Fußbodenaufbau über gewachsenem Boden

17.11.2010 Norbert



Ein Hallo an das Forum,
ich weiß, diese Frage ist schon zigmal gestellt worden, aber trotz intensiver Suchbemühungen, so ganz passt es doch nie auf meine Verhältnisse.

In unserer (künftigen)Küche/Bad in einem 250 Jahre alten Bauernhaus fand ich folgenden Fußbodenaufbau vor: Alter Teil: ca. 10-15cm grober Schotter darin Balkenlage, darauf Dielen. War z.T. noch relativ in Schuß, z.T. aber total morsch und zerbröselt, wie alt weiß ich aber nicht, wohl sehr alt.
"Renovierter" Teil wohl aus den 60er Jahren: Erdreich, Sand, dicke Folie, ca. 25cm Beton, Fliesen. Darunter war es sehr feucht inkl- Wände, jetzt nach einigen Wochen hat es abgetrocknet und ist wohl normalfeucht, nicht trocken.
Was spricht gegen folgenden Fußbodenaufbau: Erdreich, leichte Folie, ca. 15-20cm Schaumglasschotter, Dielung. Die Wärmedämmung ist mir nicht so wichtig, da m.M. nach das Temperaturempfinden stark vom verwendeten Bodenbelag abhängt, deshalb würde mir die Höhe des Schaumglases ausreichen (mehr Platz habe ich nicht).
Am liebsten würde ich ganz auf die Folie verzichten, mein Bauunternehmer will das aber gar nicht, er schlägt folgenden Aufbau vor: Schwere Folie oder Bitumenbahn, 3-4cm Beton-Ausgleichsschicht, Dämmung bspws. Hartfaserplatten oder Schüttung, Dielung. Ist das besser?
Kann aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich Schäden am Bodenbelag verursachen oder verdunstet die nicht einfach übder die Raumluft? Im Schaumglas bleibt die Feuchtigkeit ja nicht stehen.
Ich befürchte, es ist wieder eine Glaubensfrage, aber vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

Vielen Dank und viele Grüße, Norbert



Denn...



...lassen Sie den Schotter doch liegen, darüber ein Leichbeton 8cm, Dichtbahn (keine Baufolie!), Lagerhölzer oder besser Holzweichfaserplatten/ Lagerhölzer + Dielung.

Schaumglasschotter alleine tut's nicht.

Grüße

Thomas



Würde ich gerne tun, geht aber nicht...



da die Oberkante der 10-15cm Schotter direkt an der Dielung anstanden, die Lagerhölzer lagen im Schotter. Höher geht also nicht, Schotter musste raus und dann noch gewachsenen Boden rausgeschaufelt um überhaupt einigermaßen Höhe für einen Aufbau zu bekommen. Der Fußbodenaufbau war über dem Schotter eigentlich in relativ gutem Zustand, lediglich dort wo es durch das Dach jahrelang reingeregnet hat und am Übergang zu dem "renovierten" Bereich war es feucht und kaputt. Deshalb bin ich schon leicht optimistisch, dass der vom Prinzip her selbe Aufbau mit Schaumglasschotter doch funktionieren müsste.

Oder spielt mir mein Laienwissen da einen Streich?



Einfache Antwort:



ja.

Feuchte, die man draussen lassen kann, sollte man auch draußen lassen.

Sie produzieren viel mehr absolute Raumluftfeuchte als Ihre Vorfahren, und das Bauwerk ist zudem allermeist luftdichter als vor Jahrzehnten. Da brauchts nicht noch zusätzlich die Erdfeuchte.

Grüße

Thomas



So schnell will ich den Gedanken an Glas nicht aufgeben



Auf Anfrage beim technischen Support des Schaumglasherstellers erhielt ich folgenden Vorschlag für meinen Fußbodenaufbau:

Geovlies, Schaumglasschotter als kapillarbrechende und wärmedämmende Schicht, darauf Magerbeton 3-4cm als Ausgleichsschicht, darauf Folie, Lagerhölzer, Dielung

Ist das praktikabel?



Die 3-4cm...



erscheinen mir sehr knapp (wenigstens 6cm), und sie sollten den Schotter gut verdichten.

Grüße

Thomas