Eiche und Metallwinkel...

18.07.2015 Ann Granahan



Hallo allerseits, hier bin ich wieder...

Nun habe ich von Zimmerer 1 ein Angebot inklusive der ersehnten Eichenbalken erhalten, wobei Zimmerer 2 das Fachwerk für Nadelholz hält (bis auf kleine Teile Eiche, und zwar die Köpfe der Trägerbalken unter dem Schwellbalken). Das muss ich noch klären - aber wenn Zimmerer sich schon so uneinig sind - wie soll ich das dann herausfinden? Es soll doch mit dem richtigen Holz ergänzt/"saniert" werden!

Im Angebot lese ich jedoch etwas von BMF-Winkeln und Sparrenfettenankern. Ist es korrekt, Metallteile zu verwenden? Nach dem, was ich lese, doch eher nicht.

Zimmerer 2 hat versprochen, mir sein Angebot bis Montag, ca. 10:00 zu senden. Ich brauche das dringend, da ich denke, dass Zimmerer 2 mehr Plan hat...

Meinungen?

Hier mehr zum Hintergrund: http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/239700$.cfm

Grüße und Danke,
A. Granahan



Sie brauchen ...



... einen fachwerkerfahrenen Architekten oder Bauingenieur, der die gesamte Situation erst einmal neutral und objektiv beurteilt. Die ad-hoc-Aussagen der Zimmerer stellen keine verlässliche Planungs- und Handlungsgrundlage dar. Allein die Empfehlung, Leimholz für ein Sichtfachwerk zu verwenden ist disqualifizierend. Auch Stahlverbinder sind in der Fachwerkrestaurierung nicht die Regel. Wenn das Objekt sich in einer Denkmalzone befindet, müssen diese Sanierungsmaßnahmen eventuell mit der Unteren Denkmalbehörde abgestimmt werden.

Zunächst sollte der Schadensumfang neutral begutachtet werden. Dabei ist auch zu klären, wie es zum Schaden an einem Fachwerk im 1. OG kommen konnte (defekte Fallrohre, Rinnen, vorspringende FAchwerkteile ohne Abdeckung / mit Gegengefälle etc.). Die Schlagregendichtigkeit der Konstruktion ist zu beurteilen.

Der abgesenkte Erker kann auf ein ernsteres statisches Problem verweisen, das ggf. größere Eingriffe notwendig macht. Hier muss eventuell ein Statiker prüfen und ggf. ein Bauanatrag gestellt werden, wenn das Problem nicht geringfügig ist. Sie sollten also nicht die zweiten Dinge vor den ersten tun. Es gilt, die Situation im Zusammenhang zu bewerten und Prioritäten zu setzen.

Sie sollten nichts übereilen und auch nichts veranlassen, bevor nicht von sachkundiger und unabhängiger Seite eine Einschätzung stattgefunden hat. Wenn noch andere Miteigentümer beteiligt sind, müssen auch die eingebunden werden.

Eine Sanierungsplanung können Sie nicht dem ausführenden Betrieb überlassen. Erst recht nicht, wenn vielleicht noch andere Gewerke daran beteiligt sind. Und: Sie können als "Baulaie" -mit Verlaub- eine solche Sanierung nicht veranlassen und anleiten.



Also,



nach meinen bescheidenen Fachwerkkentnissen handelt es sich bei den Balkenk?pfen um das Ende der Deckenbalken. Und nur die sollen aus Eiche sein??
Sie sollten unbedingt den Rat des Vorposters befolgen.
Und Metallverbinder sind bei Fachwerkreperaturen fast unvermeidlich, da sich die urspr?nglichen Verbindungen nur bei R?ckbau des kompletten Fachwerks bis zu dem Punkt herstellen lassen, das heisst Demontage des Hauses bis zur Decke. und anschliessend Wiederaufbau. Da sind ein paar ? f?r Eichenbalken wirklich nicht mehr relevant ;-)).
MfG
dasMaurer