Dunkle Farben an Fachwerkbalken




Guten Tag,

folgende Problemstellung der Farbgestaltung von Fachwerkbalken,

Zustand alt: dunkelbraune Acrylfarben
Zustand ist neu: Balken roh, alte Farben entfernt.
Ziel: Neuanstrich der Eichenbalken
Vorgabe: Dunkle Farben.
Unser Wahl "könnte" eine sehr dunkle Farbe in braun oder braunschwarz sein.



Frage:

Kann es zu Nachteilen kommen, wenn das Bestandsbalkenwerk in sehr dunklen Tönen streichen.

Folgende Stichworte sind mir bekannt:

1) extremes Aufheizen der Innenräume im Sommer
2) Spannungsrisse in Farbe oder Balken durch starke Erwärmung
3) Zu schnelles verblassen minderwertiger dunkler Farben durch fehlende Pigmente(wir werden wahrsch. Ottoson Leinölfarben verwenden)

Vielen Dank und schönes Wochenende,



Dunkle Farben



Man kann auch zuviel Nachdenken,Sorry!

Nachteilig wäre wohl nur PINK !

Grüße Martin



Worauf



Worauf begründet sich diese fachkundige Aussage?

Es gibt sehr wohl Bedenken auf Fachmannseite, bzgl. dunklen Farben.



Fachwerk dunkel streichen



hallo
Aufheizen des Innenraums eher nicht, da nur ein relativ geringer Wandanteil aus Holz besteht und Holz eh schwer Wärme leitet.

Risse im Holz sind wahrscheinlich, besonders bei
Süd- und Südwestausrichtung.

Billige bzw ungeeignete Pigmente verbleichen immer-
egal ob hell oder dunkel.

Ich würde mir die relativ neue Holzfarbe von Keim ansehen (Keim Lignosil), die dürften momentan mit zu den besten und dauerhaftesten gehören.
Ansonsten geht sicher jede gute Ölfarbe mit Erd- oder Mineralpigmenten.

Andreas Teich



Bei...



allem Respekt vor den Produkten aus dem Hause Keim, mit denen ich auch arbeite, dererlei Euphorie ("relativ neu"..."zu den besten und dauerhaftesten") halte ich für übertrieben. Schon rein logisch betrachtet. Die Farbe ist gerade erst auf den Markt gekommen, und die Praxis spricht nicht in Monaten, sondern Jahrzehnten. Ohnezweifel sind die Langzeitversuche von Keim positiv absolviert worden, ob das aber in Ihrem Fall auch so klappt, Eiche, Altholz??

Mir ist der Gedanke von Grunde auf unsympathisch, Holz mineralisch zu beschichten. Bleiben Sie besser beim durch die Jahrhunderte bewährten Öl. Den Aufheizungseffekt sehe ich beim thermisch trägen Holz nicht, und die Gefahr der Rissbildung auf Altholz dürfte allenfalls gering sein. Was da reissen wollte, hat seine Spannungen wohl schon vorher abgebaut. Ich halte diese Überlegung eher für maßhaltige Bauteile wie Fenster für wichtig.

Grüße

Thomas



Öl,



am besten das billigste Rapsöl aus dem Supermarkt, hübsch eingeföhnt und ohne Pigmente. In Eiche? Das dunkelt ziemlich schnell nach...

Wenn mans etwas luxuriöser haben will, kann man auch eine Leinölfirnis nehmen, es gibt Pigmente in allen Farben dazu. Aber da niemand auf den Deckenbalken läuft (außer Spinnen vll), ist ein härtendes Öl eigentlich überflüssig.



@ Nesselbacher



Ihr schreibt Unsinn.

Ohne erschöpfend auf die Probleme eingehen zu wollen: Ein nicht (vollständig) härtendes Öl wird zum Beispiel verstärkt Schmutz binden können. Die Schutzwirkung ist ziemlich fraglich.

Es ist Euch unbenommen, die Tradition der Anstreicherei für Euch selbst auf den Kopf zu stellen und das Rad der Malerei neu zu erfinden; aber allgemein empfehlenswert ist das nicht. Es ist nicht die schlechteste Idee, an einem traditionell errichtetem Haus traditionell zu sanieren. Man kann davon abweichen, WENN man gute Gründe hat. Es gibt kein tragfähiges Argument für Rapsöl. Das gehört in den Tank und als bessere Qualität auch 'mal an den Salat.

Rapsöl ist ein halbtrocknendes Öl und taucht zum Beispiel in meiner Literatur über historische Malmaterialien gar nicht auf. Warum wohl? Es ist aufgrund seiner Zusammensetzung für Anstriche nicht geeignet.

Bedenkt bitte bei solch leichtfertigen Statements, daß das jemand auch ganz unreflektiert für bare Münze nehmen kann.

Grüße

Thomas