Regenwasser im Bad nutzen

03.01.2010



Wir bauen seit ein paar Monaten einen Bauernhof im Altenburger Land aus. Das Motto dabei heisst 1720. Das heisst, wir versuchen soviel wie möglich an den alten Substanzen zu erhalten bzw. wieder das einzubauen, was dem Standart dieser Zeit entsprach.

Dabei kommen wir jedoch nicht umhin, ein paar Ideen aus der Neuzeit zu holen, das betrifft unter anderem das Bad.

Wichtig zu wissen für das nun nachfolgende Anliegen ist, dass das Haus über kein bzw. ein nur auf den Hof gelagertes Wassersystem (Zisterne) verfügt. Es gibt keine Leitungen für Trinkwasser wie für Abwasser. Es soll sie nach unseren Vorstellungen auch nicht geben. Brauchwasser führen wir mittels Leitungen aus dem Haus in ein dafür eingerichtetes Kieselsteinreinigungssytsem im Garten. Nun wollen wir für das Bad Regenwasser aus der Regenrinne nutzen, die den dachseitig gelegenen Raum leicht erreichen können.

Nun aber zum Anliegen:

Schaut man zum Beispiel in das Buch Das Bauernhaus in deutschen Landen (Schäfer) dann fällt schon im Sachregister auf, dass es keinen Eintrag zu Bad oder Waschstube und einige wenige zu Regenwasser gibt. Hier sind es vor allem die nordfriesischen Bauerhöfe, die aufgrund des salzigen Grundwassers sogenannte Regenbracken, also kellerartige Auffangbehälter für Regenwasser kennen.

Wir wollen nun aber in das Bad eine Zisterne bauen, die Regenwasser aufnimmt und das überschüssige über einen Überlauf in die gegenüberliegende Dusche abgibt.

Ich habe eine Skizze dazu gemalt, die grob unsere Vorstellungen abbildet.

Nun meine Frage: Wie baut man eine solche offene Zisterne und umgeht dabei das Problem des Aussickerns des Wassers durch die Zisternenwand? Kann man sowas mit Trass etwa mauern oder muss man es mit einem Schalungsaufbau giessen? Wo müssen Überlauf und Einlauf angebracht werden, um ein natürliches Wassersystem nachzustellen, ohne Gefahren der Veralgung. Wenn es unter den hiesigen Spezialisten jemanden gibt, der auch nur Literaturhinweise dazu geben kann, wären wir sehr dankbar.

Alle Vorschläge die vorgefertiigWir bauen seit ein paar Monaten einen Bauernhof im Altenburger Land aus. Das Motto dabei heisst 1720. Das heisst, wir versuchen soviel wie möglich an den alten Substanzen zu erhalten bzw. wieder das einzubauen, was dem Standart dieser Zeit entsprach.

Dabei kommen wir jedoch nicht umhin, ein paar Ideen aus der Neuzeit zu holen, das betrifft unter anderem das Bad.

Wichtig zu wissen für das nun nachfolgende Anliegen ist, dass das Haus über kein bzw. ein nur auf den Hof gelagertes Wassersystem (Zisterne) verfügt. Es gibt keine Leitungen für Trinkwasser wie für Abwasser. Es soll sie nach unseren Vorstellungen auch nicht geben. Brauchwasser führen wir mittels Leitungen aus dem Haus in ein dafür eingerichtetes Kieselsteinreinigungssytsem. Nun wollen wir für das Bad Regenwasser aus der Regenrinne nutzen, die den dachseitig gelegenen Raum leicht erreichen können.

Nun aber zum Anliegen:

Schaut man nun zum Beispiel in das Buch "Das Bauernhaus in deutschen Landen" (Schäfer) dann fällt schon im Sachregister auf, dass es keinen Eintrag zu Bad oder Waschstube und einige wenige zu Regenwasser gibt. Hier sind es vor allem die nordfriesischen Bauerhöfe, die aufgrund des salzigen Grundwassers sogenannte Regenbracken, also kellerartige Auffangbehälter für Regnwasser kennen.

Wir wollen man nun aber in das Bad eine Zisterne bauen, die Regenwasser aufnimmt und das überschüssige über einen Überlauf in die gegenüberliegende Dusche angibt.

Ich habe eine Skizze dazu gemalt, die grob unsere Vorstellungen abbildet.

Nun meine Frage: Wie baut man eine solche offene Zisterne und umgebht dabei das Problem des Aussickerns des Wassers durch die Zisternenwand. Kann man sowas mit trass etwa mauern oder muss man es mit einem Schalungsaufbau giessen? Wo müssen Überlauf und Einlauf angebracht werden, um ein natürliches Wassersystem nachzustellen ohne Gefahren der Veralgung. Wenn es unter den hiesigen Spezialisten jemanden gibt, der auch nur Literaturhinweise dazu geben kann, wären wir sehr dankbar.

Liebe Gruesse in die Welt

Olaf



Liebe Gruesse in die Welt

Olaf



Wasserversorgung auf dem Land



Dein Anliegen verstanden, aber zuerst eine Frage:
Baust Du im Bestand um oder stand das Haus jahrelang leer ?
In Sachsen eine genehmigte Wohnung ohne Wasser/Abwasser auszubauen ist schwer vorstellbar.
Hier in unserer Gegend gibt es noch viele Wasserquellen auf den Höfen, die nach meinem Wissen manchmal aus Ziegel gemauert wurden (Zementmörtel+Zementputz in neuzeitlicher Ausführung bzw. aus einem Naturstein gehauen (Foto). Allerdings ist das der manchmal weit draußen auf den Feldern liegenden Quellen wärmer, du nutzt Regen/Tauwasser und das könnte im Winter zu Problemen führen. Und das Wasser - in welche Vorflut wird es "entsorgt"? Auch dazu brauchst Du eine Genehmigung. Kieselsteine alleine klären nicht, da gehört mehr dazu.....



Kein Abwassernetz vorhanden?



Hallo Olaf,
ist da denn gar kein Abwassernetz vorhanden?
Die Lösung mit der eigenen Bio-Kläranlage finde ich ja auch super. Leider kenne ich nur Vorhaben, die dann am Anschlusszwang der Gemeinde gescheitert sind. Diese haben das da dann ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt.
Kann es sein, dass das Haus voll auf der grünen Wiese steht?
Wäre nicht auch eine Quelle , oder ein Brunnen eine Lösung?

Ich benutze auch nicht nur Trinkwasser im Haus.
Allerdings kein Regenwasser mehr.
Bin umgestiegen auf eine Brauchwasseraufbereitung.
Dort wird das Wasser in der letzten Stufe mit einer UV Lampe vor dem verkeimen und veralgen geschützt.

Es sind nicht nur die Algen, die ein Problem darstellen.
Die Keime sollten auch nicht aus dem Blickfeld geraten.
Kommt aber auch auf die Bauweise und den Durchsatz an .

Grüße, Juergen



Bedenken beiseite....



Lieber Olaf, lieber Jürgen!

Ich verstehe Eure Bedenken. Wenn man den spektakulären Fall hier kennt: http://www.wasser-in-buergerhand.de/aktionen/zwangskanalisation_plenzke.htm, dann weiss man auch worauf man sich einläßt.

Aber ersteinmal ein paar Antworten auf die Fragen: das Haus stand jahrelang leer und wir vertrauen darauf, mit der Nutzung unterhalb der Beobachtungsschwelle zu bleiben. Aber das führt nicht zur wirklichen Lösung des Problems.

Tatsächlich ist im Hof ein schöner alter Brunnen, den wir auch als solchen wieder in Benutzung nehmen wollen. Nur ist die Vorstellung, dabei das Wasser zum Waschen und Baden vom Hof in das Bad zu transportieren eher unschön. (Siehe Bild) Obwohl es nur zehn Meter wären, würde hier das eine oder andere Wasser sicher aus den Eimern ausschwappen. (Dabei kommt auch erstmal keine Lösung mit Rohren, einer Pumpstationen usw, in Betracht, da diese ja auch nie im Hofbau integriert waren.) Also eine etwas mechanischere Lösung ohne zusätzliche Verrohrrung und eine zusätzliche Nutzung des Regenwassers wäre dabei sicher besser.

Also zur Sache, könnt ihr Euch vorstellen, wie man eine solche Zisterne bauen kann und dabei alle Regeln der Kunst beachtet?



eigentlich



nein, da ich es noch nicht gemacht habe und das Problem des Frostes bleibt. Wenn der Behälter auch im Haus stehen, kann Dir dennoch der Zulauf eingefrieren ! Und was machst Du dann bei -15°C - Eskimowaschen ?
Meiner Meinung nach gibt es für die Familie bessere Lösungen !
Vor etwa 22 Jahren habe ich auch mal so angefangen - Schwengelpumpe auf dem Hof und Waschmaschine (Schwarzenberger) mit Eimer befüllen usw. Besonders meine Frau war froh, als endlich der Automat an der hauseigenen Wasserpumpe angeschlossen war.
Wasserbehälter kannst Du sicher mauern, aber innen mit Dichtungsschlämme streichen. Das mit den Algen hat Kai schon beschrieben. Notablauf nicht vergessen !





Es gibt fertige Regenwasserzisternen zum Eingraben, die auch befahrbar sind. Damit ist der Frost kein Problem. Wenn der Nutzinhalt gross genug ist, spielt es auch keine Rolle, wenn mal ein Monat lang kein Wasser kommt, das ist im Sommer ja auch manchmal der Fall. Gibts im Programm bei Anbietern von Regenwasseranlagen. Wichtig sind auch die Ausführungsdetails bezüglich Wassereinspeisung und Filterung. Sie sollten hier auf bewährte Produkte zurückgreifen, statt alles selbst nochmals zu erfinden.

Der Anschlusszwang für Hausabwasser ist sinnvoll; sonst hätten wir immer noch alle zehn Jahre irgendwo Typhus- oder Choleraepidemien, und alle Fliessgewässer wären stinkende Kloaken.
Abgesehen davon funktioniert das "Unter der Beobachtungsschwelle bleiben" in einem Land wie Deutschland, mit vielen verhinderten Polizisten, auf Dauer nicht. Spätestens nach der Wohnsitznahme kommt eine Rechnung für die Abwasserbeseitigung.

Sie werden, Motto 1720, ziemliche Kompromisse machen müssen; damals gabs nur den Brunnen draussen, mit Aufhacken des Eises im Winter, und eine Senkgrube irgendwo. Das kleine Geschäft wurde bei Schlechtwetter in einer Stallecke erledigt. Gewaschen wurde sich vielleicht einmal die Woche in einem Bottich in der Küche. Wäsche gewaschen wurde ebenfalls draussen am Brunnen oder am Flussufer. Deutsche Söldner wunderten sich in den Türkenkriegen des 18. Jhdt sehr darüber, "dass die Türken alle Tage baden und sich waschen wollen". Die Einträge im Sachbuch fehlen, weil es die Einrichtungen damals in den gewöhnlichen Häusern schlicht nicht gab.
Das heisst, Sie können sich gleich ein modernes Bad einbauen, es ist historisch genauso falsch wie Ihr hier beschriebenes Projekt, aber angenehmer zu benutzen.

Über Kleinkläranlagen sollten Sie sich eingehend informieren; es gibt ausgereifte Systeme für Einzelhäuser.



Stinkende Kloaken



Lieber Herr Paulsen!

Sicher haben Sie recht. Ohne Verordnungen und Trinkwasserschutz sähe es in Deutschland anders aus. Auch wenn der Ökologe Reichholf (Kleine Naturgeschichte des letzten Jahrtausends) ausführt, dass gerade die Einleitung bestimmter Kloaken im 17. - 19. Jh. dazu führte, dass die Flüsse fischreich und das Leben im Wasser diverser war. Aber wir leben im Industriezeitalter wo man bei den wenigesten Leuten vorraussetzen kann, dass sie wissen, was sie da ins Abwasser kippen. Das sich Einzelne das Recht dazu rausnehmen, zu wissen, was sie tun, mag dabei sträflich sein, aber selbst das Unwissen schützt ja vor Strafe nicht ...

Soweit so gut. Da dieses Haus in absehbarer Zeit kein Hauptwohnsitz werden wird, sondern immer nur als Zweitwohnsitz genutzt werden wird, ist bei dem ganzen Überlegungen wohl bisher nicht erwähnt worden. Nur so stellen wir uns auch das "unter der Beobachtungsschwelle bleiben" vor.

Mit den Ausführungen "Sie werden, Motto 1720, ziemliche Kompromisse machen müssen; " haben sie völlig recht. Wir betrachten das Haus als Zeitreise, mit all den Annehmlichkeiten und Unannehmlichkeiten beider Zeitausschnitte damals wie heute. Nur wollen und können wir bei der Regenwasserübernahme nicht auf teure Fertigsysteme zurückgreifen, weil dazu kein Geld vorhanden ist und das meiste für den Ausbau bisher aus dem Haus, dem Hof bzw. dessen Untergrund entnommen worden ist. Vom Zement und dem Kalk mal abgesehen ....





Interessantes Projekt. Bei uns in der Mühle gibt es so etwas in der Art. Im Keller sind drei gemauerte Becken an die Regenrinne angeschlossen. Erst ein ca 1,20m Breite x 1,20m Länge und 1,60m Tiefe. Von dort aus kann man das Wasser durch Stöpsel ziehen in eine kleineres Becken rechts davon laufen lassen oder links davon. Von dort aus kann man das Wasser wieder durch Stöpsel ziehen in Rinnen am Boden laufen lassen, die einen Abfluss nach draussen haben. Bei Überlauf läuft das Wassser auch in diese Rinnen oder man legt einen Hebel an der Regenrinne um und leitet das Wasser so nicht mehr in das Becken.
Dieses System wird von uns nichtmehr genutzt, aber vor 15 Jahren war es noch in Betrieb.



ebenerdig?



Soll diese Zisterne zu ebener Erde gebaut werden oder auf eine Decke? Egal ob Kappendecke oder Holzbalkendecke, bei ca 1m³ Wasservolumen kommen schon mal 10 kN auf den m² als Last. Dazu kommt die Eigenlast der Zisterne. Dafür ist kein Bauwerk aus dieser Zeit ausgelegt.



Zisterne ist sehr unhygienisch und unpraktisch



Ne, mal im Ernst:

Brunnen ist besser.

Ist auch altehrwürdig, und mit Hofmitteln, gibt keimfreies Wasser (Raben und Tauben auf dem Dach gibt Dünnschiss, Vogelgrippe und Salmonellen! Kein Witz), ganzjährig (Sommer und Winter), und erfordert kaum baulichen Aufwand.

Zum Transportieren nimmt man auch einfach einen Schlauch und eine (Hand?)Pumpe, keinen Eimer.

stt



ebenerdig, hygenisch und praktisch



um auf ein paar Fragen der vorrangegangenen Forumsantworten zu antworten: Die Zisterne wird ebenerdig stehen und deshalb gewichtsmässig keine Probleme verursachen. Das Fachwerk ist auch nicht unterkellert. Die Frage der Hygiene stellt sich insofern nicht so dringend, da das Wasser zum Waschen genommen wird und nicht zum Trinken. In den heissen Sommermonaten gibt es eine Sonnendusche im Garten.



Da das Grundstück über viele schöne Kalksteine verfügt habe ich nun folgendes ersonnen- Ist es möglich, die Kalsteine vorher als aussenbegrenzung vorher einfach zu mauern und dann mit einer inneren Schale eine Zementinnenwand zu giessen, deren äußere Begrenzung der gemauerte Kalkstein bildet? Wie Dick muss Unterboden und Zementguß dann sein?

@Anja: Kann ich mal ein Bild sehen von den Zisternen in der Mühle?

Vielen Dank

Olaf





Ich habe gerade kein Foto von den gesamten Becken. Auf diesem Bild siehtg man das kleine Becken am größeren.





Und hier nochmal der Keller. Unten links sieht man den Rand des größeren Beckens.



hatte



schon mal geschrieben, normal mit Zementmörtel mauern und Innen Dichtungsschlämme (ev. mit Gewebeeinbettung) und Dichtungsmanschette für Ablass. Kann allerdings aus deinen ganzen Schreiben noch immer nicht entnehmen, warum du den Brunnen nicht benutzt. Selbst "arme Leute" haben sich früher frisches Brunnenwasser geleistet und das Regenwasser gleich in den Garten geleitet. Im übrigen - auch beim Waschen sollte man auf Hygiene achten. Und die Chemnie in der Luft ist auch nicht gerade erstrebenswert. Nicht umsonst findet Du dazu wenig Einträge im Netz. Und wenns keine Wasseranlage sein soll - es gibt auch kleine Handpumpen fürs Haus, die "ansaugen" und Dein Becken befüllen könnten.