Lehmputz streichen - Dunkelrot

22.12.2007



Hallo,
wir renovieren gerade ein altes Bauernhaus. Die Wände haben wir mit einer eigenen Lehmmischung fertig verputzt. Jetzt möchten wir die Oberflächen behandeln. Einige Wände möchten wir natur lassen. Da hab ich irgendwo gelesen, dass man diese gegen Absanden mit Wasserglas oder Leinöl behandeln könnte. Hat da jemand Erfahrung oder Tips? Das Wohnzimmer möchten wir in einem kräftigen Dunkelrot (Ochsenblut / Alt-Englisch-Rot) streichen. Hab mich jetzt schon buckelig gesucht, aber eine Lehmstreichfarbe in einem so kräftigen Rot konnte ich nirgends finden. Gibts sowas nicht, oder hab ich an der falschen Stelle gesucht. Was könnte man denn ansonsten nehmen wenn es keine Lehmstreichfarbe gibt. Das ganze Haus ist ökologisch und diffusionsoffen gebaut, von daher möchten wir auf Chemie so weit als möglich verzichten. Und es sollte bezahlbar sein. Wie bei allen Häuslebauern ist auch bei uns das Geld knapp. Danke schon mal für alle Tips.
Ansonsten Euch allen frohe Weihnachten und ein gutes 2008
Bettina



Dunkelrot



Ein schönes dunkles Rot gibt es, soweit ich das in Erinnerung hab, bei Klaus Schillberg unter www.texbis.de



bei Made in Clay...


Bordeauxrot von Made in Clay...

...heißt es "Bordeaux-Rot.
Ein herrlich kräftiger Farbton und als Lehmfarbe auch hervorragend zu verarbeiten.
Sollte es von der Kräftigkeit noch nicht ausreichend sein, so steht Frau Szukal (Made in Clay) gern zu weiteren Hilfestellungen mit bereit.

Naturbelassene Lehmputzoberflächen benötigen eigentlich keinen verfestigenden Anstrich.
Vorausgesetzt, man hat die richtige Produktwahl und Verarbeitungstechnologie gewählt.
Wir haben naturbelassene Putzflächen in Fluren, da findet ein reger Transportwust statt und es sind nur weiße Schleifspuren zu erkennen. Keine Furchenbildung, Absandungen etc.

Vorweihnachtliche Handwerkergrüße

Udo Mühle



hallo



ein "guter" Lehmputz sandet nicht ab. Soll er aber trotzdem verfestigt/gebunden werden rate ich zu Wandlasurbindemittel (www.kreidezeit.de). Wasserglas ist etwas problematisch in der Verarbeitung und Leinöl verschlechtert die Diffusionsfähigkeit. Um ein kräftiges Rot zubekommen, einfach nur mit einer pigmentierten Farbe/Lasur streichen. Ist preiswerter als Lehmstreichfarbe und für mich macht eine Lehmstreichfarbe auf Lehmputz nicht wirklich Sinn. Schauen Sie für sämtliche Oberflächenbehandlungen doch einfach mal bei der Firma Kreidezeit nach. Bei Fragen bitte ich um Kontakt.
nette Grüße frohe Weihnachten glückliches neues Jahr
andreas



@ HOLENA



Hier möchten wir aber einmal in Widerspruch gehen!

Eine Lasurbeschichtung ist zwar eine fantastische Oberflächengeschichte, doch müssen wir hier ganz einfach auch der Situation geschuldet, die damit verbundenen Negativseiten aufzeigen. Erst wenn man dem Kunden beide Seiten darlegt, Vor- und Nachteile, erst dann ist eine offene Transparenz zur Entscheidungsfindung gegeben.

Der Nachteil von Lasuroberflächen ist folgender.
In einem eigenen BV wurde sich für die Lasurbehandlung der Lehmputze entschieden. Nun kam es aus technisch bedingten Gründen zu Rißbildungen und auch zusätzlich noch zu Oberflächenbeschädigungen (Ausstattung des Gebäudes, Erstbezug etc.). Somit wurde eine nachträgliche Überarbeitung dieser Bereiche erforderlich.
Nunmehr ergaben sich erst die wahren Probleme!
Die gesamten Wände mußten abgeschliffen werden (es war auch Kreidezeit aufgebracht worden; es liegt aber eben nicht am Herstellerprodukt, sondern am Verfahren - Lasurtechnik!), um eine vernünftige Lehmoberfläche wieder herzustellen.
Die Bauherrenschaft erkannte damit, daß sie sich falsch entschieden hatte und damit höhere Reparaturkosten auf sich nehmen mußte.

Gegenfrage: Warum macht Lehmprodukt auf Lehmprodukt für Sie keinen Sinn?
Lasurtechniken basieren auf Ölen und diese hemmen auf jeden Fall die Speicherfähigkeit, gegenüber reinen Lehmflächen.

Handwerkliche Weihnachtsgrüße

Udo Mühle



Hallo



netten Gruß
Lasuren können auf Bier,Kasein,Öl,etc. basieren und müssen die bauphysikalischen Eigenschaften des Lehms nicht umbedingt verändern.
Für mich mach ein farbiger Lehmfeinputz auf Lehmputz aus Kostengründen keinen Sinn. Farbe ist günstiger und einfacher zu Verarbeiten als farbiger Lehmputz.
Mir sind Lehmflächen bekannt, welche über 10 Jahre ungestrichen an der Wand sind. "Trotz" Lasur und einigen Reparaturen sehen sie immer noch gut aus.

@LehmHandWerker
Das mit dem Abschleifen bedarf der Erklärung

nette Grüße Andreas



Nun,



ich habe den Verdacht, dass in diesem Fall eine Lasur auf Silikatbasis genommen wurde. Diese macht den Lehm wasserabweisend, dadurch kann der Lehm nicht vorgenässt werden und somit auch nicht repariert werden. Schleifen wär vielleicht nicht nötig gewesen, der Boschhammer hätt´s auch getan ;-))).
MfG
dasMaurer



@ HOLENA



Eigene Widersprüche!
Man sollte besser wissen was man schreibt, wenn man darauf auch Antworten bekommt.
Ich hatte angemerkt, daß Lehmfarben auf Lehmuntergründen Sinn machen, was Ihr bestritten habt!



---Forenreferenz-----------
hallo -
ein "guter" Lehmputz sandet nicht ab. Soll er aber trotzdem verfestigt/gebunden werden rate ich zu Wandlasurbindemittel (www.kreidezeit.de). Wasserglas ist etwas problematisch in der Verarbeitung und Leinöl verschlechtert die Diffusionsfähigkeit. Um ein kräftiges Rot zubekommen, einfach nur mit einer pigmentierten Farbe/Lasur streichen. Ist preiswerter als Lehmstreichfarbe und für mich macht eine Lehmstreichfarbe auf Lehmputz nicht wirklich Sinn. Schauen Sie für sämtliche Oberflächenbehandlungen doch einfach mal bei der Firma Kreidezeit nach. Bei Fragen bitte ich um Kontakt.
nette Grüße frohe Weihnachten glückliches neues Jahr
andreas mehr ...
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In eurer erneuten Wortmeldung gebt Ihr diesem aber wieder statt! Kopfschüttelnde Verwirrung, für die Leute, die hier nur lesen und Informationen verwenden!



---Forenreferenz-----------
Hallo -
netten Gruß
Lasuren können auf Bier,Kasein,Öl,etc. basieren und müssen die bauphysikalischen Eigenschaften des Lehms nicht umbedingt verändern.
Für mich mach ein farbiger Lehmfeinputz auf Lehmputz aus Kostengründen keinen Sinn. Farbe ist günstiger und einfacher zu verarbeiten als farbiger Lehmputz.
Mir sind Lehmflächen bekannt, welche über 10 Jahre ungestrichen an der Wand sind. "Trotz" Lasur und einigen Reparaturen sehen sie immer noch gut aus.

@LehmHandWerker
Das mit dem Abschleifen bedarf der Erklärung

nette Grüße Andreas mehr ...
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Und da muß man nun sagen, was das soll!
Lehmfeinputz farbig macht auf Lehmunterputz immer Sinn, denn die Gesamtsituation ist funktional.

@ Anschleifen

Zur Reparatur der Rißbereiche, mußten wir die Lasur (es handelte sich um AURO) komplett abkratzen, um im Lehmuntergrund dann gut die Überarbeitung auszuführen.
Da es aber im Nachhinein nun "beschi...." ausschaut, reparierte Stellen rauer, lasierte Flächen glatter, wird es zu einer kompletten Überarbeitung dieser Wände kommen.
Und da müssen wir die gesamte lasierte Ebene entfernen.

Grüße Udo Mühle



Dunkles Rot



Hallo liebe Formusmitglieder,
vielen Dank für die Antworten und die interessante Diskussion. Nur wirklich weitergekommen bin ich bisher nicht ;-)

Vielleicht nochmals zur Ausgangssituation. Wir haben unseren Lehmputz selbst hergestellt und rissfrei an die Wand gebracht. Bei den Farben haben wir uns bisher für ein Cremeweiss und ein sattes gelb von Lesando entschieden. Das ganz dunkle Rot scheint es wohl von Haus aus als Mineralpigment bei Lehmfarben so nicht zu geben. Alles was wir bisher ausprobiert haben, wird eher so ein "verwaschenes Dunkelorange/oder eher helles Rot", keinesfalls aber ein richtig kräftiges "Blutrot".
Deshalb war die Frage was es an anderen Farbsystemen gibt die "kompatibel" sind.

So wie ich der Diskussion entnommen habe, sind Lasuren an sich wohl problematisch. Was ist denn mit "normalen" Silikat, Kasein oder Leimfarben?

Es muss doch was geben, was zu Lehm passt, die Diffussionsfähigkeit nicht dramatisch verschlechtert und auch später nicht zu Ärger führt.

Wir wären also nach wie vor für Hinweise dankbar.

Viele Grüße
Bettina





@Holena beitrag 82213

Aus deinem Beitrag, Zitat: "Mir sind Lehmflächen bekannt, welche über 10 Jahre ungestrichen an der Wand sind. "Trotz" Lasur und einigen Reparaturen sehen sie immer noch gut aus."

Waren die Wände nun lasiert oder nicht? Ungestrichen heißt für mich da ist nichts drauf.

Und Lehmfarbe auf Lehmputz macht natürlich Sinn.( Genauso wie Kalkfarbe auf Kalkputz :)). Man bleibt einfach im System.
So ist jedenfalls meine Meinung.
Gruß
Dorothée



Ist das Rot aus Udo's Foto...



...nicht blutig genug? Lehmfarben kann man auch mit Pigmenten aller Art "nachkolorieren". Pigmente verschlechtern die Diffusionseigenschaften des Lehms nicht.

Einfach 'mal bei Kremer Pigmente reinschauen.

Mir persönlich wäre das aber zu intensiv.

Unblutige Grüße

Thomas





Hallo

Lesando bietet doch (laut internet) 350 mischbare Farbtöne für den Lehmstreichputz und etwa 167 mischtöne für die Lehmfarbe an. Ist da wirklich nichts dabei? Auch schon mal unter den natürlichen/Erd- Pigmenten nachgeguckt? (Die habe ganz bestimmt ein Rotocker/Oxidrot oder wie auch immer das bei denen genannt wird). Wichtig: Lasst euch den Farbton mischen, dunkle Rottöne lassen sich nun mal nicht mit abgetönter weißer Farbe herstellen, egal welches Bindemittel ihr wählt.
Gruß
Dorothée
Ps: Udo, das Rot auf dem Foto finde ich sehr schön



hallo



"das Geld ist knapp" steht im Beitrag. Deshalb rate ich zu einer Farbe (z.B.Kasein)um den gewünschten Rotton zu erreichen. Farbe ist um einiges günstiger als Lehmfarbe/putz. Das macht Sinn.
Nicht farbig gestrichene Wände,sondern farblos lasierte Flächen (Kaseinlasur) können eine naturbelassene Lehmwand über Jahre schön erscheinen lassen.

@LehmHandWerk Was soll das

freundlichen Gruß andreas



@HOLENA



@LehmHandWerk Was soll das

Bitte präziser definieren, kann so keine positive Kritik entnehmen.

Grüße in die Nacht

Udo



Wer auf eine Frage schreibt,



sollte vielleicht versuchen, diese zu beantworten, oder?

Da wurde nach einer Lehmfarbe gefragt, und nicht nach modifiziertem Quark.

Was wir alle nicht wissen: Sanden die Wände denn jetzt tatsächlich ab, oder soll der farblose Anstrich nur vorsichtshalber drauf? Wenn nichts absandet, sehe ich keinen Handlungsbedarf.

Grüße

Thomas



Wände sanden ab



Hallo zusammen,
jetzt tut sich ja doch noch was auf die Frage hin ;-)
Also die Wände sanden ab. Allerdings hab ich mir jetzt einige kommerzielle Lehmputze angesehen (Grün, Claytec...) und die sanden alle ab wenn man drüber reibt. Es sandet nur das nicht ab, was mit Lehmfeinputz / Lehmfarbe behandelt ist. Und das scheint mir deshalb so, weil in den Feinputzen, Farben weitere Bindemittel drin sind (Methylzellulosen, Kasein etc.) Darum gehts mir aber gar nicht, wollte es nur mal erwähnt haben, weil ich hier so oft lese "gute" Putze sanden nicht. Unser Putz enthält tatsächlich nur Lehm und Sand im Feinputz und sonst gar nichts. Und wenn ich mit der Flachen hand drüber "reibe", dann rieselts ein bisserl. Keine Ahnung ob das auf Dauer so bliebe, oder nur so lange bist die "lockeren" Sandkörnchen eben weg sind.

Fakt ist aber, dass ich das als Hausfrau nicht so gerne habe, zumal wir fast überall Dielenboden bekommen und da macht der Sand die Oberflächen hässlich. Wir würden nicht nur aus kostengründen, sondern auch der Optik wegen einige wände gerne "natur" lassen. Wir haben da Probeflächen mit Kaliwasserglas behandelt, das verfestigt sehr gut und lässt die Wände etwas "gelblicher" erscheinen, was uns aber gut gefällt. Von daher wäre also die Geschichte mit der "Kaseinlasur" schon interessant. Gibts dazu ein Rezept und Verarbeitungshinweise, oder nur was fertiges? Und vor allen Dingen, hat damit schon jemand selbst Erfahrung gemacht?

Wir haben gestern von Haga Kalkfarbe und Pigmente (rot) gekauft und machen halt wieder mal selbstversuche. Hat jemand einen Tip wo man Ziegelmehl bekommen kann? Ich könnte mir vorstellen, dass Ziegelrot unserem gewünschten Farbton sehr nahe kommt.

Leider ist Haga-Kalkfarbe "schweineteuer" und sprengt eigentlich schon vorher unser Budget. vielleicht weiss ja jemand eine günstigere Alternative.

Eine gelbe Lehmfarbe und eine cremeweisse haben wir von Texbis gefunden die gefallen uns ganz gut.

Hat schon mal einer von Euch Lehm- oder Kalkfarbe mit Leinöl behandelt? Ich hab mal vor ein paar Wochen eine Musterplatte mit Kasein + Pigment gemacht und dann mit Leinöl eingepinselt. Wurde ein richtig dunkles rot. Aber wie verhält sich Leinöl auf Lehm und wohler wäre mir, wenn ich nicht komplettes Neuland betreten müsste.

Also ich hoffe weiterhin auf viele Beiträge und bedanke mich schon mal für alles was da noch kommen mag.

Herzliche Grüße
Bettina



Sandende Wände



Hallo

Vieleicht wurde dies schon geschrieben oder ihr habt es schon ausprobiert, aber wir haben bei unserer momentan Wohnung den Lehmputz nach Trocknung mit einer dünnen Schicht Tapetenkleister überpinselt und es rieselt fast gar nichts. Nur so als Anregung.

Gruss
Marlene



In Ecken, wo Kondenswasser anfällt,



wird der Tapetenkleister schimmeln. Die selben Bedenken habe ich bei Kasein, sowie bei Leinöl, wenn es wenig gereinigt wurde und noch viele Eiweiße enthält. Leinöl verringert auch den Feuchteaustausch der Wand.

Am wenigsten Bedenken hätte ich bei Wasserglas, freilich würde ich versuchen, es möglichst stark zu verdünnen und eher 3x dünn als 1x konzentriert zu verwenden. Damit könnte vermutlich auch Udo "LehmHandWerk" Mühle leben, oder?

Mit einer Kasein"lasur" wird der Lehm optisch mehr oder weniger verschwinden. Im Wesentlichen besteht das Ganze aus Quark, Kalk und Pigmenten, es ist eher als eine Farbe anzusprechen.

Lehmfeinputz ist m.E. (die Lehmbauer mögen mich korrigieren) ein fetterer besonders feiner Lehm, der aufgrund seiner Struktur nicht sandet. Mir erscheint das die beste Variante, weil mit einem Material alles erstellt wird. Die Flächen sind auch später bestens überarbeitbar. Der aufgrund geringer Schichtdicken doch eher geringere Mehrpreis amortisiert sich damit sicher über die Jahre.

Grüße

Thomas



Schimmel?



@ Thomas
Bei uns hats auf jeden Fall keinen Schimmel in keiner Ecke und Gatterich hat den leichten Kleisterüberstrich von ca. 9 Jahren aufgebracht. Das wollt ich nur mal so erwähnt haben, so nebenbei. Aber sicher besteht bei feuchten Untergründen immer ein gewisses Risiko der Schimmelbildung, da gebe ich dir natürlich recht.


nichtbröselnde Grüsse
Marlene



Tapetenkleister vs Leinöl



Die Idee mit dem Tapetenkleister finde ich jetzt auch nicht unbedingt schlecht. Nö, hab ich noch nichts bisher drüber gelesen. Da ist dann allerdings die Frage wo man einen Kleister herbekommt, der ausschließlich aus Methylcellulose besteht, ohne chemische Additive. Wir haben unser Haus absolut ökologisch gebaut und das sollte auch bitte so bleiben, sonst wär die ganze Mühe ja umsonst gewesen. Die Kritik am Tapetenkleister versteh ich auch nur bedingt. Viele Lehmfeinputze und fast alle Lehmfarben/Lehmstreichfarben enthalten Tapetenkleister. Dann müsste doch hier auch eine verstärkte Neigung zur Schimmelbildung zu verzeichnen sein, oder?
Was ich nicht verstehe ist die Neigung des Leinöls zum Schimmeln. Was ich mir bisher anlesen konnte sagt, dass Leinöl ein hart auftrocknendes Öl ist. Und wenn das getrocknet ist, dann sollte es doch auch nicht mehr anfällig für Schimmel sein. Ansonsten würde das im Umkehrschluss doch bedeuten, dass auch alle geölten Böden massiv Schimmelgefährdet sind, oder?

Beim Leinöl würde mich eher interessieren wie sich Lehm und Öl an sich verhält. Hat denn schon mal jemand von Euch Lehm geölt?

Aber wo sind denn jetzt die Fachleute bzgl. Feinputz. Ist in den von Euch verkauften / empfohlenen Produkten nun zu 100% fettes Lehmpulver und Sand, oder ist noch mehr drin? Würd mich schon der Neugierde halber interessieren.

Viele Grüße
Bettina



Öko-Tapetenkleister



Hallo Bettina
Die Firmen Auro, Biofa, Leinos und Livos verzichten lt. Ökotest auf Konservierungsstoffe, ich könnte mir vorstellen, dass du auf den HPs dieser Produzenten herausfinden kannst, wie es mit der restlichen Belastung aussieht.

Unser "momentanes" Bad hatte Gatterich mit creme farbigem Tierrfino verputzt und auch mit Kleisterschicht behandelt, auch hier, obwohl Feuchtraum, kein sanden und kein Schimmel.

Bei unserem jetzigen Bauvorhaben haben wir gerade diese Woche begonnen die Fachwerkwände nach dem Auftragen von Lehmunterputz mit Farblehmfeinputz zu verputzen. Sobald eine Wand trocken ist, werde ich mal den Bröseltest machen und kann es dir mitteilen. Mal so als Rückmeldung von der Laienseite, obwohl ich Lehmbauer-Udos Aussagen als sehr kompetent einstufe.

Grüsse vom Erkältungslager
Marlene





Hallo Bettina

Ich weiß nicht ob in allen Lehmfarben "Kleister" drin ist, (manche arbeiten auch mit Stärke) :)

Aber eins kann ich dir jetzt schon sagen: Auch mit Kalkfarbe als Basis wirst du kein dunkles Rot hinkriegen.


Wenn du Weiß als Ausgangsbasis für eine Wandfarbe nimmst, kann da kein dunkles Rot daraus werden, egal was du für ein Bindemittel verwendest. Das wird immer einen Weißschleier bekommen und wird nicht leuchten. Es sei denn du wirfst soviel Pigment rein das die Farbe nur noch aus Pigment besteht, aber das hält dann nicht mehr anständig an der Wand.

Darum nochmal mein Hinweis:

Entweder Kauf dir eine fertige dunkelrote (Lehm)Farbe oder rühr deine Farbe mit Bindemittel, Füllstoff und Pigment selber an, dann aber ohne weiß sonst wirst du kein leuchtendes Rot bekommen.

Da kannst du dann Leimfarbe oder Kaseinfarbe nehmen was dir beliebt. Bierlasur ist als Wandfarbe schlicht nicht geeignet. Und Kalk als Bindemittel ist nun mal weiß, da kann man machen was man will.


Gruß
Dorothée



Zum Öl:



es steht schon da: Leinöl MIT EIWEIßANTEILEN. Das ist hyperbio und auch sehr gesund, aber als Anstrichstoff weniger geeignet. Fertige Öle der Naturfarbenhersteller sind weiterverarbeitet und natürlich gereinigt. Hinzu kommt, daß eine Wand wesentlich stärker der Kondensation von Wasser ausgesetzt ist, als ein Fußboden.

Aus diesen Gründen halte ich organische Bindemittel aller Art an der (Außen) Wand überwiegend fehl am Platze. Auch wenn es bei 60 oder 97% aller Anwender nicht schimmelt, gibt es hervorragende Alternativen (Kalkfarben, Reinsilikatfarben, Lehmfarben). Sollten in letzteren ein paar Prozente organischer Bindemittel sein, dann wird das zumindest graduell deutlich weniger sein als bei anderen Farbgruppen. Prinzipiell bleibt der Lehm ja auch alleine an der Wand. Und es gibt verschiedene Rezepturen.

Ich bin mir durchaus bewusst, daß ich damit ganz leger komplette historisch belegte Farbgruppen wie eben z.B.die Leimfarben vom Tisch fege - aber Schimmel ist eben auch historisch belegt, und gesund ist er nicht.

Das sind natürlich sehr prinzipielle Überlegungen, aus denen denn jeder mache, was er mag.

Grüße

Thomas



Ihr könnt sagen was ihr wollt...


Naturstein und Lehmputze



---Forenreferenz-----------
Wände sanden ab -
Hallo zusammen,
jetzt tut sich ja doch noch was auf die Frage hin ;-)
Also die Wände sanden ab. Allerdings hab ich mir jetzt einige kommerzielle Lehmputze angesehen (Grün, Claytec...) und die sanden alle ab wenn man drüber reibt. Es sandet nur das nicht ab, was mit Lehmfeinputz / Lehmfarbe behandelt ist. Und das scheint mir deshalb so, weil in den Feinputzen, Farben weitere Bindemittel drin sind (Methylzellulosen, Kasein etc.) Darum gehts mir aber gar nicht, wollte es nur mal erwähnt haben, weil ich hier so oft lese "gute" Putze sanden nicht. Unser Putz enthält tatsächlich nur Lehm und Sand im Feinputz und sonst gar nichts. Und wenn ich mit der Flachen hand drüber "reibe", dann rieselts ein bisserl. Keine Ahnung ob das auf Dauer so bliebe, oder nur so lange bist die "lockeren" Sandkörnchen eben weg sind.

Fakt ist aber, dass ich das als Hausfrau nicht so gerne habe, zumal wir fast überall Dielenboden bekommen und da macht der Sand die Oberflächen hässlich. Wir würden nicht nur aus kostengründen, sondern auch der Optik wegen einige wände gerne "natur" lassen. Wir haben da Probeflächen mit Kaliwasserglas behandelt, das verfestigt sehr gut und lässt die Wände etwas "gelblicher" erscheinen, was uns aber gut gefällt. Von daher wäre also die Geschichte mit der "Kaseinlasur" schon interessant. Gibts dazu ein Rezept und Verarbeitungshinweise, oder nur was fertiges? Und vor allen Dingen, hat damit schon jemand selbst Erfahrung gemacht?

Wir haben gestern von Haga Kalkfarbe und Pigmente (rot) gekauft und machen halt wieder mal selbstversuche. Hat jemand einen Tip wo man Ziegelmehl bekommen kann? Ich könnte mir vorstellen, dass Ziegelrot unserem gewünschten Farbton sehr nahe kommt.

Leider ist Haga-Kalkfarbe "schweineteuer" und sprengt eigentlich schon vorher unser Budget. vielleicht weiss ja jemand eine günstigere Alternative.

Eine gelbe Lehmfarbe und eine cremeweisse haben wir von Texbis gefunden die gefallen uns ganz gut.

Hat schon mal einer von Euch Lehm- oder Kalkfarbe mit Leinöl behandelt? Ich hab mal vor ein paar Wochen eine Musterplatte mit Kasein + Pigment gemacht und dann mit Leinöl eingepinselt. Wurde ein richtig dunkles rot. Aber wie verhält sich Leinöl auf Lehm und wohler wäre mir, wenn ich nicht komplettes Neuland betreten müsste.

Also ich hoffe weiterhin auf viele Beiträge und bedanke mich schon mal für alles was da noch kommen mag.

Herzliche Grüße
Bettina mehr ...
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...wir kennen solche Phänomene bei unseren Baustellen (Kunden) nicht!!
Natürlich kommt es erstens auf das Material an, zweitens auf das handwerkliche Verarbeiten und Geschick und drittens auf die Oberflächengestaltung (Endbearbeitung), nicht streichen oder so gemeint.

Benennen Sie doch einmal Ihr Produkt, was Sie fast zur Verzweiflung treibt.
Auch wir haben wöchentlich Anfragen, Lehmputze zu besichtigen, die die selben Eigenschaften aufweisen, wie bei Ihnen.
Und hier müssen wir ganz eindeutig sagen, daß es größtenteils an den Produkten liegt und an der Verarbeitungstechnologie!
Wir wollen hier keine "Heiligenscheinträger" werden oder sein, aber wir könnten Ihnen postwendend eine lange Referenzliste unserer Kunden schicken, die Sie darauf abfragen können.

Und nun versuchen Sie wiederum mit einem Tohuwabohu an Materialmixen eine funktionale Lösung zu versuchen, die aber auch nicht gewährleistet, das es hinhaut.

Wir fragen uns einfach, was für Fachberater in Ihrer Umgebung da sind, daß Sie derartige Versuchswege gehen müssen.
Hier ein Kontakt zu einer Farbenfachfrau, die Ihnen in allen Fragen zu sandenen Lehmen und Ihren Wünschen zu Ihrem speziellen "Rot" behilflich sein kann und wird:

Elke Szukal
Tucholskystraße 22
10117 Berlin
Tel.: (0 30). 30 88 29 45
Fax : (0 30) 30 88 29 46
eMail: info@made-in-clay.de

Nutzen Sie einfach einmal diese Tipp und begeben sich nicht noch mehr auf abenteuerliche Abwege.
Im nebenstehenden Foto ist ein normaler Strohlehm-Oberputz aufgebracht worden, an dem Sie sich die Fingernägel "schärfen" können. Und ohne jeglicher Verfestiger, Einpinselungen oder zusätzlicher beschichtungen!!!!

Hilfreiche Grüße

Udo Mühle