Wandverkleidung

30.12.2004



Hallo erstmal!
Habe an meinem Fachwerkhaus die Gefache der Aussenwände mit Hanfdämmwolle ausgestopft (Wandaufbau: hinterlüftete Vorhangfassade aus Holz > Sparschalung > Ständewerk mit HDW > ....?).An die Innenseite der Aussenwände habe ich eine Konter-Ausgleichslattung verbaut und suche jetzt eine bezahlbare und bauphysikalisch vertretbare Innenverkleidung.
Meine Frage: Wäre eine 25 mm oder 50mm starke Heraclitplatte (Sauerkrautplatte) als Abschluß und gleichzeitiger Putzträger (Lehmputze) vertretbar?
Danke im Vorraus für die Antworten-Gruß Clemens aus dem grünen Herzen Deutschlands/Thüringen



Luftebenen...



...in Fachwerkkonstruktionen sind bauphysikalisch sehr kritisch bzw. neigen zu Problembildungen.
desweiteren sind diese Varianten energetisch betrachtet nicht sinnvoll, da durch den winterlichen Dampfinnendruck enorme Luftströmungen entstehen (Winddichtheit!!!).
Dies bedeutet also folgendermaßen, daß homogen ausgebildete Dämmsysteme (in Lehm gelegte Dämmungen oder mittels Baupapieren ausgebildete Dämmebenen) energetisch bzw. funktional betrachtet, wesentlich besser funktionieren.
Bei sogenannten Hinterlüftungen schaffe ich in Holzständerkonstruktionen Ebenen, die ähnlich wie Lüftungskanäle funktionieren, d.h., ich sauge aus meiner Innenhülle die Wärme in diese Ebene hinein!
Also keine Energieeinsparung und dazu noch Feuchtigkeitsausfall, der mir später zu Bauschäden führen wird.

Grüße zum Jahreswechsel aus der Oberlausitz.



Was Udo Mühle



schreibt ist nicht ganz richtig.

Wenn ich Clemens richtig verstanden habe, befindet sich die Hinterlüftung außen hinter einer Bretterschalung (was ist in diesem Zusammenhang eine Sparschalung?). Und hier ist sie natürlich genau richtig bzw unbedingt erforderlich.
Ich beschreibe einmal den Wandaufbau, wie ich ihn in diesem Fall empfehlen würde (von innen nach außen):
- Lehmputz (ca. 2 cm)
- Schilfplatten (5-7 cm nach EnEV)
- luftdichte Ebene (pro Clima), Undichtigkeiten sind an dieser Stelle tatsächlich ein großes Problem, daher besonders sorgfältig arbeiten, wenn möglich mit Blower-Door-Test überprüfen.
- Dämmung in Fachwerk (Dicke nach EnEV)
- winddichte Ebene latexvergütete Holzweichfaserplatte (ca. 2,2 cm)
- Konterlattung (Hinterlüftung mit Insektenschutz)
- Lattung
- z.B. Deckleistenschalung
möglichst keine Luftschichten innerhalb der Wand. Ich denke, das ist es was Udo Mühle meint.



@Fred



Der Fachmann kann's eben besser auf den Punkt bringen!
So war meine Aussage auch gedacht.
In meinen bisherigen Berufsjahren habe ich aber eben immer nur die Variante mit einfach vor die Fachwerkebene befestigte Holzschalung beobachtet.
Wenn's noch möglich war, bischen Dämmung drunter!
Diese Lösungen funktionieren nicht!!
Trotzdem aber noch 'ne Frage hintenan:
Wie so innen und außen eine Dämmebene (Schilfmatte innseiteig und außenseitig latexvergütete Holzweichfaserplatte)? Nach deiner Schilderung!
Ich arbeite entweder innenseitig mit Holzweichfaserplatte in Lehm gelegt (kann somit auf pro clima verzichten bzw. entfallen lassen) oder Außen.

Grüße zurück und ein gutes 2005 mit vielen Erfolgen und Erfahrungen.



@Udo



du kannst auf Pro Clima nicht verzichten, weil du verpflichtet bist "luftdicht" zu arbeiten und die Luftdichte Ebene muss wg. Kondensatbildung möglichst weit innen sitzen (Glaser). Die latexvergütete Holzweichfaserplatte ist lediglich winddicht. Bei diesem Wandaufbau sehe ich hier auch kein nicht zu lösendes Problem.

Danke für die Neujahrsgrüße. Diese schicke ich natürlich auch gleich an dich zurück.