Dach und Schnee

23.11.2008



Hallo an alle!
Wir haben den Dachboden unseres Hauses (Baujahr 1925) ausgebaut. Die Eindeckung wurde 2006 erneuert ( Satteldach, Braas, Harzer Pfanne), dabei eine Unterspannbahn der Marke Delta angebracht. Zum Ausbau haben wir die 12cm tiefen Sparren aufgedoppelt und mit Isover ZKF 200 WLG 035 gedämmt. Als Dampfbremse haben wir die Isover Vario Duplex UV angebracht, Innenverkleidung Rigips 12,5. Nun ist der erste Schnee gefallen und als eichen für ein gut gedämmtes Dach soll doch der Verbleib des Schnees auf dem Dach sein.. Es hat für unsere Region so viel geschneit, dass ca. 12 cm Schnee auf dem Dach lagen. Als es draußen zu tauen begann, sind allerdings die Schneemassen lawinenartig heruntergerutscht, dass unser Dach, so wie die zweier anderer erneuter Dächer (Altbauviertel- sonst sehr viele alte Dächer), fast schneefrei waren. Auf den alten Dächer in der Nachbarschaft liegt immer noch eine dünne Schicht Schnee, die an vielen Stellen geschmolzen , an anderen weniger geschmolzen ist. Mag eine dumme Frage sein- liegt dieser Effekt daran, dass auf den neu gedämmten Dächern der Schnee solange liegen bleibt (da Wärme nicht so schnell entweichen kann), bis die Massen ins Rutschen kommen und bei den weniger gedämmten der Schnee vorher zum Teil schon taut- aufgrund der Wärmeverluste? Oder ist unser Dach völlig falsch gedämmt?

Diese Frage beschäftigt mich sehr, über Antworten würde ich mich freuen.... Vielen Dank

abog



schneelast wurde hoffentlich berücksichtig



Hi,
"12 cm tiefe Sparren aufgedoppelt"? in die dicke oder tiefe?
alte Häuser haben im unteren viertel des Daches eine Abflachung wegen der "Lawinengefahr", natürlich ist auch die Oberflächenbeschaffenheit des Dachmaterials von Belang(aber wohl ehr gering).
Dächer sollten gut gedämmt sein ,damit Schnee schnell abtauen kann .
nicht selten ist die Dachstatik nur ausreichend bezüglich Schneelast . denn ,wenn man auf sicherer seite sein will -setzt man die schneelast höher an-das bedeutet natürlich höhere kosten in sachen statikaufwand.
der Klimawandel wird uns diesbezüglich noch zu schaffen machen .
Gruß
PS: was ist ne Harzer Pfanne?



Dach und Schnee



Danke für die prompte Antwort. Die Sparren sind in die Tiefe "aufgedoppelt" worden, sodass mehr Platz für die Stärke des Klemmfilzes (20cm)vorhanden ist.Statik wurde berücksichtigt. Der Tischler hat den Plan ausgearbeitet. Das Pfannenmodell von Braas heißt Harzer Pfanne, mit Beschichtung. Die Schneelast wurde beim Eindecken von der Dachdeckerfirma berücksichtigt- für die regionalen Standards- der Klimawandel ist da wohl noch nicht berücksichtigt. Die von Ihnen erwähnte Abflachung ist vorhanden, dort sammelt sich das "Runtergerutschte" bis es dann stückchenweise runterfällt, bzw. bei höheren Temperaturen und Sonnenschein taut. Es fallen also keine "Lawinen" auf die Erde. Lediglich die größere Fläche der Eindeckung wird im Vergleich zu den alten Dächern schneller frei bei leicht steigenden Außentemperaturen. Dafür sammelt sich dort bei Schneefall und Minustemperaturen wiederum viel mehr Schnee an...
Ich dachte immer, je länger der Schnee liegen bleibt, umso besser die Dämmung.....



Dach und Schnee



Ob eine Dachlawine entsteht, hängt von der Steilheit, der Schneemenge und der Oberflächenrauhigkeit der Dachhaut ab, ferner davon, wie kalt die Dachhaut zu Beginn des Schneefalls war. Da Schnee gut isoliert, ist unter einer Schneedecke die Temperatur immer nahe Null Grad. In sehr winterkalten Gebieten hat Schnee auf dem Dach eine beachtliche Dämmwirkung.
Wenn das Dach gut gedämmt ist, bleibt der Schnee selbstverständlich lange liegen. Wenn der Schnee rasch wegtaut (im Vergleich zu Dächern ungeheizter Gebäude gleicher Neigung, Exposition usw.) dann kommt die Schmelzwärme von innen, also von der Heizung. Am raschesten ist dann gewöhnlich der First oder die Umgebung von kamindurchführungen usw. schneefrei.
Dieser Effekt kann durch eine gute Hinterlüftung verdeckt werden; die Wärme, die durch die Dämmung weggeht wird, bewirkt lediglich ein verstärkter Luftstrom unter den Ziegeln, reicht aber nicht aus, diese (unter dem Schnee) auf Null Grad zu erwärmen, wenns draussen genügend kalt ist.
Kompliziert?
- Wenn der Schnee rascher abschmilzt als auf anderen Dächern mit gleicher Haut, Dämmung überprüfen.
- Abrutschen kann verschiedene Ursachen haben.
Am besten lassen Sie sich bei schneefreiem Dach ein Thermofoto machen.





Hallo,

in schneebelasteten Gegenden hat man Schneefanggitter, ggfs. auch zwei übereinander.
Wenn die "Lawinen" eine Gefahr darstellen, würde ich darüber nachdenken.

Grüße





Wenn schon, dann Schneestopphaken. Vorteile: Die Last wird nicht punktuell auf das Dach übertragen, die Montage ist einfacher (werden nur zwischen die Ziegel geschoben und eingehängt) und sie fangen nicht Laub, Fussbälle und dergleichen ein.
Dachlawinen sind teuer, der Hausbesitzer wird zur Kasse gebeten und Unfälle in Gebieten, wo normalerweise wenig Schnee liegt, sind nicht selten.
Nachteile: Bei sehr kaltem Wetter und schlecht gedämmtem Dach kann sich zwischen Ziegeln und Schnee Eis bilden und unter die Ziegel kriechen oder auch die Dachrinnen beschädigen.



Dach und Schnee



Es handelt sich um keine schneebelastete Gegend. Der Schneefall war für hiesige Verhältnisse schon viel. Außerdem sammelt sich der runtergerutschte Schnee -wie oben erwähnt-im unteren Viertel des Daches. Habe heute mit Architekt und Energieberater gesprochen und dabei herausgefunden, dass das Zusammenspiel von steilerem Satteldach und beschichteten Dachziegeln, besonders nach Einsetzen des Tauwetters zu dem Rutscheffekt führt. Ein "Tauen" des Schees auf dem Dach konnte ich nicht beobachten.



Dach und Schnee!



Ein ähnliches "Phänomen" fällt mir alle Jahre wieder, so auch in den letzten Tagen auf. Nur "umgekehrt".

Unser Dach war einmal gedämmt. Ein Marderbefall vor unserer Zeit hat jedoch die Dämmung zum Opfer gehabt. Die damals verbaute Mineralwolle ist nicht mehr existend.

Das Dach ist sehr steil (jemand sagte mal : "damit die Hypoteken besser rutschen". Was ich aber nicht bestätigen kann :-)))

Seit gestern liegt auch wieder ordentlich Schnee auf dem Dach.
Auf unserem wohlgemerkt. Dächer in der Nachbarschaft, auch mit gleicher Exposition (aber geringerer Neigung), von denen ich aber weiß dass dort eine Dämmung vorhanden ist, haben keinen Schnee oder nur noch teilweise.

Die Räume unter unserem Dach sind bewohnt (damit auch beheizt).

Wohlwissend dass ich hier vieleicht wieder eine "Dämmdiskussion" lostrete, würde mich schon mal interessieren, ob jemand eine schlüssige Antwort darauf parat hat.

Gruß
Martin



Dach und Schnee



In unserer gemieteten Doppelhaushälfte, in der wir vor unserem Hauskauf wohnten, hatten wir auch einen Marder. Allerdings hielt der sich hauptsächlich auf dem ungedämmten Spitzboden auf und schob so allerlei Dinge vor sich hin. Das war ein ganz schönes Geräume... erst so sind wir auf einen Marder gekommen, dachten nämlich zunächst an Mäuse. Ein Förster musste mit einer speziellen Falle anrücken....
An der Dämmung zu dem unteren Geschoss hat er sich nicht bedient- soweit ich weiß, Mineralwolle 160 mm. Hast du mit Hanf oder ähnlichem Naturmaterial gedämmt?





Die Dämmung wurde von einem der Voreigentümer durchgeführt.
Wenn überhaupt ist diese Dämmung (Glas- oder Mineralwolle) nur noch fragmentarisch erhalten.
Ich frage mich nur, warum der Schnee trotzdem auf dem Dach bleibt (obwohl geheizt und starker Neugungswinkel) während bei umliegenden Häusern der Schnee trotz Dämmung abtaut.

(Der oder die Marder sind übrigens weg)

Gruß
Martin



Dach und Schnee



das ist genau der Punkt, den ich bis jetzt auch nicht so richtig verstehe. VIELLEICHT ist tatsächlich alles nur blanker Dämmwahn- ohne Funktion;)! Vielleicht gibts aber auch Jemanden, der uns das noch irgendwann mal logisch erklärt........



@ Martin



könnte es sein, dass dein Dach zu Beginn des Schneefalles wärmer war und damit der erste Schnee angetaut ist. Und so ggf. an das Dach anfrieren konnte. Auf den anderen Dächern konnte er vom Wind den Schnee, da nicht angefroren, besser wegblasen.

Eine andere Variante wäre, dass dein "warmes" Dach halt Pappschnee aus dem Pulverschnee gemacht und der hält nun mal besser auf dem Dach.

Wäre m.E. erstmal zu klären ob der Schnee wirklich getaut ist, oder nur weggerutscht ist bzw. weggeblasen wurde?

Ist aber eine interessante Beobachtung. sollte man wirklich mal ergründen.

Gruß Marko



Dach und Schnee



So- es hat jetzt über Nacht wieder geschneit- beide Dachhälften sind gleichmäßig mit ca. 3-4 cm bedeckr. Die Temperaturen bewegen sich bei minus 2-3 Grad Celsius. Die Schnnedecken der alten Dächen zeigen um Schornstein, an First und anderen Flächen bereits jetzt Tauflächen. Bin mal gespannt, wie das Ganze nun aussieht, wenn die Temperaturen wieder im leichten Plusbereich sind....