Schimmel im Gewölbekeller



Schimmel im Gewölbekeller

Hallo zusammen,
wir haben ein Problem mit Schimmel. Der Keller hat einen Lehmboden und war immer etwas feucht aber nie von Schimmel befallen. Bei der Fassadenrenovierung wurde der Kohlenschacht (einzige Öffnung) bis auf einen schmalen Schlitz geschlossen da gelegentlich Wasser rein lief. Zusammen mit der Abdichtung des Kelleraufgangs zum Wohnraum hat das die Belüftung wohl zu stark eingeschränkt. Nach der Lektüre einiger Beiträge hier im Forum haben wir den Boden ca. 15cm abgetragen und den gesamten Boden u. alle Wände mit 70%ger Alkohollösung (Brennspiritus) besprüht. Zudem wurde die Kellertür jede Nacht offen gelassen. Das hat gut funktioniert, bis zuletzt sehr schwüles Wetter einsetzte. Innerhalb weniger Tage war alles viel schlimmer als zuvor. Boden, Mauerfugen – alles voll mit weiß-grünem Schimmel (s. Bild). Ich habe den Schacht inzwischen wieder vollständig geöffnet und werde demnächst einen ungenutzten Kamin der einen Ascheschacht im Keller hat wieder auf's Dach ausleiten um eine Querlüftung zu schaffen. Die Frage ist jetzt, wie bekämpfe ich den Befall nachhaltig, der Alkohol hat nicht so richtig gewirkt. Und was ist das für ein Pilz, gesundheits- bzw. bauschädigend?
Vorab vielen Dank,
Gruß, Michael



Auch wenn jetzt wieder…



… Geschrei ausbricht: Ich empfehle Wasserstoffperoxyd!

Infos zur Wirksamkeit, Sicherheitshinweise bei der Anwendung und Tipps für kostengünstigen Erwerb (nämlich Kanisterweise aus dem Zubehörhandel für Gartenteichbedarf statt aus der Apotheke) finden sich hier und in anderen Foren.

Auch der Schimmelexperte, der hier bald bestimmt noch von jemandem empfohlen wird, kocht nur mit Wasser(stoffperoxyd).

Nichtsdestotrotz muss die Belüftung wieder hergestellt werden, sonst bringt das alles nix. Längerfristig könnte ein Kalkputz auf den Klinkern den Schimmel verhindern, dazu muss der jetzige Befall aber erst vernichtet sein.



hatte



schon mehrmals darauf hingewiesen - abzubrennende Schwefelstreifen fürs Gewächshaus/Weinballon tun hier gute Dienste. Ich mache das jedes Jahr - frische Luft wie im Gebirge.
Lüftung wie vor beschrieben, es geht aber ohne Putz.





Ist das überhaupt Schimmel, oder bloss Mauersalpeter?
Wenn man etwas von der weissen Watte in ein Glas Wasser gibt, und es sich auflöst, ist es Salpeter.



Lüften



macht nur Sinn wenn es draußen kälter ist als im Keller sonst kondensiert die warnme Luft auf den kühleren Flächen was dem Schimmel natürlich sehr entgegen kommt.

Es gibt Geräte die je nach Temperatur und Feuchtigkeit automatisch lüften.

Grüße





Danke für die Tipps!

Sind Wasserstoffperoxid oder Schwefel denn in einem bewohnten Haus anwendbar?
Mir wurde zudem empfohlen einen Betonboden ein zu bauen um den Feuchteeintrag deutlich zu senken. Aufbau: Folie, 12cm Beton, Schweissbahn, 4cm Estrich.
Mir ist klar, dass die Belüftung verbessert werden muss. Gestern habe ich ein Bauheizgerät aufgestellt, das läuft nur nachts um schnell die Feuchtigkeit zu verringern.

@ Herr Bisping: Bisher war der Keller wie beschrieben zwar nicht trocken, aber auch nicht verschimmelt. Die Wände wurden gekälkt, das wollte ich auch weiterhin so halten um Schimmel vor zu beugen. Allerdings macht sich das Gewächs nichts draus, ob mit oder ohne Kalkfarbe, er wächst in beiden Fällen. Wäre das bei Kalkputz anders?

@ Herr Meurer: Wo kann ich mich über solche Sensor-gesteuerten Lüfter informieren? Ich denke der beschriebene Kamin bietet sich an einen Rohrlüfter o. Ä. ein zu bauen, zunächst wollte ich den über eine Zeitschaltuhr nachts 2 Stunden laufen lassen. Das kostet aber sicher mehr Energie als ein gezielter Betrieb bei hoher Luftfeuchte. Den Kohlenschacht wollte ich von aussen mit einer Lade o. Jalousie versehen um ihn im Sommer tagsüber schließen zu können.

Habe ich evtl. den falschen Alkohol genommen? Habe jetzt gelesen, dass es Isopropanol in 70 - 80%iger Lösung sein muss. Ich hatte normalen Brennspiritus genommen. Wo bekommt man am günstigsten größere Mengen Isopropanol?

Nochmals vielen Dank für die Antworten



Hallo Michael,



den Lüfter gibt es z. B. hier: http://www.ntags.de/

Durch das Einbringen eines Betonbodens kommt viel Feuchtigkeit rein. Der Lehmboden dichtet ab gegen aufsteigende Feuchtigkeit.

Ich gehe davon aus das die Feuchtigkeit durch falsches Lüften reinkommt.

Grüße



In meinem letzten Beitrag ....



... verwies ich aufs Weiterlesen, sowohl in diesem Forum als auch in den Links (die sich in div. Beiträgen finden werden).

Für Wasserstoffperoxyd gelten gewisse Sicherheitsratschläge bei der Verarbeitung, weil das Zeugs z.B. auf der Haut ätzend ist, nach Anwendung zerfällt es aber in ungefährliche Bestandteile.

Beim Alkohol kommt es eigentlich nur auf die Konzentration an. Da spielt es m.E. keine Rolle, ob Isopropanol oder Ethylakohol.

Kalk und Schimmel mögen sich absolut nicht, vielleicht ist die dünne Schicht, die bisher aufgebracht wurde, schnell chemisch neutralisiert und kann deshalb nicht mehr den Schimmel verhindern.

Ist der Boden denn jetzt Beton oder Lehm? Mir scheint auf dem Foto der Schimmel überwiegend auf dem Boden zu sitzen.

Bevor ich zu teuren und aufwändigen Elektrolüftern greifen würde, wäre es doch wirklich ratsam und vom Aufwand her nur minimal, den Ursprungszustand der Belüftung wiederherzustellen und flankierend dazu eine alternative Schimmelbekämpfung anzuwenden.

Es kommt immer wieder vor, dass Salz-Ausblühungen mit Schimmel verwechselt werden, sind Sie sich absolut sicher, dass es wirklich Schimmel ist?





Hallo Hr. Meurer, hallo Hr. Bisping,

spricht etwas dagegen den Alkohol unverdünnt (94%) Konzentration auf zu bringen? Soweit möglich habe ich die Belüftungssituation wieder hergestellt: Fensteröffnung ist jetzt größer als vor der Sanierung, der Kamin gegenüber des Fensters ist unten geöffnet (ca. 20x20cm damit er auch zieht) und wird diese Woche durch das Dach ausgeleitet = Querlüftung, ggf. kann hier zusätzlich ein feuchtegesteuerten Lüfter in diesen Kamin eingebaut werden, der dann per Zeitschaltuhr nur nachts angesteuert wird um möglichst wenig Kondensat ein zu bringen. An dem abgeschlossenen Kelleraufgang will ich nichts verändern - sonst verteilen sich sowohl Kälte als auch Sporen im Wohnhaus. Ich könnte allerdings noch eine 150er Kernbohrung im Kelleraufgang nach draussen machen, das wäre dann eine dritte Lüftungsöffnung, die sich am höchsten Punkt des Raumes befinden würde und somit eine gewisse vertikale Umwälzung bringen sollte.

@ Hr. Meurer: ?Lehmboden dichtet gegen Feuchtigkeit? Ich kenne es aus dem Gartenbau gerade umgekehrt, verdichteter Lehm hat enorme Kapillarkräfte und fördert aufsteigende Feuchte. Warum würde ein Betonboden die Feuchtigkeit erhöhen? Der Aufbau an sich wäre so dicht wie eine normale Bodenplatte, bleibt die aufsteigende Feuchte der Ziegelwände + deren Durchfeuchtung + Kondensat.

@ Hr. Bisping: derzeit ist es Lehmboden, wir haben vor 3 Wo. ca. 10-15cm abgetragen um den Befall raus zu bekommen (hat leider nichts gebracht). Bezüglich der Anwendung von Wasserstoffperoxid werde ich mich im Fachhandel beraten lassen.

Vielen Dank nochmal für die Hilfe!



Wie schon angesprochen wurde,



handelt es sich hier tatsächlich um Schimmel oder kann es sich hierbei auch um Salzausblühungen handeln (Salzanalyse machen).
Da es sich um einen ehemaligen Kohlenkeller handelt besteht durchaus die Möglichkeit, dass es sich bei den Ausblühungen um eine Versalzung handelt.

Wenn feuchte, warme Luft durch die Öffnung unkontrolliert in den Keller eindringen kann, schlägt sich diese an der Wand nieder und es kommt zu Kondenswasserausfall, der wiederum zum Auskristallisieren der Salze führt.

Weitere Löungsansätze können nach einer Analyse der Ausblühungen angegangen werden.

Gruss Thomas



Hallo Michael,



jetzt ist der Lehmboden ja schon draussen...

Fetter (tonhaltiger) Lehm dichtet ab und wird immer noch zum Teichbau eingesetzt, auch wurde tradionell Lehm zum Brunnenbau eingesetzt.

Beton wird mit Wasser angemischt das wieder ausdunstet, so wird wieder Feuchtigkeit in den Raum eingetragen.

Grüße



Ist die schon mehrfach gestellte Frage, ...



... ob Schimmel oder Salzkristalle denn überhaupt schon eindeutig geklärt?
In unserem Keller, wo die Wände den ganzen Winter über einfach nur ihre glatt weiß gekälkte Oberfläche hatten, haben sich jetzt, wo das Wetter wärmer und auch feuchter wurde, auch watteartig aussehende Kristalle gebildet.
Erst hatte ich auch schon Schimmelpanik, aber es war nur an zwei Wänden, jeweils entlang der überkälkten Mauerfugen, wogegen z.B. ein altes Holzregal und die hölzerne Treppe in unmittelbarer Nähe der Wand frei von Schimmel sind.

Man weiß ja nie, was die Leute da früher alles in ihren Kellern hatten, von daher würde mich Schimmel auf feuchtem Lehmboden nicht wundern, sehr wohl dagegen auf dick gekälktem Mauerwerk.