Bad, speziell Dusche Wandaufbau

11.08.2011



Hallo,

ich möchte in Kürze mein Bad im Erdgeschoß fertigstellen.
Dazu taucht jedoch eine Frage auf,die mich besonders beschäftigt. Ich habe kein Fachwerkhaus,hoffe trotzdem hier das richtige Forum für meine Frage gefunden zu haben.
Und zwar soll die Dusche in der hintersten Ecke über die komplette Badbreite (ca 1,50m) entstehen,Tiefe ca. 1,2m,
rechts und hinten sind Außenwände links eine Innenwand,alles Kalksandstein.
Abschluß soll Tadelakt bilden.
Wie gestalte ich nun den Wandaufbau zwischen diesen beiden Baustoffen? Ich wollte eigentlich auf diese "Schmiererei"
mit den verschiedenen Versiegelungsmaterialen verzichten.
Ist das machbar? Oder ist die Abdichtung unabdingbar?
Ich kann mir nicht vorstellen,das das jemand in seinem Fachwerkhaus an die Wände "klart"?!

Gedacht ist ersteinmal ein Luftkalkmörtel aufzubringen,2 Schichten,und darauf dann den Tadelakt. In die Ecken würd ich das Dichtungsband einkleben wollen.(Rißbildung in den Ecken?)
Kann man Tadelakt auf Luftkalk aufbringen,oder sollte es lieber hydraulischer Kalk sein? (auf Zement wollte ich verzichten).
Die Duschwanne sollte bodengleich werden,welches System weiß ich noch nich,habe aber eines gesehen,wo die Rinne umlaufend angeordnet ist, kein Abflußsieb erforderlich.
Über Antworten freue ich mich.

mfG Alex



Abdichtung Dusche



Warum wollen sie auf Zement verzichten?



Duschabdichtung



Hallo,

Danke für die Antwort/Frage.
ja,guter Einwand und gleich eiskalt erwischt.
Nunja, ich denke,das bei Verwendung von Zement die guten Eigenschaften des Putzes verlorengehen.
Inwieweit das nun wirklich zutrifft vermag ich nicht zu beziffern,habe aber bisher einige Räume mit reinem Luftkalk geputzt und bin sehr zufrieden,(auch ein Bad im DG dabei,die Dusche selbst ist aber gefliest und eine herkömmliche Kabine mit Türen, soll auch noch irgendwann auf barierrefrei/offen geändert werden).
Und ich bin sehr zufrieden mit dem Raumklima.
Deshalb vielleicht einfach aus Überzeugung? ;-)
Möchte einfach einen "gesunden" Wandaufbau haben.

Und da paßt einfach so eine Flüssigfolie als Abdichtung nich rein. Es sei denn,diese ist notwendig,oder es gibt Alternativen. (Dichtschlämme? auch wieder Zement enthalten?)

Möchte auch keine Grundsatzdiskussion zur Zementzugabe in Luftkalk bzzgl. ja/nein/vielleicht lostreten.Deshalb hab ich ja auch meine Frage in diesem Forum gestellt, weil ich denke,hier gibt es viele überzeugte "Kalkputznutzer"?!
Es sei denn es funktioniert grundsätzlich nicht in mit H2O "kontaminierten" Bereichen ,speziell mit Tadelakt.

mfG alex



Dusche



Bei Kalkputz als Träger von einer wasserdichten Beschichtung spielt dessen diffusionsoffene Eigenschaft keine Rolle mehr. Außerdem ist der Kalksandstein, aus dem Ihr gesamtes Haus besteht, mit Zementmineralien gebunden. Dann sollte der Putz als Träger der Beschichtung eine gewisse Mindestfestigkeit aufweisen; es gilt der Untergrund muss fester sein wie die Beschichtung. Mit einem zementhaltigen Mörtel (PII) liegen Sie da auf der sicheren Seite.
Ohne ordentliche Abdichtung riskieren Sie eine langsame Auffeuchtung Ihrer Außenmauer, dann passiert mit der Thermohaut (ich vermute mal es ist eine dran) das, was Konrad Fischer immer mit "Absaufen" betitelt.

Viele Grüße





Moin nocheins,

danke für die Antwort.
Bei Fliesen gehe ich mit,was ist aber mit Tadelakt?
Ist dieser nicht diffusionsoffen?
Ist mein KS wirklich zementgebunden?
Ich hatte bisher gedacht,Bestandteile sind ordinär ausgdrückt Sand und Kalk?
Außen ist 120er Kerndämmung plus 12,5cm Ziegelfassade (mit Kalk gemauert).
Grundgedanke ist ja,das sollte Feuchtigkeit eindringen,diese auch wieder wegkann? (Nach außen wie innen)
Kalkputz funktioniert wie geschrieben in einigen Räumen bisher bestens.

mfg alex





Bezüglich der Verarbeitung und der Untergrundvorbereitung von/für Tadelakt rate ich Ihnen dringlichst, sich vom Hersteller beraten zu lassen.
Damit Tadelakt in einer Dusche funktioniert muss es perfekt verarbeitet sein, alles andere ist sehr riskant und kann Schäden nach sich ziehen.
Falls das Tadelakt von uns ist, sprechen Sie bitte mit meinen Kollegen Herrn Reuter oder Herrn Bettentrup.
Ich selber bin in diesem Thema nicht firm genug.

Gruß
Michael Meißner





Hallo Herr Meißner,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Genau deshalb wollte ich hier vorab schon einmal ein paar Info's sammeln.
Habe unweit einen Baustoffhändler aufgetan,der auch Kreidezeit-Produkte im Angebot hat, die Beratung war hier auch immer allerliebst,aber in Bezug auf Tadelakt habe ich dort noch keine Fragen gestellt.
Primär ging es ja ersteinmal um die Abdichtung,und die tuht laut Herrn Böttcher ja not.

mfg Alex



Dusche



Ihre Kalksandsteine sind vorwiegend mit Dicalciumsilikat gebunden, das ist das hauptsächlich im Zement vorkommende Mineral.
Die Kalksandsteinherstellung imitiert die Zementherstellung, aber mit niedrigerem Energieaufwand. Beide basieren auf den selben chemischen vorgängen und den gleichen chemischen Verbindungen. Statt Ton (sehr feinkörnige Silikate und Aluminate in Hydratform) wird Sand, ein Silikat, sehr fein aufgemahlen. Branntkalk entsteht im Drehrohrofen, bei KSK wird er zugegeben. Die Hitze liefert bei Zement der Ofen, bei KSK wird die Calciumsilikatbildung bei gleichzeitiger Hydratisierung durch niedrigere Temperatur aber unter Dampfdruck in Gang gesetzt. Die hohe Temperatur beim Brennen von Zement wird zur Dehydratisierung der Tonminerale und zum Kalkbrennen benötigt.
Deshalb hat Kalksandstein auch ähnliche bauphysikalische Eigenschaften wie Betonsteine oder Normalbeton.
Lassen sie das mit der "Diffusionsoffenheit" in der Dusche. Da Wasser dranspritzt sollte es wasserdicht sein und Abdichtungen sind nun mal i.d.R.auch dampfdicht. Bei den paar m² Fläche im Vergleich zur restlichen Raumfläche spielt das ohnehin keine Rolle, was das Raumklima betrifft.
Das sowohl die Vorbehandlung als auch die Ausführung besser in die Hände eines Fachmanns gehört sollte auch klar sein. Aber da Sie selber dort wohnen, ist ein Selbstversuch nicht so schlimm, wenn er in die Hose geht.


Viele Grüße



Duschabdichtung



Moin ,moin,

danke für Ihre Ausführungen.
Gut dann werde ich wohl abdichten,wenn es ohne nicht geht?!
Ist dieses auch mit mineralischen Dichtschlämmen möglich,oder muß es "Flüssigfolie" sein?

Ich werde es selbst in die Hand nehmen,dann kann ich mich,wenns in die Hosen geht,über mich selbst ärgern.

mfg alex



Dusche



Ich empfehle Ihnen sich vorher mit einem Handwerksbetrieb der Tadelakt verbaut in Verbindung zu setzen.
Der kann ihnen die für den Untergrund erforderliche Abdichtungsmethode nennen.
Grundsätzlich ist ein mineralisches Abdichtsystem (Verkieselungssperre, flexible Dichtschlämme, Dichtspachtel) für Tadelakt sicher besser geeignet als Flüssigfolien.
Am besten Sie lassen den Ausführenden auch die Abdichtung mit einbauen. Dann gibt es keinen Ärger bei eventuellen Gewährleistungsansprüchen.

Viele Grüße



Luftkalk



ist bei diesem Vorhaben auf jeden Fall sinnvoll, er ist eine gute Grundlage für Tadelakt.
Luftkalk und Tadlakt sind diffussionsoffen und geben die Feuchtikeit, wie selbst sch bemerkt haben auch wieder ab.

Was bei einer Dusche aus Tadelakt wichtig ist nicht die Fläche, da diese verdichtet und geseift wird, sondern die Anschlusspunkte wie Ecken und Boden. Hier ist eine Abdichtung Notwendig und diese sollte auf mineralischer Basis sein, da diese als Haftgrund für den Tadelakt dient.

Ein Fachbetrieb, der Tadelakt verarbeitet, können wir Ihnen gerne nennen.

Grüsse Thomas