Setzungsschäden durch Fassadenbegrünung




Ich besitze ein Fachwerkhaus von ca.1800, welches teilweise starke Setzungsschäden aufweist. Am besonders stark betroffenen West-giebel standen Birken die ich entfernt habe.Die Fassade ist aber noch komplett mit Efeu bewachsen und in 5 m Entfernung steht ein alter Birnbaum. Der Baugrund besteht bis in 10m tiefe aus Aueton mit org.Bestandteilen. Die stärksten Wassersauger,die dem Ton Wasser entziehen und ihn schrumpfen lassen,sind entfernt aber wie ist es mit dem Efeu? Hat jemand Erfahrung ,wie stark Efeu wasser zieht? Sollte er entfernt werden? Ist Efeu Tief-oder Flachwurzeler?
Danke für Eure Erfahrungen



Ich hab leider kein fundiertes Pflanzenwissen,



aber bei uns wurde vor kurzem Efeu auf einem Hang angepflanzt, der rutschgefährdet ist, laut Gärtner soll er sehr tief in den Boden (in unserem Fall teilweise angefüllter Schotter) gehen und den Hang stabilisieren. Aber da wird es sicherlich auch grosse Unterschiede bei den verschiedenen Arten geben. Deßhalb vielleicht mal beim Gärtner in der Nähe nachfragen, kostet ja nichts!



Die Alten erhalten



Hallo Herr Masche,

ich habe neben meinem Haus eine große Birke stehen, die hält das Mauerwerk (Sandstein 75 cm) absolut trocken, macht aber viel "Dreck" durch Laub. Ich persönlich habe keine Setzungsschäden, der Boden ist eher auch sandig. Meine Fassade ist nach Südwesten ebenfalls mit Efeu bedeckt und das Kellermauerwerk geht hier etwa bis 1 m in den Hang hinein. Auch hier ist das Erdreich absolut trocken, da der Efeu auch relativ viel Wasser zieht. Hauptvorteil dieser Pflanze ist, daß die Fassade von der Wetterseite absolut trocken bleibt, da geht kein Regen durch.Nachteil: er wächste recht schnell und geht auch schon mal durch das Fachwerk ins Wohnzimmer oder kam auch schon im Bad durch die Silikonfugen. da muss man halt immer mal nachschneiden und ausdünnen.

MfG Joachim Simon



Trockene Mauern



Ja, ich vermutlich halten die Pflanzen das Mauerwerk(Fundament) trocken und auch das mit der rutschhemmenden Wirkung von Wurzeln habe ich gelesen. Aber ich vermute ,daß diese Vorteile in meinem Fall dadurch aufgehoben werden, daß der Baugrund auf Wasserentzug mit Schrumpfung und damit mit Setzungen reagiert,habe da auch einen sehr ausführlichen Artikel drüber. Bisher war ich zögerlich mit dem Efeu, denn er sieht einfach klasse aus. Habe jetzt auch erfahren das Efeu eher in die Tiefe geht( Herzwurzeln) als in die Breite.
Freue mich über weitere Erfahrungen.
Christian Masche



Tonschicht



Dachog. Eigentlich ist ja Ton wasserdicht. Er kann also kein Wasser speichern und somit auch keins abgeben, so daß er schwindet. Es kann nun aber sein, daß die unter dem Ton liegenden Erdschichten wasserführend sind. Eine allgemeine Erscheinung ist ja der immer weiter sinkende Grundwasserspiegel. Da ist sicherlich nicht das kleine Pflänzchen Efeu schuld. Jedes Wässerchen muß Europatauglich gemacht werden. Auch die Oder, oder? Jede Vertiefung der Fahrrinne fördert den Abfluß des Grundwassers. Folge, der über Jahrtausende enstandene Auftrieb des Grundwassers in den anstehenden Erdschichten verringert sich. Wann werden endlich diejenigen europatauglich die soetwas zu verantworten haben. Mfg ut de Oltmark.