Aussenisolierung - Grundsatzdiskussion ?

14.06.2009



Nachdem wir nun innen fleissig Fachwerk freigelegt, geschliffen und gestrichen haben, Gefachungen neu ausgemauert und verputzt haben, ist es nun an der Zeit, die Aussenfassade in Angriff zu nehmen.

Es gibt keine Möglichkeit, aussen ein sichtbares Fachwerk zu erhalten. An dem Haus ist schon zu viel herumgepfuscht worden, so ist z.B. das Fachwerk des nördlichen EG´s komplett entfernt und gemauert worden (vielleicht ist es auch noch drin, aber man sieht nur Mauer.

An vielen Stellen wurde mit Zementputz (?) über alles vorhandene drübergeputzt, der wiederrum wurde zum Teil entfernt/beschädigt, als die Eternitplatten mit Lattung angebracht wurden.

Nachdem wir zum Befestigen des Gerüstes diverse Eternitplatten entfernen mussten, zieht es durch die Ritzen zwischen manchen Gefachungen (die nur ausgebessert, aber nicht neu gemacht wurden... mein Fehler) und den Balken.

Nun zum Thema meiner Frage:

Bislang sind wir davon ausgegangen, dass das Haus eine Holzfaserplattenkomplettdämmung auf einer neuen Lattung bekommen soll.

Wir haben aber einerseits das Problem, dass wir diese Maßnahme nicht auf einmal machen können, weil Teile vom Gebäude (Montage von Fenstern/Türen im EG noch nicht erfolgt) sind noch nicht fertig sind.

Auch frage ich mich, was die ganze Isolier-Holzfaserplatten bringen, wenn dahinter der kalte Wind reinpustet, weil sie auf einer Lattung angebracht sind.

Logisch erscheint mir auch die These, dass diese Isolierung nicht nur die Heizwärme vom Haus drinnenhält, sondern auch die Sonnenwärme draussen, dafür aber extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, sich möglicherweise deshalb innen Feuchtigkeit ansammelt etc. etc...

Mal ganz naiv gefragt: Was, wenn wir alles wegklopfen, was aussen an "Isoliermaßnahmen" vorgenommen wurde und direkt auf die Fachwerk/Mauerwerk-Wände verputzen?

Am liebsten würden wir natürlich auch Aussen mit Lehm arbeiten, damit die Feuchtigkeitsregulierung mit den Lehmwänden im Haus weiter funktioniert, aber ist das beständig genug?

Vom Wohlfühlfaktor her gesehen haben wir bislang kein Problem damit, dass wir keine Wärmedämmung am Haus haben. Die Heizkosten bewegen sich auch in normalem Rahmen. Das einzige , was stört sind die Ritzen, durch die es zieht.
Aber die wären ja dann auch weg.

Ich habe zum "Abdichten" vor 1 Jahr an der nordöstlichen Aussenwand einfach den Lehmputz verwendet, den ich bislang innen verarbeitet habe. Trotz Sonneneinstrahlung und Platzregen hat das dem Lehmputz nicht geschadet.

Was tun?
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!



Aussenisolierung



Hallo,

Sie haben da sehr wichtige Erfahrungen gemacht:
- den alten Lehmputz kann man prima zum dichten verwenden, richtig. Vorhandener Lehm läßt sich also aufbereiten.
- Zementputz auf Lehm reißt überall (siehe Bild !)
- Holzweichfaserplatte auf Latte hinterlüftet ist Unsinn, richtig.

Eine geignete Wandkonstruktion wäre die, bei der ein Lehmausgleichsputz das Bett für eine vollflächig aufgebrachte Holzweichfaserplatte bildet. Man sollte dafür die Platten aus einem Dämmsystem, z.B. von GUTEX, Pavatex oder DHS Doser verwenden, darauf dann die werksseitig vorgesehene Oberlächenbeschichtung. Das wäre sozusagen der normkonforme und gewährleistungssichere Rat.
Es spricht natürlich wenig dagegen, daß Selberbauer einen anderen Oberflächenputz nehmen, ein passendes und schön weiches Material wäre z.B. der Edelkratzputz von Weber-Broutin ("Dickbeschichtung") auf Unterputz und Grundierung.
Die Befestigung der Platten nehmen Sie mit Schraubdübeln auf Holz und Einschlagdübeln im Lehm vor, beide vorgebohrt.
Bitte beachten Sie unbedingt die systemzugehörigen Merkblätter !
Wenn Sie es handgestrickter lieben, können Sie auch einen wetterfesten Kalkputz im Mischer selber herstellen. Das muß bei den richtigen Materialien aber nicht unbedingt preiswerter sein.

Zum Einwand, daß auch die Sonne draußen bleibt: Schwerer wiegt der Wärmeverlust in der Heizperiode. Im Sommer mag ich es gerne innen etwas kühler.

Grüße vom Niederrhein



Wenn richtig zusammengestellt, duraus möglich



Die Dämmmassnahmen können durchaus nach und nach gemacht werden, wie bei der auf dem Bild dargestellten Bausatzvariante.
Hier wurde als, Dämmung Lehm-Hobelspan-Dämmung gewählt und mit hinterlüfteter Putz- und Holzfassade kombiniert.

Grüsse



Ergänzung zu den Aussenwänden



ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass die Wände so schief und krumm sind, dass - um etwas Gerades zu bekommen - bis zu 15cm ausgeglichen werden muss.



Schief und krumm



macht nix.
Es gibt Aluwinkel für Fassadenabstandsmontagen beim Dachdeckerbedarf in Eurer Nähe.
Vorteil dabei ist die Dämmung kann Wärmebrückenfrei und dicht auf montiert werden.
Beim Kauf der Winkel sollte der Handel aber wissen was für eine Belastung / m² bevorsteht, wegen der Bedarfsrechnung.



Krumm und schief kein Problem



An diesem Bau mussten wir von unten bis an den First zwischen 8-16 cm (unten ca. 16 cm oben ca. 7 cm)ausgleichen. Bei dieser Bausatz Variante kein Problem. Die Montage ist einfach und schnell. Auf dem Bild sieht man, dass man augleichen musste.
Mit dieser Bausatzvariante, kann man die Fassade nicht nur jede Unebenheit ausgleichen, sondern mit Einblasdämmung eine homogene Dämmfläche schaffen. Richtig durchdacht, ist diese Dämmfassade jederzeit problemlos und Wärmebrückenfrei abänderbar.
Bei Fragen einfach melden.

Grüsse Thomas



Wichtiger Schritt



Hallo,

“Vom Wohlfühlfaktor her gesehen haben wir bislang kein Problem damit, dass wir keine Wärmedämmung am Haus haben. Die Heizkosten bewegen sich auch in normalem Rahmen. Das einzige , was stört sind die Ritzen, durch die es zieht.
Aber die wären ja dann auch weg.”

Mich würde nun interessieren, warum Sie ein funktionierendes Gebilde dämmen wollen.

Bei einer Außenwandstärke ab 20cm sind Außendämmungen allesamt arbeitslose Staubfänger.

Zum einen dämmt die Wand bereits den kompletten Energiestrom bis zur Umgebungstemperatur, zum anderen würde die WDVS hier an dieser Stelle die Solargewinne unterbinden. Sogar ein Mehrverbrauch wäre nicht auszuschließen.


Herzlichst
A. Zima



Wärmedämmung



Wenn eine Außenwand ab 20 cm "...bereits den kompletten Energiestrom bis zur Umgebungstemperatur"... dämmt, warum heizen wir denn überhaupt im Winter?
Die meisten Häuser haben Massivwände über 20 cm, wir selber und unsere Haushaltsgeräte erzeugen genug Streuwärme, die Sonne scheint auf die Hauswände also könnten nach dieser Theorie alle Heizungen abgestellt werden, oder?

Viele Grüße



Da



haben wir es wieder!!



Warum Dämmung keine Energie spart -> Eine andere Sichtweise



Das "Dämmen" sollte nicht mit Energieerhaltung gleichgesetzt werden, sondern bedeutet Ausgleich oder Minimierung eines unumgänglichen Abkühlprozesses. Bleiben die Heizkörper aus, richtet sich alles nach der Außentemperatur (Umgebungstemperatur).


Anders ausgedrückt: Wir kämpfen mit zusätzlicher Heizenergie gegen eine stetige Abkühlung an und nicht gegen eine Leitfähigkeit. Dieser Abkühlvorgang und der gegebene Energieverlust kann nicht verhindert werden. Energie verlieren wir in erster Linie nicht aus den Wänden sondern bereits “in”. Wir können weder die Vermischungsfläche beider Temperaturebenen verhindern, noch zeitlich hinauszögern. Erhöht sich die Temperaturdifferenz zwischen “innen” und “außen”, ist eine weitere Erhöhung der Energiezufuhr zum Erhalt der Innenraumtemperatur unumgänglich. Auch dann, wenn die Wand aus 1 Meter dicker Glaswolle bestünde. Energetisch ändert sich hierdurch nichts. Die Verluste bleiben die Gleichen.


Auch die Solargewinne im Winter sind beweisbar: Die Außenlufttemperatur wird in einem geschlossenen Massivhaus (ohne Dämmung) nie erreicht, selbst dann nicht, wenn die Heizungen für immer schweigen. Bei einem gedämmten Haus würde ich dafür meine Hand nicht ins Feuer legen wollen.


Alle von mir dargelegten Behauptungen sind beweisbar und können in der Praxis jederzeit und von jedem nachvollzogen werden. Man möge mir Fehler meiner Betrachtung aufweisen, so möchte ich gerne darüber nachdenken. Ergänzungen sind auch Willkommen.

Herzlichst
A. Zima


P.S. Zu der Grafik kann eine physikalische Erklärung zum Prozess eingefordert werden. Die Grafik zeigt einen Wärmeverlauf auf Basis und zur Hilfenahme der Quantenphysik. Eine Solargewinnung wurde hier noch nicht einmal berücksichtigt.



Wärmelehre



Hallo Herr Zima,

dann ziehen Sie doch in einen solchen Bau um !
Aber bitte verschonen Sie mich als Architekten mit dieser
Art von Vulgärphysik.

Sie sind nicht der erste in diesem Forum, der mit brandneuen
Gedankengebäuden nach dem Physiknobelpreis greifen will.

Grüße vom Niederrhein



Zurück zum Thema



Herr Beckmann, als Kenner haben Sie nicht erkennen können, dass diese Physik nicht die von Herrn "Zima" ist ? Die Quantenphysik gibt es schon seit vielen Jahrzehnten und der Zug mit dem Nobelpreis ist schon längst in Lummerland angekommen.
Man muss sich nicht damit befassen, aber Sie sollten es tunlichst auch als Architekt vermeiden, jene ins lächerliche zu ziehen.

Wenn Sie etwas zu meiner physikalischen Auslegung auszusetzen haben, dann diskutieren Sie mit mir vernünftig darüber.

Man kann aber auch zum Thema zurückkehren.


Also bitte …

Herzlichst
A. Zima


P.S. Bild zeigt: Ungedämmte Wand bringt bessere Dämmwerte als Gedämmte mit 24cm Styropor.



Ich



glaube so einen Mist will keiner mehr hier lesen.



Wärmedämmung



Das erinnert mich an die Argumentationen eines Häufleins Unverzagter, die glauben die Mondlandung der NASA wäre getürkt.

..." Sachlich ist für den Erfolg der Absicht, jemanden mit Verstandesgründen von der Richtigkeit seiner Absicht zu überzeugen, stillschweigende Voraussetzung, daß ein für beide Seiten verbindlicher Maßstab der Wertung besteht. Ohne ein solches gemeinsames Wertgesetz ist jeder Streit sinnlos."
(Zitat aus "Bauausführung Bauüberwachung" von Rybicki, Werner Verlag)

Wenn sich jemand seine eigene Physik schafft, ist eine Diskussion unmöglich.

Viele Grüße



Na Ja, die Auslegung



mag ja durchaus vernünftig und für den einen richtig und für den anderen falsch sein.
Bauphysik in der Theorie ist oftmals anders als in der Praxis.
Zumal kein Bauwerk auf dieser Welt bauphysikalisch gleich ist

Aber mann kann beim besten Willen nicht ein 49 cm starkes massives Mauerwerk
mit einem 24er Mauerwerk mit 23 cm Dämmung in einen direkten messtechnischen Vergleich setzen, da muss ja was anderes herrauskommen.

Grüsse



Man



kann sich alles schön reden.Auto,Frau und sogar seine Wände.



Verschwörung in Theorie und Praxis!



Das ist ja spassig!

Man kann sich auch seinen IQ schön reden oder gut denken! (Durch Addition von Tests z.B.)

Das hat der Herr, den ich gerne zitiere nicht nötig:
"Das Publikum … bildet sich wirklich ein, eine Art von Instanz, von Senat auszumachen und im Leben und Lesen dieses oder jenes wegvotieren zu können, was ihm nicht gefällt"

Zitat 2:
"Wenn sich jemand seine eigene Physik schafft, ist eine Diskussion unmöglich!"
Das finde ich auch!
Vor allem wenn die Herren Verantwortlichen von gewissen Lobbys - Interessenvertretungen alles so hinbiegen, dass es immer richtig aussieht was sie machen!
Dies wird dann in Bänden reihum publiziert, sodass der Anschein entsteht, dass es "stimmt"!
Wenn in Verordnungen und Gesetzen dieser kalkulatorische Blödsinn und Volksverblödungsunsinn verbreitet wird - heisst das doch noch lange nicht, dass der stimmig ist!
Ergebnisse sind immer bezahlt von dem Auftraggeber - Wenn nicht das rauskommt, was der Bezahler haben will, wirds nicht veröffentlicht und der Ausarbeiter, Forscher bekommt keinen Job mehr!

Und noch ein Zitat:
"Art von Vulgärphysik"
Was ist denn die Ihre?
Natürlich die, wo die Erde eine Scheibe ist! Denn das steht im Gesetzbuch oder Gebetbuch an das man sich halten muss?
… denn man kann doch nicht alles selbst nachprüfen, was in den DIN-Normen steht; … man kann ja nicht jede Formel überprüfen, ob die richtig angewendet wird;
… man kann doch nicht die Versuchsaufbauten alle abchecken und auf Realitätsbezug überprüfen, die zu den DIN-Schlussfolgerungen und Rechenwerten (Grenzwerten) geführt haben
… das geht doch zu weit
… da muss man sich doch auf das verlassen, was die "Regierung" uns anbietet oder vorsetzt …

Oder?

Das steht aber schon in der DIN selbst - in Bezug auf die Gewährleistung:
DIN-Normen sind jedoch keine Lehrbücher. Deshalb muss jemand, der sie anwendet, soviel Sachverstand haben, dass er die Verantwortung für sein Handeln selbst übernehmen kann.

Das heisst im Ernstfall:
Letztlich ist nicht der DIN-Schreiber oder DIN-Herausgeber verantwortlich, sondern der Handwerker oder Ingenieur!

… When will they ever learn? …

Ich find es immer wieder faszinierend, dass nicht einmal der leistete Zweifel geäussert werden darf, nichts in Frage gestellt werden darf - Alles ist "Glaubenssache"! Sollte doch aber Sich an der Wahrheit orientieren!?

Die Zeit wird es zeigen:
In 250 Jahren werden keine einzigen (ENEV-Häuser oder 0-Energiehäuser mehr stehen)
Aber sicher noch Artefakte aus der Zeit, als man noch Häuser ohne DIN baute!

FK



Herr Kurz,



„DIN-Normen sind jedoch keine Lehrbücher. Deshalb muss jemand, der sie anwendet, soviel Sachverstand haben, dass er die Verantwortung für sein Handeln selbst übernehmen kann.“

Ist doch eine schlüssige Aussage die Sachverstand vom Ausführenden verlangt. Oder?

Mal abgesehen von dem zweifellos, staatlich verordneten Dämmwahn halte ich ein paar Regeln schon für nützlich.

Stellen Sie sich nur den Straßenverkehr ohne Regeln vor.
Oder das jeder Hausmeister alles darf und es auch macht.



Wärmedämmung -> Verbrauchsanalyse und die nüchternde Wahrheit



Hallo Herr Kehle,
Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass das Forschungsprojekt an einem Ort zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Räumen durchgeführt wurde. Nur damit kein Missverständnis aufkommt. Aber Sie haben Recht, nicht immer zutreffend. Es zeigt aber zumindest einen deutlich unsicheren U-Wert.


Zahn der Zeit, Regeln müssen sein, ja, aber Herr Kurz meint die DIN-Normen in der Bauphysik die keine Beweiskraft besitzen oder/und durch Gutglauben entstehen. Wenn der U-Wert falsche Zeugnisse liefert, dann halten sich alle (Bauherren, Sachverständiger, Fachbetriebe, Computersoftware, Architekten, Ingenieure, Professoren, Wissenschaftler, Physiker, Politiker…) an falschweisende DIN-Normen. Dies ist eine immer schwerer werdende Kette am falschen Haken.


Marita und Dirk,
eine Dämmentscheidung ist nicht schwer zu treffen. Ich schlage vor, sie ziehen rechnerisch 50% von ihrem bisherigen KWh Verbrauch ab und vergleichen diesen Wert mit der Tabelle in meiner Grafik. Sie werden feststellen, dass die tatsächliche Dämmwirkung magerer ausfallen wird als erdacht. Die wahren Zauberer eines Sanierungsobjektes oder eines neuen Einfamilienhauses sind ganz wo anders zu suchen.

Herzlichst

A.Zima

@ Herr Skupke, was schreibt jemand, der nicht mehr weiss was er schreiben soll ? - "Ich glaube so einen Mist will keiner mehr hier lesen." ;-)



Selbst entscheiden!



Hallo,
Diese Grundsatzdiskussionen können einen Laien sicher ganz schön verwirren. Dabei sollte sich ein Nutzer mit so etwas nie auseinandersetzen müssen. Aber sei's drum. Versuchen wir es einfach:

Haben Sie ein Problem mit Ihren Außenwänden?

Wenn nein: Wir können an dieser Stelle aufhören. Viel Spaß mit Ihrem Haus.

Wenn ja: Welches (Optik, Komfort, Heizkosten)?

Optik: So weit ich bisher fest stellen konnte verbessert Wärmedämmung nicht die Optik. Wenn Sie anderer Meinung sind greifen Sie zu! (Wenn Sie es Sich leisten können.)
Komfort: Wenn es "zieht" sollten Sie nach der Ursache suchen und diese abstellen. Es ist durchaus sinnvoll das von einem Fachmann erledigen zu lassen. Ob allerdings eine Wärmedämmung (gleich welcher Coleur) das richtige Mittel gegen Zugerscheinungen ist wage ich zu bezweifeln. Ich muss dann immer an Kanonen und Spatzen denken.
Kommen wir zu Heizkosten (ein komischer Grund mit seiner Wand unzufrieden zu sein): Heizkosten sind ein wirtschaftlicher Aspekt also betrachten wir es wirtschatlich. Wieviel Prozent der Hüllfläche Ihres Hauses machen die Wände aus (ohne Dach, Fenster, Türen, Kellerdecke)? Was kostet es die Wände zu dämmen? Welche Einsparung erwarten Sie durch die Dämmmaßnahme (nur durch das Dämmen, bitte keine anderen Sanierungen damit vermischen).
Dazu eine kleine Hilfestellung: Sie werden kaum noch einen Planer finden der Ihnen bei einer Komplettsanierung mehr als 50% Einsparung verspricht. Für eine reine Fassadendämmung werden Sie wahrscheinlich eher Werte von 20 - 30% hören. Das erscheint mir persönlich immer noch zu viel, aber suchen Sie sich ruhig selber Werte.

Jetzt rechnen Sie Ihre Heizkosten mal die ermittelte Prozentzahl und mal die Jahre in denen Sie Ihre Investition wieder refinanziert haben wollen (üblicherweise etwas zwischen 10 und 15 Jahren).
Beispiel: Heizkosten : 3000€ x Ersparnis durch Dämmung: 25% (mutig!)
ergibt 750€.
x Finanzierungsdauer: 15Jahre
Ergibt: 11250€
Beispiel Ende
Wenn das Ergebnis gleich oder höher als die Dämmkosten ist können Sie zuschlagen.
Wenn Sie etwas für Ihren. CO2-Footprint machen wollen pflanzen Sie einen Baum, oder spenden Sie für den Regenwald. Das ist allemal sinnvoller als gewaltige Stoffströme in Bewegung zu setzen um irgend etwas an die Fassade zu hängen.

Freundliche Grüße
TW
Zimmerer und Dipl. Ing. (arch)



Dämmung spart keine Energie ??????



@ Alexander Zimma: Ich akzeptiere, dass Sie diesen Standpunkt vertreten, wenn mir auch nicht klar ist, wie Sie zu der Aussage kommen. Begründung aus der Praxis: altes Bauernhaus ohne Dämmung: Ofen wird ganzen Tag geheizt mit Kohle (Dauerbrand) und trotzdem früh 16° im Wohnzimmer, nach Dämmung steigen die Wandoberflächentemp von unter 10 auf 17 bis 20°, es wird nur 1x oder 2x am Tag mit Holz gefeuert (Kohlenfeuer heizt den Ofen zu sehr auf, es wird schon unangenehm heiß im Stahlungsbereich), und früh sind immer über 20° im Wohnzimmer, obwohl der Ofen etwa 12 Stunden nicht geheizt wurde. Ersparnis an Energie: etwa 10 m3 im Jahr, ist aber nicht exakt ermittelt worden, da ich andere Probleme habe. Im übrigen ist nach der Sanierung und Dämmung die genutzte Wohnfläche bei gleicher Heizung nochmal um 30 % erhöht worden. Also meine Meinung: Dämmung spart auf alle Fälle Energie, wobei mir die theoretischen Grundlagen und die Formulierungen völlig egal sind. Fachlich bin ich gegen eine Innendämmung und als Maurer und Hobbyholzwurm nicht unbedingt für Holz an der Fassade, da ich auch so genug Arbeit habe.... wie geschrieben, meine persönliche Meinung und dabei bleibt es! MFG aus Sachsen: Olaf

PS: da ich vor dem gleichen Problem stand wie Dirk und Martina und eine für mich machbare Lösung suchte - habe ich mich für ein WDVS ausschleißlich mit einer Putzoberfläche entschieden. Andere nennen es Blendwerk oder schlimmer, mir gefällt es und bringe es hier mal für die Fragenden zur Anregung, die berühmten Fremdbeiträge dagegen könnt Ihr euch also sparen, denn die Fassade ist fertig !



Gegenbeispiele



@Olaf,Sachsen

es gibt auch genug Gegenbeispiele , wo ein ordentlich angebrachtes WDVS keine oder nur eine minimale Energieeinsparung gebracht hat und die Enttäuschung groß war .

Wie gibts denn nun sowas ?

Aber einen Haufen Geld hats gekostet , und die Häuslebesitzer haben nun eine Konstruktion an der Wand , die das Risiko von Schäden birgt und sowieso nicht dauerhaft haltbar ist .

Aber wenigstens dem WDVS-Anbieter hats einen Auftrag gebraucht , das sei ihm auch gegönnt .

Gruß Uwe



kein Dämmeffekt



???? .... dann wird wohl was falsch gemacht worden sein, das geht von Fremdluft über Wärmebrücken bis hin zu bereits ausreichende Dämmung der Außenwände. Aber eine 50 cm Bruchsteinwand ist, wenn es sich um Gneis, Granit oder andere dichte Natursteine handelt, immer eine Überprüfungzwecks Dämmung wert und eine 12-16 er Fachwerkwand im Urzustand freut den Brennstoffhändler - auf die nächsten 100 Jahre....
Wie gesagt, ist mein eigenes Haus, was ich hier vorgestellt habe und mit dem ich zufrieden bin.



Haltbarkeit



Wieso soll WDVS nicht "ewig" halten?
5 Jahre läuft die Regelgewährleistung,darüberhinaus oft noch eine Herstellergarantie und bis zu 30 Jahre die Haftung für Organisationsversagen, grobe Fahrlässigkeit etc...

Realistisch wird man von einer technischen Nutzbarkeit von über 50 Jahren ausgehen müssen. ich kenne wirklich gut gemachte WDVS-Fassaden, die jetzt 20 Jahre stehen und aussehen wie eine Scheibe. Die wirtschaftliche Nutzbarkeit neuer Gebäude wird sich aber aufgrund der beschleunigten Technikentwicklung - es wurde Zeit - verkürzt haben.

Dann bauen Sie sich eben ein neues Haus, oder rüsten das alte nach, was nachhaltiger wäre.

Grüße vom Niederrhein



Vielen Dank für die vielen Beiträge!



Da wir erst noch einen Geschäfts-Umzug durchführen mussten, komme ich erst jetzt zum Antworten.

Zunächst möchte ich noch ein paar Daten zum Haus geben:

Baujahr: ca. 1600 (die Balken sind noch älter)
Grundfläche: ca. 70qm
Geschosse: EG, OG, DG1, DG2
Gesamtfläche: ca. 200qm, davon ca. 100qm bewohnt, Rest Baustelle (entkernt)
Keller: Bruchsandstein-Mauerwerk
Fenster: 75% neu (2005) Holz, Rest zwischen 16 und ?? Jahren, Holz
Denkmalschutz: nein, da bereits viel herumgepfuscht wurde (Fachwerkwände durch Mauerwände ersetzt etc.)
Wände: ca. 16cm Fachwerk mit Gefachungen z. Teil aus alten Ziegeln, Flechtwerk&Lehm oder Lehmziegeln; zum Teil Porenbetonsteine.
Innen im nördlichen Teil des Hauses mit Lehmputz ausgebessert, die südliche Hälfte des Hauses wurde vor ca. 16 Jahren bereits innen renoviert und mit Rigips begradigt.
Heizung: Gas-Brennwert, Bj. 92, ca. 20 kW
Energieverbrauch: ca. 20.000 kWh/a (ca. 1500,- €)
Aussen sind die Wände mit Eternitplatten verkleidet, diese fehlen zum Teil wegen der Gerüstbefestigungen (als das Dach erneuert wurde).

Die Wände selbst aussen sind - soweit man sie wegen der Eternitplatten überhaupt sehen kann - in einem furchtbaren Zustand. An ein Sichtfachwerk ist absolut nicht zu denken ausser, man macht es so wie Olaf aus Sachsen (was meiner laienhaften Meinung nach aber klasse aussieht).

Das Problem des Luftzugs kommt daher, dass ich die alten Gefachungen zwar von innen ausgebessert habe, diese aber mangels Festigkeit am Übergang Holzbalken/Gefachung nicht dicht sind.

Von auf Lattung und hinterlüfteten Holzfaserplatten (was mir ursprünglich empfohlen wurde und mir logisch erschien) bin ich eigentlich abgekommen. Kosten. ca. 30.000,-

Eine Einsparung von 30 oder mehr Prozent reizt nicht wirklich, da muss ich 60 Jahre heizen, bis ich die Kosten von der Dämmung wieder drin hab, so alt werd ich vermutlich nicht.

Am liebsten würde ich:
- Die Eternitplatten runterschlagen
- das meiste Lattenzeug ebenfalls zum Altholz bringen
- eine Gitterkonstruktion über die Wände befestigen und
- mit einer Pumpe dick Lehm über die ganze Sache kleistern.
- Wetterfeste Farbe drauf - fertig.

Wenns dann schief aussieht, fände ich das sekundär, 10 km weiter ist ein Freilandmuseum, da stehen die schönsten Häusle, die sind auch nicht gerade (http://www.freilandmuseum.com/) und schlimmer als die alten Eternitplatten kanns auch nicht sein.

Hat jemand schon so etwas gemacht ?

Grüße aus dem Odenwald,
Dirk u. Martina



Aussenisolierung



Hallo,

dann machen Sie das doch !
Allerdings sollten Sie Eternit nicht selber demontieren, weil das Zeug asbesthaltig ist. Also bitte einen dafür zugelassenen Dachdecker mit der fachgerechten Entsorgung beauftragen !
Außerdem brauchen Sie eine Befreiung von den Bestimmungen der EnEV, die stellt die Baubehörde aus.

Bespannen mit Ziegelgewebe wäre eine Alternative. Hier gab es mal Beiträge dazu. Benutzen Sie doch mal die Suchfunktion, ob das was für Sie ist.

Grüße vom Niederrhein



Bitte



nicht das Asbestmaterial runter schlagen!
Wenn Sie es Samstags selber machen sollten dann vorsichtig abnehmen.Der Unterbau ist wie das Asbestgebundene Material zu behandeln!Am besten alles mit einer Seifenlauge benetzen vor dem Abnehmen.Maske und Anzug nicht vergessen!
Liest sich lächerlich ich weiß.Aber die Bußgelder sind hoch.
Noch besser einen Fachberieb mit Zulassung holen!



wenn es Faserzementplatten sind..



http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/1781$.cfm

kann man sie ja auch eingraben ....



Keine



gute Idee.Ich hoffe das liest keiner vom Umweltamt mit.