Echtholzdielen- geschlampt?

22.05.2019 OhJohnny



Hallo, ich versuch mich kurz zu fassen ;-)
Im Oktober 18 sind wir in unser Fachwerkhaus eingezogen. Im Juli 18 wurde im ganzen Haus (außer den Bädern) Echtholzdielen (Wildeiche) verlegt. Diese wurden vom Fachmann verlegt und vorbereitet. Die Dielen wurden 2x geölt und für je 2 Woche nicht betreten.
Eine Diele im Wohnzimmer knarrt schon von Anfang an, der Boden im Flur sieht schon sehr mitgenommen aus. Vor einiger Zeit sind uns glänzende Stellen auf dem sonst eher matten Boden in allen Räumen aufgefallen. Mit leicht befeuchtetem Baumwolltuch war nix zu machen, die Stellen blieben. Einige Dielen weißen kleine Risse auf; eine hat jedoch seit letzter Woche einen sehr großen Riss, das Holz ist nach innen eingebrochen. Die Flecken hat ein befreundeter Schreiner angeschaut. Er ist sich sicher, dass der Boden nicht ordentlich vorbehandelt würde. Der Boden im OG wurde wohl überhaupt nicht geölt. Hier befinden sich Unmengen kleiner Flecken, die nicht weggehen. Der Schreiner vermutet hier Sabberflecken unserer Katzen. Im EG lassen diese sich wegputzen. Nun ist klar, der Bodenleger muss in die Pflicht genommen werden. Meine Frage ist: wie??? Wir wohnen in dem Haus, schnell Mal ausräumen und neu behandeln ist nicht drin. Kann man Defekte Dielen austauschen? Wir haben für den Boden unglaublich viel Geld ausgegeben (ca.90qm, 14000€) dafür dass er jetzt aussieht wie 100 Jahre abgewohnt.
Hilfe!



Hier...



Seht selbst



Und hier



...



das sollen Dielen sein?



Hallo,
also für mich sieht der Kratzer aus, als ob er bis aufs Trägermaterial durchgeht. Echtholzdielen haben nach meiner Kenntnis eine Nutzschicht von einigen Millimetern. Das hier sieht eher wie Laminat aus. Aber selbst bei Laminat sieht man diese Spuren selten, wir haben so etwas in unserer Mietwohnung gehabt und das hat nie solche Kratzer bekommen. Keine Ahnung was ihr damit angestellt habt, aber selbst Laminat sollte so nach kurzer Zeit nicht aussehen.
Laminat wird natürlich auch nicht geölt - und schon gar nicht mit Ölen, die eventuell die Kunststoffoberfläche angreifen. Es ist ja nicht so, dass Öle nur sie Optik verändern, sondern viel mehr so, dass sie zum Teil auch die Oberflächen anlösen können.

Der Handwerker sollte euch mal den Hersteller des Bodens nennen, dann würde ich mir jemanden von der Firma kommen lassen zwecks Begutachtung.



Wozu...



...faselt man hier von Laminat? Das ist ganz gewiss keines. Es sollte mich auch wundern, wenn diese Dielen nicht massiv wären.

Bei Wildeiche ist natürlich nahezu alles möglich, was am Brett zu finden ist. Näheres dazu sagen die Sortierungsbeschreibungen des Herstellers. Da würde ich zuallererst 'mal reinschauen. Die flach angeschnittenen Radialrisse freilich halte ich für inakzeptabel. Da man diese bei den geringen Dielenlängen auch gut heraussortieren (oder -schneiden) hätte können, unverständlich. Zumindest aber hätten diese verleimt werden müssen.

Woher kommt denn der weiße Schmier in den Rissen?

Auslaufende Katzen sind schädlich für geölte Dielen. Da Öl nun 'mal kein Lack und eher Imprägnierung als Schicht ist, ist eine Fleckenbildung möglich.

Was bedeutet denn in diesem Falle "mitgenommen" als Zustandsbeschreibung? Was ist denn als Öl verwandt worden, und wie pflegen Sie?

Grüße

Thomas



Guten Morgen



Thomas, vielen Dank für Ihr Feedback.
Zu den Risse: ist es möglich, solche tiefen Risse zu leimen? Oder muss das Stück,wie auch immer, getauscht werden?
Das weiße im Bild ist die Bruchkante, Dreck ist da keiner.
Ich suche gerade die Rechnung des Bodens, mein Mann ist sich nicht sicher, wie er vorbehandelt würde.
Reinigung erfolgt mit Baumwolltuch und spezieller Pflege von Bona.
Wegen der Sabberflecken: komisch ist halt, dass sie EG weg zu putzen sind, im OG aber nicht.
Mitgenommen heißt, dass der Boden durch die vielen matten Stellen alt und ungepflegt wirkt.
Ich melde mich nachher mit weiteren Details



Hier...



mal die Rechnung.
Sonderposten, weil Restbestände



Hier...



mal die Rechnung.
Sonderposten, weil Restbestände



Und hier



...



Also,



...klarer wird es nicht unbedingt, die Rechnung bzw. das Angebot sind nicht aussagefähig. Der Verleger sollte den Hersteller und die konkrete Produktbezeichnung der Dielung herausrücken. Dann wäre es möglich herauszufinden, wie die Dielen vorbehandelt wurden. Ferner sollte er erklären, womit er die Einpflege gemacht hat. Und er muss zwingend eine Pflegeanleitung übergeben haben. Er muss eine schlüssige Erklärung bieten, warum die Oberfläche im OG so völlig anders ist als im EG.

Erst dann macht es Sinn darüber nachzudenken, ob Ihr die Dielung falsch pflegt.

Die flachen Radialrisse würde ich reklamieren. Sowas ist garantiert in keiner Sortierung vorgesehen.

Grüße

Thomas



Danke!



Das hat mir schon sehr weitergeholfen!

Ich halte euch auf dem Laufenden



Hersteller



Also auf der Rechnung unter Transportkosten lese ich den Hersteller Woodline, falls das weiter hilft.

Etwas mit Schrecken zugegeben, da ich auch mit Dielen dieses Herstellers geliebäugelt habe.
Hat jemand Erfahrungen zu dessen allgemeiner Qualität, Thomas vielleicht?

Gruß
Manu