Lehmdecke im Bad generell (und über der Dusche?)

03.09.2013 Andreas67



Ich habe eine sehr kleines Bad zu renovieren ca.3-4 qm mit Fenster nach außen.
Kann man hier die vorhandene Lehmdecke außbessern (empfohlen wurde mir Rapido-Universallehmputz)und so belassen?
Die Lücken am Balken würde ich dann mit Hanf ausstopfen (kleine Rollen mit flüssigerem Lehm...darauf Lehmputz + Kellenschnitt).
Die Deckenhöhe ist gerade einmal 2,10m, so daß sich der Duschkopf ca. 15 cm unter der Decke befinden würde (Nischendusche 90*90cm).

Andere alternativen?

Holzlatten auf dem Lehm befestigt und dann:
A) Rigibs für Feuchträume und verputzt oder
B)Bodendielen aus Lärche weiss gestrichen

Die Wohnung soll wieder vermietet werden und ich habe natürlich keinen Einfluß auf das "Lüftverhalten" meines Mieters.

Was würdet Ihr mir raten?

Mit vielem Dank im voraus
Andreas



Wenn ich es für mich selbst ...



... zu entscheiden hätte, würde ich sagen, dass eine fachgerechte Instandsetzung der Lehmdecke die Vorzugslösung ist.

Allerdings kommt jetzt das große ABER:

Die Reaktion der Lehmdecke auf die Feuchtebelastung ist von vielen komplexen Faktoren abhängig, von denen ich einige kurz anreißen möchte.

1. Wenn ich das Foto betrachte, gehe ich davon aus, dass die Wände raumhoch gefliest sind; womöglich der Boden auch noch einen Fliesenbelag hat.
Somit wird sich die Feuchte den Weg des geringsten Widerstands suchend auf die nicht "versiegelten" Deckenbereiche (einschließlich der Holzbauteile !!!) konzentrieren.

2. In einer Duschkabine tritt die feuchte Luft einschl. kleinster mitgerissener Wassertröpchen konzentriert nach oben aus und je niedriger die Decke über Oberkante Duschkabine liegt bzw. hängt, desto massiver sind die Feuchtewirkungen auf die Decke.

3. Lehm im Bad ist an sich kein Problem, da er in der Lage ist, verhältnismäßig viel Feuchtigkeit zu puffern und so ausgleichend wirkt.
Allerdings muss er die aufgenommene Feuchte auch wieder abgeben können. Vorteilhaft, ja geradezu Voraussetzung hierfür ist ein vernünftiges Lüftungsverhalten.
Ob dies in jedem Fall vorausgesetzt werden kann, wage ich jedoch zu bezweifeln.


Fazit: Ich sehe in diesem speziellen Fall das Risiko, dass die Lehmdecke den Feuchtebelastungen nicht gewachsen sein und früher oder später Schaden nehmen wird. - Selbiges gilt prinzipiell auch für die Holzbauteile!

Insoweit würde ich darüber nachdenken, ob nicht auf eine Dusche verzichtet und statt dessen eine (Eck)Wanne eingebaut wird.
Ich selber nutze seit vielen Jahren keine Dusche mehr, sondern "überspüle" mich sitzend in der Badewanne.
Dies hat mehrere Gründe: Zum Einen haben wir in unserem alten Bauernhaus in Kenntnis der v. g. Konfliktpotentiale bewußt auf den Einbau einer Dusche verzichtet - und werden dies auch in unserer neuen, im ehemaligen Stallgebäude entstehenden Wohnung tun -, zum Anderen minimieren wir so das Legionellenrisiko, denn selbige nisten sich gern in Duschköpfen (bevorzugt in solchen aus Kunststoff) ein.

i. V. Dirk Meisinger



Nachtrag: 2tes Foto andere Seite des Balkens



Die Decke über der Dusche hat keine Löcher und ist nur weiss gestrichen.

Die Latten sind noch vom Vorbesitzer. Es war Holzlaminat befestigt, welches ziemlich kaputt war.



bei



solch kleinen Räumen und der vermuteten feuchtebelastung solle man über einen Wandlüfter nachdenken. Das könnte die Feuchtebelastung wesentlich senken !



Antwort an Herrn Meisinger



Vielen Dank Herr Meisinger für Ihren Ratschlag.
Aber...

;-)
Eine Badewanne in einer 90*90cm Nische zu bauen und diese Wohnung dann noch zu vermieten, halte ich für fast unmöglich.
Eine Dusche ist -so glaube ich- Grundvoraussetzung einer möglichen Vermietung.

Sieht es besser aus mit einer Dusche, wenn ich die Fliesen teilweise oder ganz durch Lehm ersetze? Natürlich nicht in der Dusche -vielleicht nur oberer Rand ca. 10cm?- es würde ca.3-4 qm Wandlehmoberfläche entstehen

Die Decke und Balken wasserfest zu verkleiden und dann mit dem Lüften alle Feuchtigkeit rauszubekommen ist wohl unmöglich/nicht ratsam, oder...?

Die hintere Wand ist eine Außenwand mit Hohlraum für Rohre Leitungen etc. davor dann Rigibs-dadrauf die Fliesen.
Die anderen Wände bestehen nur aus Mauerwerk (späterer 60er Jahre Einbau des Bades...).



bei



der Hohlwand vor Außenwand kann es schnell zu einer Pilzzucht kommen, wenn die Feuchtigkeit dort hineingelangt und an der kalten Außenwand kondensiert. So klein der Raum ist - er großes Schadenspotential !



auch



wäre Lehmputz bei einer Vermietung wohl nicht anzuraten - warum kein kalkputz. Geflieste Wände sind ohnehin eine Kältebrücke.



Wenn es gar keine ...



... andere Stelle im Bad gibt, an der eine kleine Eck- oder eine Raumsparwanne platziert werden kann, und es unbedingt eine Dusche werden muss, sollte auf jeden Fall der Anteil der "versiegelten" Fläche so weit wie irgend möglich reduziert werden. Günstigstenfalls nur Wandfliesen im Bereich der Dusche und ein Fliesespiegel für das Waschbecken.
Für die "offenen" Wandflächen gilt dann aber auch, dass keine dampfbremsenden Anstriche - wie z. B. Dispersionsfarben - verwendet werden.
Um im Weiteren eine Zwangslüftung zu gewährleisten, wäre wie bereits vorgeschlagen der Einbau eines Lüfters anzuraten.

Ein ganz dickes Fragezeichen möchte ich ganz nebenbei hier den Satz "Die hintere Wand ist eine Außenwand mit Hohlraum für Rohre Leitungen etc. davor dann Rigibs-dadrauf die Fliesen." setzen.
Ist hier noch niemals eine Leitung eingefroren? - Auch wäre es m. E. ratsam, dort mal nachzusehen, ob sich durch Kondensatbildung nicht schon Schäden eingetreten sind.

Da Bilder manchmal mehr als Worte sagen, nebenstehend eine Aufnahme von einer Installation vor einer Außenwand. - Man möchte kaum glauben, wie es hinter einem (abgenommenen) Fliesenbelag aussehen kann.

i. V. Dirk Meisinger



Danke auch dir Olaf



tja,
Im Moment bin ich etwas deprimiert. Es scheint so als ob ich alles rausreißen kann/muß und um eine Renovierung des kompletten Bades nicht drum herum komme.

Natürlich gab es bereits Probleme mit eingefrorenen Wasserleitungen in der Außenwand. Ich muß nun natürlich den Pfusch der Vorbesitzer ausbaden *seufz*.

Ich werde wohl alles entfernen bis zu den "Grundmauern" und nochmals Fotos Posten um einen Rat zu suchen, was dann zu tun ist.

Man kann mich auch gerne telefonisch kontaktieren: 06056-805686

Falls es einen Rentner/Handwerker gibt in der Umgebung der sich Langweilt und aus reiner Menschengüte mir helfen mag (oder sich freut, wenn er sein Wissen weitergeben kann): er kann sich gerne melden. Ich möchte noch eine alte Holztreppe renovieren, viele Kellerwände + Hausfassade verspachteln, die Fensterbretter hin bekommen (s.andere Threads)usw.usw.
Es gibt nur ein kleines Problem: Ich bin (fast)völlig Pleite .. da ich immer noch einen Job suche, tja.

Beim jetzigen Stand der Dinge bekomme ich das Bad vielleicht 2015 renoviert.

Gruß
Andreas