hätte eher mit Wasserflecken gerechnet vor allem vor der Dusche.
Ist 2 mal geölt mit Hartöl.



Eiche im Bad


Eiche im Bad

Hier die Dusche
In der Dusche liegen Fliesen in Holzoptik



Eiche im WZ


Eiche im WZ

So sieht es im Wohnzimmer aus. Ich habe die Dielen per Hand mit dem Excenterschleifer und 120er Blatt einmal übergeschliffen um ein paar Macken und Verunreinigungen loszuwerden.
Dann mit Rolle geölt und mit Maschine und beiges Pad einmassiert. Nach 1h mit einem Abzieher zusammengeschoben und mit einem Lappen aufgenommen und ausgewrungen (Handschuhe). Danach mit der Maschine so lange drüber gerödelt, bis es keine glänzenden Stellen mehr gab.
Nach 24h habe ich das Ganze ohne Zwischenschliff wiederholt. 10 Tage trocknen lassen. fertig
Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden..



Eiche im WZ


Eiche im WZ

Hier sieht man den Unterschied zu dem Boden der 3-4 Jahre drin ist. Hier habe ich nach dem Ölen das restliche Öl mit dem Handtuch trocken gerieben. Bei der jetzigen Variante scheint der Boden besser versiegelt zu sein....



danke euch zwei


danke euch zwei

Danke an Thomas:
Die Erfahrungen aus der Langzeitpraxis fehlen mir tatsächlich völlig.
Reparaturen an selbst hergestellten Mischungen können sicherlich unmöglich werden. Daran habe ich nicht gedacht.
Wobei meine Hoffnung darauf lag, die Pigmentierung durch das Finish zu schützen.
Die leicht schichtbildenden leinos Öle ( eigentlich harz/wachs/öl Verkochungen) sollen ja mit herkömmlichen Holzölen nicht wirklich vergleichbar sein. Sind das nur Werbeversprechen, oder zugesicherte Eigenschaften?

Regelmäßig gepflegt und die obere Lage aufgefrischt bilden sich trotzdem laufspuren aus?
Oder spricht aus Dir die Erfahrung, daß man real doch immer zu lange mit Auffrischungen wartet und die beginnenden Laufspuren dann doch zu stark werden?

Im privaten Bad, welches doch meist maximal auf Strümpfen oder Hausschuhen begangen wird, habe ich mir den Verschleiß nicht so hoch vorgestellt.

Wie dem auch sei... danke für Deinen Einwurf. ich geh nochmal in mich :D

Danke an Matthias:
Zu viele Fäden gehen hier ohne Auflösung ins Archiv.
Prima, daß es zu Deiner vollsten Zufriedenheit geklappt hat.
Ich mag Euren Stil(was man so sehen kann).
Tannenbaum gibts hier auch noch nicht ;)

Vielleicht mögt Ihr mir sagen wie ihr die Eiche in unserm Bad ölen würdet ... :D

schönen Abend
micha



Hallo!



"Die leicht schichtbildenden leinos Öle ( eigentlich harz/wachs/öl Verkochungen) sollen ja mit herkömmlichen Holzölen nicht wirklich vergleichbar sein. Sind das nur Werbeversprechen, oder zugesicherte Eigenschaften?"

Sicherlich sind sie vergleichbar. Nur fällt der Vergleich zum Negativen aus. Wie schon aufgeführt, ist eine Schichtbildung auf dem Fußboden nicht wünschenswert. Egal, was auf dem Topp Fantasievolles steht: Es wird in jedem Fall eine relativ weiche Schicht erzeugt. Mechanischer Abrieb ( der bei dieserr Schicht viel stärker stattfindet als bei imprägniertem Holz) begrenzt die Lebensdauer.

"Regelmäßig gepflegt und die obere Lage aufgefrischt bilden sich trotzdem laufspuren aus?"

Willst Du der Sklave Deines Fußbodens sein? Fußbodenpflege muß unaufwändig und effektiv sein. Es gibt Wichtigeres im Leben.

"Im privaten Bad, welches doch meist maximal auf Strümpfen oder Hausschuhen begangen wird, habe ich mir den Verschleiß nicht so hoch vorgestellt."

Hier ist die Belastung weniger der Abrieb, sondern Wasser, Körperpflegemittel, Putzmittel. Und gerade Öl/Wachsgemische gelten als weniger wasserfest als reine Parkettöle.

Zuletzt: Du hast das richtige Holz auf dem Fußboden. Die richtige Behandlung wäre ein Wachs- und Harzfreies Parkettöl, vorzugsweise high oder pure solid. Das spachtle ich schlierenfrei auf (mit der Rolle bringst Du viel zu viel Öl auf den Boden), und arbeite es nach angemessener Zeit mit der Einscheibenmaschine und weissem oder beigen Pad ein. Das ganze wie gesagt dünn, und 2-3 mal (jetzt nur noch wenige Löffelchen auf den Boden geben) im Abstand von mindestens 24h wiederholen.

Ich bin der "Natural " - Onkel, weil ich mit dem Heissöl von Natural, nach reichlichen Tests mit anderen Ölen, die mit Abstand besten Resultate erziele. Seit 2004 verarbeite ich ausschließlich "Natural" - Heissöl - es sei denn, der ausschreibende Architekt will was anderes - und ich musste bisher nur einmal zum Nachölen anrücken. Und da war das nicht der Abnutzung geschuldet, sondern den nach einigen Jahren angesetzten Bauarbeiten.

Gewischt wird dann mit Natural - Spezialreiniger, der reinigt und pflegt den Boden auf einfachste Weise.

Grüße

Thomas



hervorragend erklärt



danke Thomas für diese ausführliche antwort.

zumindest ein paar warnungen habe ich einfließen lassen.
auf wildes pigmentieren haben wir verzichtet, trotzdem die weiß pigmentierte grundierung (leinos 240) verwendet, um allzu starke anfeuerung zu vermeiden.
das ergebniss war aber doch etwas blaß, sodaß ich nach zwischenschliff mit 320er vlies und auftrag des finishs (245 spezial/ welches hier auch auf der buchetreppe gute dienste verrichtet ohne weich zu sein), jenes intensiv mit grünem pad eingearbeitet und mit lappen händisch abgenommen habe.
es handelt sich hier ja um nur 5,8 qm und ich muss damit kein geld verdienen und dafür lohnt es auch nicht eine maschine zu leihen.
das ergebnis überzeugt uns vorerst.
wenn deine prognose zutrifft, muss ich halt in ein paar jahren nochmal ran und habe herausgefunden wie man es nicht macht :D

abgesehen davon, ist auch im natural-öl harz enthalten, welches der Frank von Natural hier in anderen fäden auch schon extra betonte.


wie dem auch sei, die jetzt verwendeten öle waren alle vorhanden und mussten weg verarbeitet werden...

vielen dank für deine ausführlichen erklärungen
und danke an Matthias für den faden

gruß
micha



hier noch mein ergebnis


hier noch mein ergebnis

minimal angefeuert(der weißabgleich mit kunstlicht lässt es stärker erscheinen), seidenmatt



Der Harzanteil...



...im Heissöl ist eine geringe Menge Gycerinharzester, die, und das ist für mich wichtig, eben nicht schichtbildend wirkt.

Wichtig ist jetzt für Reinigung und Pflege der Fläche das richtige Mittel.

Ich empfehle Dir, mit dem Spezialreiniger weiss pigmentiert von Natural zu arbeiten. Im richtigen Turnus angewandt, kann der Status quo lange erhalten werden.

Du hast ja hoffentlich nicht auch noch einen Reinigungspamps da, der erst noch weg muss...

Grüße

Thomas



ohne



dich ärgern zu wollen...
natürlich habe ich hier einige pflegeprodukte.
hier sind ja 90qm geölte naturböden verbaut plus türen(hartwachsöl) und treppen.
seifen und carnaubaemulsionen, pflegeöl auch in weiß...alles vorhanden.

trotzdem werde ich mal tiefer bei natural stöbern und testweise mal den spezialreiniger ordern.

danke und alles gute



Ärgert mich nicht...



...aber Dich beschäftigt dieser aus meiner Sicht überflüssige Mix diverser Substanzen über Maß. Warum?

1. Eine Seife oder gar Seifen brauchst Du überhaupt nicht. Diese Produkte sind allesamt zu alkalisch für einen geölten Boden, weil dieser davon angegriffen wird. Freut sich nur der Ölhersteller, weil Du ziemlich schnell nachölen musst.

2. Carnauba- oder andere Wachsemulsionen werden leicht dazu führen, daß Du zu viel Wachs auf den weniger betretenen Bodenpartien hast, der Boden verdreckt zu den Rändern zu durch sich aufbauende Wachsschichten, die eben auch Schmutz binden. Im Laufbereich wird der Boden heller als am Rand sein. Das nennt man dann Patina oder Dreck, je nach bauphilosophischem Ansatz. Braucht Du Wachsentferner, freut sich Dein Naturfarbenlieferant. Derartige Wachsprodukte halte ich gleichfalls für überflüssig.

3. Pflegeöle: Siehe 1. Die häufige Verwendung von Pflegeölen ist nur dann notwendig, wenn man vorher hartnäckig etwas falsch macht. Ein fasersättigend geölter Boden braucht bei richtiger Pflege über viele Jahre nix dergleichen. Ich bin noch einmal in mich gegangen, und habe insgesamt 2 Baustellen gefunden, bei denen ich seit 2004 mit einem Pflegewachsöl dünn nachgeölt habe: Eine Baustelle 7 Jahre nach dem Heißölauftrag. Der Boden sah nach diesen 7 Jahren dank Pflege alle 2 Wochen mit Spezialreiniger perfekt aus, aber nicht mehr, als diverse Gewerke anlässlich von Renovierungsarbeiten darüber"gehuscht" waren. Die andere Baustelle war die Gemäldegalerie "Alte Meister", wo nach 5 Jahren und der Frequentierung an 6 von 7 Tagen mit täglich hunderten bis tausenden Besuchern tatsächlich der erstmalige Pflegewachsölauftrag erforderlich wurde.

Ich halte die Kombination im benannten Spezialreiniger, bestehend nährenden und reinigenden Zutaten, für hervorragend. Ich habe da jetzt nur 16 Jahre Praxis in der Betrachtung der Ergebnisse, mir reicht das aber vollkommen aus für dieses Urteil. Das Mittelchen gibt es auch weiss pigmentiert.

Grüße

Thomas